Sind Pflanzen im Haus gut?
Vorteile, Irrtümer und Tipps für ein grünes Zuhause
Inhaltsverzeichnis
Die Begeisterung für Pflanzen macht längst nicht mehr an Gartenzäunen oder unseren Balkonbrüstungen halt. Seit einigen Jahren halten Zimmerpflanzen Einzug in Wohnzimmer, Küchen und sogar Büros!
Doch abgesehen von der offensichtlichen Schönheit eines Blatts vom Fensterblatt oder der dekorativen Wirkung einer Kanonenblume: Ist es wirklich gut, Pflanzen im Haus zu haben? Handelt es sich nur um einen Trend der Inneneinrichtung oder um ein echtes physiologisches Bedürfnis, uns mit Natur zu umgeben?
Zwischen Mythen über luftreinigende Pflanzen, die Luftqualität und die beruhigende Wirkung des Gärtnerns im Haus beleuchten wir die tatsächlichen Effekte von Zimmerpflanzen, um besser zu verstehen, was sie wirklich zu unserem Alltag beitragen können.

Zimmerpflanzen fördern das Wohlbefinden
Achten Sie einmal darauf, wie Sie sich fühlen, wenn Sie einen Raum mit mehreren Pflanzen betreten: Diese Ruhe ist mehr als ein Eindruck. Studien des Arztes und Forschers Roger Ulrich zu den Wirkungen des Naturkontakts – selbst durch bloßes Anschauen – zeigen, dass Pflanzen Stress reduzieren und Entspannung fördern. Auch als Topfpflanzen vermittelt die Natur eine beruhigendere Wahrnehmung der Umgebung.
Pflanzen in der Wohnung beeinflussen zunächst unsere Wahrnehmung des Raums. Grüne Pflanzen im Haus bringen Leben in oft sehr nüchtern gestaltete Räume. Der Blick ruht ganz natürlich auf einem Blattwerk, einem neuen Trieb oder dem Licht, das durch ein Blatt fällt.
Pflanzen spielen auch bei der Inneneinrichtung eine wichtige Rolle. Ein Fensterblatt, ein Ficus elastica oder ein Grüner Heinrich können die Atmosphäre eines Raums verändern und ihm Struktur und einen grünen Akzent verleihen. Im Wohnzimmer, in der Küche oder im Flur genügen oft wenige Pflanzen, um eine wärmere und einladendere Atmosphäre zu schaffen.
Schon gewusst? Auch die Pflege Ihrer Pflanzen trägt zu diesem Wohlgefühl bei. Ihr Wachstum zu beobachten, die Bewässerung anzupassen oder eine zu eng stehende Pflanze umzutopfen, schafft eine tägliche Verbindung zur Pflanzenwelt, die einer Form der aktiven Meditation gleichkommt.

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Wie bereits erwähnt, helfen Pflanzen beim Entspannen. Das beeinflusst auch Konzentration und Aufmerksamkeit – im Arbeitsbereich ebenso wie zu Hause.
Forschungen der Universität Exeter in England zeigen, dass Pflanzen am Arbeitsplatz die Konzentration, Produktivität und Zufriedenheit der Beschäftigten steigern können.
In einem Homeoffice reichen oft einige pflegeleichte Zimmerpflanzen, um die Atmosphäre zu verändern. Grün im Blickfeld schafft einen natürlichen Blickfang, der einen Kontrast zur allgegenwärtigen Bildschirm- und glatten Oberflächen bildet.
Eine Pflanze neben dem Schreibtisch, auf einem Regal oder nahe einem Fenster bringt so eine dezente, aber anregende Pflanzenpräsenz in den Raum. Robuste Arten wie Pothos, Bogenhanf oder Fiederaron eignen sich gut für diese Räume und benötigen wenig Pflege.

Luftreinigende Pflanzen: stark überschätzt
Das ist eine Frage, die Sie häufig stellen: „Welche Pflanzen reinigen die Luft am besten?“ Um ganz ehrlich mit Ihnen zu sein: Es ist wichtig, zwischen Mythos und wissenschaftlicher Realität zu unterscheiden, damit wir Ihnen keine falschen Hoffnungen machen.
Diese Vorstellung geht unter anderem auf Experimente der NASA in den 1980er-Jahren zurück. Sie zeigten, dass bestimmte Pflanzen wie die Blattfahne oder die Efeutute unter streng kontrollierten Laborbedingungen chemische Verbindungen aufnehmen konnten – was mit der Größe unseres Wohnzimmers nichts zu tun hat!
Zahlreiche Studien haben diese Ergebnisse inzwischen präzisiert. In einer normalen Wohnung bleibt der Einfluss von Pflanzen auf die Reinigung der Raumluft sehr begrenzt, wenn nicht sogar verschwindend gering. Für eine messbare Wirkung müssten Sie Ihr Wohnzimmer in einen echten Tropendschungel verwandeln!
Das bedeutet nicht, dass Pflanzen nutzlos sind. Sie tragen vor allem zu einer angenehmeren, lebendigeren und beruhigenderen Umgebung bei.
Gut zu wissen: Um die Raumluft zu verbessern, ist regelmäßiges Lüften durch Öffnen der Fenster nach wie vor die wirksamste Lösung.

