Libellen und Kleinlibellen: Rolle im Garten?

Libellen und Kleinlibellen: Rolle im Garten?

Insekten im Garten: Beitrag zum Gleichgewicht

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. Januar 2026  durch Olivier 7 min.

Libellen und Kleinlibellen gehören zur Ordnung der Odonaten und unterscheiden sich in Form und Verhalten: Libellen sind kräftig gebaut und halten ihre Flügel in Ruhe geöffnet, während die zierlicheren Kleinlibellen sie am Körper zusammenfalten. Als Nützlinge spielen sie im Garten eine wichtige Rolle, indem sie Schädlingspopulationen wie Mücken und Fliegen auf natürliche Weise kontrollieren und so die Biodiversität fördern sowie das ökologische Gleichgewicht unterstützen. Ihr Vorkommen weist zudem auf eine intakte Umwelt im Garten hin und unterstreicht, wie wichtig vielfältige Lebensräume für ihr Überleben und das anderer Arten sind.

Rolle der Libellen

Die Libelle – ein unverwechselbares Insekt …

Schwierigkeit

Etwas Entomologie ...

Libellen und Kleinlibellen sind Insekten aus der Ordnung der Libellen (Odonata). Libellen gehören zur Unterordnung Anisoptera, Kleinlibellen zur biologisch verwandten, zierlicheren Unterordnung Zygoptera. Die Vertreter beider Gruppen führen etwa die gleiche Lebensweise.

Körpermerkmale und wichtige Unterschiede

Libellen sind meist kräftiger gebaut und haben einen länglichen Körper mit sehr großen Augen, die oft aneinandergrenzen und ihnen ein nahezu rundum reichendes Sichtfeld ermöglichen. In Ruhe halten sie ihre Flügel flach ausgebreitet. Die meist kräftigen Farben nutzen Libellen während der Paarungszeit zur Partnerwerbung oder bei Revierkämpfen zur Einschüchterung.

Kleinlibellen sind ihnen zwar ähnlich, aber zierlicher und anmutiger, mit schlanken, länglichen Körpern. Ihre Augen sind deutlich getrennt und kleiner. Anders als Libellen legen Kleinlibellen ihre Flügel in Ruhe am Körper an (mit Ausnahme einiger Teichjungfern). Auch die Farben der Kleinlibellen können leuchtend sein, doch weisen ihre Flügel und Körper meist feinere Muster auf.

libellule vs demoiselle

Links eine Libelle, rechts eine Kleinlibelle.

Bevorzugte Lebensräume und typisches Verhalten

Libellen und Kleinlibellen bevorzugen Lebensräume mit Gewässern, da sich ihre Larven, die Najaden genannt werden, im Wasser entwickeln. Libellen findet man häufig an Seen, Teichen, Flüssen und in Feuchtgebieten mit ruhigem oder langsam fließendem Wasser. Sie jagen aktiv eine große Vielfalt an Beute, darunter Mücken, Fliegen und gelegentlich sogar Schmetterlinge.

Kleinlibellen wählen ähnliche Lebensräume, sind aber häufiger an Bächen und Flüssen mit stärkerer Strömung zu finden. Auch sie sind ausgezeichnete Räuber und tragen entscheidend dazu bei, die Bestände aquatischer und terrestrischer Insekten zu regulieren.

Diese Insekten zeigen ein einzigartiges Jagdverhalten: Sie können rückwärts fliegen, in der Luft stehen und akrobatische Flugmanöver ausführen, um ihre Beute zu fangen. Ihr Vorkommen im Garten weist eindeutig auf ein gesundes und ausgewogenes Ökosystem hin.

Lebensweise von Libellen

Libellen halten sich bevorzugt an Gewässern auf

Ökologische Rolle: nicht unterschätzen

Hervorragende Räuber

Libellen und Kleinlibellen nehmen in der Nahrungskette aquatischer und terrestrischer Ökosysteme eine wichtige Stellung ein. Schon im Larvenstadium fressen sie eine große Vielfalt kleiner Wasserorganismen, darunter die Larven anderer Insekten, und tragen so zu deren Regulierung bei. Dieses Larvenstadium kann mehrere Jahre dauern. In dieser Zeit dienen sie selbst verschiedenen Fischen und Amphibien als wichtige Beute und bereichern die aquatische Biodiversität.

