Kiesgarten anlegen
Elegant und natürlich zugleich...
Inhaltsverzeichnis
Kiesgärten sind pflegeleicht und brauchen nie Wasser. Ihr Wert: Sie schaffen warme, gut drainierte Standorte für besondere Pflanzen.
Sie sparen Wasser und können groß oder klein sein – mitunter nur für heimische Pflanzen trockener Kiesstandorte.
Warum ein Steingarten?
Ein Kiesgarten ist kein Steingarten und schon gar kein Japanischer Garten. Zwar kann er etwas Zen in Ihren Garten bringen, doch eigentlich handelt es sich eher um ein Beet oder einen Gartenbereich mit einer Mulchschicht aus Kies oder einem anderen mineralischen Material. Der Kies sorgt für eine gute Drainage und gibt nachts die tagsüber gespeicherte Wärme wieder ab. Deshalb sind solche Gärten interessant für Pflanzen aus warmen, trockenen Klimazonen, etwa alpine und mediterrane Pflanzen oder sogar Arten aus Wüstenregionen.
Neben seiner unbestreitbaren Ästhetik, die dem Garten schnell eine moderne Wirkung verleiht, ist diese Art der Gestaltung vor allem ein eigenständiger Lebensraum. Ziel ist es, eine „halbtrockene“ Zone mit einer besonderen Pflanzen- und damit auch Tierwelt (Insekten, Reptilien usw.) nachzubilden.
Trotz seines zunächst künstlichen Charakters kann sich dieser Lebensraum durchaus in einen naturnahen Garten einfügen – mit oder ohne Bepflanzung. Man könnte auch abwarten, bis eine natürliche Vegetation einen Teil der Kiesfläche spontan besiedelt.

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Bodenvorbereitung und Verlegen eines Geotextils
Ideal ist ein eher trockener und sonniger Standort in Ihrem Garten.
- Entfernen Sie das Unkraut durch Abdecken oder von Hand (bei kleinen Flächen): Es ist wichtig, möglichst viel „Unkraut“ zu beseitigen, um späteren Austrieb zu verhindern. Auf kleinen Flächen können Sie es mit einer Hacke, einem Unkrautstecher oder einem thermischen Unkrautvernichter entfernen. Auf größeren Flächen ist es jedoch am einfachsten, einige Wochen lang eine schwarze Plane oder unbehandelte Pappe auf dem Boden auszubreiten. Den Pflanzen wird dadurch das Licht entzogen, sodass sie schnell absterben.
- Bereiten Sie den Boden mit einer Grabegabel oder Motorhacke vor: Dies ist ein wichtiger Schritt, denn sobald das mineralische Material auf dem Boden liegt, kann man nicht mehr eingreifen. Lockern Sie den Boden sorgfältig möglichst tief mit einer Broadfork, einer Grabegabel oder bei größeren Flächen mit einer Motorhacke.
- Verbessern Sie die Drainage des Bodens: Ist der Boden sehr schwer und verdichtet, sollten Sie ihn abtragen und mit Kies vermischen. Vermeiden Sie an dieser Stelle Sand, da er die Bodenverdichtung noch verstärkt. Ist Ihr Boden ausreichend trocken und gut drainiert, etwa bei sehr sandigem Boden, ist dieser Schritt nicht nötig.
- Bringen Sie keinen organischen Dünger aus! Die für Kiesgärten geeigneten Pflanzen sind von Natur aus selten besonders nährstoffbedürftig. Eine starke Anreicherung dieser Fläche ist daher nicht nötig.
- Ebnen Sie den Boden und schaffen Sie, wenn möglich, ein leichtes Gefälle zum Wasserabfluss: Um möglichst viel Wasser abzuleiten, kann ein Gefälle von 1 cm auf 2 m oder mehr sinnvoll sein.
- Verlegen Sie ein Geotextil oder Vlies: Befestigen Sie es am Rand mit großen Steinen oder mit verzinkten Stahlklammern am Boden. Das Vlies beziehungsweise Geotextil verhindert in den ersten Jahren das Aufkommen unerwünschter Kräuter.
- Schneiden Sie die „Pflanzlöcher“ aus: Schneiden Sie mit einem Cutter kreuzförmige Öffnungen in das Geotextil, um die verschiedenen Pflanzen einzusetzen. Beachten Sie, dass die Pflanzabstände größer sein sollten als beispielsweise in einem herkömmlichen Beet. Diese Gestaltung sollte luftig wirken: Das ist für das Auge angenehmer und entspricht eher den Verhältnissen in der Natur.
- Pflanzen Sie die Gewächse direkt aus oder setzen Sie empfindlichere Pflanzen zunächst in Töpfe; gießen Sie nach dem Pflanzen gründlich.
- Bringen Sie abschließend das mineralische Material aus: Zur Abgrenzung verschiedener Bereiche können Edelstahl- oder Kunststoffleisten verlegt werden. Planen Sie eine mindestens 5 cm dicke Schicht mineralischen Materials ein.

