BRF (zerkleinertes Zweigholz): Was ist das und wie wird es im Garten genutzt?

BRF (zerkleinertes Zweigholz): Was ist das und wie wird es im Garten genutzt?

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Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Olivier 8 min.

BRF aus jungen Baum- und Strauchzweigen ist ökologischer Mulch für Bio- und Permakulturgärten. Er verbessert den Boden, fördert Humus und spart Wasser, Dünger und Arbeit. Herstellung und Anwendung? Nur Vorteile?

Winter, Herbst Schwierigkeit

BRF: Was ist das?

  • Definition

Dieses ungewöhnliche Akronym wurde von kanadischen Forschern geprägt und bedeutet ganz einfach: fragmentiertes Zweigholz. BRF ist in Wirklichkeit unkompostiertes Häckselgut, das meist aus Zweigen von Laubgehölzen und Sträuchern stammt.

  • Warum Zweige?

Zweige enthalten Aminosäuren, Proteine, Mineralstoffe, Zellulose und … Lignin wie jedes lignifizierte Pflanzenteil (Holz). In jungen Zweigen ist das Lignin jedoch wenig polymerisiert, was den späteren Abbau erleichtert. Lignin ist im Garten und im Anbau unverzichtbar, da es Pilze fördert, die aktiv an der Zersetzung und Mineralisierung von Pflanzen beteiligt sind.

Hinzu kommt, dass Zweige auch deutlich mineralstoffreicher sind als alte Äste, insbesondere an Stickstoff, Phosphor und Kalium: den bekannten N-P-K-Werten, mit denen üblicherweise synthetische oder natürliche Dünger beschrieben werden.

  • Warum Fragmente?

Die Zweige von Bäumen und Sträuchern sind mithilfe von Harz und Wachs von Natur aus gegen den Befall durch Mikroorganismen geschützt. Deshalb sollten Verletzungen durch unsachgemäßen Rückschnitt möglichst vermieden werden. Werden die Zweige zerkleinert, wird dieser Schutz beseitigt und es entstehen unter anderem Eintrittspforten für Pilze.

Olis kleiner Tipp: Mineralisierung ist der durch die Bodenmikroflora (Bakterien, Hefen, Pilze und Algen) ausgelöste Prozess, bei dem organische Substanz in für Pflanzen aufnehmbare Mineralstoffe umgewandelt wird.

BRF oder fragmentiertes Zweigholz

BRF frisch aus dem Häcksler

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Mulchen: Warum? Wie?

BRF als Mulch verwenden?

BRF wird als Mulch im Beet, im Gemüsegarten, am Fuß von Neupflanzungen und manchmal sogar für Wege verwendet. Ziel ist, einen nährstoffreichen, luftigen und vor allem lebendigen Waldboden nachzubilden.

Mit BRF können Sie mulchen:

  • den Fuß von Bäumen, Sträuchern und Hecken,
  • den Boden Ihrer Beete und Rabatten,
  • den Boden Ihres Gemüsegartens,
  • die Oberfläche von Töpfen und Blumenkästen,
  • und ästhetische wie praktische Wege anlegen…

Ideal ist es, eine 3 bis 5 cm dicke Schicht BRF auf dem Boden auszubringen … und abzuwarten! Sie wird sich langsam, aber sicher zersetzen und dabei den Boden anreichern und seine Aktivität steigern. Denken Sie jedoch daran, dass Pflanzen atmen müssen. Bedecken Sie die Hälse von Bäumen, Sträuchern oder Pflanzen nicht mit BRF.

Sie können BRF auch direkt in den Boden einarbeiten, jedoch nur oberflächlich und weniger als 10 cm tief, da der Zersetzungsprozess von BRF Luft benötigt. Achten Sie außerdem auf den „Stickstoffhunger“ (siehe Punkt: Nachteile von BRF).

BRF im Garten verwenden: Mulchen

BRF wird zum Mulchen verwendet. Es schützt den Boden und bringt ihn wieder zum Leben.