Nach dem Schlüpfen als erwachsene Tiere (Imago) bleiben sie wichtige Räuber, nun jedoch in der Luft. Sie erbeuten große Mengen fliegender Insekten wie Mücken, Fliegen und andere kleine Insekten. Diese Jagd ist entscheidend, um die Bestände dieser Insekten zu regulieren, die für Menschen und Kulturpflanzen oft als lästig gelten.

Indem sie Insekten fressen, die bei massenhaftem Auftreten zu Pflanzenschädlingen werden können, tragen Libellen und Kleinlibellen direkt zur Gesundheit von Gärten und landwirtschaftlichen Flächen bei. Ein Beispiel sind Mücken: Als Krankheitsüberträger können sie die Lebensqualität im Freien erheblich beeinträchtigen. Libellen helfen wirksam, ihre Vermehrung einzudämmen, indem sie diese Insekten jagen und fressen. Ein weiteres Beispiel sind Blattläuse. Sie können Pflanzenkrankheiten übertragen und Pflanzensaft saugen. Für Kleinlibellen sind sie eine häufige Beute, wodurch diese zur Regulierung ihrer Bestände beitragen.

Nahrung der Libellen, Libellen als Räuber

Eine wertvolle Rolle bei der Regulierung von Mückenbeständen

Doch auch sie werden gefressen

Libellen und Kleinlibellen sind zwar wirksame Räuber in ihren Ökosystemen, dienen aber auch verschiedenen Tieren als Beute. Hier einige ihrer häufigsten Fressfeinde:

  • Vögel: Vögel sind die wichtigsten Fressfeinde von Libellen und Kleinlibellen. Arten wie Schwalben, das Stängellose Leimkraut, die Amsel und Bienenfresser sind besonders geschickt darin, sie im Flug zu fangen.
  • Fische: Während des Larvenstadiums leben Libellen und Kleinlibellen im Wasser und sind dort Fischen ausgesetzt, die sich von kleinen wirbellosen Wassertieren ernähren. Hechte, Barsche und andere Süßwasserfische können große Mengen dieser Larven fressen.
  • Frösche und andere Amphibien: Kaulquappen und kleine Frösche fressen junge Libellen- und Kleinlibellenlarven. Ausgewachsene Frösche können auch erwachsene Tiere nahe der Wasseroberfläche fangen.
  • Spinnen: Einige große Spinnen können Libellen und Kleinlibellen in ihren Netzen fangen oder sie mit den Beinen direkt greifen, wenn sie sich auf Pflanzen niederlassen.
  • Andere Insekten: Die Larven bestimmter Insekten, etwa größerer Libellenarten oder Netzflügler wie Florfliegen, können kleinere Libellen- und Kleinlibellenlarven fressen. Auch Wespen und Gottesanbeterinnen können erwachsene Tiere fangen und fressen.
  • Fledermäuse: In manchen Ökosystemen jagen Fledermäuse Libellen nachts und fangen die erwachsenen Tiere im Flug.

Libellen in den Garten locken und schützen?

Feuchtgebiete anlegen

Das Anlegen kleiner Feuchtgebiete wie eines Gartenteichs oder Tümpels kann ideale Bedingungen für die Fortpflanzung von Libellen schaffen und in geringerem Maße auch für Kleinlibellen, die etwas Strömung bevorzugen. Diese Wasserstellen sollten flach und gut sonnig gelegen sein, mit Schattenbereichen in der Nähe. Vermeiden Sie starke Pumpen oder Springbrunnen, die das Wasser in Bewegung bringen, denn diese Insekten bevorzugen ruhige Gewässer zur Eiablage. Manchmal reicht bereits eine einfache Wanne mit aquatischen Pflanzen und einigen Dutzend Litern Wasser für eine Libelleneiab­lage aus.

