Mittelmeer-Mandarine: Krankheiten und Parasiten
Unsere Tipps zur Behandlung und Vorbeugung von Problemen bei Mittelmeer-Mandarinen
Inhaltsverzeichnis
Mittelmeer-Mandarine (Citrus deliciosa): Schön und aromatisch, doch anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Krankheiten erkennen, behandeln und vorbeugen.
Mittelmeer-Mandarine: häufige Krankheiten?
Ob im Freiland oder im Topf kultiviert, die Mittelmeer-Mandarine ist eine relativ anfällige Zitrusfrucht, die von verschiedenen Krankheiten befallen werden kann, welche eine echte Gefahr für ihre Gesundheit darstellen.
Bevor wir auf die verschiedenen Krankheiten eingehen, ist es wichtig zu wissen, dass die Gelbverzwergung der Zitrusfrüchte, auch Huanglongbing (HLB) genannt, auf dem europäischen Kontinent nicht vorkommt. Diese Bakterienkrankheit wird durch Psylliden übertragen und gehört zu den schwerwiegendsten Krankheiten bei Zitrusfrüchten.
Gummifluss durch Phytophthora
Gummifluss ist eine Pilzkrankheit, die Stamm und Zweige der Mittelmeer-Mandarine befällt und häufig durch Pilze der Gattung Phytophthora verursacht wird. Begünstigt wird sie durch warme, feuchte Bedingungen und Verletzungen am Baum.
Symptome
- Zähflüssiger, bernsteinfarbener Gummiaustritt am Stamm oder an den Zweigen
- Verfärbung und Risse in der Rinde in Form von schuppigen Nekrosen
- Allmähliches Absterben der Zweige, Vergilben des Laubs.

Gummifluss-Symptom
Was tun?
- Befallene Teile bis ins gesunde Holz zurückschneiden und entfernen
- Ein kupferhaltiges Fungizid wie Bordeauxbrühe auf die betroffenen Stellen auftragen
- Für eine gute Drainage des Bodens sorgen, um Staunässe zu vermeiden.
Tristeza
Tristeza ist eine durch das Citrus tristeza virus (CTV) verursachte Viruserkrankung, die von braunen Zitrusblattläusen übertragen wird. Sie ist besonders zerstörerisch für Bäume, die auf bestimmten anfälligen Unterlagen wie der Hybriden Orange veredelt wurden. Das Virus setzt sich im innersten Bereich des Baums fest und beeinträchtigt den Pflanzensafttransport.
Symptome
- Sehr schnelles Vergilben und Abfallen der Blätter
- Die Früchte bleiben klein und verformt
- Vertikale Streifen und Löcher in der Rinde unterhalb der Veredlungsstelle
- Verringerter Stammdurchmesser an der Veredlungsstelle
- Schnelles Absterben des Baums.
Was tun?
Da es keine wirksame Behandlung gibt, besteht die Bekämpfung in vorbeugenden Maßnahmen. Ist eine Mittelmeer-Mandarine erkrankt, sollte sie ausgegraben und vernichtet werden.
- Blattlauspopulationen kontrollieren, um die Ausbreitung einzudämmen
- Die Einfuhr nicht zertifizierten Pflanzenmaterials vermeiden.
Bakterieller Rindenkrebs
Der durch Xanthomonas axonopodis pv. citri verursachte bakterielle Rindenkrebs bildet Läsionen an Blättern, Früchten und Zweigen und beeinträchtigt die Qualität der Ernte. Die Ausbreitung der Krankheit wird durch Spritzwasser bei Regen oder Bewässerung begünstigt, insbesondere wenn die Mittelmeer-Mandarine Verletzungen an Blättern, Trieben oder Früchten aufweist.
Symptome
- Braune, gelb umrandete Flecken auf Blättern und Früchten
- Korkartige Läsionen an den Zweigen
- Vorzeitiger Blatt- und Fruchtfall.

