Hitzewelle: Welche Zimmerpflanzen kühlen das Haus?
Beste Zimmerpflanzen gegen Hitze
Inhaltsverzeichnis
Heiße Sommer und häufige Hitzewellen machen Häuser und Wohnungen schnell stickig. Auch Zimmerpflanzen können für etwas Abkühlung sorgen.
Dank Evapotranspiration schaffen manche Pflanzen ein kühleres, feuchteres Mikroklima. Welche Pflanzen eignen sich und wo stehen sie am besten?
Können Zimmerpflanzen einen Raum wirklich kühlen?
Pflanzen nehmen über ihre Wurzeln Wasser auf und geben einen Teil davon über ihre Blätter als Wasserdampf ab. Diese Pflanzentranspiration kühlt das Laub und erhöht lokal die Luftfeuchtigkeit.
Je größer die Blattfläche, desto höher das Verdunstungspotenzial. Eine große, dicht belaubte Pflanze ist daher wirksamer als eine Sammlung kleiner Sukkulenten.
Die Wirkung in Innenräumen bleibt jedoch begrenzt: Zimmerpflanzen allein senken die Raumtemperatur nicht um mehrere Grad. Sie schaffen vor allem ein leicht anderes Mikroklima in ihrer Umgebung – besonders angenehm, wenn die Luft heiß und trocken ist.
Ist die Luft dagegen bereits sehr feucht, kann eine weitere Erhöhung der Luftfeuchtigkeit die Hitze noch belastender machen.

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Es gibt keine ideale Anzahl an Zimmerpflanzen, um einen Raum abzukühlen: Ihre Größe und die Blattmenge zählen ebenso wie die Anzahl der Töpfe. Auch Art, Bewässerung, Licht, Luftfeuchtigkeit und Belüftung beeinflussen ihre Evapotranspiration.
Einige Studien liefern dennoch interessante Richtwerte. Ein neunmonatiger Versuch in einem 12 m² großen Raum (46,2 m³) zeigte, dass bereits zwei etwa 1,40 m große Pflanzen das Raumklima verändern konnten. Dieser Wert ist jedoch keine allgemeingültige Regel für alle Wohnungen.
Eine weitere Studie desselben Autors verglich verschiedene Pflanzendichten. Dabei zeigte sich, dass eine Gruppe aus acht großen Pflanzen die Temperatur und Luftfeuchtigkeit stärker beeinflusste als eine Gruppe aus drei Pflanzen. Sie hebt jedoch einen wichtigen Punkt hervor: Das Öffnen eines Fensters senkte die Temperatur stärker als die Transpiration der Pflanzen. Außer bei einer Hitzewelle natürlich! Sie müssen keine 35 °C warme Außenluft in Ihr Wohnzimmer lassen. Halten Sie die Fenster während der heißesten Stunden geschlossen und lüften Sie abends, nachts oder frühmorgens ausgiebig, wenn die Außenluft kühler ist.
Wichtig ist vor allem: Die Blattmenge zählt mehr als die Anzahl der Töpfe. Zwei oder drei große, gut entwickelte Pflanzen, ergänzt durch einige kleinere, sind daher sinnvoller als zehn verstreut stehende Mini-Pflanzen. Deshalb lohnt es sich, sie zu einer Pflanzeninsel, einem Mini-Wald oder einer begrünten Wand zusammenzustellen.
Quellen: K.-T. Han, *Building and Environment* (2023) – Studie zur Wirkung von Pflanzen auf die Eigenschaften der Raumluft, sowie K.-T. Han (2023) – Studie zu Pflanzendichte, Belüftung und Raumklima
Die besten erfrischenden Grünpflanzen
Statt nach einer vermeintlichen „Klimaanlagenpflanze“ zu suchen, setzen Sie besser auf Pflanzen mit viel Blattwerk und großen Blättern.
Für ein kühleres und feuchteres Mikroklima eignen sich vor allem Zimmerpflanzen mit Dschungelwirkung. Ihr Vorteil liegt nicht nur in ihrer exotischen Optik: Viele entwickeln üppiges Blattwerk und eine große Blattfläche – beides fördert die Evapotranspiration.
Setzen Sie insbesondere auf Monstera mit ihren riesigen, geschlitzten Blättern, groß wachsende Philodendren oder Alokasien mit ihren spektakulären, großen Blättern. Für mehr Höhe und Pflanzenmasse ergänzt ein Areca oder eine andere üppige Zimmerpalme die Bepflanzung. Auch große Ficus und stattliche Zimmerfarne tragen dazu bei, diesen Mini-Dschungel zu verdichten.

Am besten stellen Sie sich die Bepflanzung wie einen kleinen Dschungel vor: eine oder zwei große Strukturpflanzen, mittelgroße Pflanzen mit üppigem Blattwerk sowie einige kleinere oder hängende Pflanzen, um das Gesamtbild zu verdichten.
Nicht alle tropischen Pflanzen eignen sich dafür gleichermaßen. Entscheidend sind vor allem Menge und Fläche des Blattwerks, nicht nur die exotische Optik der Pflanze.
Weniger geeignet sind dagegen Kaktus, Echte Aloe, Bogenhanf und andere Sukkulenten. Sie sind gerade deshalb besonders hitzeverträglich, weil sie ihren Wasserverlust begrenzen. Hitze zu widerstehen und die Umgebung zu kühlen, sind also zwei verschiedene Dinge.
Hier eine kleine Auswahl:
- Monstera obliqua
- Monstera deliciosa
- Rhapis excelsa
- Alocasia ‘California’
- Spathiphyllum Sensation
- Ensete ventricosum ‘Maurelii’
- Philodendron goeldii
- Philodendron xanadu
- Fatsia japonica ‘Spider’s Web’
- Strelitzia reginae
- Livistona chinensis
- Phoenix roebelenii
- Ficus elastica ‘Abidjan’ (Gummibaum)
- Calathea orbifolia
- Alocasia ‘Black Velvet’
- Ficus pumila ‘Bellus’
Entdecken Sie unsere komplette Auswahl an Zimmerpflanzen mit Dschungelwirkung!

