Giersch bekämpfen?

Giersch bekämpfen?

Erkennung, Vorbeugung und natürliche Lösungen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 30. November 2025  durch Marion 7 min.

Giersch gilt als invasives Unkraut. Er breitet sich rasch aus und verdrängt andere Pflanzen. So erkennen und bekämpfen Sie ihn natürlich.

Schwierigkeit

Giersch erkennen

Das Unkraut erkennen

Der Giersch (Aegopodium podagraria) wird auch Geißfuß genannt. Diesen Namen trägt er aufgrund seiner Verwendung seit der Antike wegen seiner heilenden Eigenschaften, die bei Gicht helfen sollen, einer Krankheit, die Gelenkentzündungen verursacht.

Der Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler (ehemals Umbelliferen), ebenso wie Schnittsellerie, Petersilie, Möhre und Schierling, und stammt vermutlich aus Eurasien.

Die Pflanze wird etwa 60 cm bis 1 m hoch. Ihre Blätter erinnern an einen Ziegenhuf und sollen den Ursprung ihres Namens bilden, der aus dem Griechischen stammt („aigos“ bedeutet „Ziege“, „podion“ „Fuß“).

Das Laub ist stark gegliedert und besteht im ausgewachsenen Zustand meist aus Dreiergruppen: Es setzt sich aus drei gezähnten Fiederblättchen zusammen, die wiederum dreiteilig gegliedert sind. Die Blätter treiben direkt aus dem Boden und sind über einen dreieckigen, kahlen und hohlen Blattstiel mit dem Rhizom verbunden.

Das Laub kann grün, aber auch panaschiert sein, wie bei der Zierform Aegopodium podagraria ‘Variegata’. Obwohl sie als weniger wuchernd gilt, bleibt sie eine stark ausbreitungsfreudige Pflanze, die Sie am besten im Topf kultivieren. Beim Zerreiben verströmen die Blätter einen Geruch, der an Möhre oder Schnittsellerie erinnert.

Die kleinen weißen Blüten stehen in flachen, lockeren Dolden. Sie erscheinen von Mitte Frühling bis Ende Sommer. Die Blüte erinnert an andere Pflanzen derselben Familie, etwa die Wilde Möhre. Danach folgen kleine Früchte: längliche, eiförmige Achänen mit den Samen.

Giersch ist ein ausläuferbildender Bodendecker, der rasch Kolonien bildet und sich in kürzester Zeit den verfügbaren Raum aneignet. Durch sein schnelles Wachstum breitet er sich sehr schnell aus und wird leicht invasiv, da er sich von seinem unterirdischen, ausläuferbildenden Rhizom aus in alle Richtungen verbreitet.

Nach der Blüte vermehrt er sich außerdem durch Selbstaussaat, was seine Ausbreitungskraft noch verstärkt.

Zusätzlich zu seinem starken Ausbreitungsdrang konkurrieren seine Rhizome mit dem Wurzelsystem benachbarter Pflanzen, etwa von Sträuchern und Stauden. Diese werden geschwächt, überwuchert und sterben schließlich ab.

Zu dieser Zähigkeit kommen eine hohe Winterhärte, Krankheitsresistenz und das Fehlen bekannter Parasiten hinzu. Dadurch ist der Giersch äußerst schwer dauerhaft zu entfernen.

Giersch entfernen: So werden Sie Aegopodium podagraria los

Detailaufnahmen von Blättern und Blüten des Gierschs

Der natürliche Standort

Anspruchslos, kann sich Giersch unter unterschiedlichen Licht- und Bodenbedingungen problemlos entwickeln. Er bevorzugt jedoch halbschattige, frische und leicht feuchte Standorte mit durchlässigem, stickstoffreichem Boden.

So findet man ihn leicht auf Brachland, in ungenutzten Bereichen, an Waldrändern und Wegrändern, aber natürlich auch in Gärten. Die Pflanze gedeiht sogar unter Bäumen mit stark ausgeprägtem Wurzelsystem.

Giersch eindämmen

Wie wir gesehen haben, ist Giersch nur schwer auszurotten. Mit einigen natürlichen Methoden lässt sich seine Ausbreitung jedoch kontrollieren.