Vorteile von BRF

Über BRF wird als echte Revolution im Garten und im Anbau viel gesprochen. Ohne so weit zu gehen, muss man doch anerkennen, dass die Ergebnisse recht spektakulär sind, besonders in Regionen mit sehr armem und trockenem Boden.

Hier sind die verschiedenen Vorteile von BRF!

  • BRF fördert das Bodenleben

Oft ist von einer Verschlechterung der Böden im Anbau die Rede. Durch den Einsatz von BRF wird dieser Prozess umgekehrt – man spricht dann von einer Verbesserung des Bodens. Wird BRF oberflächlich ausgebracht, regt dies eine intensive Aktivität der Mikroorganismen an. Wie Sie wissen, hängt in der Natur alles zusammen, sowohl an der Oberfläche als auch im Boden. Sind die Mikroorganismen gesund, geht es auch allen anderen Lebewesen der Nahrungsketten – Insekten, Springschwänzen, Würmern, Milben usw. – gut, und sie leisten im Boden wertvolle Arbeit.

  • BRF erhöht den Humusgehalt

Die gesamte Bodenfauna und Bodenflora baut organisches Material ab und trägt so zur Erhöhung des Humusgehalts bei. Humus ist in der Natur die oberste Bodenschicht, die durch den Abbau organischer Substanz entsteht. Diese Humusschicht speichert Wasser sehr gut und ist reich an Mineralstoffen, die von Pflanzen direkt aufgenommen werden können.

  • BRF verbessert die Bodenstruktur

BRF lockert schwere Böden. Regenwürmer und Springschwänze können die Bodenschichten dadurch besser durchmischen und verdichtete Böden auflockern. BRF führt leichtem Boden organisches Material zu und verbessert dadurch ebenfalls seine Struktur.

  • BRF reguliert die Wasserspeicherung: weniger Gießen

Unter einer BRF-Mulchschicht bleibt der Boden selbst in den trockensten Zeiten sehr feucht. Da BRF Humus bildet, verhindert es zugleich einen Wasserüberschuss. Humus wirkt wie ein Schwamm: Er speichert Wasser und gibt es nur in trockenen Zeiten pflanzenverfügbar ab. Mulch verringert außerdem die Verdunstung.

  • BRF verbessert die Pflanzengesundheit und den Ertrag im Gemüsegarten

BRF ist kein Dünger. Es sorgt jedoch dafür, dass die von Pflanzen benötigten Nähr- und Mineralstoffe verfügbar werden. Dadurch bleiben die Pflanzen gesünder und wachsen besser.

  • BRF reguliert und stabilisiert den pH-Wert

Der pH-Wert stabilisiert sich mit der Zeit mehr oder weniger in Richtung Neutralität – der Boden wird also weder zu sauer noch vor allem zu basisch. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie kein Nadelholz in das Häckselgut geben.

→ Lesetipp: „Der pH-Wert des Bodens – was ist das?“

  • BRF verhindert eine Bodenverdichtung

Eine 5 cm dicke Schicht schützt den Boden vor einer möglichen Verdichtung durch unsere schweren Gärtnerfüße.

  • BRF hemmt das Aufkommen unerwünschter Pflanzen

Jede Mulchschicht hat den Vorteil, das Aufkommen von „Unkraut“ zu begrenzen. Dadurch wird eine mögliche Konkurrenz zwischen den Pflanzen verringert (ein umstrittenes Thema!), vor allem aber der Aufwand beim Unkrautjäten im Garten reduziert.

  • BRF sorgt für eine sehr ansprechende Optik

Eine BRF-Mulchschicht sieht im Garten deutlich schöner aus, als die Erde einfach unbedeckt zu lassen.

