Federgras: Welche Sorte für den Garten?

Federgras: Welche Sorte für den Garten?

Tipps zur Wahl und Pflege dieses Ziergrases

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 27. Januar 2026  durch Leïla 6 min.

Stipa, auch „Haargras“ genannt, ist ein beliebtes Ziergras: leicht und pflegeleicht. Mit eleganten Federbüscheln und im Wind tanzendem Laub passt es in jeden Gartenstil – von natürlich bis modern. Arten und Sorten unterscheiden sich in Größe, Blattfarbe, Blüte, Winterhärte und Verwendung. Wählen Sie das passende Stipa für Garten, Terrasse oder Balkon.

Schwierigkeit

Federgras nach Größe auswählen

Die kleinen Federgräser (40 bis 60 cm hoch)

Zu den kleinen Federgräsern gehören folgende Arten: das bekannte Stipa tenuifolia, das 40 bis 50 cm hoch und ebenso breit wird, sowie Stipa pennata. Stipa pulcherrima wird bis zu 60 cm hoch und bis zu 40 cm breit. Stipa capillata ist etwas breiter und misst in alle Richtungen 60 cm. Stipa barbata ist kompakter, wird ebenfalls 60 cm hoch, aber nur 30 cm breit. Der Kultivar von Stipa trichotoma, ‘Palomino’, wirkt schließlich ganz anders und wird 40 bis 50 cm hoch sowie etwa 30 cm breit.

Unter diesen kleinen Gräsern bilden die schmalsten Arten eher magere Horste. Diese werden während der Blüte durch die feinen, sehr langen silbrigen Ähren mehr als ausgeglichen. Stipa tenuifolia (auch tenuissima genannt) bildet einen dichteren Horst.

Mittelhohe Federgräser (90 cm bis 1,20 m hoch)

Zwischen den häufig verwendeten kleinen und großen Federgräsern bieten die erst kürzlich eingeführten mittelgroßen Arten etwas Auswahl. Stipa ichu wird in Blüte 90 cm bis 1,20 m hoch und 60 cm breit. Stipa extremiorientalis wird ebenfalls so hoch, bildet aber einen schmaleren, 40 cm breiten Horst. Stipa calamagrostis oder der Kultivar ‘Allgäu’ wird bis zu 1 m hoch und etwa 50 cm breit. Stipa arundinacea und der Kultivar ‘Sirocco‘ bleiben zwar 40 cm breit, können in Blüte aber bis zu 1,20 m hoch werden.

Die großen Federgräser (1,50 bis 2 m hoch)

Stipa gigantea ist das bekannteste und größte Federgras. In Blüte wird es bis zu 2 m hoch und etwa 50 cm breit. Außerhalb der Blüte bildet es jedoch einen deutlich kleineren, 50 bis 60 cm hohen Horst. Stipa splendens bildet einen sehr breiten Horst, der bei voller Reife bis zu 1 m breit werden kann. Das Laub wird außerhalb der Blüte 1,20 bis 1,50 m hoch, während die Pflanze in Blüte bis zu 2 m erreicht.

Federgras nach Laub und Blüte auswählen

Das Federgras ist ein zugleich aufrecht und locker wachsendes Ziergras. Es besticht durch seine elegante, anmutige Silhouette mit struppigem oder leicht überhängendem Laub, das sich fontänenartig ausbreiten kann. Die Blätter der Federgräser sind bemerkenswert fein. Ihre biegsame Struktur lässt sie beim kleinsten Windhauch schwingen und verstärkt so die Bewegungswirkung im Garten. Glatt und robust zeigen sie Farben von frischem bis Dunkelgrün, manchmal mit bläulichen Reflexen wie beim Haar-Federgras.

Während der Blüte verändert sich der Gesamteindruck: Schlanke, kräftige Halme tragen schmale, leicht zum Boden geneigte Rispen. Auch die Ährchen wechseln je nach Jahreszeit ihre Farbtöne.

Während niedrige Arten silbrige Nuancen entwickeln, bei Stipa pennata fast weiß oder bei Stipa tenuifolia seidig blond, schmückt sich das hohe Stipa gigantea zunächst mit purpur-silbernen, später dauerhaft warmgoldenen Ähren.

