In der Regel wählen wir Stauden für unsere Gärten im Anzuchttopf oder im Topf, ganz einfach, weil die meisten dieser Pflanzen in den Baumschulen und Gartencentern überwiegend in dieser Form angeboten werden. Immer mehr Stauden werden jedoch zwischen November und Ende März mit nackten Wurzeln angeboten. Dazu gehören zum Beispiel Akanthus, Prachtspiere, Herzblume, Schmucklilie, Taglilie, Funkie und Eisenhut. Auch Iris germanica wird als Rhizom angeboten. Hinzu kommen das Maiglöckchen und natürlich die Päonie. Bei mehrjährigen Gemüse- und Obstpflanzen ist es bereits üblich, Erdbeerpflanzen mit nackten Wurzeln sowie Spargelkrallen zu kaufen.
Stauden mit nackten Wurzeln bieten zwar zahlreiche Vorteile, müssen jedoch schnell gepflanzt werden, damit die Wurzeln nicht austrocknen oder beschädigt werden. Wenn Sie die Pflanzen nicht sofort nach Erhalt pflanzen können, setzen Sie sie vorübergehend in einen Topf. So können Sie sie später im Frühjahr ins Freiland pflanzen. Wie topfen Sie Stauden mit nackten Wurzeln richtig ein? In dieser Anleitung erfahren Sie, worauf Sie achten sollten.

Warum sollten Sie Stauden mit nackten Wurzeln kaufen?
Wie der Name bereits sagt, werden diese Stauden ohne Topf und Substrat angeboten. Nach dem Ausgraben in der Baumschule liegen ihre Wurzeln frei. Sie sind umweltfreundlicher, beim Kauf günstiger und wachsen besonders gut an, weil ihr Wurzelsystem deutlich besser entwickelt ist. Außerdem lassen sie sich leicht pflanzen, da Sie dafür keine besonders tiefen Pflanzlöcher ausheben müssen.

Eine vielseitige Blumenerde ist dafür bestens geeignet, vor allem, wenn Sie die Staude nur vorübergehend eintopfen und später ins Freiland pflanzen möchten. Sie können auch eine Mischung aus zwei Dritteln hochwertiger Gartenerde und einem Drittel Blumenerde verwenden.
Welchen Topf sollten Sie wählen?
Sie können gebrauchte Kunststofftöpfe aus der Baumschule oder biologisch abbaubare Töpfe verwenden, die Sie später direkt mit der Staude einpflanzen können. Auch Terrakottatöpfe eignen sich gut. Wählen Sie die Größe passend zur Staude und zu ihrem Wurzelsystem. Die Wurzeln dürfen nicht eingeengt werden und sollten sich gut weiterentwickeln können. Verwenden Sie Töpfe mit mindestens 11 cm Durchmesser. Ideal sind Töpfe mit 2 oder 3 Litern Volumen.
Stauden mit nackten Wurzeln eintopfen: die einzelnen Schritte
Prüfen Sie zunächst den Zustand der Wurzeln: Sie müssen gesund, fleckenfrei und fleischig sein. Wenn sie vertrocknet sind oder von Schimmel befallen wurden, sind das keine guten Voraussetzungen für ein späteres Anwachsen.
Kürzen Sie zunächst die Wurzeln leicht:
- Wenn Ihre Pflanzen etwas welk wirken, stellen Sie ihre Wurzeln bis zu einer Stunde in einen Eimer mit etwas Wasser. Gehen Sie vorsichtig mit ihnen um: Brechen Sie keine Teile ab und vermeiden Sie es, die Knospen zu beschädigen.
- Kürzen Sie mit einer gut geschärften und desinfizierten Gartenschere zu lange Wurzeln. Entfernen Sie vertrocknete oder beschädigte Stellen, damit sich ein dichtes Wurzelsystem entwickelt.

Topfen Sie die Staude anschließend ein:
- Achten Sie darauf, dass die Blumenerde gut feucht ist.
- Füllen Sie den Topf teilweise mit Blumenerde.
- Setzen Sie die Staude in den Topf. Verteilen Sie die Wurzeln gleichmäßig.
- Füllen Sie den Topf mit Blumenerde auf. Achtung: Viele Stauden müssen so gepflanzt werden, dass der Hals etwas über dem Bodenniveau liegt. So erhält die Pflanze ausreichend Tageslicht und fault weniger leicht.
- Drücken Sie die Blumenerde vorsichtig mit der Hand an, damit keine Hohlräume bleiben.
- Gießen Sie die Staude.
- Beschriften Sie Etiketten oder direkt die Töpfe mit den Namen Ihrer Stauden. Die meisten besitzen sommergrünes Laub, sodass Sie sie später nur schwer unterscheiden können.

Pflege der Stauden vor dem Auspflanzen ins Freiland
- Stellen Sie Ihre Stauden frostgeschützt in ein Gewächshaus, einen unbeheizten Wintergarten oder einen Frühbeetkasten.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Wasserversorgung, vermeiden Sie jedoch übermäßiges Gießen. Junge Triebe reagieren empfindlich, bevor sie aus dem Boden austreiben. Gießen Sie in den ersten Kulturwochen daher vorsichtig und lassen Sie das Substrat zwischen zwei Wassergaben etwas abtrocknen.
- Nach einigen Wochen beginnen Ihre Stauden kräftig zu wachsen. Sobald es die Witterung erlaubt, können Sie sie in den Garten pflanzen. Warten Sie frostfreies Wetter ab und vermeiden Sie Böden, die vollständig mit Wasser gesättigt sind.

Das benötigte Material:
- Eine Gartenschere zum Kürzen der Wurzeln
- Einen Eimer oder ein Gefäß mit Wasser
- Blumenerde oder eine Mischung aus zwei Dritteln hochwertiger Gartenerde und einem Drittel Blumenerde
- Eine Handschaufel
- Einen Topf für jede Staude
- Etiketten und einen Marker. Zum Kennzeichnen Ihrer Stauden können Sie auch die mitgelieferten Etiketten verwenden oder aus einem Stück Holz und einem wasserfesten Stift eigene Etiketten anfertigen. Sie können den Namen der Pflanzen auch direkt mit einem Permanentmarker auf den Topf schreiben.
Weitere Informationen:
- Entdecken Sie alle unsere Sorten von Stauden.
- Lesen Sie auch unseren Ratgeber: Stauden mit nackten Wurzeln pflanzen: Wie und warum?
Welche Tipps haben Sie zum Umtopfen Ihrer mit nackten Wurzeln gekauften Stauden? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren.
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