Steingarten: 7 ideale Sträucher!
Die besten Arten und Sorten für Ihren Kiesgarten!
Inhaltsverzeichnis
Mineralische Kiesgärten lassen sich relativ leicht anlegen, doch die Pflanzenauswahl kann mitunter schwierig sein. Zwar fühlen sich viele Stauden in solchen Anlagen wohl, doch sorgen sie nicht immer für eine starke Struktur – schon gar nicht das ganze Jahr über. Dafür eignen sich kleine Sträucher oder Bäume, die ebenfalls zwischen Kies und Steinen wachsen und zugleich leicht zu kultivieren sind und wenig Pflege benötigen. Sie unterstreichen die gewünschte Atmosphäre: Mediterraner Garten, Zen- oder Japanischer Garten, naturnaher Garten … In diesem Beitrag stelle ich Ihnen eine Auswahl perfekt geeigneter Sträucher für einen Kiesgarten vor. Ich hätte Ihnen die Klassiker Ölbaum und Oleander vorstellen können, habe mich aber für andere Gattungen entschieden, die ebenfalls mit üppigen, ungewöhnlichen Blüten, betörenden Düften, dekorativem Laub oder auffälligem Fruchtschmuck begeistern.

Der spektakuläre und berühmte Kiesgarten von Beth Chatto in England
Zistrosen (Cistus)
In der mediterranen Garrigue verbreitet, ist die Zistrose ein Meister der Trockenheits- und Salzluftverträglichkeit. Ihr immergrünes, aromatisches Laub ist meist grün oder graugrün und von einem feinen Flaum bedeckt. Bei der Korsischen Zistrose nimmt es unter Kälteeinfluss sogar violette Farbtöne an, und die Sorte ‘Rospico’ schmückt sich mit hellgelben Blatträndern. Doch vor allem wegen ihrer langen Blütezeit von April bis Juli wird die Zistrose geschätzt. Ihre Hagebuttenblüten sind meist reinweiß (Salbeiblättrige Zistrose, Montpellier-Zistrose), hellrosa (Cistus ‘Peggy Sammons’) oder dunkler (Purpur-Zistrose) und werden durch eine Mitte aus gelben Staubblättern betont. Bei vielen Sorten, etwa bei der beliebten Cistus purpureus, ist jedes Blütenblatt an der Basis von einem purpurroten Fleck gezeichnet. Die Montpellier-Zistrose ergänzt die Schönheit ihrer Blüten durch Duft. Zistrosen werden nicht höher als 1,50 m. Einige bilden mit ihrem ausgebreiteten, niederliegenden Wuchs echte Bodendecker (Cistus pulverulentus), andere wachsen regelmäßiger kugelförmig (Kretische Zistrose, Purpur-Zistrose…). Sie wachsen recht langsam und werden nicht sehr alt, vertragen aber kalkhaltige Böden und benötigen einen sehr gut drainierten Boden. Mit mittlerer Winterhärte (-10 °C) sind sie für Regionen mit milden Wintern geeignet, obwohl einige unter guten Kulturbedingungen gelegentlich -15 °C aushalten. Obwohl sie vollsonnige Standorte bevorzugen, wachsen Sorten wie Cistus salviifolius problemlos im Schatten, auch bei Trockenheit und zwischen konkurrierenden Wurzeln. Da sie krankheitsfrei sind und keinen Rückschnitt benötigen, eignen sie sich perfekt für Ihren Kiesgarten.

