Terrasse, Hof, Weg: Unkraut jäten – Tipps
Unkraut (fast) loswerden: natürliche oder mechanische Methoden
Inhaltsverzeichnis
Mit steigenden Temperaturen und Frühlingsregen sprießen Unkräuter wieder: Auf Wegen, Terrassenplatten und Kiesflächen erscheinen sie robuster denn je. Seit 2022 verbietet das Labbé-Gesetz den Verkauf synthetischer Pflanzenschutzmittel.
Wie lassen sie sich entfernen? Wie werden Flächen makellos sauber? Von Handarbeit über innovative Geräte und Bio-Unkrautvernichter bis zu Hausmitteln: Die besten Methoden gegen unerwünschtes Grün im Überblick.

Unkrautjäten auf befestigten Flächen beginnt mit den ersten schönen Tagen wieder…
Traditionelle Handjäter: effektiv und umweltfreundlich
Nichts ersetzt das manuelle Unkrautjäten für ein präzises und dauerhaftes Ergebnis. Es ist eine ökologische und zugleich kostengünstige Methode. Allerdings braucht man Geduld und muss die Arbeit oft mehrmals wiederholen, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Der nötige Kraftaufwand und das Jäten in gebückter Haltung können manchen die Motivation nehmen … Doch einige unverzichtbare Werkzeuge erleichtern uns die Arbeit. Je nach Modell eignen sie sich für die harte Oberfläche von Pflaster und Platten oder für die weichere Fläche aus Kies und Splitt.
Für Terrassen und Wege:
- Das Unkrautmesser ist unverzichtbar, um Unkraut aus den schmalen Fugen zwischen Pflastersteinen, Ziegeln oder Platten zu entfernen. Mit diesem Messer lässt sich Unkraut direkt am Boden abschaben. Die schmale, scharfe Klinge erleichtert die Arbeit in den Zwischenräumen.
- Der Fugenkratzer wurde entwickelt, um Moos und fest sitzendes Unkraut aus den Fugen von Plattenterrassen zu entfernen. Beide Werkzeuge eignen sich für gelegentliches Unkrautjäten auf kleinen Flächen.

Für Kiesflächen:
- Die Jätehacke oder Hacke ist ein wirksames Werkzeug zum Unkrautjäten auf Kiesflächen, wo Unkraut tiefer wurzeln kann. Damit lassen sich die Pflanzen ohne großen Kraftaufwand direkt am Boden abschneiden. Der lange Stiel verhindert das Bücken und macht das Werkzeug für größere Flächen praktisch.
- Der Unkrautstecher, der sonst auf Rasen oder in Beeten verwendet wird, eignet sich auch hervorragend für Kiesflächen. Mit ihm lassen sich besonders hartnäckige Unkräuter mit Pfahlwurzel herausziehen.
- Die Edelstahlbürste: Mit der handlichen Drahtbürste lässt sich Unkraut aus Fugen und Rillen entfernen. Nach dem Herausziehen dient sie außerdem zur abschließenden Reinigung.

Diese Werkzeuge bieten eine praktische und dauerhafte Lösung für kleine Flächen oder die regelmäßige Pflege.
Mein Tipp: Arbeiten Sie auf Kies an einem trockenen Tag. Dann lässt sich das Unkraut leichter entfernen.
→ Lesen Sie auch unsere Artikel zum Thema: Unkrautjäten: 7 Werkzeuge, die die Arbeit erleichtern; Wofür ist ein Unkrautstecher gut? und Wozu dient ein Unkrautmesser?

Manche Unkräuter lassen sich bei trockenem Wetter sogar ganz leicht von selbst herausziehen
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Batate: Wie wird man sie los?Maschinen: Mechanisch jäten ohne Mühe
Für alle, die das mühsame manuelle Unkrautjäten scheuen und ohne körperliche Anstrengung jäten möchten, bieten Geräte eine durchaus interessante Alternative. Besonders bei großen Flächen sind sie sinnvoll, da das Unkrautjäten dadurch schneller geht. Allerdings haben sie auch einige Nachteile.
