Warum tragen meine Auberginen keine Früchte?
Auberginen: Anbaufehler und Lösungen für besseren Fruchtansatz
Inhaltsverzeichnis
Sie lieben Auberginen, doch trotz üppiger Blüte bleiben Früchte aus oder fallen ab. Ursachen und Lösungen für Beet, Topf und Balkon.
Zu niedrige Temperatur
Zu verstehen, warum Ihre Auberginenpflanzen keine Früchte tragen, erfordert die Analyse mehrerer Faktoren. Die Temperatur ist dabei besonders wichtig. Auberginen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen und brauchen Sonne und Wärme zur Fruchtbildung. Für eine gute Entwicklung und den Fruchtansatz benötigen sie tagsüber idealerweise Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Auch nachts darf es nicht zu kühl sein. Sinkt das Thermometer nachts auf 10 bis 12 °C, stellt die Aubergine ihr Wachstum weitgehend ein.
Unter diesen Bedingungen öffnen sich die Blüten, doch die Befruchtung bleibt aus. Die Blüten verkümmern, werden gelb und fallen ab, bevor sie bestäubt werden konnten.

Die Aubergine liebt Wärme und Sonne. Kühle Temperaturen verhindern die Bestäubung
Was tun?
Um fehlenden Fruchtansatz durch zu niedrige Temperaturen, insbesondere kalte Nächte, zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Passen Sie die Maßnahmen an Ihre Region an:
- Schützen Sie Auberginenpflanzen nachts vor Kälte, etwa mit Wintervlies oder Folientunneln. So bleibt die tagsüber im Boden gespeicherte Wärme erhalten und wird wieder abgegeben.
- Bauen Sie Auberginen in Regionen mit regelmäßig kühlen Nächten im Gewächshaus oder Frühbeet an.
- Mulchen Sie den Boden, damit er nachts weniger auskühlt.
- Wählen Sie geeignete Sorten, vorzugsweise frühe wie die Aubergine de Barbentane.
Lesen Sie auch
Aubergine: Anbau, Ernte, AussaatThermische Blockade durch extreme Hitze
Aubergine liebt Wärme, doch über 35 °C wird der Pollen steril: Bestäubung und Fruchtansatz bleiben aus, Früchte wachsen nicht. Was hilft bei Hitze?
Ineffektive Bestäubung
Bei der Befruchtung von Blüten kann ein weiteres Problem auftreten, das die Bestäubung verhindert. Die Aubergine ist selbstbestäubend: Ihre zwittrigen Blüten enthalten männliche und weibliche Organe. Die Bestäubung erfolgt innerhalb derselben Blume. Das Pollenübertragen braucht nur einen kleinen Anstoß, damit der Pollen auf den Stempel gelangt – etwa durch Wind oder, noch zuverlässiger, durch bestäubende Insekten wie Hummeln. Bei der Landung auf der Blume bringen sie den Pollen durch Vibration zum Fallen. Diese Insekten bestäuben durch Resonanz oder Vibration.
Werden Auberginen jedoch im Gewächshaus, auf einem Balkon oder einer Terrasse in der Stadt angebaut oder ist Ihr Garten arm an bestäubenden Insekten beziehungsweise windgeschützt, findet keine Pollenübertragung statt. Die Blüten werden nicht bestäubt und fallen ab.