Zistrosen eignen sich perfekt für einen Kiesgarten, hier die prächtige Cistus purpureus mit zart geknitterten Blättern
Ebenfalls sehenswert sind zwei verwandte Gattungen: Halimiocistus ‘Merrist Wood Cream’ mit cremeweißer Blüte und Halimus commutatum, dessen Blütenkronen in leuchtendem Rein gelb erstrahlen.
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→ Alles über Pflanzung, Kultur und Pflege von Zistrosen erfahren Sie in unserem Ratgeber.
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Kiesgarten anlegenSäckelblume (Ceanothus)
Säckelblumen sind Sträucher oder kleine Bäume, die für ihre üppige Blüte sowie ihre Vielfalt an Größen und Wuchsformen geschätzt werden. Einige bilden niederliegende Bodendecker, die etwa 40 cm hoch werden, sich aber auf fast 2 m ausbreiten, wie Ceanothus prostratus. Andere erreichen dagegen eine Höhe von 3 m oder mehr, wie die Sorten ‘Edinburgh’ oder ‘Trewinthen Blue’. Ihre Blüte aus aufrechten Trauben bienenfreundlicher, mehr oder weniger duftender Blüten brachte ihnen den Beinamen Kalifornischer Flieder ein. Meist blau (von dunkel bis hell) gibt es auch Sorten mit weißen oder cremefarbenen Blüten (Ceanothus ‘Millerton Point’) oder zartem Hellrosa (Ceanothus ‘Marie Rose’). Die Blüten erscheinen entweder im Frühjahr (meist bei immergrünen Sorten wie ‘Puget Blue’) oder im Sommer (sommergrüne Sorten wie ‘Burkwoodii’). Einige blühen sogar mehrmals und bis in den Herbst hinein (‘Victoria’ zum Beispiel). Beim Laub dominiert Grün (‘Concha’, ‘Gloire de Versailles’ …), doch einige Kultivare haben panaschiertes Laub (‘Cool Blue’, ‘Lemon and Lime’), goldfarbenes Laub (‘African Queen’) oder sogar dunkelpurpurnes Laub (‘Tuxedo’). Mit recht schnellem Wachstum eignen sich Säckelblumen gut für mineralische Beete und gewöhnlichen, auch trockenen, nicht zu kalkhaltigen Boden. Ihre Lebensdauer beträgt meist höchstens etwa 20 Jahre, dennoch sind sie unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung und Meeresgischt und wenig krankheitsanfällig. Vor allem Staunässe vertragen sie nicht. Die unterschiedliche Winterhärte sollte Ihre Sortenwahl bestimmen. Sommergrüne Arten halten bis -15 °C aus und können in vielen Regionen gepflanzt werden. Immergrüne Arten vertragen Temperaturen unter -7 °C deutlich schlechter und sollten an geschützten Standorten sowie in Regionen mit mildem Klima wachsen.

Wuchsform einer Säckelblume ‘Gloire de Versailles’ und der kräftig blaue Blütenstand.
→ Entdecken Sie alle unsere Säckelblumen-Sorten.
→ Alles über Pflanzung, Pflege und Rückschnitt von Säckelblumen in unserem Ratgeber.
Ginster (Besenginster und Ginster)
Hinter dem Namen Ginster verbergen sich tatsächlich verschiedene botanische Gattungen wie Cytisus, Genista und Spartium. Sie alle werden für ihre anmutige Wuchsform und ihre bemerkenswerte Blüte geschätzt, die je nach Gattung von Frühjahr bis Sommer Farbe in den Garten bringt. Von Bodendeckern mit flachem Wuchs, die kaum 20 cm hoch werden, sich aber bis zu 1 m am Boden ausbreiten (Niederliegender Geißklee), bis zu mehrere Meter hohen Exemplaren (Marokkanischer Ginster, 4 m x 3 m) gibt es eine große Auswahl, mit der sich Ginster in jeden Bereich einer Gartengestaltung mit Kies integrieren lässt. Seine biegsamen, immergrünen Zweige tragen kleine, sommergrüne Blätter, die in der warmen Jahreszeit unter einer Vielzahl von Blüten verschwinden. Die Blütenkronen erscheinen einzeln oder in Büscheln, entweder an den Triebspitzen oder entlang der Zweige, und bieten eine große Palette leuchtender Farben. Leuchtendes Gelb ist besonders häufig vertreten (‘Golden Sunlight’, ‘Allgold’ oder der Stein-Ginster, um nur einige zu nennen), doch viele weitere ebenso kräftige Farbtöne bringen Dynamik ins Beet. Purpurrosa zeigt der Purpurrote Geißklee, kräftiges Rot ‘Boskoop Ruby’, Orange die Sorte ‘Goldfinch’, mehrfarbig der passend benannte ‘Palette’ und sogar Weiß der makellose Cytisus ‘Albus’. Die Blüte ist oft duftend, besonders ausgeprägt bei Sorten wie dem Spanischen Ginster mit seinem ausgeprägten Charakter! Mit normalem bis eher langsamem Wachstum und einer kurzen Lebensdauer von durchschnittlich 5 bis 10 Jahren trotzen sie jedoch trockenen, nährstoffarmen Böden; viele vertragen auch Kalk. Wenig krankheitsanfällig, halten sie sowohl dem Einfluss von Meeresluft als auch Temperaturen von etwa -15 °C bis -20 °C stand. Fühlen sie sich an einem vollsonnigen Standort wohl, kommen sie auch mit einem halbschattigen Standort zurecht.

