Artischocke anbauen: Heilpflanze mit vielen gesundheitlichen Vorteilen

Artischocke anbauen: Heilpflanze mit vielen gesundheitlichen Vorteilen

Artischocke: Vorteile für den Körper

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 27. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Artischocken (Cynara scolymus), ihre Blätter (genauer: Hochblätter!) und ihr Herz schmecken warm à la Barigoule oder kalt mit Vinaigrette. Doch wussten Sie, dass diese mehrjährige Gemüsepflanze aus der Familie der Korbblütler unserem Organismus guttut? Lange galt die Artischocke als Aphrodisiakum und Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Anfang des 20. Jahrhunderts bestätigten Ärzte ihren Nutzen in der Pflanzenheilkunde, unter anderem für Leber und Gallenwege.

Entdecken wir gemeinsam die Vorteile der Artischocke, ihre Zubereitungen und Anwendungen sowie Gegenanzeigen.

Mehr erfahren: Artischocke: Pflanzung, Aussaat, Anbau und Pflege

Schwierigkeit

Artischocke: Nährwerte und gesundheitliche Vorteile?

Artischocken zu essen erfreut nicht nur den Gaumen, sondern ist auch gut für das Wohlbefinden! Denn die Artischocke ist ein Gemüse mit einem beachtlichen Cocktail aus Mikronährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen:

  • Sie ist eine gute Vitaminquelle, insbesondere für Vitamin B9 (Folat), aber auch für die Vitamine K, B1, B2, B3, B5, B6 und C
  • Sie ist reich an Mineralstoffen, vor allem an Kalium, Kalzium und Magnesium, aber auch an Eisen, Kupfer und Mangan mit antioxidativen Eigenschaften
  • Sie enthält eine große Vielfalt an Antioxidantien, insbesondere phenolische Verbindungen (Chlorogensäure, Cynarin …), Flavonoide und Anthocyanin-Derivate
  • Sie enthält Inulin, einen unverdaulichen Zucker, der als Präbiotikum gilt
  • Sie ist äußerst reich an Ballaststoffen, unlöslichen und unlöslichen
  • Sie ist nahrhaft und zugleich kalorienarm (47 kcal pro 100 g), da sie wenig Makronährstoffe (Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette) enthält. Daher ist sie bei Übergewicht oder Diabetes ideal.
  • Sie ist reich an Wasser (86 %) und daher für die Flüssigkeitsversorgung des Körpers interessant. Ihr hoher Wassergehalt und Kaliumgehalt machen sie zudem zu einem harntreibenden Lebensmittel.Artischocke in der Pflanzenheilkunde

Die Blütenknospen der Artischocke zu verzehren, ist daher eine gute Idee. Zumal sie sich roh oder gekocht mit vielen Zutaten kombinieren lassen. Wichtig ist jedoch: Eine gekochte Artischocke sollte nicht länger als 24 Stunden aufbewahrt werden. Sie oxidiert sehr schnell und wird dadurch schwer verdaulich oder sogar giftig.

Die Wirkstoffe der Artischocke befinden sich dagegen hauptsächlich in ihren Blättern.

Artischocke in der Phytotherapie anwenden?

In der Pflanzenheilkunde werden nur die Blätter und gelegentlich die Stängel getrocknet verwendet. Gemeint sind natürlich die echten, stark eingeschnittenen, graugrünen Blätter, die aus der Basis der Pflanze wachsen – nicht die Hochblätter der Blütenkörbchen, die vor dem Artischockenboden gegessen werden.

Diese Blätter werden im Frühjahr vor der Blüte morgens an einem trockenen Tag geerntet. Sie können an der Luft in einem dunklen, gut belüfteten Raum getrocknet werden. Zuvor breitet man sie auf Trockengittern aus und kontrolliert regelmäßig, ob sich Schimmelspuren zeigen. Alternativ kann man sie bei 40 °C im leicht geöffneten Backofen oder im Dörrautomaten trocknen.

Nach dem Trocknen sollten die Blätter ihre graugrüne Farbe behalten haben. Für eine leichtere Lagerung können sie zerbröselt werden.

artichaut feuilles principes actifs

Die Wirkstoffe der Artischocke befinden sich in den Blättern (links). Sie dürfen nicht mit den Hochblättern der Blütenknospen (rechts) verwechselt werden.

Mehr erfahren: Wann und wie trocknet man Artischockenblätter?

