Garten für Anfänger: Unkraut leicht ohne Chemie jäten?
6 Tipps zum natürlichen Unkrautjäten
Inhaltsverzeichnis
Unkraut im Garten? 6 Tipps, um es natürlich und dauerhaft zu entfernen – ohne Chemie und ohne Schäden für Biodiversität und Boden.
Hausmittel gegen Unkraut: Mythos oder wirksam?
Einige Produkte aus dem Haushalt lassen sich als natürliche Unkrautvernichter verwenden. Aber sind sie wirklich wirksam oder können sie dem Boden schaden? Wir klären auf!
Weißer Essig
Seine Säure verätzt die Blätter junger Unkräuter, zerstört jedoch nicht die Wurzeln.
Wie wird er angewendet?
- Mischen Sie 1 l weißen Essig mit 1 l Wasser.
- Sprühen Sie bei trockenem, sonnigem Wetter.
- Warten Sie 24 bis 48 Stunden, bis die Pflanzen gelb werden und absterben, bevor Sie sie herausziehen.
⚠️ Achtung: Er säuert den Boden an und kann ihn bei übermäßiger Anwendung unfruchtbar machen. Verwenden Sie ihn bevorzugt auf befestigten Flächen wie Wegen, Pflaster und Beeträndern.
Natron
Natron verlangsamt den Neuaustrieb auf befestigten Flächen wie Terrassen, Pflaster oder Wegen.
Wie wird es angewendet?
- Streuen Sie Natron direkt auf das Unkraut.
- Gießen Sie leicht, damit es besser aufgenommen wird.
⚠️ Achtung: Nicht auf Kulturböden anwenden, da es das Wachstum benachbarter Pflanzen verlangsamen kann.
Nudel- oder Kartoffelkochwasser
Das sehr heiße, stärkereiche Kochwasser erstickt und verbrennt Pflanzen mit flachen Wurzeln.
Wie wird es angewendet?
Gießen Sie das noch heiße, aber nicht kochende Wasser nach dem Kochen über die unerwünschten Pflanzen.
⚠️ Achtung: Es zerstört auch lebende Organismen im Boden und kann die Wurzeln benachbarter Pflanzen schädigen.
Scheinbar gute Ideen
? Salz: Macht den Boden unfruchtbar und verschmutzt das Grundwasser.
? Bleiche: Giftig für Boden, Insekten und Tiere. Keinesfalls verwenden!
? Brennnesseljauche: Entgegen der landläufigen Meinung ist die Brennnesseljauche ein Dünger, kein Unkrautvernichter! Sie fördert das Wachstum der Pflanzen.
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Sind die Unkräuter bereits gut eingewachsen, ist Jäten von Hand weiterhin die wirksamste Methode, auch wenn es etwas Mühe kostet.
Wann jäten?
- Nach dem Regen: Der Boden ist locker, sodass sich die Wurzeln leicht herausziehen lassen.
- Bevor das Unkraut Samen bildet: So verhindern Sie, dass es sich überall aussät.
Welche Werkzeuge zum Jäten?
- Hacke und Jätwerkzeug: Schneiden Unkraut direkt unter der Bodenoberfläche ab.
- Unkrautmesser oder Spargelstecher: Ideal, um tiefe Wurzeln wie die der Kuhblume herauszuziehen.
- Grabegabel oder Rotationskralle: Zum Lockern des Bodens.
Wie jätet man Unkraut richtig?
- Lockern Sie den Boden mit einer Grabegabel oder einer Rotationskralle, damit sich die Wurzeln leichter herausziehen lassen.
- Fassen Sie die Pflanze am Ansatz und ziehen Sie vorsichtig, damit die Wurzel nicht abbricht.
- Bei tiefen Wurzeln (Kuhblume und andere) verwenden Sie ein Unkrautmesser.

Thermisches Unkrautjäten: wirksam, aber nicht öko
Der thermische Unkrautvernichter wird oft genannt, wenn es ums Unkrautjäten geht. Er eignet sich besonders zum Entfernen von Unkraut in Kies sowie zwischen Pflastersteinen und Platten: Er arbeitet mit großer Hitze, die die Pflanzen zerstört und sie austrocknen und absterben lässt. Allerdings werden nicht nur Pflanzen geschädigt: Auch Insekten und Mikroorganismen erleiden dasselbe Schicksal. Zudem ist das Gerät bei widerstandsfähigen Pflanzen wie Quecke, Kuhblume und Brombeere unwirksam; diese müssen zusätzlich ausgerissen werden.
⚠️ Achtung: Verwenden Sie das Gerät nicht auf dem Rasen oder zu nah an empfindlichen Pflanzen. Setzen Sie es bei Trockenheit nicht ein, um jede Brandgefahr zu vermeiden.