Ein Hauch von Garrigue: diese Ginsterpolster (Foto: B. Malfondet). Rechts die goldgelbe Schmetterlingsblüte.
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→ In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ginster pflanzen, pflegen und zurückschneiden.
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Steingarten: 12 passende StaudenLampenputzersträucher (Callistemon)
Callistemon sind Sträucher mit exotischem Aussehen und ungewöhnlicher Blüte. Ihre unterschiedlichen Größen und Wuchsformen ermöglichen vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Manche wachsen eher niedrig, dafür breit (Callistemon salignus, 1,5 m x 4 m), während andere mit der Zeit aufrechte Exemplare bilden, die sich für den Hintergrund von Beeten eignen. So kann Callistemon viminalis eine Höhe von 7 m und eine Breite von 3 m erreichen. Für kleine Gärten sind kompakte Sorten wie ‘Mini Red’ (1,20 m x 80 cm) ideal. In jedem Fall ist ihre spektakuläre Blüte nicht zu übersehen: mehr oder weniger aufrechte, zylindrische Blütenähren, die ihnen den Namen „Zylinderputzer“ eingebracht haben. Die Blüten sitzen an den Spitzen der jungen Zweige und erscheinen in leuchtenden Farben, betont durch ebenfalls farbige, hervorstehende Staubblätter. Oft rot (‘Captain Cook’ zum Beispiel), können die Blüten auch fuchsienrosa (‘Hot Pink’), mauvefarben (‘Mauve Mist’), weiß (‘Albus’) oder sogar gelb sein. Die ersten Blüten können sich bereits im Frühjahr öffnen und bis zum Spätsommer während der ganzen Saison immer wieder erscheinen. Das junge Laub des Zylinderputzers ist oft in warmen Farbtönen gefärbt, bevor es sich in verschiedenen Grüntönen stabilisiert. Die Blätter sind mehr oder weniger länglich und erinnern manchmal an Nadeln. Immergrün, ist es bei manchen Arten wie Callistemon citrinus sogar aromatisch. Nach der Blüte erscheinen eigenartige, dekorative kugelige Früchte, die wie an die Rinde gepfropft wirken. Mit eher schnellem Wachstum sind Callistemon das ganze Jahr über dekorativ. In durchlässigem, aber frischem Boden vertragen sie Trockenheit. Wind- und salzluftverträglich, ist ihre mittlere Winterhärte (-5 °C bis -8 °C) vor allem für Regionen mit milden Wintern geeignet, auch wenn manche Arten wie Callistemon rigidus Temperaturen bis -12 °C überstehen. In der Sonne und auf kalkfreiem Boden fühlen sie sich besonders wohl, kommen aber auch mit einem halbschattigen Standort zurecht.

Die ungewöhnliche und sehr dekorative Blüte des Zylinderputzers (Foto: P. Balfe)
→ Entdecken Sie unsere Auswahl an Callistemon.
→ Alle Tipps zum Pflanzen, Pflegen und Schneiden von Callistemon.
Sanddorn (Hippophae)
Unter verschiedenen Namen bekannt (‘Falscher Kreuzdorn’, ‘Dorniger Weidenbaum’, ‘Meer-Faulbaum’ …), ist der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ein echter Überlebenskünstler! Dieser 3 bis 4 m hohe und ebenso breite Strauch ist gegen fast alles resistent: Frost (-30 °C), Trockenheit, Wind, salzhaltige Gischt, Salz und Umweltverschmutzung … Nichts scheint ihm etwas anzuhaben. Der Strauch mit bizarrer Wuchsform entwickelt zahlreiche Zweige, die mit silbrigen Haaren, aber auch mit kräftigen Dornen besetzt sind, wodurch er nahezu undurchdringlich wird. Sein schmales, sommergrünes, silbergraues Laub hat ihm den Namen Ölbaum von Sibirien eingebracht. Seine unscheinbare Frühjahrsblüte erscheint am kahlen Holz und macht anschließend sehr zahlreichen kleinen, runden, orangefarbenen Früchten Platz, die wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt werden. Die essbaren Beeren sind reich an verschiedenen Vitaminen und können roh oder gekocht verzehrt werden. Wenn Sie oder die Vögel sie nicht pflücken, bleiben sie den ganzen Winter über dekorativ. Für den Fruchtansatz müssen weibliche Pflanzen wie Hippophae ‘Leikora’ von einer männlichen Pflanze wie ‘Pollmix’ bestäubt werden. Für selbstfruchtbare Sorten wählen Sie ‘Friesdorfer Orange’. Der sehr schnell wachsende Sanddorn entwickelt ein Ausläufer bildendes Wurzelsystem und eignet sich daher ideal zur Bodenbefestigung. Er verträgt jeden Bodentyp, auch sandigen und kalkhaltigen Boden, in voller Sonne.