- Der Unkrautbrenner: Er verbrennt unerwünschte Pflanzen innerhalb weniger Sekunden, indem er einen Temperaturschock auslöst. Dieses Gerät eignet sich besonders für gepflasterte Wege und Terrassen. Da es Unkraut durch Hitze beseitigt, ist es umweltfreundlich und effektiv. Die Hitze zerstört die Pflanzenzellen, sodass die Pflanzen innerhalb weniger Tage absterben. Der Unkrautbrenner ist ideal für große Flächen wie Wege und Höfe.
- Der elektrische Unkrautvernichter: Dieser Unkrautvernichter arbeitet mit einem Heizelement (direkte Flamme oder Infrarot) und eignet sich für kleine Flächen. Seine Heiztemperatur liegt meist bei etwa 600 °C – ausreichend, um Unkraut zu beseitigen, ohne die umliegenden Flächen zu beschädigen. Er ist leicht und handlich, perfekt für Terrassen und kleine Gärten.
- Der Gas-Unkrautbrenner: Dieser Unkrautbrenner nutzt eine Flamme, um Unkraut zu verbrennen und eignet sich für große Flächen. Die verschiedenen Modelle erreichen Temperaturen von 600 bis 1.000 °C. Damit lassen sich große Flächen in kurzer Zeit behandeln. Sie sind allerdings etwas sperriger und schwerer zu handhaben.

- Der Unkrautbürstenaufsatz (mechanische Kehrmaschine) eignet sich für Stein- und Betonböden sowie alle harten, wasserundurchlässigen Flächen. Wie alle Bürstenwerkzeuge darf er nicht auf wassergebundenen Decken oder Kies eingesetzt werden. Er entfernt oberflächlich wachsendes Unkraut und Moos durch Herausreißen.
- Der Hochdruckreiniger ist auf harten Flächen wirksam gegen Moos und flach wurzelndes Unkraut. Genau genommen dient er eher der Reinigung mineralischer Flächen als der Unkrautbekämpfung. Ein Druck von etwa 150 bis 200 bar reicht meist aus, um Unkraut zu lösen, ohne den Plattenbelag zu beschädigen. Für eine präzise und wirksame Reinigung sollte eine Flachstrahldüse verwendet werden.

⊗ Die Vor- und Nachteile
Diese Geräte haben einige Nachteile. Außerdem sind sie laut und können bei unsachgemäßer Handhabung gefährlich sein. Gasmodelle stoßen CO2 aus und verbrauchen fossile Brennstoffe, Hochdruckreiniger benötigen viel Wasser und Strom … So umweltfreundlich sind sie also nicht.
Noch problematischer: Da Unkraut beseitigt werden soll, zerstören diese Geräte durch den Temperaturschock zwar die oberirdischen Pflanzenteile, beeinträchtigen die Wurzeln aber kaum. Mehrjährige Unkräuter, vor allem mit tiefen Wurzelsystemen, treiben umso kräftiger wieder aus.
Diese Methoden können bestimmte Pflanzen langfristig widerstandsfähiger machen. Das Ergebnis? Sie kommen noch stärker zurück!
→ Lesen Sie auch unsere Pflegetipps für einen ganzjährig schönen und sauberen Plattenbelag sowie Wie reinigt man die Fugen auf Terrassen- und Wegplatten?.
Neue „Unkrautvernichter“: interessante Alternative
Seit dem Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel (chemischer Herbizide wie Glyphosat): Welche „Unkrautvernichter“ sind noch im Handel erhältlich? Mehrere biologische Lösungen sind inzwischen auf dem Markt, darunter ein großes Sortiment natürlicher Unkrautvernichter auf Pelargonienbasis, die mittlerweile unverzichtbar sind.