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Mulchen: eine natürliche Barriere gegen Unkraut
Das Mulchen oder Mulch (englisch), besteht darin, den Boden abzudecken, um Licht von den Unkrautsamen fernzuhalten und so ihre Keimung zu verringern. In unserer Baumschule finden Sie gebrauchsfertigen Mulch.
Welche Materialien eignen sich?
- Organischer Mulch (aus Pflanzenmaterial): Stroh, Holzschnitzel, Rinde, Laub, Rasenschnitt, Heu, Kompost. Diese Materialien zersetzen sich und reichern den Boden an.
- Mineralischer Mulch (aus zerkleinerten Gesteinen und Mineralien): Kies, Lavagranulat, Schiefersplitt. Ideal für Beete und Wege.
Wie wird Mulch ausgebracht?
- Entfernen Sie das Unkraut aus der zu mulchenden Fläche.
- Bringen Sie eine 10 cm dicke Mulchschicht aus (je dicker sie ist, desto mehr Licht hält sie ab).
- Erneuern Sie den Mulch je nach Zersetzung ein- bis zweimal jährlich.
? Tipp: Mulch ist nicht nur für Gemüsebeete und Beete geeignet! Sie können ihn auch am Fuß von Hecken und Sträuchern sowie auf Wegen ausbringen.

Bodendecker: eine lebendige Alternative zu Mulch
Die Bodendecker bilden einen dichten Pflanzenteppich, der den für Unkraut verfügbaren Raum begrenzt. Sie eignen sich ideal für Böschungen, Beeteinfassungen und schwer zu pflegende Bereiche.
Welche Pflanzen eignen sich?
- Für einen sonnigen Garten: Thymian, Dost, Fetthenne, Garbe, Sündermanns Schaumkresse usw.
- Für einen schattigen Bereich: Kleines Immergrün, Efeu, Dickmännchen, Kriechender Günsel usw.
- Für den Gemüsegarten: Setzen Sie auf Gründüngung, zum Beispiel Weiß-Klee, Rainfarn-Büschelschön, Brauner Senf usw.
Wie werden sie gepflanzt?
- Entfernen und lockern Sie den Boden vor der Pflanzung.
- Pflanzen Sie versetzt, damit die Fläche schnell bedeckt wird.
- Gießen Sie.
- Nach dem Anwachsen benötigen sie wenig Pflege und begrenzen das erneute Aufkommen unerwünschter Kräuter.
? Tipp: Kombinieren Sie Mulch + Bodendecker für einen unkrautfreien Garten!

Sündermanns Schaumkresse, kriechende Fetthenne und Kriechender Günsel
Falsches Saatbett: Unkraut jäten vorab
Bei dieser Technik werden Unkräuter absichtlich zum Keimen gebracht …, um sie vor dem Pflanzen Ihrer Kulturen leichter zu entfernen. Durch die Bodenbearbeitung bringen Sie die im Boden vorhandenen Unkrautsamen zum Keimen.
Wie geht das?
- Bearbeiten Sie den Boden, als wollten Sie säen.
- Wässern Sie, um die Keimung der im Boden vergrabenen Samen anzuregen.
- Hacken Sie nach 10 bis 15 Tagen die jungen Triebe ab oder ziehen Sie sie heraus.
- Anschließend können Sie Ihre Kulturen säen oder pflanzen.

Boden abdecken: Unkraut ersticken
Das Abdecken nimmt Unkraut das Licht. Es wird schließlich gelb, erschöpft sich und stirbt ab, sodass der Boden für neue Pflanzungen frei wird.
Welche Materialien eignen sich?
- Schwarze Abdeckfolie oder Geotextil: Undurchlässig, wiederverwendbar und mehrere Monate wirksam.
- Dicker Karton (ohne Druckfarbe und Kunststoff): Biologisch abbaubar und günstig.
- Biologisch abbaubares Mulchvlies: Lässt Wasser durch, hält aber Licht ab und fördert zugleich das Bodenleben.
Wie gehen Sie vor?
- Schneiden oder mähen Sie das Unkraut bodennah ab.
- Decken Sie die zu jätende Fläche mit Folie, Karton oder Vlies ab. Bedecken Sie die gesamte Fläche lückenlos, damit kein Licht durchscheint.
- Befestigen Sie alles gut mit Steinen oder Heringen.
- Warten Sie:
– 3 bis 6 Wochen bei jungem Unkraut.
– 6 Monate bei stark wuchernden Pflanzen (Quecke, Batate). - Entfernen Sie die Abdeckung, lockern Sie den Boden und pflanzen Sie direkt.
? Tipp: Um einen Neuaustrieb zu verhindern, bringen Sie sofort Mulch aus oder säen Sie eine Kultur (Gründüngung, Gemüse, Blume).

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