BRF: Nachteile und Grenzen

Wie immer hat die Verwendung von Holzhäckseln aus Ästen und Zweigen (BRF) im Garten auch Nachteile und Grenzen. Hier die wichtigsten:

  • BRF muss beschafft oder selbst hergestellt werden

Das ist eine Tatsache! Wer BRF verwenden möchte, muss es selbst herstellen oder eine Bezugsquelle finden. Beides ist nicht ganz einfach. Für die eigene Herstellung braucht man unbedingt einen teuren und potenziell gefährlichen Häcksler (wie bei allem gilt: Vorsicht!). Außerdem benötigt man zunächst große Mengen an Schnittgut, um eine nennenswerte Menge BRF zu gewinnen. Die andere Möglichkeit besteht darin, BRF über verschiedene Bezugsquellen zu beschaffen (siehe unten). Allerdings ist er teuer, manchmal schwierig zu transportieren und … die Bezugsquelle muss erst einmal gefunden werden.

  • Vorsicht bei schweren Lehmböden!

Wird BRF im Herbst ausgebracht, ist der Boden feucht. Diese Feuchtigkeit wird eingeschlossen und macht den Boden noch undurchlässiger. Wird der BRF im Frühjahr eingearbeitet, umgibt die kleinen Holzstückchen eine Art Schutzschicht, wodurch sich der Abbau verlangsamt. Außerdem erwärmen sich Lehmböden im Frühjahr langsamer, und eine Mulchschicht verschärft das Problem. Am besten säen Sie im Herbst eine Gründüngung, die den Boden schützt und lockert. Anschließend bringen Sie Mitte des Frühjahrs, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist, eine dünne Schicht BRF (etwa 1 cm) aus. Wiederholen Sie dies zwei bis drei Jahre lang, bis der Boden eine bessere Struktur entwickelt hat.

→ Lesen Sie auch alles über Gründüngung: „Gründüngung: Warum und wie?“

  • BRF: Vorsicht vor Stickstoffmangel

Wer lediglich eine einfache, auch dicke Schicht BRF auf dem Boden ausbringt, muss kaum einen „Stickstoffhunger“ befürchten. Er kann jedoch auftreten, wenn Sie den BRF in die oberste Bodenschicht einarbeiten, um die Wirkung auf die Bodenstruktur zu beschleunigen. Beim Abbau des BRF zu Humus benötigen die Mikroorganismen Stickstoff. Dieser steht den Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung, sodass sie unter Stickstoffmangel leiden. Eine Zugabe von Mist oder stickstoffhaltigem Dünger kann das Problem überbrücken, bis sich das Gleichgewicht wieder hergestellt hat.

→ Lesen Sie auch: „Stickstoffhunger: Was ist das? Wie lässt er sich vermeiden?“

  • Das Problem mit Schnecken

Natürlich werden Schnecken diese warme und feuchte Schutzschicht lieben. Vor allem im Gemüsegarten kann das manchmal zu einem erheblichen Problem werden. Bedenken Sie jedoch, dass diese sympathischen kleinen Tiere eine wichtige ökologische Rolle beim Abbau pflanzlicher Stoffe und als Nahrung für andere Tiere spielen. Denken Sie daran!

→ Unsere Tipps: „Schnecken: 7 wirksame und natürliche Methoden zur Bekämpfung“

  • Feldmäuse und andere Schädlinge mögen BRF

Feldmäuse graben gern ihre Gänge darin, und Wildschweine werden manchmal von den Pilzen angezogen, die im BRF leben. Das kann unangenehme Folgen haben. In privaten Gärten ist dies jedoch eher eine Randerscheinung.

→ Lesen Sie auch: So schützen Sie sich vor Feldmäusen

  • Keine Selbstaussaat mehr!

Wenn Sie es mögen, dass sich Ihre liebsten Wildblumen in den Beeten ausbreiten, wird das bei einer dicken BRF-Schicht schwierig – wie bei jeder Mulchschicht.

BRF herstellen: Wo kaufen?