Das Stipa arundinacea, auch Anemanthele lessoniana genannt, unterscheidet sich mit seinen changierenden Farbtönen deutlich von anderen Arten: Im Sommer panaschiert es sein grünes Laub orangebraun, bevor es mit Einsetzen der Kälte rostbraun wird. Der Kultivar ‘Sirocco’ nimmt dieselben Farbtöne an. Beide beginnen ihren Frühjahrsaustrieb mittelgrün. Die hohen, federartigen Blütenstände erscheinen in purpur-braunen Ähren.

bronzegrüne Stipa-arundinacea-Horst

Bronzefarbener Horst von Stipa arundinacea

Die Blütenform variiert je nach Art. Bei niedrigen Arten sind die Blütenstände sehr fein. Sie verlängern das Laub anmutig und bringen viel Bewegung in den Garten. Bei Stipa pulcherrima sind sie besonders lang.

Beim Stipa calamagrostis sind die flachen, federartigen Blütenstände bei ‘Allgäu’ größer. Sie sind zunächst silbern und zur Reife goldgelb. Ihr Aussehen erinnert an Reitgras.

Stipa trichotoma ‘Palomino’ bildet weiche, ährenartige Blütenstände, die rund um das Laub eine Kugel formen. Sie sind zunächst hellgrün, färben sich im Herbst silbern und später bronzefarben.

Bei den hohen Arten Stipa gigantea und Stipa splendens sind die Ähren locker und wunderbar leicht – wie zarte Feuerwerke.

verschiedene Stipa-Blüten

Oben links: Stipa tenuifolia, unten: Stipa arundinacea ‘Allgäu’, rechts: die Ähren von Stipa gigantea

Stipa nach Winterhärte wählen

Winterhärte von Stipa: Die meisten Arten vertragen etwa -15 °C, die härtesten mindestens -20 °C. Stipa arundicea und S. ichu brauchen Schutz.

Federgras nach Verwendung auswählen

Als Beeteinfassung oder im Steingarten

Kleinwüchsige Federgräser wie Stipa tenuifolia, Stipa barbata oder Stipa capillata eignen sich ideal zum Einfassen von Wegen oder zur Gestaltung von Steingärten auf trockenem, gut durchlässigem Boden. Ihr kompakter Wuchs und ihre zarten Federbüschel verleihen kleinen Flächen Leichtigkeit und Bewegung. In Gruppen oder im Wechsel mit blühenden Stauden und einjährigen Pflanzen gesetzt, schaffen diese Federgräser elegante Einfassungen, die dank ihres immergrünen oder halbimmergrünen Laubs auch im Winter interessant bleiben.

In Beeten

Mittelgroße Federgräser wie Stipa calamagrostis, Stipa arundinacea und Stipa extremiorientalis eignen sich ideal zur Strukturierung von Beeten. Ihr lockerer Wuchs und ihre feine Textur bilden einen Kontrast zu Pflanzen mit größeren Blättern oder farbenprächtigen Blüten. Wenn Sie mehrere Horste derselben Federgras-Art pflanzen, entsteht im Beet ein Eindruck von Kontinuität und Harmonie.

Als Solitär oder Blickfang

Große Federgräser wie Stipa gigantea und Stipa splendens eignen sich während ihrer langen Blütezeit ideal als Blickfang im Garten. Ihre schlanken Halme und goldenen Rispen ziehen die Blicke auf sich und verleihen dem Garten majestätische Höhe. Diese Arten eignen sich gut für eine Einzelstellung, in der sie ihre ganze Eleganz entfalten können. Da sie das Sonnenlicht im Tagesverlauf einfangen, wirken sie an sonnigen Standorten oder im Gegenlicht besonders reizvoll.

Für naturnahe oder wilde Gärten

Wenn Sie einen naturnah gestalteten Garten anlegen möchten, sind Federgräser unverzichtbar. Arten wie Stipa pennata, Stipa ichu oder Stipa pulcherrima fügen sich perfekt in eine Blumenwiese oder einen Wildgarten ein. Ihre im Wind wogenden Federbüschel und wechselnden Farbtöne erinnern an Steppen- oder Savannenlandschaften. In Kombination mit anderen Gräsern oder heimischen Pflanzen fördern sie die Biodiversität und benötigen nur wenig Pflege.

Im Topf oder großen Kübel

Viele Arten, also alle klein- bis mittelgroßen Federgräser wie Stipa tenuifolia und Stipa arundinacea, eignen sich sehr gut für die Kultur im Topf. Ihr anmutiger Wuchs und ihr leichtes Laub ermöglichen mobile Pflanzungen – ideal für Balkon, Terrasse oder kleine Gärten. Die Töpfe lassen sich je nach Jahreszeit umstellen oder bei Frost schützen, besonders bei weniger winterharten Arten wie Stipa ichu.