Blüten brauchen die Bewegung von Wind oder bestäubenden Insekten, um bestäubt zu werden
Was tun?
Damit Auberginen auch ohne Wind oder Erschütterungen durch Bienen und Hummeln Früchte tragen, übernehmen Sie diese Aufgabe am besten selbst! Sie müssen weder Ihr schönstes Bienenkostüm anziehen noch den Kaminblasebalg hervorholen … Schütteln Sie die Blüten einfach während der wärmsten Tageszeit vorsichtig. Manche Gärtner verwenden sogar elektrische Zahnbürsten, die das Summen und den Flug von Hummeln oder Bienen simulieren sollen. Sie setzen sie an der Basis der Blüte an … Probieren Sie es aus!
Lesen Sie auch
Erfolgreicher AuberginenanbauZu viel Stickstoff durch falsche Düngung
Auberginen sind ebenso wie Paprika Starkzehrer. Sie benötigen daher einen humusreichen, lockeren und tiefgründig versorgten Boden. Eine regelmäßige Düngung während des gesamten Wachstums ist unverzichtbar. Ohne Dünger konzentriert die Pflanze ihre Energie auf Stängel und Blätter, um ihr Überleben zu sichern – zulasten von Blüten und Früchten.
So wichtig die Düngung ist: Sie darf weder irgendwann noch beliebig erfolgen! Schon ein Nährstoffungleichgewicht kann zu einer echten Wachstumsblockade führen. Wird beispielsweise ein sehr stickstoffreicher Dünger (N) wie Brennnesseljauche oder ein handelsüblicher Dünger verwendet, wird vor allem das Blattwachstum angeregt. Ihre Pflanzen sehen dann zwar prächtig, dicht, buschig und sattgrün aus, bilden aber keine Blüten – und somit auch keine Früchte. Für Blüten und Früchte braucht die Aubergine Phosphor (P) und vor allem Kalium (K). Kalium ist entscheidend für Blütenbildung, Fruchtansatz und Fruchtwachstum. Ein Mangel führt unweigerlich dazu, dass Blüten abfallen.
Was tun?
Um die Blütenbildung bei Auberginen anzuregen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Den Boden bei der Pflanzung mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern, damit er reich an organischer Substanz ist
- Sobald die ersten Blüten erscheinen, stickstoffreiche Dünger wie Brennnesseljauche absetzen und einen phosphor- und kaliumreicheren Dünger verwenden. Organische Spezialdünger für Fruchtgemüse oder Tomaten sind ideal
- Zusätzlich kann in Maßen natürliche Kaliumdüngung mit Holzasche gegeben werden
- Dem Gießwasser Beinwelljauche beigeben. Sie ist sehr reich an Phosphor und Kalium und fördert die Fruchtbildung statt nur das Blattwachstum.
Sensible Bewässerung
Das Adjektiv „empfindlich“ beschreibt das Gießen von Auberginen sehr treffend. Denn diese Gemüsepflanze verträgt weder zu viel noch zu wenig Wasser. Bereits geringer Wasserstress von zwei bis drei Tagen sendet der Pflanze ein Signal: Sie stellt die Bildung von Blüten und Früchten ein und schaltet auf Überlebensmodus! Schon eine kurze Trockenphase ohne regelmäßige Wassergaben lässt die Pflanze ihr Wachstum einstellen, Blüten abwerfen und den Fruchtansatz verhindern.
Umgekehrt ersticken dauerhaft nasse Böden oder zu häufiges, oberflächliches Gießen die Wurzeln, fördern Wurzelfäule und spülen wichtige Nährstoffe wie Stickstoff und Kalium aus dem Wurzelbereich.

Auberginen vertragen weder zu viel noch zu wenig Wasser
Was ist zu tun?
Auberginen brauchen regelmäßige, reichliche Wassergaben, möglichst direkt am Fuß und morgens, um zu schnelle Verdunstung und Temperaturschocks zu vermeiden. Achten Sie dabei auf eine gleichmäßige, aber nicht übermäßige Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Im Sommer sollte alle 3 bis 4 Tage mit 3 bis 5 Litern pro Pflanze gegossen werden. Bei Trockenheit oder Hitze wird häufiger und mehr gegossen: alle 2 Tage, bei Bedarf sogar täglich.
Ebenso unverzichtbar ist eine dicke Mulchschicht, damit der Boden ausreichend kühl und feucht bleibt und das Gießwasser nicht zu schnell verdunstet.
Schädlinge oder Pilzkrankheiten
Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten sind große Hindernisse für die Fruchtbildung. Eine durch klimatischen oder Nährstoffstress bereits geschwächte Pflanze wird zum bevorzugten Ziel von Schädlingen wie Blattläusen, die junge Triebe und Blütenstiele besiedeln, oder von Spinnmilben, die bei warmem, trockenem Wetter besonders aktiv sind. Indem diese Milben Blätter und Stängel anstechen, um sich von Pflanzensaft zu ernähren, schwächen sie die Pflanze und führen zu einer allgemeinen Erschöpfung, die das Entstehen oder Reifen der Früchte verhindert. Auch Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Falscher Mehltau können die Photosynthese beeinträchtigen, indem sie die Blätter mit einem weißen Belag überziehen oder deren Nekrose verursachen. Dadurch fehlt der gesamten Pflanze die nötige Vitalität für die Fruchtbildung.
Was tun?
Kontrollieren Sie regelmäßig jedes Anzeichen von Schädlingsbefall oder Krankheit, damit Sie schnell gegensteuern können!
Herausforderungen der Kübelkultur
Wer Auberginen im Topf auf Balkon oder Terrasse anbaut, muss mit einer zusätzlichen Einschränkung rechnen: dem begrenzten Platz im Gefäß. Auberginen bilden ein kräftiges Wurzelsystem und benötigen daher viel Erde. Ein zu kleiner Topf mit weniger als 15 bis 20 Litern Blumenerde pro Pflanze führt schnell zu Wurzelverfilzung und Wurzelstau. Die Wurzeln haben zu wenig Platz und können nicht genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen, um die Fruchtbildung zu unterstützen. Die Pflanze wächst zwar normal, bildet einige Blüten, aber keine Früchte.

Auberginen im Topf benötigen ein Gefäß mit mindestens 20 bis 30 Litern Fassungsvermögen
Was tun?
- Einen Topf mit mindestens 20 bis 30 Litern Fassungsvermögen wählen, damit die Wurzeln ausreichend Platz zum Wachsen haben
- Hochwertige Blumenerde auswählen und mit einem Drittel Gartenerde sowie einem Drittel gut gereiftem Kompost mischen
- Alle zwei Wochen regelmäßig mit einem kaliumreichen Dünger düngen.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare