Parasiten bei Hühnern: erkennen, behandeln, vorbeugen

Parasiten bei Hühnern: erkennen, behandeln, vorbeugen

Übersicht der äußeren und inneren Parasiten, die Legehennen befallen können

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. Januar 2026  durch Pascale 5 min.

Trotz robuster Art sind Hühner empfindlich. Erfahren Sie mehr über äußere und innere Parasiten, ihre Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung.

Schwierigkeit

Warnsignale

Apathische Hühner, Gewichtsverlust, weniger Eier oder Gefiederverlust: Diese Anzeichen deuten auf Krankheit oder Parasiten hin.

Außenparasiten im Hühnerstall

Am leichtesten zu erkennen sind die äußeren Parasiten, da sie im Gefieder zu finden sind. Oder sie befallen die Haut der Hühner. Eine gründliche Kontrolle des Gefieders kann helfen, sie aufzuspüren. Diese äußeren Parasiten können sich jedoch auch massenhaft im Hühnerstall vermehren.

Rote Vogelmilben

Wenn von Parasiten die Rede ist, denkt natürlich jeder Hühnerhalter an rote Vogelmilben. Der Albtraum aller, die einige Hühner besitzen! Diese berühmten, aber gefürchteten roten Vogelmilben, genannt Dermanyssus gallinae, sind tatsächlich blutsaugende Milben, die sich rot färben, wenn sie mit Blut vollgesogen sind. Sie werden 1 mm groß und bevorzugen besonders Hühnerställe aus Holz mit ihren Zwischenräumen, Rissen, Spalten und Winkeln, in denen sie sich massenhaft vermehren. Nachts ernähren sie sich vom Blut der Hühner, die dadurch geschwächt werden und sterben können. Rote Vogelmilben werden häufig durch Nagetiere und Wildvögel eingeschleppt und sind nur sehr schwer auszurotten. Das liegt nicht nur daran, dass die Weibchen sehr viele Eier legen, sondern auch daran, dass die Eier 8 bis 9 Monate unbeschädigt bleiben können, bis die klimatischen Bedingungen zum Schlüpfen günstig sind.

Wie bekämpft man sie?

Zunächst einmal müssen die Hühner unbedingt aus dem Stall entfernt und gegebenenfalls unter Quarantäne gestellt werden. Anschließend muss der Hühnerstall gründlich mit einem Hochdruckreiniger und Wasser mit einem Zusatz von Weißweinessig gereinigt werden. Achten Sie besonders auf Winkel und Elemente wie Sitzstangen und Legenester, die mit einem Brenner abgeflammt werden können. Nach dieser Arbeit kann statt chemischer, für Hühner schädlicher Mittel ungebrannte Kieselgur versprüht werden. Auch Teeröl kann wirksam sein, wenn es im Stall aufgetragen wird. Heute sind auch natürliche Raubmilben gegen rote Vogelmilben erhältlich.

Die widerstandsfähigsten roten Vogelmilben müssen mit stärkeren, vom Tierarzt verschriebenen Mitteln behandelt werden. Ein Wechsel des Hühnerstalls kann erwogen werden: Der Holzstall kann durch einen Kunststoffstall oder, noch besser, einen stabilen Stall ersetzt werden. Dieser sollte weniger als 5 m² groß sein, um eine Baugenehmigung und die Erschließungsabgabe zu vermeiden.

poule déplumée parasite

Ein Huhn, das ungewöhnlich viele Federn verliert, kann von Parasiten befallen sein

Federlinge und Beißläuse

Diese Läuse sind Insekten, die die Hühner an bestimmten Körperstellen stechen: an der Basis der Flügel, an den Oberschenkeln, nahe der Kloake und am Hals. In der Regel kratzen sich die Hühner. Wenn Sie ihnen ein Bad aus Sand und Asche anbieten, werden sie sich darin wälzen, um die Parasiten loszuwerden. Andernfalls ist Kieselgur im Hühnerstall recht wirksam. Auch das Bestäuben des Stalls mit pflanzlichem Pyrethrumpulver hat sich als wirksam erwiesen.

Federverlust durch Räudemilben

Diese ansteckende Krankheit wird durch eine Milbe namens Cnemidocoptes laevis verursacht. Wie der Name vermuten lässt, führt sie am gesamten Körper des Huhns zu ungewöhnlichem Federverlust. Die Federn wachsen nicht nach. Gleichzeitig kratzt sich das Huhn. Das Auftragen von Teeröl wirkt recht gut.

Fußräude

Auch hierbei handelt es sich um eine blutsaugende Milbe (Cnemidocoptes mutans), die diese Erkrankung verursacht und die federlosen Körperstellen, insbesondere die Füße, befällt. Fußräude ist leicht zu erkennen und zeigt sich durch mehrere Symptome: Die Haut an den Füßen verdickt sich, die Schuppen stehen ab, gelbliche Krusten und Wucherungen treten auf. Häufig beginnen die Hühner zu humpeln.

Um Ihre Hühner zu behandeln, tragen Sie mindestens 15 Tage lang Teeröl auf die Füße auf. Gleichzeitig muss der Hühnerstall sorgfältig gereinigt und mit Kieselgur behandelt werden.