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Der wichtigste Nutzen von Pflanzen für unser Raumklima liegt woanders: in der Luftfeuchtigkeit. Durch Evapotranspiration geben Pflanzen Wasserdampf ab.
Im Winter trocknen Heizungen die Luft aus und reizen die Atemwege. Eine schöne Sammlung von Grünpflanzen sorgt dann für eine natürliche, angenehme Luftfeuchtigkeit. Sie wirken wie kleine ökologische Luftbefeuchter, machen die Luft angenehmer und verringern Schwebestaub.

Pflanzen im Schlafzimmer: Kann man damit schlafen?
Diese Frage wird oft gestellt: „Ist es gefährlich, mit einer Zimmerpflanze zu schlafen?“ Früher befürchtete man, Pflanzen würden uns nachts den Sauerstoff „stehlen“. Dieser hartnäckige Mythos ist unbegründet.
Zwar kommt die Photosynthese nachts zum Stillstand und die Pflanze gibt etwas Kohlendioxid (CO₂) ab. Aber keine Sorge: Die Mengen sind winzig – deutlich geringer als die eines Haustiers oder sogar der Person, die Ihr Bett teilt!
Im Gegenteil: Manche Pflanzen sind ideale Begleitpflanzen fürs Schlafzimmer. Bogenhanf (die berühmte Schusterpalme) und Echte Aloe geben sogar nachts Sauerstoff ab. Die Menge ist zwar gering, doch ihr Anblick sorgt für eine beruhigende pflanzliche Note, die das Einschlafen erleichtert.
Unser Gärtnertipp: Vermeiden Sie lediglich Pflanzen mit zu aufdringlichem Duft, etwa manche Jasminarten, Orchideen oder blühende Lilien, da sie Ihre Nachtruhe stören könnten.

Pflanzen für einfache Begrünung am Haus
Um die Vorteile von Pflanzen im Haus voll auszuschöpfen, ist es oft sinnvoll, mit leicht zu kultivierenden Zimmerpflanzen zu beginnen. Einige robuste Arten passen sich gut an die Bedingungen in Wohnräumen an und benötigen wenig Pflege.
Welche Pflanze für welchen Standort?
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Volle Sonne (Südseite): Wenn Ihr Fenster in direktes Licht getaucht ist, wählen Sie Kakteen und Sukkulenten (etwa die Echeverie). Sie lieben Wärme und vertragen die brennenden Sonnenstrahlen hinter einer Scheibe. Auch eine schöne Echte Aloe. fühlt sich hier wohl. Andere Pflanzen leiden unter der Sonne, deren Strahlen vor allem im Sommer ihr Laub verbrennen können. Abhilfe schaffen ein leichter Vorhang oder ein etwas vom Fenster abgerückter Standort.
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Indirektes Licht (Ost- oder Westseite): Dies ist der ideale Standort für die meisten tropischen Pflanzen. Das Große Fensterblatt, die Pilea peperomioides (Ufopflanze) oder Ficus fühlen sich hier rundum wohl. Auch die bekannte Efeutute entfaltet hier ihre Lianen großzügig, während die Blattfahne (Spathiphyllum) Sie mit eleganten weißen Blüten erfreut. Die Pflanzen profitieren vom Licht, ohne dass ihre Blätter verbrennen.
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Schatten oder wenig Licht (Nordseite oder Zimmerecke): Geben Sie nicht auf, wenn Ihre Wohnung dunkel ist! Robuste Pflanzen wie der Fiederaron (ZZ-Pflanze), die Schildnarbe (unverwüstliche Schusterpalme) oder der Bogenhanf kommen auch mit weniger beleuchteten Ecken gut zurecht. Sie wachsen langsamer, beleben den Raum aber sofort.
Das Wichtigste für gesunde Pflanzen
Um typische Fehler zu vermeiden und Ihre Pflanzen kräftig zu halten, beachten Sie diese drei Grundlagen:
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Richtig gießen: Gießen Sie nur, wenn die Blumenerde in den oberen zwei Zentimetern trocken ist. Zu viel Wasser ist der größte Feind der Wurzeln.
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Für Drainage sorgen: Verwenden Sie Töpfe mit Abzugslöchern und einer Schicht Tongranulat am Boden. Lassen Sie niemals Wasser im Übertopf stehen.
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Laub entstauben: Reinigen Sie die Blätter regelmäßig mit einem feuchten Tuch, damit sie Licht gut aufnehmen und atmen können.

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