Der Sanddorn mit feinem grauem Laub und seinen sehr dekorativen Beeren (Foto W. Cutler)
→ Unsere verschiedenen Sanddorn-Sorten.
→ Alles über Pflanzung, Anbau und Pflege von Sanddorn in unserem Ratgeber.
Granatapfelbäume (Punica)
Granatapfelbäume (Punica granatum) sind für ihre fleischigen Früchte bekannt, doch es gibt auch Sorten, die wegen ihrer üppigen und langen Blüte kultiviert werden. Sie bilden einen gedrungenen Strauch mit knorriger Wuchsform und überschaubaren Maßen (3 bis 5 m × 2 bis 3 m). Ihr junger Blattaustrieb ist bronzefarben, wird grün und färbt sich im Herbst goldgelb oder orange. Viele blühende Granatapfel-Sorten sind dornenlos und tragen daher keine Dornen. Die hellbeige Rinde ist besonders im Winter sehenswert, wenn der sommergrüne Strauch seine Blätter verloren hat. Die Blüte ist deutlich auffälliger als bei fruchttragenden Sorten: Die etwa 6 cm großen Blütenkronen haben zerknitterte Blütenblätter. Oft gefüllt oder stark gefüllt, zeigen sie warme Farbtöne. So trägt die Sorte ‘Maxima Rubra’ leuchtend zinnoberrote Blüten, während ‘Noshi Shibari’ rote und orangefarbene Blüten hervorbringt. Punica ‘California Sunset’ schmückt sich dagegen mit zerknitterten Blütenkronen, die Orange, Lachsrosa und Creme vereinen. Je nach Region kann die Blüte im April beginnen, ihren Höhepunkt erreicht sie jedoch im Frühsommer. Beachten Sie, dass diese Sorten niemals Früchte tragen. Der Granatapfelbaum wächst langsam, wird aber sehr alt. Er ist nur bedingt winterhart (-12 °C bis -15 °C) und benötigt in manchen Regionen einen geschützten Standort. Der Strauch gedeiht in jedem durchlässigen Boden, auch in kalkhaltigem, magerem, steinigem oder lehmigem Boden.

Links: die panaschierte Blüte des Kultivars ‘California sunset’ oder ‘Mme Gravelle’, rechts: ein ebenfalls sehr dekorativer Strauch mit Früchten (Foto: A. Chapman)
→ In unserer Baumschule bieten wir blühende und fruchttragende Granatapfelbäume an.
→ Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie Granatapfelbäume pflanzen, zurückschneiden und pflegen.
Föhren (Pinus)
Als Wahrzeichen mediterraner und japanischer Gärten verleihen Kiefern dem Garten eine starke Präsenz. Neben großen Arten bleiben manche kompakter und eignen sich auch für kleine Kiesgärten. Ihr immergrünes Laub bildet dauerhaft einen Hintergrund, während manche Sorten zusätzlichen Zierwert bieten. So treibt Pinus ‘Fukai’ (2,5 m x 2 m) im Frühjahr blaugrün aus und färbt sich im Winter goldgelb, ebenso wie Pinus ‘Winter Gold’ (2 m x 2,5 m), dessen leuchtende Farben in der kalten Jahreszeit besonders strahlen. Dunkelgrün und Blau sind gut vertreten, doch hellere Farben schaffen schöne Kontraste, etwa bei Pinus ‘Ophir’ (1 m x 1 m) mit frischem Hellgrün. Zierliche Zapfen sind ebenfalls ein Auswahlkriterium, etwa die bläulichen, hängenden Zapfen von Pinus ‘Negishi’ (2 m x 2 m). Wuchsformen und Silhouetten variieren stark: Pinus ‘Lilliput’ (1 m x 1,5 m) bildet einen regelmäßigen, kriechenden Busch, während sich bei Pinus ‘Green Tower’ der regelmäßige Leittrieb 4 m hoch erhebt und die Pflanze 1 m breit wird. Manche Kultivare wachsen bizarr (Pinus ‘Bergman’, 90 cm x 1,2 m), andere zeigen eine Schirmform (Pinus ‘Jane Kluis’, 50 cm x 1,5 m). Als Sonnenliebhaber entwickeln Kiefern ein flaches Wurzelsystem und werden sehr alt. Äußerst anpassungsfähig vertragen sie verschiedene Böden, volle Sonne, Trockenheit, Wind und Kälte; sie sind bis -15 °C oder sogar darunter winterhart.
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→ Kiefern pflanzen, schneiden und pflegen: alle Tipps in unserem Artikel.
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