Pflanzenjauche: Wann anwenden, wie dosieren?

Pflanzenjauche: Wann anwenden, wie dosieren?

Pflanzenjauchen: Ratgeber für Garten und Gemüsebeet

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Pflanzenjauchen: natürliche Nährstoffmittel mit heilender und vorbeugender Wirkung. Erfahren Sie, wie Sie sie je nach Anwendung dosieren und einsetzen.

Schwierigkeit

Welche Jauchen für welchen Zweck?

Pflanzenjauchen sind natürliche Präparate aus Wild- oder Kulturpflanzenextrakten, ideal zur Pflege und Gesunderhaltung von Garten und Gemüsegarten. Sie sind eine biologische Alternative zu synthetischen Produkten. Für eilige Gärtner gibt es fertige Pflanzenjauchen im Handel, doch Pflanzenjauchen lassen sich relativ einfach selbst herstellen. Dazu lässt man Blätter, Stängel, Blüten oder Wurzeln von Pflanzen mehrere Tage oder Wochen in Regenwasser fermentieren. Abseihen – fertig!

Vorteile von Pflanzenjauchen

Pflanzenjauche unterscheidet sich vom Dekokt, bei dem Pflanzen in Wasser gekocht werden. Für einen Pflanzentee gibt man die Pflanzen in zuvor aufgekochtes Wasser und lässt sie mindestens zwei Tage ziehen. Doch zurück zu unseren Jauchen …

Pflanzenjauchen bieten je nach Zusammensetzung unterschiedliche Vorteile. Dank ihres Reichtums an Nährstoffen wirken sie als Pflanzenstärkungsmittel. Gewissermaßen sind sie natürliche Dünger. Andere schützen vor Schädlingen – als Abwehrmittel oder Insektizid. Weitere Jauchen wirken gegen die wichtigsten Pilzkrankheiten, etwa Mehltau oder Kraut- und Braunfäule. Sie sind somit wirksame Fungizide. Außerdem verbessern und nähren Pflanzenjauchen den Boden, indem sie Nährstoffe wie Stickstoff zuführen.

Brennnesseljauche

Neben ihren insektiziden und fungiziden Eigenschaften düngt Brennnesseljauche den Boden

Die verschiedenen Pflanzenjauchen und ihre Verwendung

Hier ein kurzer Überblick über verschiedene Pflanzenjauchen, die Sie für den Garten herstellen können:

  • Brennnesseljauche: Sie ist wohl die vielseitigste Jauche im Garten. Dank ihres Stickstoffgehalts wirkt sie als Wachstumsförderer und vertreibt Blattlaus, Erdfloh und Milbe. Brennnesseljauche stärkt außerdem die Abwehrkräfte und fördert die Wurzelbildung der Pflanzen, während sie Pilzkrankheiten vorbeugt. Sie aktiviert auch hervorragend den Kompost.
  • Beinwelljauche: Zur Vorbeugung fördert Beinwelljauche das Pflanzenwachstum und stärkt die Abwehr gegen Insekten und Krankheiten. Sie aktiviert ebenfalls den Kompost.
  • Schachtelhalmjauche: Dank ihres Kaliumgehalts beugt Schachtelhalmjauche Kraut- und Braunfäule, Rost, Grauschimmel, Monilia und Kräuselkrankheit vor und bekämpft sie. Außerdem wirkt sie sich auf das Pflanzenwachstum aus.
  • Adlerfarnjauche: Sie ist vor allem ein hervorragendes Abwehrmittel gegen Blattläuse, Nacktschnecken, Schnecken und Drahtwürmer sowie eine vorbeugende Behandlung gegen Mehltau und Rost. Außerdem kann sie als Dünger und Kompostaktivator verwendet werden.
  • Tomatenjauche: Sie kann als Dünger, aber auch als Abwehrmittel gegen Erdflöhe, Kohlweißlinge und Möhrenfliegen eingesetzt werden. Außerdem wirkt sie gegen Blattläuse.
  • Löwenzahnjauche: Reich an Kalium, Kieselsäure und Phosphor fördert Löwenzahnjauche das Pflanzenwachstum und damit die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.
  • Balsamkrautjauche: Sie eignet sich ideal, um Weiße Fliege, Gemüsefliege und Dickmaulrüssler, Kartoffelkäfer, Apfelwickler und Kohlweißlinge abzuwehren. Außerdem hilft sie gegen Rost und Kraut- und Braunfäule.
  • Rhabarberjauche: Sie ist vor allem ein Abwehrmittel gegen Insekten, insbesondere Blattläuse.
  • Wermutjauche: Sie wirkt radikal gegen Milben, Nacktschnecken und Schnecken, Kohlweißlinge, Möhrenfliegen, Erdflöhe und Raupen …
  • Holunderblätterjauche: Sie besitzt abweisende Eigenschaften gegen Maulwurf, Feldmaus und Schermaus sowie gegen Insekten wie Raupen und Blattläuse.
  • Bananenschalenjauche: Sie ist ein kaliumreicher natürlicher Dünger.
  • Efeujauche: Sie ist für ihre abwehrenden und insektiziden Eigenschaften gegen Blattläuse, Weiße Fliegen und Milben bekannt.
  • Lavendeljauche: Sie eignet sich hervorragend als Abwehrmittel gegen Insekten.

