Lavendel und Gesundheit: Anbau und Wirkung
Beruhigende Heilpflanze mit mediterranem Charme
Inhaltsverzeichnis
Lavendel: Der duftende Strauch mit schönen Blütenähren ist Heilpflanze und bringt viele gesundheitliche Vorteile. Tipps zu Pflege und Anwendung.
Die vielen Vorteile von Lavendel
Lavendel anzubauen bedeutet vor allem, eine duftende Sommerblüte mit farbigen Blütenähren zu genießen. Violett ist zwar die typische Farbe dieser Pflanze, doch die Blüten gibt es auch in anderen Farbtönen, etwa Weiß oder Rosa. Diese bienenfreundliche Blüte erfreut die so wichtigen Bestäuber. Das Laub ist hart, fein und sehr aromatisch. Es schimmert silbrig und ist immergrün. So bleibt Lavendel zu jeder Jahreszeit schön, auch im Winter.
Doch Lavendel ist auch in der Phytotherapie beliebt. Seine Wirkstoffe werden zur Linderung bestimmter Beschwerden eingesetzt. Häufig dient er als Ergänzung zur konventionellen Medizin. Ihm werden folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- beruhigend;
- schlaffördernd;
- antiseptisch;
- krampflösend;
- wundheilungsfördernd;
- virus- und bakterienhemmend;
- insektizid.

Lavendel ist in der Phytotherapie beliebt und wird in zahlreichen Formen angewendet
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Lavendel: pflanzen, kultivieren, RückschnittLavendel im Beet oder Topf anbauen
Lavendel ist eine genügsame, winterharte und anspruchslose Pflanze. Er verträgt Trockenheit, pralle Sonne und Hitze problemlos. Sein größter Feind? Zu viel Wasser – durch zu kräftiges Gießen oder einen zu schweren Boden.
Lavendel lässt sich an vielen Stellen im Garten pflanzen: im Steingarten, als Beeteinfassung, im Kiesbeet, im Vordergrund einer Hecke usw. Er ist die unverzichtbare Pflanze für den Trockengarten. Aber auch im Topf gedeiht er und bietet seine vielseitigen Vorzüge selbst ohne Garten.
Die verschiedenen Sorten
Im Garten können Sie nach Herzenslust alle Sorten pflanzen: Lavandula angustifolia ‘Arctic Snow’ mit weißen Blüten, ‘Rosea’ mit rosafliederfarbenen Blütenähren oder ‘Ellagance Sky’ mit zart himmelblauen Blüten. Wenn Sie klassische Farben bevorzugen, sind ‘Hidcote’ oder ‘Munstead’ ideal. Echter Lavendel oder Arznei-Lavendel, der natürlicherweise in höheren Lagen wächst, gilt aufgrund der besonders starken gesundheitsfördernden Wirkung als interessanteste Art. Aber auch Breitblättriger Lavendel, der Provence-Lavendel (eine Kreuzung aus Echtem und Breitblättrigem Lavendel) sowie Schmetterlings-Lavendel (weniger winterhart) besitzen wertvolle Eigenschaften. Sie können einen monochromen Garten gestalten, verschiedene Farbtöne kombinieren oder die Blütenfarben je nach Gartenbereich variieren.
Im Topf lassen sich theoretisch alle Sorten kultivieren, sofern das Gefäß geeignet ist. Besonders gut eignen sich jedoch kleinere Sorten wie ‘Blue Jeans’ oder ‘Bleu de Gien’ (40 cm in alle Richtungen).

Lavandula angustifolia ‘Hidcote’
Die Pflanzung
- Wählen Sie einen sonnigen Standort mit gut drainierendem Boden, in dem Wasser nicht stehen bleibt. Lavendel gedeiht problemlos in armen, steinigen oder kalkhaltigen Böden, verträgt jedoch keine schweren Lehmböden. Falls dies bei Ihnen der Fall ist, pflanzen Sie ihn unbedingt an einem Hang, im Steingarten oder auf einem Hügel, damit Regen- und Gießwasser abfließen können. Wählen Sie den Standort sorgfältig, denn Lavendel verträgt kein Umpflanzen: Seine tief reichende Pfahlwurzel bricht beim Verpflanzen leicht ab, woraufhin die Pflanze verkümmert.
- Bereiten Sie die Fläche vor, indem Sie Unkraut entfernen und den Boden mit einem Spaten lockern. Bei Bedarf können Sie drainierende Materialien wie Flusssand, Blähton oder Kies einarbeiten.
- Ob der Lavendel im Anzuchttopf oder im Topf geliefert wird, stellen Sie das Gefäß vorher etwa zehn Minuten in Wasser. So kann sich der Wurzelballen gründlich mit Wasser vollsaugen.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa zwei- bis dreimal größer als der Wurzelballen ist.
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Loch und bedecken Sie ihn mit Erde oder Blumenerde.
- Wenn Sie mehrere Lavendelpflanzen setzen, halten Sie je nach Wuchsform der ausgewählten Sorte einen Abstand von 40 bis 60 cm ein.
- Gießen Sie die Pflanze und bringen Sie gegebenenfalls eine mineralische Mulchschicht aus Kies oder Schiefer am Fuß der Pflanze aus.
Für die Pflanzung im Topf wählen Sie ein mindestens 40 cm tiefes Gefäß mit Abzugslöchern. Tontöpfe sind besonders geeignet, da ihr Material das Substrat besser atmen lässt. Verwenden Sie leichte Gartenerde oder gut drainierende Blumenerde für mediterrane Pflanzen. Geben Sie vor dem Pflanzen eine 3 bis 5 cm dicke Drainageschicht auf den Topfboden.

