Nützliche Spinnen in den Garten locken?
Tipps für einen Garten oder Gemüsegarten, der nützliche Spinnen willkommen heißt
Inhaltsverzeichnis
Spinnen machen Ihnen Angst? Im Natur- und Gemüsegarten helfen sie gegen Blattläuse, Fliegen und Mücken. Tipps für mehr Spinnen: Fehler vermeiden.
Nützliche Spinnen kennenlernen
Wer versteht, was ihm Angst macht, sieht die Dinge anders – im Leben wie im Garten! Wer Spinnenarten unterscheiden, ihre Rolle im Garten und ihren Lebenszyklus kennenlernt, betrachtet diese Tiere mit anderen Augen. Vor allem wird klar: Spinnen sind völlig harmlos und unverzichtbar für die Biodiversität. Sie begrenzen Schädlingsplagen wie Blattläuse, Raupen, Fliegen und kleine Käfer – als Larven oder ausgewachsene Tiere.
Zahlreiche Spinnenarten leben in unseren Gärten, einige davon sind besonders nützlich:
- Die Gartenkreuzspinne ist mit ihrem großen geometrischen Netz wohl am auffälligsten. Oft lauert sie in der Mitte ihres senkrechten Netzes.
- Krabbenspinnen sitzen oft reglos auf Blüten und fangen Fliegen und Blattläuse.
- Die Wolfsspinne (oder Lycoside) jagt ohne Netz am Boden und ist in der Dämmerung aktiv.
- Springspinnen sind ebenfalls häufig: Klein, flink und neugierig wechseln sie von Blatt zu Blatt auf der Suche nach Beute.
- Grüne Huschspinnen bleiben auf dem Laub unbemerkt und warten dort auf ihre Beute.
- Hauswinkelspinnen erkennt man an ihren langen Beinen. Sie leben meist in Innenräumen, sind aber auch in der Vegetation zu finden.
- Argiopen weben senkrechte, runde Netze in Wiesen und Gehölzen.

Die Gartenkreuzspinne ist im Garten wohl am auffälligsten
Keine dieser Arten ist für Menschen gefährlich; sie verdienen ihren Platz im naturnahen Garten. Nur die Europäische Schwarze Witwe, die in Südfrankreich und auf Korsika vorkommt, ist giftig und für Allergiker tödlich. Sie ist schwarz-gelb gefärbt und beißt, wenn sie gestört wird.
Mehr erfahren: Spinnen im Garten: Warum sollte man sie in Ruhe lassen?
Lebensraum für Biodiversität schaffen
Spinnen bevorzugen Gärten mit vielfältiger Vegetation, die ihnen Schutz und Nahrung bietet. Daher ist es wichtig, durch den Anbau verschiedener Arten die Blütenvielfalt zu fördern. Wildblumen, aromatische Pflanzen (Salbei, Minze, Lavendel…), Stauden, Doldenblütler (Apiaceae) mit markantem Laub (Möhre, Petersilie, Schnittsellerie…), Gemüse mit dichtem Laub (Kopfsalat, Grünkohl, Grünkohl…), attraktive Sträucher (Holunder, Weißdorn…) locken Insekten an und bieten ideale Verstecke. Auch Begleitpflanzen wie Koriander, Fenchel, Borretsch oder Schmuckkörbchen können gesät oder gepflanzt werden.

Krabbenspinnen lauern auf der Vegetation auf Beute
Setzen Sie auf Zwischenfrüchte zur Gründüngung (Rainfarn-Büschelschön, Weiß-Klee, Luzerne…) sowie auf Blühstreifen zwischen den Beeten, um Beute und Spinnen anzulocken.
Hohes Gras, ungemähte Bereiche und bewusst „wilde“ Flächen werden für diese unauffälligen Räuber zu unverzichtbaren Verstecken, in denen sie sich verbergen oder ihre Netze bauen können. Zugleich bieten sie ihnen vielfältige Beute.
Natürliche Rückzugsorte schaffen
Neben der Vegetation brauchen Spinnen ruhige Bereiche, um ihre Netze zu spinnen oder am Boden zu jagen. Platzieren Sie im Garten einfache Elemente wie:
- Flache Steine oder aufgeschichtete Holzstücke und Holzscheite
- Bündel geschnittener, eventuell hohler Stängel wie Fenchelstängel
- Einen Haufen Totholz
- Organischen Mulch aus Laub oder Stroh auf unbearbeitetem Boden
- Einfache Insektenhotels mit natürlichen Hohlräumen.

Flache Steine werden von manchen Spinnen besonders geschätzt
Diese Strukturen werden zu sicheren Rückzugsorten, besonders im Winter. All diese Elemente sind ebenfalls wirksam, da sie verschiedenen Arten Unterschlupf bieten, darunter auch solchen, die ihre Beute nicht mit Netzen fangen. Vermeiden Sie es, diese Bereiche am Saisonende zu gründlich zu reinigen: Spinnen finden dort Unterschlupf und manchmal auch einen Ort zur Fortpflanzung. Achten Sie außerdem darauf, diese Unterschlüpfe in unterschiedlichen Bereichen aufzustellen (Schatten, Halbschatten, in der Nähe von Kulturen).
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Biologische Bekämpfung: Nützlinge im GartenStörungen und chemische Behandlungen reduzieren
Spinnen reagieren sehr empfindlich auf Pflanzenschutzmittel. Auch sogenannte „natürliche“ Mittel können ihr Gleichgewicht massiv stören. Verzichten Sie im Garten daher auf Insektizide und Herbizide oder reduzieren Sie deren Einsatz zumindest stark. Um Spinnen zu schonen und dauerhaft anzusiedeln, sollten Sie:
- sanfte Methoden wie Schmierseife, Pflanzenauszüge oder Pflanzenjauchen einsetzen
- diese natürlichen Mittel nachts oder frühmorgens gezielt und örtlich begrenzt spritzen, außerhalb der Netzbauzeit im Frühjahr und Sommer
- ein gewisses Maß an Schädlingen tolerieren, da manche Raupen und Blattläuse den Spinnen als Nahrung dienen.
Auch mechanische Eingriffe und unnötige Unruhe sollten Sie begrenzen. Je ruhiger und beständiger ein Garten ist, desto besser können Spinnen dort leben, Netze bauen und Schädlinge für Sie regulieren. Verzichten Sie daher auf tiefes Umgraben, starkes Wenden des Bodens sowie starken Rückschnitt und Mähen. Jäten Sie stattdessen von Hand und gezielt.
Ganzjährig fördern
Spinnen brauchen ganzjährig Nahrung und Verstecke: Pflanzenreste stehen lassen, mulchen sowie feuchte, ungestörte Bereiche schaffen.
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