Monstera obliqua, Rhapis excelsa, Philodendron ‘Xanadu’, Strelitzia, Calathea orbifolia, Alocasia ‘Black Velvet’
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Große Zimmerpflanzen umtopfen, ohne sie zu beschädigen?Zimmerpflanzen platzieren: Raum kühlen
Sie müssen nicht Ihre ganze Wohnung in einen Dschungel verwandeln! Sinnvoller ist es, Zimmerpflanzen in dem Raum zu bündeln, in dem Sie die meiste Zeit verbringen, statt in jedem Zimmer ein paar kleine Töpfe zu verteilen. Da ihre Wirkung vor allem lokal ist, schafft die Gruppierung ein feuchteres Mikroklima rund um das Laub.
Einen Mini-Innenwald anlegen
Das ist die einfachste Lösung. Stellen Sie ein oder zwei große Pflanzen auf, etwa ein Fensterblatt, einen Ficus oder eine Betelpalme, und platzieren Sie Pflanzen mit unterschiedlichen Wuchshöhen darum: Philodendron, Farne, Korbmarante oder Hängepflanzen. Wie in einem kleinen Wald entstehen mehrere Vegetationsstufen und vor allem eine deutlich größere Blattfläche.
Platzieren Sie diese Pflanzengruppe in der Nähe Ihres tatsächlichen Aufenthaltsortes: neben dem Sofa, am Schreibtisch oder in einer Ecke des Schlafzimmers – nicht am Ende eines Raumes, in dem sich niemand aufhält.

Warum nicht eine Pflanzenwand?
In einer kleinen Wohnung ermöglicht eine Pflanzenwand oder ein großes, mit Pflanzen bedecktes Regal, viel Laub unterzubringen, ohne den Boden zu verstellen. Wählen Sie Arten, die für die Zimmerkultur und die Lichtverhältnisse des Raumes geeignet sind.
Eine Pflanzenwand erfordert jedoch mehr Pflege und je nach System eine genaue Steuerung der Bewässerung. Einige gruppierte Großpflanzen sind daher viel einfacher umzusetzen, wenn Ihr einziges Ziel darin besteht, im Sommer eine Pflanzengruppe zu schaffen.
Vorsicht vor dem Treibhauseffekt hinter Fenstern
Damit Ihr Mini-Innenwald gedeiht, müssen die Pflanzen natürlich gesund bleiben. Stellen Sie ihn an einen ausreichend hellen Standort, vermeiden Sie jedoch, die Pflanzen während einer Hitzewelle direkt an eine sonnige Fensterfront zu stellen: Hinter dem Glas kann das Laub vor allem verbrennen!
Schließen Sie in den heißesten Stunden Fensterläden oder Jalousien und rücken Sie die Pflanzen bei Bedarf vom Fenster ab. Stellen Sie die Töpfe außerdem nicht zu dicht zusammen: Lassen Sie Luft zwischen dem Laub zirkulieren, um Krankheiten zu begrenzen und den Pflanzen das Atmen zu ermöglichen.
Entdecken Sie unser Sortiment an Zimmerpflanzen fürs Wohnzimmer. Lesen Sie auch unseren Einkaufsratgeber „Die besten Zimmerpflanzen für ein schönes Wohnzimmer“.
Kühlwirkung von Zimmerpflanzen verstärken
Um die Evapotranspiration zu fördern, müssen Pflanzen vor allem gut mit Wasser versorgt und gesund sein. Eine Pflanze, der Wasser fehlt, schließt nach und nach ihre Stomata, um den Wasserverlust zu begrenzen: Sie transpiriert dann deutlich weniger.
Kontrollieren Sie bei großer Hitze daher regelmäßig das Substrat, besonders bei großblättrigen Pflanzen, Farnen und kleinen Töpfen. Gießen Sie je nach Bedarf der jeweiligen Art, sobald es nötig ist, ohne die Erde zu durchnässen oder Wasser in den Untersetzern stehen zu lassen.
Auch Licht spielt eine Rolle bei der Transpiration. Stellen Sie Ihre Pflanzen an einen ausreichend hellen Standort, damit sie aktiv bleiben, und schützen Sie sie zugleich vor praller Sonne. Eine Pflanze einfach an einen dunklen Ort zu stellen, um sie „kühl zu halten“, ist nicht effektiver.
Denken Sie auch daran, die großen Blätter von Fensterblatt, Ficus oder Philodendron regelmäßig mit einem feuchten Tuch zu entstauben. Ein sauberes Blatt hat bessere Bedingungen für den Austausch mit der Atmosphäre.

Sollten Pflanzen besprüht werden, um ihre Wirkung zu steigern?
Nicht wirklich. Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit rund um das Laub vorübergehend, doch die Wirkung ist sehr kurz und reicht nicht aus, um einen Raum abzukühlen.
Manche tropischen Pflanzen mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber Besprühen ersetzt kein gründliches Gießen. Ist die Luft bereits warm und feucht, ist zusätzliche Feuchtigkeit unnötig: Das Ziel ist ein angenehmeres Raumklima, nicht ein Amazonasgebiet im August!
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