Gartenvögel: Stieglitz erkennen und anlocken?

Gartenvögel: Stieglitz erkennen und anlocken?

Gartenvogel: Verhalten, Fortpflanzung, Ernährung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 3. Juni 2025  durch Pascale 7 min.

Geschützter Stieglitz bedroht: So locken Sie den Singvogel in den Garten und erfahren mehr über Lebensweise und Nahrung.

Schwierigkeit

Distelfink erkennen?

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) ist ein unverwechselbarer Singvogel. Er gilt sogar als schönster Vogel unserer Gärten. Als Mitglied der Familie der Finken und somit Verwandter von Gimpel, Kernbeißer, Erlenzeisig und Buchfink besitzt dieser kleine Vogel einen kurzen, kegelförmigen und sehr spitzen Schnabel, wie er für Körnerfresser typisch ist, sowie ein besonders farbenprächtiges Gefieder. Die rote Gesichtsmaske macht den Stieglitz unter allen anderen Singvögeln unverkennbar. Der übrige Kopf ist schwarz-weiß. Männchen und Weibchen sehen sich fast gleich: Nur die Größe des roten Flecks unterscheidet sie. Beim Männchen reicht er über die Augen hinaus, beim Weibchen nicht.

Das übrige Gefieder ist matter und braun-beige gefärbt. Ein weiteres Merkmal zur Bestimmung des Stieglitzes ist der leuchtend gelbe Flügelstreif. Im Flug erkennt man ihn an seinem weißen Bürzel. Seine Beine sind rosafarben.

Auch sein charakteristischer Gesang ist unverwechselbar. Er klingt ausgesprochen melodisch und zwitschernd, ist eher schnell und enthält „télitt-télitt“-Rufe sowie stärker rollende Töne. Wer den Stieglitz einmal gehört hat, erkennt ihn danach sicher.

Ernährung des Stieglitzes

Der Stieglitz verdankt seinen Namen der Distel, die er besonders gerne frisst

Die prächtigen Farben seines Gefieders und sein angenehmer Gesang machten den Stieglitz lange zu einem beliebten Ziel illegaler Fallensteller und Händler. Auch wenn diese Praktiken zurückgehen, werden Stieglitze noch immer illegal gefangen und international verkauft. Im Januar 2025 wurde ein Mann in Clermont-Ferrand deshalb zu 18 Monaten Haft verurteilt, davon 8 Monate ohne Bewährung.

Stieglitz: Verhalten, Fortpflanzung, Lebensraum

Der Stieglitz ist ein eher geselliger Vogel, der in großen Familiengruppen lebt. Mit Beginn der Paarungszeit ändert er jedoch sein Verhalten. Im Winter bilden sich weitere Gruppen. Dann kann man ihn an Futterstellen beobachten, wo er sich gegenüber anderen Arten mitunter etwas aggressiv zeigt.

Wo leben Stieglitze?

Der Stieglitz bevorzugt bewaldete Gebiete und landwirtschaftlich genutzte Landschaften, die von Laubgehölzen, Mischwäldern oder mit Nadelbäumen bepflanzten Gehölzen geprägt sind. Er besucht aber auch Obstgärten, Parks und Gärten, selbst in Städten. Er hält sich häufig in der Nähe von Wohnhäusern auf, besonders im Winter, wenn er an Futterstellen Nahrung findet. Während der Brutzeit kann er sich auch an Orten niederlassen, an denen hohe Sträucher oder Bäume mit Grasflächen oder Brachland zusammentreffen, wo er Nahrung findet.

Im Süden des Landes ist der Stieglitz weitgehend standorttreu, während die nördlicheren Populationen in wärmere Regionen ziehen können.

Außerhalb der Brutzeit lebt der Stieglitz relativ gesellig. Er lebt in Familiengruppen: Die Vögel fressen und ziehen gemeinsam umher. Mit Beginn der Brutzeit bilden sich Paare, die die Gruppe verlassen, auch wenn sie nie weit voneinander entfernt nisten. Sobald die Jungvögel etwa im Juli selbstständig sind, bilden sie neue Familiengruppen.

Der Stieglitz kann auf der Nahrungssuche weite Strecken zurücklegen – und Wasser finden, das er zum Trinken und Baden dringend benötigt.

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Der Stieglitz baut am Ende eines Zweigs ein kunstvolles, napfförmiges Nest

Wie pflanzen sie sich fort?

