Igel im Garten willkommen heißen
Nützling anlocken, halten und unterstützen
Inhaltsverzeichnis
Igel werden selten. Verkehr, Pestizide, Mähroboter und Zäune bedrohen sie. Tipps für Schutz und Nahrung für diesen wertvollen Wirt.
→ Hören Sie auch unseren Podcast über den Igel:
Warum einen Igel in den Garten locken?
Igel helfen natürlich gegen Schnecken und Insekten, begeistern Kinder und kommen gern in Gärten, die ihnen Schutz und Nahrung bieten.
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Igel sind kleine, allesfressende, territoriale Säugetiere und anpassungsfähig. In Vororten und Städten sind sie inzwischen häufiger als auf dem Land, wo die Flurbereinigung ihren ursprünglichen Lebensraum stark verändert hat.
Der ideale Lebensraum für dieses liebenswerte, nachtaktive Tier wäre ein Mosaik aus Hecken, unbehandelten Feldern, Gehölzen, Waldrändern, Gemüsegärten, Brombeerhecken und bewachsenen Böschungen, die ihm eine große Vielfalt an Beutetieren und Verstecken bieten. Auch Gewässer wie Tümpel, Teiche oder Torfmoore sind für ihn sehr wichtig.
Igel halten Winterschlaf und brauchen daher einen alten Wurzelstock, einen Reisighaufen, einen verlassenen Bau, eine Brombeerhecke oder einen anderen Unterschlupf, in dem sie die kalte und feuchte Jahreszeit geschützt verbringen können.
Heute sind Igel vielen Gefahren ausgesetzt: direkter oder indirekter Vergiftung durch Pestizide, Zusammenstößen mit Autos, dem Verschwinden ihrer Beute, zu stark eingezäunten Gärten, sommerlicher Trockenheit, der Zerstörung von Hecken und Mährobotern. Sie sehen: Diese kleinen Stachelkugeln haben es nicht leicht.

Ein einfacher Laubhaufen ist für den Igel sehr nützlich
Ihm einen 5-Sterne-Garten schenken
Noch sind nicht alle Hoffnungen für diesen kleinen Gartenbesucher verloren: Immer mehr Gärtner passen ihre Gartenpflege an, um ihm Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Hier einige wichtige Grundsätze, damit Sie ihn an lauen Sommerabenden beobachten können:
Eine naturnahe Ecke im Garten lassen
Sie haben es satt, Ihren englischen Rasen zu mähen? Kein Problem: Damit fördern Sie Igel (und die unzähligen Organismen, von denen sie sich ernähren) und ersparen sich zugleich diese lästige Arbeit.
Hier finden sie Insekten, Schnecken, Würmer und andere Beutetiere. Eine Wiesenfläche verleiht Ihrem Garten außerdem einen reizvollen, natürlichen Charakter.
Eine Obstwiese anlegen
Wie bereits erwähnt, sind Igel Allesfresser. Im Spätsommer und Herbst verschmähen sie auch Fallobst nicht. Obstbäume sind daher sehr vorteilhaft für Igel und locken zudem Insekten und Schädlinge an, von denen sie Sie befreien.
Material für den Unterschlupf bereitstellen
Igel benötigen verschiedene Materialien, um sich einen Unterschlupf zu bauen: Ein Haufen aus Blättern, Zweigen, Kiefernnadeln oder Rinde, den Sie in einer Ecke Ihres Gartens liegen lassen, ist dafür sehr hilfreich.
Den Durst stillen
Igel haben wie Tausende anderer Arten bei großer Hitze erhebliche Schwierigkeiten, Wasser zu finden. Eine Wasserschale oder ein naturnaher Teich kann ihnen in trockenen Sommern große Hilfe leisten. Achten Sie jedoch auf Ertrinkungsgefahr: Ihr kleiner Besucher muss das Wasser nach einem Sturz jederzeit verlassen können! Legen Sie beispielsweise ein Stück Jute an den Teichrand, damit er herausklettern kann.
Ein Winterquartier anlegen
Aufmerksame Gärtner bieten Igeln gern Unterschlupf. Umgedrehte Weinkisten unter einem Haufen Reisig werden mit etwas Glück zum Winterquartier!
Ein versetzt an einer Mauer oder einem Schuppen aufgeschichteter Holzstapel bietet eine geschützte Überwinterungshöhle. Lassen Sie in der Nähe einige Blätter liegen, damit der Igel die Höhle nach seinen Bedürfnissen einrichten kann.
Igelfreundlich sind auch Benjeshecken aus Totholz unterschiedlicher Stärke. Doch schon ein einfacher, liegen gelassener Haufen aus Blättern oder Zweigen kann dem Igel große Freude bereiten.
→ Lesen Sie auch: Wie baut man einen Unterschlupf für Igel?

Ein naturnaher Garten mit Blumenwiese, verstreuten Ästen und Zweigen, einer Obstwiese als Vorratskammer und Baumstümpfen: ein Fünf-Sterne-Garten für einen Igel!
Füttern
Es gibt viele indirekte Möglichkeiten, diesem kleinen Besucher Nahrung bereitzustellen (siehe oben). In mageren Zeiten können Sie ihm aber auch einige Leckerbissen anbieten. Sie können den Igel also mit Katzen- oder Hundefutter, Eiern oder auch Insekten wie Mehlwürmern dauerhaft in Ihren Garten locken.
Geben Sie ihm niemals Brot oder Milch, da beides für Igel tödlichen Durchfall verursachen kann.
Freien Zugang zum Garten ermöglichen
Verwandeln Sie Ihren Garten nicht in eine Festung! Zäune hindern Igel an der freien Bewegung und können sie sogar strangulieren, wenn sie versuchen, eine Stelle zu überwinden. Eine Öffnung im Zaun ist unerlässlich, damit der Igel Zugang zu Ihrem Garten hat.
Ihn nicht versehentlich vergiften
Verzichten Sie auf Pestizide, insbesondere auf Insektizide, die Igel indirekt durch den Verzehr vergifteter Insekten gefährden können.
Verwenden Sie auch kein Schneckenkorn, da es auf Igel genauso wirkt.
François’ kleiner Hinweis: Igel sind Wildtiere und durch die Berner Konvention geschützt. Es ist strengstens verboten, sie in Ihren Garten zu bringen oder sie daran zu hindern, ihn zu verlassen! Diese kleinen Tiere benötigen zum Leben, zur Fortpflanzung und zur Nahrungssuche ein mehrere Hektar großes Revier.
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