Geeignete Materialien: die verschiedenen Kiesarten
Kies dient als mineralische Mulchschicht. Wählen Sie ihn sorgfältig aus, denn nach dem Ausbringen im Garten lässt er sich nur schwer austauschen. Bevorzugen Sie mineralisches Material aus Ihrer Region, und zwar aus mehreren Gründen: Es fügt sich besser in die Umgebung ein, Sie kaufen lokal ein (und zahlen dadurch weniger Transportkosten), Sie können es vor Ort ansehen und direkt auswählen statt nach einem Katalog zu bestellen. So vermeiden Sie vermutlich auch, zur Zerstörung eines empfindlichen Ökosystems in großer Entfernung beizutragen, und dieses mineralische Material eignet sich hervorragend für die heimische Flora (und damit für die von ihr abhängige Fauna), wenn Sie diese fördern möchten.
- Kies in verschiedenen Formen, Zusammensetzungen, Farben und Strukturen: Wählen Sie helle Farben (Creme, Grau, Beige, …), aber niemals Weiß, da die Sonne zu stark reflektiert würde. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch in den Augen schmerzen.
- Fluss- oder Meereskiesel: Sie sind teurer, haben aber den Vorteil, glatt und angenehm anzufassen zu sein.
- Muscheln
- Treibholz
- Polierte Flaschenscherben, Glaskugeln, …: Es klingt ungewöhnlich, aber manche Landschaftsgärtner gestalten mit solchen Materialien sehr ansprechende Flächen.
Sie können auch verschiedene Kiesarten mit unterschiedlichen Farben oder Körnungen mischen. Oder Kies mit Kieseln kombinieren. Alles ist möglich!
Wie viele Kilo Kies werden benötigt?
1 m³ Kies wiegt etwa 1.800 kg (genau zu bestimmen je nach Dichte des gewählten Materials). Die benötigte Menge lässt sich folgendermaßen berechnen:
(Gewicht pro m³/100) × Schichtdicke in cm (mindestens 5 cm) = benötigte Kilo pro 1 m² Fläche
Beispiel für einen Kies mit einem Gewicht von 1.857 kg pro m³ und einer Schichtdicke von 7 cm: (1.857/100) × 7 = 129,99 kg/m². Wir runden auf 130 kg auf. Für einen 25 m² großen Kiesgarten müssen wir also 3 Tonnen und 250 kg Kies bestellen …
Hinweis: Wann kann ich einen Kiesgarten anlegen? Theoretisch jederzeit, aber die besten Pflanzzeiten sind Herbst und Frühjahr. Berücksichtigen Sie dies, wenn Sie ein solches Projekt planen.

Kiesgarten im RHS-Garten Hyde Hall
DéEntdecken Sie andere Mediterrane Stauden
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Geeignete Pflanzen
Sträucher
Einige Bäume und Sträucher wachsen gerne in Kies, darunter Sommerflieder, Zistrose, Sommertamariske, Sanddorn, Lampenputzerstrauch, Grevillee, Ginster und Sumach…
Stauden
Die Auswahl ist groß…
Garbe, Färber-Hundskamille, Silbriger Beifuß, Euphorbia characias, Mannstreu und Berufkraut, Prachtkerze, Trichterschwertel, Österreichische Königskerze, Brandkraut, Argentinisches Eisenkraut, Strohblume, Blauraute, Karwinskis Berufkraut…
Auch mediterrane Kräuter wie Salbei, Majoran, Thymian, Rosmarin… und natürlich Lavendel sollten nicht fehlen.
Und natürlich dürfen Hauswurz und Fetthenne nicht fehlen!
Gräser
Schwingel, Federgras, Besenried, Chinaschilf, Reitgras, Zittergras, Federborstengras… Viele Gräser schätzen solche Standorte.
Zwiebelpflanzen und Rhizome
Alle Knoblauch-Arten, Liebesblumen, Lilien, Iris …
Einjährige
Blauer Lein, Klatsch-Mohn, Kornblume, Goldmohn, Kornrade … Sommerblühende Einjährige bevorzugen oft trockene, warme Böden.
Exotisch, alpin oder mediterran?
Durch die Wärme und Drainage, die in Ihrem Kiesgarten entstehen, können Sie auch exotischere Pflanzen wie Agaven oder Kakteen ausprobieren. Oder wie wäre es mit einer neuen Sammlung alpiner Pflanzen? Alles ist möglich, wenn Sie die Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen.

Einige Pflanzenbeispiele für einen Kiesgarten: Wolfsmilch, Gräser wie zum Beispiel Schwingel, Liebesblumen und Garbe, Zistrosen, Agaven und Fetthenne
Wenn Sie unter den genannten Pflanzen nicht fündig werden, stöbern Sie in unserer Auswahl an Pflanzen für trockene Böden in unserer Online-Gärtnerei.
Erforderliche Pflege
- Regelmäßig harken, damit die Fläche sauber und gleichmäßig bleibt
- Vorhandene Pflanzen reinigen: So bleibt die mineralische Fläche sauber und nährstoffarm. Ein gut drainierter, magerer Boden verhindert zudem unerwünschte “Unkräuter“.
- Regelmäßig jäten, damit sich heimische Kräuter nicht ausbreiten: Einige mögen diesen Standort und können die mineralische Fläche überwuchern. Daher beobachten.
- Oder nichts pflanzen und heimische Arten für mehr Biodiversität kommen lassen. Das geht auch auf kleinster Fläche: ein oder zwei Quadratmeter.
Mehr erfahren ...
Wenn Sie mehr erfahren möchten, haben Jean-Jacques Derboux und Gentiane Galland ein Buch mit dem Titel Ein Garten ohne Bewässerung im Ulmer-Verlag veröffentlicht. Hinter diesem etwas reißerischen Titel verbirgt sich eine Sammlung von Gestaltungsideen für Pflanzen, die trockene und warme Standorte schätzen. Auf den Seiten entdecken Sie besonders geeignete Pflanzen, prachtvolle mediterrane Gärten und sogar einige Kiesgärten.
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