Als Bodendecker oder Sichtschutz

Dichte, kräftige mittelgroße Federgräser wie Stipa calamagrostis können in Gruppen gepflanzt werden, um den Boden dekorativ zu bedecken und das Wachstum von Unkraut einzudämmen. In Reihen oder aufeinanderfolgenden Horsten gepflanzt, können sie als niedriger Sichtschutz oder natürliche Abgrenzung zwischen verschiedenen Gartenbereichen dienen.

In modernen Gartengestaltungen

Das Federgras fügt sich mit seiner klaren Erscheinung leicht in minimalistische Gärten ein. In einem modernen Garten verleihen Laub und dekorative Ähren der Federgräser den Pflanzungen Leichtigkeit und bilden einen Ausgleich zu härteren Elementen wie Beton oder geometrischen Einfassungen.

Stipa nach Boden wählen

Stipa lieben trockenen, armen, steinigen Boden. Stipa gigantea gedeiht jedoch besser in etwas feuchtem, gut drainiertem Boden – keinesfalls Staunässe.

Horst des Stipa gigantea

Stipa gigantea liebt etwas Bodenfeuchte

Seltenes Federgras auswählen

Einige Arten des Federgrases zeichnen sich aufgrund ihrer geografischen Herkunft, ihres besonderen Lebensraums oder ihrer noch wenig verbreiteten Kultur durch ihre Seltenheit auf dem Markt aus. Diese seltenen Gräser sind bei Gärtnern auf der Suche nach einzigartigen Pflanzen besonders begehrt.

Stipa ichu, Stipa extremiorientalis und Stipa pulcherrima sind sehr interessante, selten gepflanzte Arten, die man nur selten sieht und die auf dem Markt sowie in Gärten kaum vertreten sind.

– Das Stipa ichu: Das aus den Anden stammende Stipa ichu, auch Jarava ichu genannt, ist eine selten kultivierte Art aus dem andinen Altiplano. Sie wächst dort natürlich in Höhenlagen zwischen 2.500 und 4.500 Metern, wo sie eine wichtige ökologische Rolle spielt, indem sie Vieh (Lamas) ernährt und die Böden stabilisiert. Im Garten bezaubert sie mit ihren extrem leichten, feinen und biegsamen Horsten sowie silbrigen Blütenständen.

– Das Stipa extremiorientalis stammt aus den Steppen Ostasiens, insbesondere aus China, Sibirien und Japan. Es verträgt sehr tiefe Temperaturen und fügt sich ideal in naturnahe und ländliche Beete ein. Seine zunächst aufrechten, später bogig überhängenden Blätter sind leuchtend grün. Im Sommer erscheinen leichte, gefiederte Ähren, die das Licht einfangen und sich im Herbst goldbronze färben.

– Das Stipa pulcherrima wird auch Gelbscheidiges Federgras genannt – ein passender Name für dieses seltene, elegante Gras. Es ist eine Unterart von Stipa pennata, mit spektakulärerer Blüte, und stammt aus der Türkei, dem Iran und Armenien. Es bildet einen leicht überhängenden Horst aus sehr feinen, mittelgrünen Blättern. Im Sommer erscheinen übergroße, luftige Blütenstände in Form sehr langer, schmaler, biegsamer und seidiger Ähren. Sie sind glänzend silberweiß und färben sich im Herbst goldgelb. Bis in den Winter behalten die Ähren ihre außergewöhnliche Schönheit.

Ähren von Stipa pulcherrima

Die prachtvolle Blüte von Stipa pulcherrima

Pflanzen oder säen

Stipa kann je nach Vorlieben und Gartenbedingungen als Jungpflanze gepflanzt oder direkt ausgesät werden. Jungpflanzen im Anzuchttopf sorgen schneller für Wirkung und ermöglichen eine bessere Standortkontrolle. Die Aussaat ist dagegen kostengünstig und liefert mehr Pflanzen, erfordert aber etwas Geduld. Stipa-Samen werden meist im Frühjahr oder Herbst in gut durchlässigen, leicht angedrückten Boden gesät. Nicht zu tief bedecken.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Stipa (Federgras)