Eigenes BRF herstellen

So stellen Sie Ihr eigenes BRF her:

  1. Schneiden Sie Bäume, Sträucher oder Obstgehölze während der Dormanz, also zwischen November und Anfang März, zurück.
  2. Alle Arten sommergrüner Laubgehölze können verwendet werden, bevorzugen Sie jedoch heimische Arten (Eiche, Esche, Ahorn, …), da die Mikroorganismen und Pilze, die Ihr BRF zersetzen, dadurch wirksamer sind. Sie können bis zu 20 % immergrüne Gehölze, sogar Nadelgehölze, beimischen. Diese zersetzen sich schlechter als sommergrüne Gehölze. Nadelgehölze erhöhen zudem den Säuregehalt des Bodens. Vorsicht bei Walnuss, denn sie bildet Juglon, einen Stoff, der das Pflanzenwachstum hemmt. Welche verheerenden Folgen das später als Mulch haben kann, muss wohl nicht erklärt werden …
  3. Wählen Sie nur Zweige mit einem Durchmesser von höchstens 5 cm aus (siehe oben, warum). Sie müssen noch biegsam sein, also noch nicht polymerisiertes Lignin enthalten. Schneiden Sie Ihr Erntegut grob in kleine Zweige und häckseln Sie diese je nach Bedarf mit einem Benzin-, Elektro- oder Akkuhäcksler. Häckseln Sie niemals Samen von Bäumen oder Sträuchern! Diese können später in Ihrer Mulchschicht keimen …
  4. Verteilen Sie das Häckselgut nach der Herstellung rasch dort, wo Sie mulchen möchten. BRF lässt sich nicht lagern. Notfalls können Sie es einige Tage bis wenige Wochen aufbewahren, wenn Sie es zur Vermeidung einer möglichen Gärung an einem trockenen, luftigen Ort in kleinen Haufen lagern.

→ Lesen Sie auch: “Gartenhäcksler: Nutzen, Modelle und Auswahl”

Olis Tipp: Tragen Sie beim Arbeiten mit einem Häcksler unbedingt eine Schutzbrille. Warten Sie geduldig, bis das Gerät vollständig stillsteht, bevor Sie sie abnehmen. Schützen Sie auch Ihre Ohren mit einem guten Gehörschutz (einem Helm, nicht nur einfachen Ohrstöpseln …). Auch wenn Häcksler heute leiser sind als noch vor einigen Jahren, bleiben sie langfristig schädlich für Ihr Gehör.

eigenes BRF herstellen Der Häcksler: unverzichtbares Werkzeug zur Herstellung von BRF

Weitere Möglichkeiten, BRF zu beschaffen

BRF selbst herzustellen, erfordert Zeit, Bäume und Sträucher zum Rückschnitt und nebenbei auch einen Häcksler! Wenn Sie nichts davon haben, können Sie BRF auf verschiedene Weise beschaffen:

  • Gemeinden oder Unternehmen, die für die Pflege von Straßenrändern zuständig sind, produzieren beim Baumschnitt und Strauchrückschnitt große Mengen BRF. Manchmal lassen sie das anfallende BRF vor Ort für Bürger liegen.
  • Manche Garten- und Landschaftsbauunternehmen haben schließlich einen Überschuss an BRF. Sie können ihnen diesen abnehmen und einige Kubikmeter kaufen.
  • Recyclingunternehmen produzieren mitunter ebenfalls Kompost (in großen Kompostieranlagen) und BRF, selbstverständlich in beträchtlichen Mengen. Wenden Sie sich für weitere Informationen an die zuständigen Stellen in Ihrer Gemeinde.

Wichtig! Oft stellt sich die Frage, wie viel BRF man für eine bestimmte Fläche benötigt. Hier eine einfache Rechnung zum Merken:

Nehmen wir eine zu bedeckende Fläche von 1 Ar, also 100 m², an. Sie möchten darauf eine 5 cm dicke Schicht BRF verteilen, also 0,05 m. Multiplizieren Sie einfach die Fläche mit der Schichtdicke. In diesem Fall: 100 m² × 0,05 m = 5 m³. Bei einem Durchschnittspreis von 10 € pro m³ müssen Sie also mit Kosten von 50 € rechnen. Dann wird klar, dass sich der Kauf eines Häckslers schnell amortisiert …

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