Winterblühende Waldreben wie Clematis armandii oder Clematis cirrhosa sind wertvoll, um Gärten im Winter mit ihren zarten Blüten aufzuhellen. Sie bilden manchmal schon ab November Kaskaden duftender Blüten und eignen sich ideal, um ein Spalier, eine Mauer, einen Zaun oder einen Strauch zu begrünen. Sie sind nur mäßig winterhart und vertragen sehr kalte Winter schlecht. Nach dem Anwachsen kommen sie jedoch oft sehr gut mit trockenen und heißen Sommern zurecht. Ein fachgerechter Rückschnitt hilft, ihre Vitalität und Blüte zu erhalten. So gehen Sie dabei vor!

Welche Waldreben blühen im Winter?

Weniger bekannt als sommer- oder frühjahrsblühende Waldreben beginnen winterblühende Waldreben oft schon im November zu blühen. Je nach Sorte und Witterung kann die Blüte bis Februar oder März andauern. Ihre Blüten sind meist glocken- oder sternförmig. Die Farbpalette reicht von reinem Weiß über Rosa bis hin zu Violett und Purpur. Viele Sorten verströmen einen zarten, süßen Duft. Es handelt sich um immergrüne Lianen, deren Laub auch im Winter grün bleibt. Diese Waldreben sind relativ winterhart und vertragen Temperaturen von etwa -10 bis -12 °C. Sie eignen sich zur Begrünung verschiedenster Rankhilfen. Pflanzen Sie sie möglichst an einen sonnigen, windgeschützten Standort. Zu den bekanntesten winterblühenden Waldreben zählen:

  • Clematis cirrhosa: Diese sehr beliebte Art bildet zahlreiche kleine weiße oder rosafarbene Glockenblüten.
  • Clematis armandii: Diese Sorte wird für ihre großen, duftenden weißen Blüten geschätzt.
  • Clematis montana: Obwohl sie eher im Frühjahr blüht, können manche Sorten bereits gegen Ende des Winters zu blühen beginnen.
Winterblühende Waldreben
Clematis cirrhosa und Clematis armandii 'Apple Blossom'

Muss ich meine winterblühende Waldrebe zurückschneiden?

Winterblühende Waldreben blühen am Holz des Vorjahres. Sie kommen daher gut ohne Rückschnitt aus. Ein starker und unsachgemäßer Rückschnitt könnte die bereits gebildeten Blütenknospen entfernen. Dadurch würde die Blüte im folgenden Winter deutlich schwächer ausfallen oder ganz ausbleiben. Diese winterblühenden Waldreben benötigen lediglich einen sehr leichten Rückschnitt. Entfernen Sie vertrocknete oder beschädigte Triebe und kürzen Sie die Triebe, die Blüten getragen haben, etwas ein. Wenn Sie abgestorbene Zweige und schwache Triebe entfernen und die Pflanze auslichten, können Licht und Luft besser zirkulieren. Das begrenzt das Risiko von Krankheiten und fördert die Bildung neuer Triebe. Winterblühende Waldreben können sehr dicht wachsen und viel Totholz oder störende Triebe entwickeln.

Wann schneiden Sie winterblühende Waldreben zurück?

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Andernfalls kann Ihre Waldrebe im nächsten Winter ohne Blüten bleiben! Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt einer winterblühenden Waldrebe liegt nach der Blüte, etwa im Mai, oder im Sommer. Ein leichter Pflegeschnitt genügt. Er ist nicht unbedingt jedes Jahr erforderlich. Sie können den Rückschnitt auf mehrere Jahre verteilen, damit die Pflanze nicht zu stark geschwächt wird.

Die Blüte von Clematis armandii
Clematis armandii 'Apple Blossom'

Wie schneiden Sie eine winterblühende Waldrebe Schritt für Schritt zurück?

Benötigtes Material

Verwenden Sie zunächst gut geschärfte und desinfizierte Werkzeuge, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Für den Rückschnitt Ihrer winterblühenden Waldrebe benötigen Sie:

Pflegeschnitt

Die Winter-Waldrebe benötigt keinen starken Rückschnitt. Sie gehört zu den pflegeleichtesten Waldreben. Ein einfacher Pflegeschnitt jedes zweite Jahr kann ausreichen. Entfernen Sie nur das Nötigste.

  • Entwirren Sie die Triebe vorsichtig: Trennen Sie die Triebe voneinander, ohne sie zu brechen.
  • Entfernen Sie die für das Spalier verwendeten Bindungen, indem Sie sie mit einer Gartenschere durchschneiden.
  • Entfernen Sie bei Bedarf zu dicht stehende oder ungünstig platzierte Zweige, damit Luft und Licht besser zirkulieren können.
  • Erkennen Sie die einjährigen Triebe: Es handelt sich um die dünnsten und jüngsten Triebe, die geblüht haben. Schneiden Sie sie etwa 30–50 cm über dem Boden, also über drei Knoten, zurück. Schneiden Sie immer oberhalb einer Knospe oder eines neuen Triebs.
  • Kürzen Sie alle abgestorbenen, trockenen Zweige und schwachen Triebe bis auf Bodenniveau zurück.
  • Je später die Blüte, desto stärker können Sie zurückschneiden, bis auf 30 cm über dem Boden. Dieser starke Rückschnitt regt das Wachstum neuer Triebe an.
  • Wenn Ihre Waldrebe sehr dicht wächst oder vergreist, können Sie einige ältere Zweige um etwa ein Drittel einkürzen. Schneiden Sie sie jedoch nicht zu stark zurück.
So schneiden Sie winterblühende Waldreben zurück