Regengarten oder Versickerungsgarten anlegen?

Regengarten oder Versickerungsgarten anlegen?

Von der Planung bis zur Pflanzenauswahl: Tipps für einen gelungenen Schwammgarten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 6. September 2026  durch Marion 4 min.

Regengärten speichern Regenwasser, mindern Überschwemmungen und Erosion, fördern die Biodiversität und ermöglichen Wiederverwendung. Tipps zur Anlage.

Schwierigkeit

Wozu dient ein Regengarten?

Definition

Ein Regengarten nutzt und kontrolliert Oberflächenwasser, um einen Wasserspeicher und einen Feuchtbereich zu schaffen. Konkret handelt es sich um eine Fläche mit variabler Größe und Tiefe, die Niederschlagswasser zurückhält. Sie besteht aus Steinen und Pflanzen.

Im öffentlichen Raum wird er eingesetzt, um den Abfluss von Regenwasser zu verlangsamen, damit es weniger schnell in die Kanalisation und Kläranlagen gelangt. Manche Regengärten reinigen das Wasser zudem, bevor es im Boden versickert.

Diese Technik wird in Frankreich und anderen Ländern bereits seit vielen Jahren bei der Landschaftsgestaltung eingesetzt. Besonders häufig findet man sie in den mit Terrassen und Kies gestalteten Gärten im Südosten Frankreichs: Bei heftigen Regenfällen infolge mediterraner Wetterlagen, etwa den Cevennen-Episoden, wird das Regenwasser in diesen Bereichen zurückgehalten, anstatt in großen Mengen direkt abzufließen.

System zur Regenwassernutzung

Regengarten in einem Park in Hongkong

Vorteile

Ein Regengarten bietet mehrere ökologische und wirtschaftliche Vorteile:

  • Er speichert Regenwasser, das später wiederverwendet werden kann (im Garten, im Haus usw.);
  • Er hilft, Überschwemmungen, Versickerungsprobleme und Erosion zu bewältigen;
  • Er sorgt für Abkühlung;
  • Er fördert die Biodiversität (Amphibien, Insekten, Vögel, kleine Säugetiere …);
  • Er wirkt ästhetisch und fügt sich natürlich in die Landschaft ein;
  • Er ist einfach anzulegen.
System zur Regenwassernutzung

Einfache, leicht umsetzbare Variante für zu Hause

Standortwahl

Wählen Sie den Standort sorgfältig nach Geländeform und Standort. Legen Sie den Regengarten nahe Zisterne, Fallrohr oder natürlichem Abfluss an.

Halten Sie mindestens 3–4 m Abstand zum Haus, um Durchfeuchtung zu vermeiden. Meiden Sie verlegte Kabel, Leitungen und andere Infrastruktur. Große Baumwurzeln können die Funktion beeinträchtigen.

Nutzen Sie einen natürlichen Hang, eine Rinne oder ein vorhandenes Becken. Auf ebener Fläche ist ein Gefälle anzulegen. Der Standort muss wasserdurchlässig und tragfähig sein.

Regenwasser-Auffangsystem

Beispiel für eine mögliche Anlage

Regenbeet anlegen

Bei der Planung eines Regengartens sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen.

Zunächst gilt es zu entscheiden, wie er mit Regenwasser versorgt wird: Fallrohr, Überlauf einer Regenwassertonne, Entwässerungsrinne, natürlicher Abflussweg usw. Anschließend muss das Wasser zum tiefer gelegenen natürlichen Becken geleitet werden. Dazu heben Sie eine Rinne aus und befestigen deren Ränder mit großen Steinen. So lassen sich Erosion und starke Abflüsse vermeiden, da die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringert wird.

Danach muss die Tiefe der Mulde festgelegt werden, die am unteren Ende des Hangs angelegt wird. Für eine optimale Berechnung sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • die natürliche Versickerungsfähigkeit und -geschwindigkeit des Bodens (bei Lehmboden sind diese Werte niedriger als bei sandigem oder durchlässigem Boden);
  • die jährliche Niederschlagsmenge in Ihrer Region;
  • die Größe der Auffangfläche.

Markieren Sie die Fläche und heben Sie sie mit einem Spaten oder Bagger aus, je nach Größe Ihres Projekts und Ihren Möglichkeiten.

Zum Schluss muss dieser Auffangbereich gestaltet werden. Er wird mit Steinen und Pflanzen strukturiert und ergänzt (siehe folgenden Abschnitt). Passen Sie den Boden bei Bedarf an: Bringen Sie drainierende Materialien (Sand, Kies) ein oder lockern Sie zu schwere, lehmige Böden. Um das Becken kann außerdem ein etwa 15 cm hoher Erdwall angelegt werden, der ein Überlaufen verhindert. Auch ein Ablauf für überschüssiges Wasser ist möglich, etwa durch halb eingegrabene PVC-Rohre.

In einem optimalen Regengarten bleibt das Wasser nicht länger als 2 Tage stehen.

Bei Unsicherheit oder einem besonders großen Projekt können Sie sich von einem Landschaftsgärtner beraten lassen.

System zur Regenwassernutzung

Regengarten im Kissimmee Lakefront Park in Florida

Pflanzen für den Regengarten

Feuchte Uferpflanzen eignen sich perfekt zur Begrünung eines Regengartens, da sie frische bis feuchte Böden bevorzugen. Einige Wasserpflanzen kommen ebenfalls infrage, benötigen für ihre Entwicklung jedoch oft eine dauerhafte Überflutung, die je nach Region und Jahreszeit nicht unbedingt gewährleistet ist. Diese Pflanzen stabilisieren die Ufer des Regengartens und begrenzen die Erosion; einige übernehmen zudem eine Filterfunktion.

Wie in einem klassischen Garten werden diese Pflanzen ausgewählt nach:

  • der Beschaffenheit Ihres Bodens (sandig, lehmig, steinig, kalkhaltig …);
  • dem Standort des Gartens (sonnig, schattig …);
  • den klimatischen Besonderheiten (Strenge der Winter, anhaltende Feuchtigkeit, Trockenperioden usw.);
  • der Größe der gestalteten Fläche.

Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Bepflanzung: Gräser, immergrünes Laub, unterschiedliche Blütezeiten usw.

Logischerweise werden Pflanzen mit hohem Wasserbedarf möglichst nahe am Becken platziert, während Arten, die zeitweise trockene Füße vertragen, weiter entfernt stehen können.

Sie können heimische Pflanzen wählen (Gelbe Sumpf-Schwertlilie, Athyrium filix-femina …), die sich leicht etablieren, oder sich für exotischere Pflanzen entscheiden (Sumpfeibisch, Gunnera manicata …).

Auch folgende Pflanzen kommen infrage:

System zur Regenwassernutzung

Geeignete Pflanzen für den Regengarten: Mammutblatt, Schachtelhalm, Gelbe Sumpf-Schwertlilie, Aronstab und Funkie

Erforderliche Pflege

In den ersten Monaten nach der Pflanzung regelmäßig gießen, damit die Pflanzen gut anwurzeln. Danach kommen sie meist ohne Bewässerung aus, außer bei anhaltender Trockenheit.

Entfernen Sie regelmäßig Unkräuter, damit sich die neuen Pflanzen ohne Konkurrenz etablieren können.

Kontrollieren Sie den Regengarten nach starken Niederschlägen und mindestens 1- bis 2-mal jährlich. Prüfen Sie, ob das Regenwasser wie geplant abläuft, ohne überzulaufen oder umgeleitet zu werden. Bei Bedarf ergänzen Sie Steine, um den Verlauf zu stabilisieren.

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