Laufkäfer: der unbekannte Freund des Gärtners
ein sehr nützliches Insekt
Inhaltsverzeichnis
Laufkäfer helfen im Garten: Sie halten Schnecken, Raupen und andere Schädlinge in Schach. Der Goldlaufkäfer braucht nur einen naturnahen Garten.
Laufkäfer: Was ist das?
Laufkäfer gibt es in vielen Arten. Sie gehören zur Ordnung der Käfer und zur Familie der Laufkäfer. Diese Familie umfasst fast 40.000 Arten in über 1.800 Gattungen. Bei uns in Frankreich und Belgien kommen nur etwa 40 Arten vor. In unseren Gärten ist der Goldlaufkäfer (Carabus auratus) am häufigsten.
Adulte Tiere erkennt man an:
- ihrer Größe (15–40 mm)
- ihrem leicht länglichen Körper auf langen, feinen und beweglichen Beinen
- ihren langen, perlschnurartigen Fühlern
- ihren langen, scharfen Mandibeln
- ihren harten, gestreiften Flügeldecken
Laufkäfer sind meist dunkel gefärbt, doch einige Arten, darunter der Goldlaufkäfer, zeichnen sich durch einen wunderschönen Metallglanz aus. Die meisten Laufkäfer sind flügellos oder besitzen verkümmerte Flügel: Sie fliegen daher nicht, sondern laufen über den Boden.
Die Larven der Laufkäfer sind schwarz und besitzen drei Beinpaare, Mundwerkzeuge zum Zerkleinern, einen abgeflachten Körper und einen großen Kopf. Sie sind beweglich und räuberisch.
In Frankreich soll die Gesamtpopulation der Laufkäfer seit 1990 um 85 % zurückgegangen sein.

Goldlaufkäfer mit einem Regenwurm (Soebe – Wikipedia) – Laufkäfer beim Trinken
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Die Eier werden je nach Art im Frühjahr oder Herbst in feuchten Boden gelegt. Die daraus schlüpfenden Larven sind überwiegend fleischfressend. Laufkäferlarven beißen ihre kleinen Beutetiere und spritzen ihnen Enzyme ein. Diese Enzyme beginnen, die Beute vorzuverdauen (ähnlich wie bei Spinnen), sodass die Larve sie leichter aufnehmen kann. Die Laufkäferlarve durchläuft mehrere Larvenstadien, bevor sie zum erwachsenen Käfer wird: Die Metamorphose ist vollständig (holometabol). Die Larve verwandelt sich in eine Puppe (Verpuppung) und schlüpft anschließend aus dem Boden oder bei manchen Arten aus einer natürlichen Höhlung. Meist vergeht nur ein Jahr vom Ei bis zum erwachsenen Käfer (Imago), bei manchen Arten in rauerem Klima kann sich dieser Zeitraum jedoch auf bis zu vier Jahre verlängern.
Die erwachsenen Käfer sind meist Allesfresser und seltener Pflanzenfresser. Die meisten kommen erst bei Einbruch der Dunkelheit zur Jagd hervor und verbringen den Tag geschützt an einem kühlen, feuchten Ort. Laufkäfer jagen ihre Beute am Boden oder in der Vegetation und können Geschwindigkeiten von bis zu 8 km/h erreichen. Damit gehören sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße zu den schnellsten Tieren der Erde.
Laufkäfer können bis zu 3 Jahre alt werden. Laufkäferpopulationen brauchen zudem 2 bis 5 Jahre, um sich gut zu entwickeln. Sie überwintern in Holz- oder Laubhaufen oder in einem alten Wurzelstock.

Links die Larve eines Laufkäfers (© Vahe Martirosyan); rechts eine botanische Tafel von 1876 mit einigen der zahlreichen Laufkäferarten
Laufkäfer: Freund des Gärtners
Der Laufkäfer ist ein wichtiges Glied der Nahrungskette: Er ist selbst Räuber und wird zugleich gefressen. Für Eulen, Kröten und Igel ist er eine beliebte Beute.
Seine besondere Bedeutung als Nützling für den Gärtner liegt darin, dass der Laufkäfer als erwachsenes Tier und als Larve wirksam Schnecken bekämpft. Doch er frisst auch Apfelwicklerlarven (Apfelwürmer), Raupen, Blattläuse, Drahtwurmlarven, Blattkäfer, Kartoffelkäfer und Nematoden – aber leider auch Regenwürmer und Spinnen. Dennoch gehört er zu den wirksamsten Nützlingen bei der biologischen Bekämpfung verschiedener Schädlinge in unseren Gärten.
Laut einer Studie des INRA aus dem Jahr 2011 fressen manche Laufkäfer auch Samen von Unkräutern. So regulieren sie das Vorkommen von „Unkräutern“ im Garten oder auf Kulturflächen.
Nach Ansicht einiger Autoren ist das Vorkommen von Laufkäfern in der Natur und im Garten zudem ein guter Indikator für die Biodiversität eines Lebensraums.

Goldlaufkäfer beim Fressen einer Schnecke (© gbohne)
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- Bodenbearbeitung möglichst reduzieren, damit keine Laufkäfer-Eier im Boden zerstört werden;
- Den Boden dauerhaft bedeckt halten, im Zier- und Nutzgarten: Bodendecker, Gründüngung, dichte Pflanzung oder Mulch;
- Indigene Wildpflanzen wachsen lassen, etwa unter Bäumen und Hecken, und Bereiche ungemäht belassen. Rainfarn-Büschelschön scheint Laufkäfer zu fördern. Zu große Rasenflächen erschweren ihre Fortbewegung und machen sie zur Beute;
- Alte Wurzelstöcke, Holz-, Laub- und Steinhaufen liegen lassen: Sie bieten tagsüber Schutz und dienen als Winterquartier;
- Verzichten Sie auf Schneckenfallen wie Bierfallen: Laufkäfer werden von leidenden Schnecken angelockt, fallen hinein und ertrinken. (Das Bier trinken Sie lieber selbst!).
Und natürlich alle Pestizide, Herbizide, Insektizide und sonstigen chemischen oder vermeintlich natürlichen „-zide“ vollständig verbannen!
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