In den Gruppen beginnt die Balz bereits am Ende des Winters. Sie besteht aus Flügelschlagen, Futtergaben und lautem Verfolgen. Sobald sich die Paare gebildet haben, beginnt die Nestbauzeit. Das Weibchen baut das Nest, oft am Ende eines hohen Zweigs eines Strauchs. Das napfförmige Nest ist sehr kunstvoll aus Moos, Gras und Puppen gefertigt und mit Federn, Pflanzenfasern, Rosshaar und Haaren ausgepolstert …

Das Weibchen legt im Mai meist 5 Eier. Es brütet sie 12 bis 14 Tage lang aus und wird dabei vom Männchen gefüttert. Die Nestlinge erhalten hochgewürgte Samen, bevor sie das Nest nach etwa zwei Wochen verlassen. Gelegentlich stehen auch einige Insekten auf ihrem Speiseplan. In einer Saison können zwei Bruten aufeinanderfolgen.

Was fressen Stieglitze?

Wenn man einen Blick auf die Etymologie des Wortes „Stieglitz“ wirft, wird schnell klar, dass dieser Gartenvogel eine besondere Vorliebe für Distelsamen hat, die er geschickt aus den Samenständen löst. Auf seinem Speiseplan stehen daher die Samen echter Disteln (Carduus), von Kratzdisteln (Cirsium), Kugeldisteln (Echinops), Eberwurzen (Carlina), Eselsdisteln (Onopordum), der Mariendistel (Silybum marianum) und der Wilden Karde (Dipsacus fullonum).

Der Stieglitz ist also ein Körnerfresser. Neben Distelsamen frisst er mit Vorliebe die Samen anderer krautiger Pflanzen, etwa von Flockenblumen, Sonnenblumen, der Klette, Greiskraut und Astern … Die Samen pickt er direkt aus den Blüten. Der Stieglitz soll nicht weniger als 150 verschiedene Pflanzenarten fressen.

Ernährung des Stieglitzes

Der Stieglitz kann bis zu 150 verschiedene Pflanzenarten fressen

Im Winter werden die Samen knapper. Dann sucht er seine Nahrung in Bäumen, vor allem in Erlen, Kiefern und Birken … Auch an Futterstellen findet man ihn, wo er sich von Sonnenblumen-, Niger-, Hirse-, Saflor- und Buchweizensamen ernährt …

Während der Brutzeit kann er kleine Insekten fangen, etwa Blattläuse, Raupen, Käfer und Zweiflügler oder auch Raupen von Gespinstmotten. Diese würgt er wieder hervor, um seine Nestlinge zu füttern.

Wie die meisten Körnerfresser hat der Stieglitz einen besonders hohen Wasserbedarf. Körnerfressende Vögel trinken beispielsweise deutlich mehr als Insektenfresser oder Greifvögel, da Samen nur sehr wenig Wasser enthalten.

Stieglitz in den Garten locken?

Um Stieglitze in den Garten zu locken, sollten Sie ihnen zu jeder Jahreszeit Nahrung bieten. Vor allem aber sollten Sie Ihren Garten biologisch bewirtschaften:

  • Lassen Sie Wildpflanzen wachsen: Wenn Sie den Rasen nicht zu kurz mähen und einige Bereiche Ihres Gartens als Brachland belassen, können Wildpflanzen blühen und Samen bilden.
  • Pflanzen Sie Korbblütler wie Distel, Karde, Sonnenblume, Sonnenhut, Rudbeckie und Aster … Wenn Sie genügend Platz haben, säen Sie diese verschiedenen Arten und Sorten in Ihrem Garten, in der Nähe einiger großer Bäume. Sie locken Stieglitze an und bieten ihnen eine natürliche Nahrungsquelle. Auch Margerite, Ringelblume, Klatsch-Mohn, Garten-Zinnie, Schmuckkörbchen, Argentinisches Eisenkraut, Prachtkerze und Grindkraut zählen zu ihren Lieblingsspeisen. Lassen Sie diese Pflanzen unbedingt Samen bilden und schneiden Sie die verblühten Blüten nicht ab.

    Stieglitz mit Gartenblumen

    Um einen Stieglitz in den Garten zu locken, können Sie Disteln und Sonnenblumen, aber auch Sonnenhut, Schmuckkörbchen, Rudbeckien und Zinnien säen

  • Legen Sie Hecken mit dicht wachsendem, relativ hohem Strauch an, damit der Stieglitz dort sein Nest bauen kann. Nistkästen sind für diesen Vogel nicht geeignet.
  • Stellen Sie Futterhäuschen auf: Füllen Sie sie im Winter mit Sonnenblumenkernen, Niger und Wildvogelfuttermischungen. Meisenknödel interessieren ihn dagegen überhaupt nicht.
  • Stellen Sie sauberes Wasser bereit, damit er trinken und baden kann.
  • Vermeiden Sie Pestizide: Pestizide töten Insekten, die vor allem während der Brutzeit eine mögliche Nahrungsquelle für Stieglitze sind. Auch Herbizide vernichten die Pflanzen, von denen sich Stieglitze ernähren.

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Stieglitz (Carduelis carduelis)