Diese Liste ist nicht vollständig: Es gibt weitere Pflanzenjauchen mit wachstumsfördernden oder insektiziden Eigenschaften.

Wann Pflanzenjauche im Garten ausbringen?

Beinwell und Permakultur

Beinwelljauche

Je nach Verwendungszweck werden Pflanzenjauchen hauptsächlich vom Frühjahr bis zum Frühherbst eingesetzt. Eine Jauche mit wachstums-, blüte- und fruchtfördernden Eigenschaften wird im Frühjahr und Sommer angewendet. Man kann sie aber auch zu Beginn des Herbstes verwenden, wenn sich viele Pflanzen auf den Winter vorbereiten und Reserven anlegen. Jauchen, die als Abwehrmittel oder Insektizid wirken, werden vor dem Auftreten der Schädlinge im Frühjahr sowie während der gesamten, je nach Art unterschiedlichen Paarungs- und Lebenszeit der Insekten gesprüht.

Jauche sollte immer an einem regen- und sonnenfreien Tag ausgebracht werden. Sie wird leicht abgewaschen und verträgt starke Sonneneinstrahlung nicht. Prüfen Sie daher vor dem Sprühen den Wetterbericht! Die Anwendung erfolgt am besten abends oder sehr früh morgens.

Jauche niemals auf trockenen Böden oder auf Pflanzen mit Wassermangel anwenden. Ein feuchter Boden verstärkt ihre Wirksamkeit.

Generell wird Pflanzenjauche alle 15 Tage angewendet. Übertreiben Sie es jedoch nicht, denn die enthaltenen Wirkstoffe können sonst das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken.

Abschließend sei daran erinnert, dass auch bei natürlichen Produkten Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind. Tragen Sie am besten Handschuhe und eine Maske und bewahren Sie die Jauchen außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Dosierung und Anwendung verschiedener Pflanzenjauchen?

Je nach gewünschter Verwendung der Pflanzenjauche gibt es zwei Anwendungsmöglichkeiten: als Spritzung oder zum Gießen direkt am Pflanzenfuß.

Spritzung oder Gießen

Wird die Jauche als Wachstumsförderer, zur Vorbeugung bestimmter Krankheiten oder als Abwehrmittel beziehungsweise Insektizid gegen Schädlinge eingesetzt, ist das Spritzen die empfehlenswerteste Methode. Meist wird vor allem das Laub besprüht. Bei einem Parasitenbefall sollten jedoch auch die Stängel und Blattunterseiten behandelt werden.

Wird Pflanzenjauche hingegen zur Förderung des mikrobiellen Lebens im Boden oder als Bodenverbesserer verwendet, empfiehlt es sich, direkt am Pflanzenfuß zu gießen. Verwenden Sie die Jauche als Kompostaktivator, gießen Sie den Komposthaufen direkt.

Anwendung und Dosierung von Pflanzenjauche

Pflanzenjauche wird als Blattspritzung oder zum Gießen am Pflanzenfuß angewendet

Welche Dosierung für Pflanzenjauche?

Neben der Anwendungsart ist bei Pflanzenjauche die richtige Dosierung entscheidend. Grundsätzlich wird jede Jauche mit Wasser verdünnt, möglichst mit Regenwasser. Obwohl sie vollständig biologisch ist, enthält Pflanzenjauche besonders viele Nährstoffe und Mineralien. Eine zu hohe Dosierung kann den Pflanzen schaden.

Die Verdünnung hängt vor allem davon ab, wie die Jauche im Garten oder Gemüsegarten verwendet wird. Hier finden Sie die Dosierungen für die gängigsten Jauchen. Eine Verdünnung auf 10 % bedeutet: 1 Liter Jauche mit 9 Litern Wasser mischen. Bei 20 % werden 2 Liter Jauche mit 8 Litern Wasser gemischt.

  • Brennnesseljauche zum Gießen oder als Blattspritzung auf 10 oder 20 % verdünnen
  • Beinwelljauche als Blattspritzung auf 5 %, zum Gießen auf 20 % verdünnen
  • Schachtelhalmjauche zur Kräftigung junger Pflanzen auf 5 %, bei Obstbäumen auf 20 % verdünnen
  • Farnjauche zur Behandlung unverdünnt, vorbeugend auf 5 bis 10 % verdünnt anwenden
  • Jauche aus Weißblühendem Beifuß auf 10 % verdünnen und auf das Laub spritzen
  • Rhabarberjauche auf 10 oder 20 % verdünnt anwenden
  • Balsamkrautjauche meist unverdünnt anwenden
  • Holunderjauche ist auf 10 % verdünnt besonders wirksam
  • Lavendel- und Kuhblumenjauche auf 20 % verdünnen

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Einsatz von Pflanzenjauchen im Garten