Platanennetzwanzen bekämpfen?
Schäden, Vorbeugung und natürliche Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Platanennetzwanze erkennen: natürliche Mittel und Nützlinge zur wirksamen Bekämpfung dieses Pflanzenschädlings!
Platanennetzwanze erkennen
Wie sieht der Schädling aus?
Die Platanennetzwanze (Corythucha ciliata), auch Platanenlaus oder Platanen-Netzwanze genannt, ist ein kleines, fliegendes Stech- und Sauginsekt wie die Blattlaus aus Nordamerika.
Sie wurde in den 1960er-Jahren nach Europa eingeschleppt. In Frankreich wurde sie erstmals im Südosten entdeckt. Inzwischen ist der Schädling in Europa und vielen Ländern weltweit weit verbreitet.
Die erwachsenen Tiere sind nur 3 Millimeter groß. Sie sind weiß mit schwarzen Flecken und haben auffällig membranartige, durchsichtige Flügel, die wie ein gekreuztes Fadennetz wirken (daher der Name Netzwanze). Sie ähnelt der Eichennetzwanze.
Die Platanennetzwanze bildet 2 bis 4 Generationen pro Jahr. Nachdem sie unter der Rinde von Bäumen oder geschützt im Falllaub überwintert hat, legen die erwachsenen Weibchen bis zu 350 Eier entlang der Blattadern auf der Blattunterseite, etwa im März und April.
Die weißlichen Larven breiten sich anschließend nach und nach im gesamten Laub aus.
Die Platanennetzwanze ist im Frühjahr und Sommer besonders gut zu erkennen, da sie warmes, trockenes Wetter bevorzugt.

Corythucha ciliata (Foto links: Petra Broda – Wikipedia)
Welche Schäden verursacht sie?
Wie viele kleine Baumschädlinge, etwa die Wollige Apfelblattlaus, hat die Platanennetzwanze eine erstaunliche Vermehrungsfähigkeit, durch die sie ihren Wirt schnell besiedeln kann.
Sie befällt ausschließlich Platanen und sticht deren Laub an, um sich zu ernähren. Der Schädling ist daher leicht auf der Blattunterseite nahe den Blattadern zu beobachten.
Die sichtbaren Symptome am befallenen Baum sind:
- Entpigmentierung und Verfärbung der Blätter, die gelb werden
- Die Blätter können schließlich vollständig vertrocknen und vorzeitig abfallen
- vermehrte Honigtauausscheidung
- insgesamt kümmerliches Erscheinungsbild des Baums
Die Folgen eines Befalls sind Entlaubung, eine verringerte Photosynthese mit beeinträchtigtem Wachstum und eine allgemeine Schwächung. Die Platane wird anfälliger für Witterungseinflüsse und Krankheiten. Bei starkem, wiederholtem Befall kann der Baum im Extremfall absterben.
Auch wenn dies nicht erwiesen ist, soll der Schädling zudem Überträger pathogener Pilze sein, etwa des bunten Rindenkrebses der Platane oder der Anthraknose.
Zu diesen Schäden kommen Beeinträchtigungen in der befallenen Umgebung: zahlreiche umherfliegende erwachsene Tiere, die mitunter in Gebäude eindringen, sowie herabtropfender Honigtau auf Straßen, Stadt- und Gartenmöbeln, Fahrzeugen usw. Die Platanennetzwanze kann auch Stiche verursachen, stellt jedoch keine Gefahr für den Menschen dar: Ein Allergierisiko wurde bisher nicht nachgewiesen.

Kranke Platanen (Foto: Roouul – Wikimedia) und gelb werdendes Blatt (Foto: MycoPiaf – Flickr)
Platanennetzwanze: Auftreten und Ausbreitung verhindern
Um einem Befall durch die Platanennetzwanze vorzubeugen, setzen Städte zunehmend auf eine größere Vielfalt an Baumarten. Dadurch lässt sich auch die Vereinheitlichung der Landschaft verhindern.
Diese Allee- und Straßenbäume wurden in Frankreich umfangreich angepflanzt, um Straßen zu säumen. Bis in die 1980er-Jahre galten sie aufgrund ihrer zahlreichen Vorzüge als besonders geeignet: Toleranz gegenüber Luftverschmutzung und städtischen Bedingungen, gute Verträglichkeit von Rückschnitten und … geringe Anfälligkeit für Parasiten und Krankheiten.
Auch der sogenannte schonende oder maßvolle Rückschnitt setzt sich zunehmend durch. Er greift weniger stark ein und unterstützt den Baum, anstatt ihn zu zwingen. So wird verhindert, dass er geschwächt und anfälliger für Parasiten und Pathogene wird.
Zur Vorbeugung ist auch der Anbau bienenfreundlicher Pflanzen eine Lösung, die Nützlinge und natürliche Feinde von Schädlingen anlockt (Florfliegen, Wespen …). Setzen Sie auf Borretsch, Große Kapuzinerkresse, Fenchel oder Lavendel.
Blühende Hecken, Blumenwiesen oder Brachland sind ebenfalls ebenso schön wie wertvoll für die Tierwelt.
Ein ausgewogenes Naturgleichgewicht fördert die Biodiversität. Der Verzicht auf chemische Mittel und einige Einrichtungen im Garten, etwa Insektenhotels, trägt dazu bei, das natürliche Vorkommen von Nützlingen langfristig zu sichern (Insekten, Vögel, Spinnentiere …).

Platanennetzwanze natürlich bekämpfen
Wie immer setzen wir bei der Schädlingsbekämpfung bevorzugt auf natürliche Mittel.
Chemische Mittel und Insektizide sind oft teuer, langfristig wenig wirksam und nicht selektiv – vor allem aber gefährlich und schädlich für Mensch, Biodiversität und Umwelt.
Biologische Bekämpfung
Die biologische Bekämpfung ermöglicht eine ökologische Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen.
Gegen die Platanennetzwanze können Sie direkt Nematodenlarven kaufen und diese im Spätwinter oder Frühjahr auf den befallenen Baum sprühen. Diese kleinen, natürlich im Boden vorkommenden Fadenwürmer parasitieren die Schädlinge, indem sie in deren Körper eindringen. So töten sie die Platanennetzwanzen innerhalb weniger Tage ab.
Sie können außerdem Florfliegen einsetzen. Diese grünen Insekten mit durchsichtigen Flügeln und langen Fühlern haben Larven, die große Mengen an Netzwanzen fressen. Im Sommer werden sie direkt auf dem Laub befallener Bäume ausgesetzt.
Mechanische Maßnahmen
Entfernen Sie vor dem Winter abstehende Rindenstücke, die Platanennetzwanzen als Unterschlupf dienen können, mit einer Metallbürste. Beseitigen Sie Pflanzenreste (Laub, Zweige …), die am Fuß des Baumes liegen und den Schädlingen ebenfalls einen geschützten Unterschlupf bieten.
Bei einem bestätigten Befall können Sie im Spätherbst Pflanzenöl auf den gesamten Stamm der Platanen streichen. Das Öl erstickt die überwinternden Platanennetzwanzen.
Beachten Sie, dass auch diese Lösung – wie viele natürliche Mittel – nicht selektiv wirkt.
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