Marzeszentes Laub: Pluspunkt im Wintergarten

Marzeszentes Laub: Pluspunkt im Wintergarten

Definition, Nutzen und Vorteile immergrüner Bäume und Sträucher

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 21. Dezember 2025  durch Marion 5 min.

Laubabwerfende Bäume und Sträucher mit marzeszentem Laub: Es bleibt im Winter an den Zweigen. Vorteile und beliebte Arten.

Schwierigkeit

Marzeszenz: ein faszinierendes botanisches Phänomen

Beginnen wir mit der Erklärung, dass sommergrünes Laub eine Pflanze bezeichnet, die jedes Jahr im Herbst ihre Blätter verliert. Mit abnehmender Lichtintensität und sinkenden Temperaturen gehen sommergrüne Pflanzen in die Vegetationsruhe über. Zunächst verringern sie ihren Energiebedarf, indem sie ihr Laub abwerfen. Der Blattverlust reduziert außerdem die Evapotranspiration, also den Wasserverlust über die Stomata der Blätter – und zwar zu einer Zeit, in der ein gefrorener Boden den Zugang zu Wasser erschwert. Deshalb kann der Blattfall auch in trockenen Sommern beobachtet werden. Schließlich schützt er die Pflanze besser vor Frost, gegen den wasserreiche Blätter besonders empfindlich sind.

Pflanzen, die ihr Laub das ganze Jahr über behalten, sind immergrün. Tatsächlich verlieren sie ihre Blätter nach und nach. Der ständige Laubwechsel erweckt jedoch den Eindruck dauerhaften Blattwerks. Die Blätter sind meist dicker und derber. Diese weniger winterharten Pflanzen sind vor allem in Regionen mit milden Wintern verbreitet. Als halbimmergrün bezeichnet man Pflanzen, die ihr Laub nur behalten, wenn die Wintertemperaturen nicht zu stark sinken.

Die Marzeszenz ist eine Sonderform des sommergrünen Laubs. Sie bezeichnet Laub, das im Herbst abstirbt, aber den ganzen Winter über an den Zweigen hängen bleibt, ohne abzufallen (außer bei starkem Wind oder ergiebigem Regen). Erst im Frühjahr, wenn die jungen Triebe erscheinen, lösen sich die Blätter vom Baum oder Strauch. Da die Blätter abgestorben sind, wird der Energiebedarf während der kalten Jahreszeit reduziert. Dennoch ist dieses Phänomen bislang nur unzureichend verstanden, und Forschende fragen sich weiterhin, welchen Nutzen dieser Zwischenzustand hat. Dieses Laub bietet jedenfalls zusätzlichen Schutz vor Kälte und Wind und begrenzt zugleich den Verbiss durch Pflanzenfresser, da abgestorbene Blätter nur wenig Nährwert besitzen.

Beispiele verschiedener Laubtypen

Sommergrüne Birken, immergrüne Klebsame ‘Variegata’ und eine marzeszente Hainbuche

Spät verrottende Blätter

Marzeszente Bäume und Sträucher behalten ihr Laub bis in den Spätwinter. So zerfällt es später und liefert zum Austrieb Nährstoffe – für besseres Wachstum.

Effektiver Sicht- oder Windschutz auch im Winter

Trockene Blätter bleiben haften und schützen als Sicht- und Windschutz. Sie filtern Licht und schaffen im Winter poetische Transparenz. Hainbuche als Sichtschutz.

Lesen Sie auch

Was ist Marzeszenz?

Leichtere Blattpflege

Sommergrüne Pflanzen: Herbstlaub sammeln? Bei marzeszentem Laub entfällt die Arbeit. Im Frühjahr verrottet es rasch und bleibt als Nährmulch liegen.

Lebendiger Garten im Winter

Marzeszentes Laub kann sich dennoch verfärben. Im Herbst leuchten die Blätter zunächst golden, purpurrot oder braun. Beim Vertrocknen zeigen sie auch rostrote, honigfarbene und kupferne Töne. So sorgen diese Bäume und Sträucher in der kalten Jahreszeit für warme Farbakzente und bleiben dekorativ.

Zierwert marzeszentes Laub

Quercus pyreanica oder Pyrenäen-Eiche

Unsere liebsten Bäume und Sträucher mit marzeszentem Laub

Sicher kennen Sie bereits die Bäume mit marzeszentem Laub, die in unseren europäischen Wäldern wachsen.

Beginnen wir mit der Stiel-Eiche oder Gewöhnlichen Eiche (Quercus robur) mit ihrem typischen Laub und den abgerundeten, asymmetrischen Lappen. Sie hat zahlreiche sehr unterschiedliche Kultivare hervorgebracht, die ebenfalls marzeszentes Laub tragen. Dazu gehören ‘Posnania’ mit besonders feinem Laub und ‘Variegata’ mit panaschiertem Laub.

Erwähnen wir auch die Gewöhnliche Hainbuche (Carpinus betulus), einen ausgezeichneten Heckenbaum, sowie ihre Kultivare wie ‘Globulus’, eine kleinere, sehr kompakte Form, die sich ideal für kleine Gärten eignet.

Nicht vergessen dürfen wir die Rotbuche (Fagus sylvatica), eine Verwandte der Eiche. Marzeszentes Laub findet sich auch bei ‘Marmor Star’, einer panaschierten Rotbuche, sowie bei ‘Atropurpurea’, einer Blutbuche.

Bemerkenswert ist, dass Marzeszenz auch bei manchen Bäumen im Jugendstadium auftritt, etwa bei Esskastanien (Castanea sativa) oder Weiden.

Die schönsten marzeszenten Blätter

Quercus robur und Fagus sylvatica ‘Atropurpurea’

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Hainbuche