Innere Parasiten, schwerer zu erkennen

Da sie im Körper verborgen sind, lassen sich innere Parasiten mit bloßem Auge deutlich schwerer erkennen und treten bei Hühnern häufig in Form von Würmern auf. Auch hier gibt es verschiedene Arten.

Darmwürmer

Diese Darmwürmer siedeln sich im Verdauungstrakt der Hühner an. Sie sind unsichtbar und bei Hühnern weit verbreitet. Grundsätzlich kann ein Huhn, das schnell an Gewicht verliert, möglicherweise befallen sein. Einige Würmer können zum Tod führen. Darmwürmer treten in verschiedenen Formen auf:

  • Rundwürmer: Dazu gehören 3 bis 7 cm lange Spulwürmer, die häufig im Kot zu finden sind, sowie kleinere Heterakiswürmer, die im ersten Abschnitt des Dickdarms, dem Blinddarm, auftreten.
  • Bandwürmer: Bandwürmer sind an den Ringen ihres Körpers zu erkennen. In der Regel haften sie an der Darmwand.

Kropf- oder Haarwürmer

Diese Würmer, die Kropf und Darm besiedeln, sind äußerst dünn wie ein Haar und 7 bis 18 mm lang. Sie verursachen die Haarwurmerkrankung, die sich durch Abtasten eines weichen, wie mit Wasser gefüllten Kropfes erkennen lässt. Unbehandelt kann diese Krankheit zum Tod der Hühner führen.

Luftröhrenwürmer

Diese als Syngamen bezeichneten Würmer siedeln sich in der Luftröhre an und verursachen zwangsläufig schwere Atemprobleme. Hühner, die nicht normal atmen können, strecken meist den Kopf nach oben, um Luft zu bekommen.

Kokzidien

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Parasiten leben diese innerhalb von Zellen. Es handelt sich also nicht um Würmer. Diese natürlicherweise im Körper vorkommenden Parasiten vermehren sich nur, wenn der Gesundheitszustand des Huhns beeinträchtigt oder es geschwächt ist. Sie verursachen Kokzidiose, die sich an blutigem Durchfall erkennen lässt. Außerdem wirkt das Huhn apathisch. Diese Krankheit ist ansteckend.

Wie kann man sie bekämpfen? 

Die beste Maßnahme gegen diese inneren Parasiten ist eine Entwurmung. Hühner sollten daher regelmäßig entwurmt werden. Auch chemische Wurmmittel können eingesetzt werden, doch natürliche Wurmmittel sind für Ihre Hühner und ihre Eier vorzuziehen.

Zu den natürlichen Wurmmitteln gehören:

  • Ungebrannte, als Futtermittel zugelassene Kieselgur, die dem Futter beigemischt wird
  • Unpasteurisierter Apfelessig: einmal wöchentlich einen Esslöffel auf einen Liter Wasser geben
  • Knoblauchzehen, zerdrückt in Wasser mit etwas aufgegossenem Thymian

Schutz vor Parasiten: wichtige Vorsichtsmaßnahmen

Um die Verbreitung dieser Parasiten zu verhindern, die nur schwer auszurotten und für Ihre Hühner äußerst belastend oder sogar tödlich sein können, ist Vorbeugung unerlässlich. Die wichtigste Grundmaßnahme besteht in perfekter Hygiene im Hühnerstall. Lüften Sie den Hühnerstall daher täglich und entfernen Sie den Kot der Nacht. Die Streu sollte mindestens einmal pro Woche gewechselt und der Hühnerstall einmal im Monat gereinigt werden. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um vorbeugend nicht kalzinierte Kieselgur auf dem Boden auszubringen. Weitere Informationen finden Sie in meinem Artikel: Hühnerstall richtig reinigen

Damit Ihre Hühner gesund bleiben und somit weniger anfällig für Parasitenbefall und vor allem Krankheiten sind, müssen sie richtig und ausgewogen ernährt werden. Ihr Futter sollte zu mindestens 70 % aus Getreide und zu 30 % aus Proteinen bestehen. Auch hierzu empfehle ich Ihnen meinen Artikel: Welches Futter für Legehennen?

Poule: Vorbeugung gegen Parasiten

Ein sauberer Hühnerstall, eine ausgewogene Ernährung und Zugang zu einer grasbewachsenen Fläche sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung

Schließlich brauchen Ihre Hühner Bewegung. Daher ist es wichtig, dass sie Zugang zu einer grasbewachsenen Fläche haben, auf der sie Gras, aber auch zahlreiche kleine, proteinreiche Insekten finden. Wenn Sie nur einen kleinen Garten mit Rasen und Beeten haben, gebe ich Ihnen in diesem Artikel einige Tipps: Hühner im Garten: Tipps für ein gelungenes Zusammenleben.

Der letzte Tipp ist ganz einfach: Beobachten Sie Ihre Hühner! So können Sie kleinste Anzeichen eines ungewöhnlichen Zustands oder Verhaltens erkennen, die oft auf ein Problem beim Huhn hindeuten.

→ Sie können auch unseren Artikel lesen: „Natürliche Mittel für gesunde Hühner“.

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Die Parasiten im Hühnerstall