Kommen wir nun zu ihrer Verwendung:

  • Artischockenblättertee: 1 Esslöffel getrocknete Artischockenblätter in eine große Tasse Wasser geben. 15 Minuten in kochendem Wasser ziehen lassen und nach Belieben etwas Honig hinzufügen, um die Bitterkeit zu mildern. Trinken Sie täglich drei Tassen vor den Mahlzeiten.
  • Artischocke als Hautlotion bei Juckreiz, Hautreizungen oder Ekzemen: 1 Esslöffel getrocknete Artischockenblätter, 1 Esslöffel getrocknete Klettenblätter und 250 ml kaltes Wasser. Die Blätter ins Wasser geben und zum Kochen bringen. 10 Minuten sanft köcheln, anschließend zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen. Abseihen, dabei die Blätter ausdrücken, und abkühlen lassen. Als Lotion oder 30 Minuten lang als Umschlag anwenden.
  • Drainierender Saft aus frischen Blättern: Ein Blatt ernten und im Entsafter auspressen, bis 1 Esslöffel Flüssigkeit gewonnen ist. Morgens, mittags und abends vor den Mahlzeiten in einem mit Agavensirup gesüßten Glas Wasser verdünnt trinken.
  • Kochwasser der Artischocken trinken: Das Wasser aufbewahren, in dem die Artischocken gekocht wurden. Innerhalb von höchstens 24 Stunden nach dem Kochen warm oder kalt trinken.

Artischocke: Vorteile für den Körper?

Die Artischocke ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Sie enthält zahlreiche phenolische Verbindungen (Kaffeesäure, Chlorogensäure, Cynarin usw.) mit antioxidativer Wirkung sowie Anthocyane, Flavone, viele Mineralstoffe, lösliche Ballaststoffe (darunter Inulin) und Vitamine.

Leberbeschwerden:

Die getrockneten Blätter der Artischocke sind für ihre leberschützenden Eigenschaften bekannt. Sie fördern die Leberfunktion, indem sie die Bildung und Ausscheidung von Galle anregen. Dadurch wirken sie galletreibend und gallenflussfördernd. So unterstützen sie die Entgiftung der Leber und schützen den Körper vor Infektionen. Diese großen, sehr bitter schmeckenden Blätter werden wegen dieser Eigenschaften seit Jahrhunderten geschätzt.

Darmbeschwerden:

Die Artischocke ist auch dafür bekannt, die Darmtätigkeit zu fördern und dank ihres hohen Ballaststoffgehalts Blähungen, Verstopfung und Durchfall zu lindern. Das enthaltene Inulin soll die mit dem Reizdarmsyndrom verbundenen Schmerzen reduzieren. Es kann die Bakterien im Darmmikrobiom „ernähren“ und so das Gleichgewicht der Darmflora wiederherstellen.

Kurz gesagt: Sie kann Darmbeschwerden lindern, etwa nach einem üppigen Festessen, sowie Völlegefühl und Magenschwere.

Senkung des Cholesterinspiegels:

Auch hier können die löslichen Ballaststoffe, insbesondere Inulin, aber auch Cynarin, den Blutspiegel des „schlechten Cholesterins“ senken. Cynarin fördert die Gallenbildung und unterstützt dadurch die Ausscheidung von Cholesterin aus dem Körper. So leistet die Artischocke einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Linderung von Rheuma und Gicht:

Artischockensaft, als Tee getrunken, kann Schmerzen lindern, die durch Rheuma oder Gicht verursacht werden.

Wirkung auf die Haut:

Die Artischocke wirkt dank ihrer Polyphenole als hervorragender Gewebeverjünger. Diese schützen die Lymphgefäße und verbessern die Elastizität sowie die Entwässerung der Haut. So wirkt die Artischocke der Hautalterung entgegen und beugt Akne vor.

Artischocke: Welche Gegenanzeigen gibt es?

Da sie die Milchbildung hemmt, wird die Artischocke Schwangeren nicht empfohlen. Zudem kann sie die Milch bitter machen.

Personen mit einer Verstopfung der Gallenwege oder Gallensteinen sollten den Verzehr von Artischockenblättern vermeiden.

Auch wenn sie nachweislich Darmbeschwerden lindert, kann die Artischocke bei manchen Menschen Blähungen oder Gasbildung verursachen.

Da die Artischocke wie der Mexikanische Tee, die Arnika (Arnica montana) und das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) zur Familie der Korbblütler gehört, können Artischockenblätter allergen wirken. Sie lösen Hautentzündungen und Atemwegsallergien aus.

Artischocke: Gegenanzeigen

Als Korbblütler kann die Artischocke Allergien auslösen (wie der Mexikanische Tee, die Berg-Wohlverleih und das Mutterkraut)

Schon gewusst?

Artischocke und Kardone stammen von der Distel ab. Im Altertum geschätzt, ist die Artischocke heute auch als Färbepflanze interessant.

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Artischocke als Heilpflanze