Die Pflege
Lavendel ist ausgesprochen pflegeleicht und stellt nur geringe Ansprüche. In den ersten beiden Jahren gießen Sie ihn bei längerer Trockenheit, damit er gut einwurzelt. Sobald er etabliert ist, kommt die Pflanze allein zurecht.
Im Topf muss regelmäßiger gegossen werden. Warten Sie jedoch unbedingt, bis das Substrat auch in der Tiefe trocken ist, bevor Sie erneut gießen. Falls Sie einen Untersetzer oder Übertopf verwenden, leeren Sie diesen nach etwa 20 Minuten, damit kein Wasser stehen bleibt. Im Winter sollten Sie den Topf mithilfe eines Ziegels oder einer Kiste vom Boden abheben. In der Regel ist keine Düngung erforderlich.
Lavendel ist nicht besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Tatsächlich kann ihm vor allem zu viel Wasser schaden.
Am Ende der Blüte können Sie die Blütenähren schneiden und die Zweige um die Hälfte zurückschneiden, damit die Pflanze ihre harmonische, kompakte Form behält. Andernfalls neigt Lavendel dazu, auseinanderzufallen und in der Mitte kahl zu werden. Unter geeigneten Kulturbedingungen kann eine Lavendelpflanze mehr als zehn Jahre alt werden.

Lavendel wird direkt nach der Blüte geschnitten
Garten-Lavendel für die Gesundheit nutzen
Auch wenn es nicht einfach ist, eigenes Lavendelöl oder Lavendelhydrolat herzustellen (dafür braucht man spezielle Geräte und technisches Know-how), kann man Lavendel durchaus auf andere Weise verwenden, um von seinen gesundheitlichen Vorzügen zu profitieren.
Lavendel trocknen
Lavendel wird häufig getrocknet verwendet, da frische Blüten schneller verderben. Schneiden Sie die Blüten an einem trockenen Tag zu Beginn des Sommers, idealerweise morgens (auf jeden Fall vor Mittag), und bevorzugen Sie Blüten, die noch nicht vollständig geöffnet sind.
Legen Sie sie zum Trocknen flach auf ein Trockengitter oder eine mit Zeitungspapier beziehungsweise einem einfachen Tuch ausgelegte Kiste. Sie können auch Sträuße binden und kopfüber aufhängen. Platzieren Sie sie an einem warmen, gut belüfteten Ort, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Wenden Sie die Stängel nach einigen Tagen bei Bedarf oder drehen Sie die Sträuße um. Sobald die Blüten zwischen den Fingern zerbröseln, sind sie gut getrocknet.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Lavendel trocknen: So geht’s

Am besten trocknet Lavendel kopfüber
Lavendeltee
Geben Sie dafür einfach einen Esslöffel getrocknete Blüten (pro Tasse) etwa zehn Minuten lang in siedendes Wasser. Dieses Getränk wirkt entspannend und hilft, erste Anzeichen von Beschwerden zu lindern (Erkältung, Angina, Nasennebenhöhlenentzündung …).
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Lavendeltee zubereiten

Ein entspannender Tee!
Lavendeldekokt
Diesmal werden die Ähren (etwa 50 Gramm) in 1 Liter kochendes Wasser gegeben und 2 bis 3 Minuten weitergekocht. Nach dem Ausschalten der Herdplatte lässt man sie noch etwa zehn Minuten ziehen. So werden mehr Wirkstoffe freigesetzt. Lassen Sie die Flüssigkeit abkühlen und filtern Sie sie, bevor Sie sie als Spray verwenden. Diese Anwendung eignet sich für wohltuende Massagen, zur Reinigung der Kopfhaut oder als Insektizid. Der Duft von Lavendel ist für seine abwehrende Wirkung gegen zahlreiche Parasiten bekannt: Mücken, Flöhe, Zecken usw.
Getrocknete Sträuße
Die kleinen Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank kennt sicherlich jeder. Sie verleihen der Wäsche einen angenehmen Duft und sollen außerdem Motten abwehren.
Lesen Sie Gwenaëlles Tipps: Motten mit Kräutern aus dem Garten bekämpfen.
Vorsichtsmaßnahmen
Vor allem bei bestehenden gesundheitlichen Problemen, während der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei kleinen Kindern empfehlen wir, vor der Anwendung von Lavendel ärztlichen Rat einzuholen. Auch wenn Lavendel natürlich ist und zu den am besten verträglichen Pflanzen gehört, kann jede Pflanze Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten oder andere Gegenanzeigen aufweisen.
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