Oberirdische Pflanzenteile entfernen

Wenn Sie regelmäßig alle oberirdischen Pflanzenteile der Pflanze entfernen, können Sie sie nach und nach schwächen, indem Sie ihr einen Teil ihrer Nährstoffquellen entziehen und ihre Photosynthese einschränken. Befindet sich der Giersch in einer Rasenfläche, wird sein Laub beim Mähen regelmäßig kurz geschnitten. Es sind mehrere Mähdurchgänge und Geduld erforderlich, um seine Ausbreitung dauerhaft einzudämmen.

Ebenso können Sie die oberirdischen Pflanzenteile mit einer Gartenschere oder einer Heckenschere bodennah abschneiden. Wiederholen Sie dies regelmäßig, sobald sich das Laub neu gebildet hat.

Entfernen Sie die Blüten konsequent, bevor sie verblühen und Samen bilden können. So kann sich die Pflanze nicht aussäen.

Giersch entfernen

Schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile regelmäßig zurück und lassen Sie die Blütenstände nicht ihre Samen verbreiten

Konkurrenzstarke Pflanzen kultivieren

Als unerbittlicher Ausbreiter lässt Giersch nur wenig Raum für Konkurrenz. Einige Pflanzen können sich jedoch als fast ebenso hartnäckig erweisen. Zum Beispiel die Große Kapuzinerkresse, die sich ohne Rankhilfe innerhalb weniger Wochen in einen üppigen, blühenden Bodendecker verwandelt.

Auch auf den Efeu Bellecour können Sie setzen, eine kriechende Sorte, die eine Ausbreitung von fast 10 Metern erreichen kann. Ihr immergrünes Laub begrünt schattige Gartenbereiche das ganze Jahr über. Diese kräftige, dichte Pflanze eignet sich ideal, um die Entwicklung von Unkräutern einzudämmen.

Denken Sie auch an die Böschungsmyrthe Lonicera pileata, einen Strauch, der einen echten Pflanzenteppich bildet, oder an das Große Immergrün ‘Vinca major, eine kräftige Staude mit kriechender Wuchsform.

Das Wildkraut verzehren

Auch wenn wir hier vor allem die Nachteile von Giersch erwähnen, sollten wir nicht vergessen, dass er eine essbare Pflanze bleibt, die in manchen Kulturen als Gemüse geschätzt wird.

Warum also nicht einmal probieren? Die zarten jungen Triebe mit ihrem feinen Geschmack lassen sich wie Spinat oder Kohl zubereiten. Verwenden Sie sie roh in Salaten, Gazpachos oder Pestos. Ältere Blätter werden gegart und für Tartes, Pfannengerichte, Aufläufe, Suppen oder sogar Saucen verwendet.

Als Tee aufgegossen, sollen die Blätter sogar harntreibend wirken und die Gelenke unterstützen. Daher werden sie in der Naturheilkunde zur Behandlung von Gicht eingesetzt.

Giersch natürlich loswerden

Giersch ist fast unmöglich vollständig auszurotten, doch einige natürliche Methoden beseitigen einen großen Teil. Diese Maßnahmen erfordern Geduld und Ausdauer, um wirksam zu sein.

Wie immer raten wir von chemischen Unkrautvernichtern und Herbiziden ab. Sie sind nicht selektiv und schaden der Umwelt, Pflanzen und Lebewesen. Gegen Giersch sind sie zudem oft unwirksam. Auch thermisches Unkrautjäten scheint keine Wirkung zu zeigen.

Wann vorgehen?

Je früher Sie den Giersch bekämpfen, desto wirksamer ist die Maßnahme. Junge Pflanzen lassen sich leichter entfernen als Pflanzen, die sich seit mehreren Jahren etabliert haben.

Gehen Sie vorzugsweise im Herbst vor, um die Pflanze vor der kalten Jahreszeit zu schwächen, oder im zeitigen Frühjahr, bevor das Wachstum wieder einsetzt.

Wählen Sie zum Ausgraben trockene Tage nach einem kräftigen Regen, sobald die Erde abgetrocknet ist. So lassen sich möglichst viele Wurzeln entfernen.