Attraktive Pflanzen wählen

Libellen und Kleinlibellen werden von Gärten angezogen, die viele Möglichkeiten zum Ruhen und Jagen bieten. Indigene Pflanzen, die eine große Vielfalt an Insekten anziehen, sind eine hervorragende Möglichkeit, diese Tiere anzulocken. Pflanzen wie Gelbe Sumpf-Schwertlilien, Rohrkolben und Schilf sind besonders attraktiv, da sie stabile Halme bilden, auf denen sich Libellen niederlassen können, um ihr Revier zu überwachen oder Beute zu jagen. Blühende Pflanzen, die andere Insekten anziehen, dienen den Kleinlibellen ebenfalls als Nahrungsquelle.

Darüber hinaus können etwas wildere Bereiche im Garten Rückzugsorte für die Larvenstadien der Libellen schaffen. Diese leben meist im Wasser, benötigen aber dichte Vegetation, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Wenn Sie hohes Gras und Gestrüpp rund um Teiche oder Feuchtgebiete stehen lassen, bieten Sie den jungen Insekten lebenswichtige Verstecke.

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Zwei Libellen paaren sich auf einem Schilfhalm

Sind Libellen gefährdet?

Libellen und Kleinlibellen erfüllen eine wichtige ökologische Rolle, sind jedoch verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt, die ihre Bestände gefährden können. Die wichtigsten Gefahren für Libellenbestände sind:

  • Lebensraumverlust: Die Zerstörung ihrer Lebensräume ist die größte Bedrohung für Libellen und Kleinlibellen. Die Umwandlung von Flächen in Agrarland, Verstädterung und Abholzung verringern Feuchtgebiete, Sümpfe, Teiche, Bäche und Seen, die für Fortpflanzung und Larvenentwicklung dieser Insekten unerlässlich sind.
  • Wasserverschmutzung: Pestizide, Herbizide und chemische Dünger können Gewässer vergiften und die Wasserqualität beeinträchtigen, in denen sich Libellen und Kleinlibellen entwickeln. Schadstoffe beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit der Larven, sondern auch die Verfügbarkeit ihrer aquatischen Beute.
  • Klimawandel: Veränderungen bei Niederschlägen, Temperaturen und extremen Wetterereignissen beeinflussen aquatische Lebensräume. Dürreperioden können kleine, für die Larven notwendige Gewässer austrocknen, während Überschwemmungen etablierte Eiablageplätze zerstören können.
  • Invasive Arten: Die Einführung invasiver Arten kann lokale Ökosysteme ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen. So können manche nicht indigenen Fische Libellenlarven und Kleinlibellenlarven aggressiver jagen als heimische Arten.

→ Olis kleiner Tipp: Was können Sie zum Schutz der Libellen tun? Natürliche Feuchtgebiete erhalten, schützen und renaturieren, in den eigenen Garten kleine Feuchtbiotope wie einen Miniteich anlegen, biologische Garten- und Anbaumethoden bevorzugen und Ihr Umfeld über die Bedeutung von Feuchtgebieten sowie den Schutz der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt informieren.

Mehr erfahren ...

→ Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Nationalen Aktionsplans zum Schutz der Libellen.

→ Einige Libellenarten sind bedroht. Hier finden Sie die IUCN-Rote Liste der Libellen im französischen Mutterland.

Allen Libellenbegeisterten empfehle ich außerdem den Klassiker: Libellenführer Frankreich und Europa von B. Dijkstra, erschienen bei Delachaux und Niestlé. Ebenso das Bestimmungsbuch der Libellen Frankreichs, Belgiens, Luxemburgs und der Schweiz von Grand D. et al., erschienen bei Biotopes. Poetischer erzählt Mein Leben als Libelle von Alain Cugno und Daniel Magnin bei La Salamandre anhand wunderschöner Fotos vom Leben der Libellen.

Oli meint: Zahlreiche Naturschutzvereine organisieren jedes Jahr Veranstaltungen, Zählungen, Aktionstage, Workshops oder Schulungen rund um Libellen. Wenden Sie sich gerne an einen Verein in Ihrer Nähe.

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Blaue Libelle im Garten