- Unkrautvernichter auf Basis von Pelargonsäure (Nonansäure): Diese Substanz kommt natürlicherweise in bestimmten Pflanzen vor, etwa in Pelargonien, den bekannten Duftenden Pelargonien. Sie wirken vor allem gegen junge Unkräuter. Aus Geranienöl und in Geranienblättern enthaltenen Fettsäuren gewonnen, zerstören sie die Zellmembranen der Pflanzen, sodass diese innerhalb weniger Stunden austrocknen und absterben. Positiv: Sie sind biologisch abbaubar und gelten als Mittel zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Im Handel sind sie als Verdünnungskonzentrate oder gebrauchsfertige Lösungen erhältlich. Die Anwendung erfolgt bei milden Temperaturen (mindestens 10–15 °C), im Frühjahr und Herbst, bei Windstille und wenn in den folgenden Stunden kein Regen erwartet wird. Eine zweite Anwendung wird 10 bis 15 Tage nach der ersten empfohlen.
- Unkrautvernichter auf Basis von Essigsäure: Die stark konzentrierten Weißessigmittel zerstören Pflanzenzellen rasch, indem sie die Blätter verbrennen, besonders auf mineralischen Flächen. Sie senken den pH-Wert des Bodens …
- Unkrautvernichter auf Basis von Capryl- und Caprinsäure: Diese Fettsäuren kommen in bestimmten Pflanzenölen vor und wirken ähnlich wie Pelargonsäure, indem sie Pflanzenzellen zerstören. Ihre Wirkung soll länger anhalten.
Diese Mittel sind wirksam und umweltfreundlich, erfordern für ein optimales Ergebnis jedoch meist mehrere Anwendungen.
⊗ Vor- und Nachteile
Säuren wie Pelargonsäure haben keine nachhaltige Wirkung im Boden. Das bedeutet, dass Unkräuter nach der Anwendung schnell wieder austreiben. Die unkrautfreie Optik ist daher nur vorübergehend, auch wenn sie wenige Stunden nach der Anwendung beeindruckend ist.
Problematischer ist, dass Unkrautvernichter auf Basis von Pelargon- oder Essigsäure nicht bis zu den Wurzeln vordringen: Sie wirken ausschließlich bei Kontakt auf die oberirdischen Pflanzenteile. Gegen mehrjährige Unkräuter wie Batate oder Quecke sind sie daher unwirksam; diese treiben einige Wochen nach der Behandlung erneut aus.
Schließlich liegen bislang nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrer Giftigkeit bei wiederholter Anwendung vor.
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Garten für Anfänger: Unkraut leicht ohne Chemie jäten?Hausmittel gegen Unkraut: natürlich und griffbereit
Wenn Sie 100 % natürliche Hausmittel suchen, helfen einige Großmuttertipps, die Ausbreitung unerwünschter Kräuter einzudämmen. Diese Methoden sind einfach anzuwenden und erfordern keine besondere Anschaffung, da man die Zutaten meist im Schrank oder in der Küche findet. Sie eignen sich für mineralische Flächen, nicht für den Garten! Allerdings müssen sie regelmäßig angewendet werden, um voll wirksam zu sein.