Manuelles Ausgraben

Das manuelle Ausgraben ist zweifellos die mühsamste Lösung. Es ist körperlich anstrengend und erfordert Sorgfalt und Geduld, aber auch die wirksamste Methode, um Giersch loszuwerden.

Ziel ist es, das gesamte Wurzelsystem und die Rhizome auszugraben und zu entfernen, da sie sich gern tief im Boden festsetzen.

Achtung: Aus jedem vergessenen Rhizomstück kann die Pflanze neu austreiben. Um möglichst viele Rhizome zu entfernen, graben Sie mit einer Grabegabel mindestens 50 bis 60 cm tief.

Für noch gründlicheres Arbeiten können Sie anschließend ein Gartensieb verwenden, mit dem sich auch kleinste Rhizomstücke aufspüren lassen.

Giersch entfernen: Geißfuß bekämpfen

Graben Sie junge Pflanzen am besten mit der Grabegabel aus und sieben Sie die Erde, um Rhizomstücke zu entfernen

Verwenden Sie weder eine Motorhacke noch einen Spaten, da diese die Rhizome zerschneiden oder zerfetzen. Dadurch würden die Stücke nur vermehrt und verteilt und schnell wieder austreiben.

Geben Sie weder oberirdische Pflanzenteile noch Rhizome auf den Kompost, sondern bringen Sie sie umgehend zum Wertstoffhof, um ein erneutes Ausbreiten im Garten zu verhindern.

Wenn Giersch in einem Beet zwischen anderen Pflanzen wächst, müssen Sie leider die gesamte Bepflanzung aus diesem Bereich entfernen. Rhizomstücke können nämlich die Wurzelsysteme anderer Pflanzen besiedeln. Wenn Sie die benachbarten Pflanzen erhalten möchten, prüfen Sie deren Wurzelsystem vor dem Wiedereinpflanzen sorgfältig. Sie können sie auch für einige Monate in Töpfe setzen und abwarten, ob erneut Giersch austreibt, oder sie durch Stecklingsvermehrung vermehren.

Wächst Giersch an der Grundstücksgrenze und könnte er einen unzugänglichen Bereich besiedelt haben, setzen Sie zusätzlich eine vertikale Rhizomsperre ein, wie bei Bambus.

Weitere Tipps finden Sie im passenden Artikel: „Wie installiert man eine Rhizomsperre?

Bei starkem Befall besteht eine radikalere Lösung darin, den gesamten Bereich auszuheben. Die entfernte Erde kann anschließend vollständig durch Mutterboden ersetzt werden. Dafür benötigen Sie geeignete Geräte oder die Hilfe eines Fachbetriebs.

Abdecken

Indem die Pflanze von Licht und Sauerstoff abgeschnitten wird, schwächt eine Abdeckung sie und lässt sie mit der Zeit absterben.

Wählen Sie eine Plane oder ein dickes Gartenvlies guter Qualität, das völlig lichtundurchlässig sowie witterungs- und UV-beständig ist.

Decken Sie eine etwas größere Fläche als den befallenen Bereich ab, damit ein Sicherheitsrand bleibt. Beschweren Sie die Abdeckung gut mit Steinen, Ziegeln oder einer dicken Mulchschicht, besonders an windigen Standorten. Für eine ansprechendere Optik können Sie auch Pflanzkästen und Töpfe daraufstellen.

Dann brauchen Sie viel Geduld: Der Bereich bleibt mindestens ein, wenn nicht sogar zwei Jahre lang „gesperrt“, bis die Reserven der Pflanze aufgebraucht sind.

Giersch entfernen: Geißfuß bekämpfen

Das Anbringen einer Rhizomsperre zur Abgrenzung befallener Bereiche und das Abdecken können wirksame Methoden gegen Geißfuß sein

Nach dem Entfernen der Plane bleiben Sie aufmerksam und beseitigen Sie jeden neuen Austrieb sofort. Beachten Sie außerdem, dass Samen auch nach mehreren Jahren noch keimfähig sein können.

Viel Erfolg!

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Wie man Aegopodium (Giersch) loswird