Bakterieller Rindenkrebs an Zitrusfrüchten
Was tun?
Da keine wirksame Behandlung verfügbar ist, müssen auch hier vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:
- Befallene Teile entfernen und vernichten
- Vorbeugend kupferhaltige Mittel wie Bordeauxbrühe anwenden
- Mechanische Verletzungen vermeiden, da sie Bakterien das Eindringen erleichtern.
Rußtau
Rußtau ist ein schwärzlicher, opportunistischer Pilz, der sich auf dem von Insekten wie Blattläusen oder Schildläusen ausgeschiedenen Honigtau entwickelt. Er dringt zwar nicht in das Pflanzengewebe ein, beeinträchtigt jedoch die Photosynthese.
Symptome
- Rußähnlicher schwarzer Belag auf Blättern, Zweigen und Früchten
- Klebrige Oberfläche der betroffenen Teile
- Nachlassende Wuchskraft des Baums.
Was tun?
- Honigtau produzierende Insekten kontrollieren
- Blätter mit Seifenwasser reinigen.
- Für eine bessere Luftzirkulation um den Baum sorgen.
Chlorose: eher Mangel als Krankheit
Chlorose ist eigentlich eine Scheinkrankheit, die sich durch eine Gelbfärbung des Laubs bemerkbar macht. Die Chlorose wird durch einen Eisen- oder Magnesiummangel verursacht, der wiederum auf einen zu hohen pH-Wert oder ein ausgelaugtes Substrat zurückzuführen ist. Mitunter wird sie durch bakterielle Infektionen ausgelöst.
Symptome
- Gelbliche Verfärbung der Blätter, häufig zwischen den Blattadern
- Verringertes Wachstum des Baums
- Geringere Fruchtproduktion.
Was tun?
- Eisen als Chelat und Spezialdünger für Zitrusfrüchte ausbringen
- Das Substrat verbessern
- Auf zusätzliche Symptome achten, um eine Infektionskrankheit auszuschließen.
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Mittelmeer-Mandarine: pflanzen, pflegen, erntenHäufige Schädlinge der Mittelmeer-Mandarine?
Am Mandarinenbaum treten dieselben Schädlinge auf wie bei den meisten Zitrusfrüchten. Diese Parasiten erscheinen oft, wenn die Kulturbedingungen nicht eingehalten werden.
Schildläuse
Schildläuse sind hartnäckige, saugende Insekten, die sich an Blättern und Zweigen festsetzen, den Baum schwächen und die Bildung von Rußtau fördern.
Symptome
- Kleine schildförmige Insekten oder watteartige Nester auf den Pflanzenteilen
- Vergilbende und abfallende Blätter
- Rußtau durch ausgeschiedenen Honigtau
Was tun?
- Befallene Stellen mit einem in Seifenwasser getränkten Tuch reinigen
- Natürliche Nützlinge wie Marienkäfer einsetzen
- Knoblauchbrühe oder Brennnesseljauche auf das Laub sprühen, im Notfall ein natürliches Insektizid auf Pyrethrumbasis einsetzen.
Blattläuse
Blattläuse, insbesondere die schwarze Zitrusblattlaus (Toxoptera aurantii), sind stechend-saugende Insekten, die junge Triebe des Mandarinenbaums in dichten Kolonien besiedeln. Sie schwächen den Baum und übertragen Viren wie das Tristeza-Virus.
Symptome
- Dichte Kolonien an jungen Blättern und Stängeln
- Verformte junge Triebe, eingerollte oder blasige Blätter
- Honigtau, der die Bildung von Rußtau fördert.
Was tun?
- Erste Kolonien bei Auftreten mit einem kräftigen Wasserstrahl entfernen
- Natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen fördern
- Bei starkem Befall schwarze Seife mit Wasser oder Brennnesselbrühe sprühen und dabei die Blattunterseiten gut benetzen.
Zitrusminiermotte
Die Zitrusminiermotte ist die Larve des Schmetterlings Phyllocnistis citrella , die unter der Blattepidermis Gänge bohrt und dadurch Verformungen sowie eine Schwächung des Baums verursacht.
Symptome
- Gewundene Gänge auf den Blättern
- Eingerollte und verformte junge Blätter
- Verringertes Triebwachstum.

Symptome eines Befalls mit der Zitrusminiermotte
Was tun?
- Befallene Blätter entfernen und vernichten
- Zur Überwachung der Population und zum Fang der Männchen Pheromonfallen einsetzen.
Fruchtfliege
Die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) ist ein bedeutender Schädling in Zitrusfruchtgärten. Das Weibchen legt seine Eier in reifende Früchte; die Larven entwickeln sich im Fruchtfleisch und lassen es verfaulen. Der anfangs unsichtbare Befall führt oft zu erheblichen Ernteverlusten.
Symptome
- Kleine Einstichstellen auf der Fruchtschale, oft von einem verfärbten Bereich umgeben.
- Weich werdende und vorzeitig abfallende befallene Früchte
- Weißliche Larven im Inneren der Früchte.
Was tun?
- Zu Saisonbeginn Pheromonfallen zum Fang der Männchen aufstellen
- Herabgefallene oder verdächtige Früchte regelmäßig aufsammeln und vernichten.
Weiße Fliegen
Weiße Fliegen sind winzige Fluginsekten, die auf der Blattunterseite sitzen. Bemisia tabaci und Trialeurodes vaporariorum sind die häufigsten Arten an Zitrusfrüchten. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen den Baum und scheiden klebrigen Honigtau aus, der Rußtau begünstigt.
Symptome
- Beim geringsten Bewegen fliegt eine Wolke kleiner weißer Fliegen auf
- Klebriger Honigtau und Rußtau auf den Blättern
- Vergilbendes und insgesamt geschwächtes Laub.

Weiße Fliegen
Was tun?
- Natürliche Nützlinge wie Encarsia formosa (Schlupfwespe) einsetzen oder fördern
- Schwarze Seife oder ein natürliches Insektizid sprühen und dabei besonders die Blattunterseiten benetzen
- Gelbtafeln zur Überwachung der erwachsenen Population aufstellen.
Pflegetipps für eine gesunde Mittelmeer-Mandarine
Damit die Mittelmeer-Mandarine nicht von zahlreichen Krankheiten und Parasiten befallen wird, sind Vorbeugung und gute Pflege die beste Strategie.
- Boden regelmäßig verbessern und Staunässe vermeiden, besonders in kühlen Perioden. Regelmäßig gießen, aber nur in gut durchlässigem Boden.
- Zur besseren Belüftung der Verzweigung zurückschneiden. Sauber und mit desinfizierten Werkzeugen arbeiten, damit keine Pathogene eingeschleppt werden.
- Blätter, junge Triebe, Früchte und Stamm regelmäßig kontrollieren, um Auffälligkeiten früh zu erkennen.
- Pheromon- oder Leimfallen einsetzen, um das Auftreten von Schädlingen zu überwachen.
- Die Biodiversität im Garten fördern, um Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und bestimmte Vogelarten anzulocken.
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