- Weißweinessig: eine wirksame natürliche Säure
Ja, es ist derselbe Essig wie in Herbiziden auf Essigsäurebasis! Weißweinessig ist natürlich und umweltfreundlich und eignet sich gut als Unkrautvernichter. Er ist sehr günstig, biologisch abbaubar und flüchtig. Seine Säure verätzt die Blätter des Unkrauts. Verdünnt oder unverdünnt wird er bei trockenem Wetter direkt auf die Blätter gesprüht. Für eine optimale Wirkung sollten Sie bei Sonnenschein handeln. Bei Pflanzen mit tiefen Wurzeln ist er weniger wirksam. - Kochendes Wasser (Kochwasser von Reis, Nudeln oder Kartoffeln): eine schnelle Methode
Reich an Stärke, verbrennt es die Kräuter direkt vor Ort. Gießen Sie vorzugsweise ungesalzenes Wasser direkt in die Ritzen, um sofort zu wirken. Diese Methode ist vor allem bei jungen Trieben wirksam. Die herbizide Wirkung funktioniert nur, wenn das Kochwasser kochend heiß ist! Fangen Sie es direkt nach dem Kochen Ihrer Kartoffeln auf und gießen Sie damit die Fugen zwischen den Terrassenplatten oder, noch praktischer, die Kiesfläche. - Unverdünnter Urin: ein wenig bekannter Unkrautvernichter
Verdünnt wirkt er als Dünger, unverdünnt und in großer Menge eingesetzt jedoch als Kontaktherbizid! - Ätherische Öle aus Orange und Zitrone und, in geringerem Maß, aus Basilikum wirken als Kontaktherbizid, wenn sie mit Weißweinessig und schwarzer Seife verdünnt werden. Das in Zitrusfrüchten enthaltene Limonen trocknet die Pflanzen aus. Die Wurzeln werden jedoch nicht zerstört, daher sind mehrere Anwendungen nötig…
- Holzasche: mäßige vorbeugende Wirkung
Die reich an Mineralsalzen enthaltene Asche kann die Keimung von Unkräutern bremsen, indem sie den pH-Wert des Bodens leicht verändert. Ihre Wirkung ist vor allem vorbeugend und vorübergehend und beschränkt sich auf eine verzögerte Neuaustrieb. Streuen Sie sie in 1 cm dicken Streifen auf die zu jätenden Flächen. - Salz sollte sparsam verwendet werden, um das Bodenleben und das Grundwasser nicht zu schädigen! In großen Mengen kann Salz den Boden tatsächlich sterilisieren. Streuen Sie idealerweise etwas grobes Salz direkt auf das Unkraut in den Ritzen von Pflasterflächen, um es auszutrocknen.
- Natron: Natron eignet sich zum Unkrautjäten auf gepflasterten Flächen. Es erhöht den pH-Wert des Bodens und erschwert so das Wachstum von Unkraut. Achten Sie auch auf die Dosierung, denn wie Salz schädigt es den Boden. Streuen Sie es direkt auf das Unkraut oder verdünnen Sie es vor dem Sprühen in Wasser. Es eignet sich gut für Pflasterflächen, um den Neuaustrieb einzudämmen.
Auch lesen: Sogenannte „natürliche“ Unkrautvernichter: Was enthalten sie wirklich?
Goldene Regeln zur Pflege harter Flächen im Garten
Unkraut auf Platten, Pflaster und Kies dauerhaft entfernen? Das gelingt nicht vollständig. Regelmäßige Pflege, Handjäten und wiederholte Anwendungen helfen.
Welches Mittel für welches Unkraut?
Zur Ergänzung dieser Informationen finden Sie hier je nach Unkraut die nachweislich wirksamsten Methoden:
| Unkrautart | Wirksame Methode | Vorsichtsmaßnahmen |
| Moose und Flechten (auf Terrassen und Platten) |
Hochdruckreiniger, Drahtbürste, weißer Essig | Fugen keinem zu hohen Druck aussetzen |
| Einjährige Unkräuter (Wiesenrispe, Vogelmiere) |
Thermische Unkrautbekämpfung, Pelargonsäure | Bei trockenem Wetter anwenden, um die Wirkung zu verbessern |
| Mehrjährige Unkräuter (Kuhblume, Quecke, Batate) |
Manuelles Ausstechen mit Unkrautstecher oder Handhacke, wiederholte Anwendung von Pelargonsäure | Die gesamte Wurzel entfernen, um erneuten Austrieb zu verhindern |
| Unkräuter mit Rhizomen (Quecke, Schachtelhalm) |
Tiefes manuelles Unkrautjäten, vorbeugend Geotextil verlegen | Thermische Unkrautbekämpfung vermeiden, da sie den Neuaustrieb fördert |
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