Wild- oder Honigbienen: Welche Arten leben im Garten?

Wild- oder Honigbienen: Welche Arten leben im Garten?

Welche Rolle spielen Honigbienen, Solitärbienen und Hummeln in unserer Umwelt?

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Pascale 8 min.

Bienen sind weit mehr als Honigproduzenten: Ihre Bestäubung sichert ein Drittel unserer Obst- und Gemüseernte. Entdecken Sie Arten und Bedeutung für die Biodiversität.

Schwierigkeit

Bienen im Garten: wertvolle Vielfalt

Das Wort „Biene“ bezeichnet in der Vorstellung vieler Menschen ein Insekt, meist gestreift, behaart und von Blüte zu Blüte fliegend. Viele unterscheiden kaum zwischen Biene und Wespe … Doch in der naturkundlichen Sprache umfasst der Begriff Biene Hautflügler von eher schlanker Gestalt, meist mit Haaren, die Nektar und Pollen sammeln, um ihre Nachkommen zu ernähren. In unseren Breiten gibt es jedoch zahlreiche verschiedene Bienenarten.

Was ist eine Biene im weitesten Sinne?

In Frankreich gibt es über 1.000 verschiedene Bienenarten, die alle zur Familie der Apoiden gehören, in Europa sind es mehr als 2.000. Die Vielfalt unter den Bienen ist also enorm. Zwei Merkmale verbinden sie jedoch: Alle besitzen zwei Flügelpaare mit membranartigen Flügeln und ausgeprägten Rippen sowie eine mehr oder weniger lange Zunge, die Glosse, mit der sie den Nektar der Blüten sammeln. Ansonsten unterscheiden sie sich in Größe, Behaarung, Farbe, Verhalten und Lebensweise, Lebenszyklus, Ernährungsgewohnheiten …

Alle Bienen sind untrennbar mit Blütenpflanzen verbunden, deren Nektar und Pollen sie sammeln, um sich selbst und ihre Nachkommen zu ernähren. Deshalb spielen alle Bienen eine wesentliche Rolle bei der Bestäubung.

Soziale und solitär lebende Bienen: zwei unterschiedliche Lebensweisen

Unter den Bienen leben nur wenige Arten sozial, also in einem organisierten Staat mit einer Königin, Arbeiterinnen, einer inneren Hierarchie und verschiedenen Kasten. Dazu gehört die Honigbiene (Apis mellifera), die einzige vom Menschen zur Gewinnung von Honig, Pollen, Propolis, Gelée royale und Wachs domestizierte Biene. Dieses Wahrzeichen der Imkerei macht jedoch nur einen winzigen Teil der 1.000 Bienenarten aus.

verschiedene Bienenarten

Honigbienen und Hummeln, zwei soziale Arten

Hummeln (Bombus) sind ebenfalls soziale Hautflügler und gehören zur Familie der Apidae. Diese großen, behaarten Bienen leben ebenfalls in Kolonien, die sich durch ihren einjährigen Lebenszyklus auszeichnen. Sie sind im Norden und in höheren Lagen weit verbreitet.

Die meisten Wildbienen leben solitär: Jedes Weibchen baut allein sein Nest, legt dort seine Eier ab und kümmert sich anschließend nicht mehr um seine Nachkommen. Diese weniger spektakuläre Lebensweise ist dennoch grundlegend für die florale Biodiversität. Zumal die Population der Wildbienen in Europa innerhalb von 30 Jahren um fast 25 % zurückgegangen ist. Mehr als 10 % der Lebensräume solitär lebender Bienen sind vom Aussterben bedroht.

Die häufigsten sozialen Bienenarten

Beginnen wir mit den sozialen Bienen, die „in Familien“ leben. Man unterscheidet Honigbienen (Apis mellifera) und Hummeln (Bombus).

Die Honigbiene, ein faszinierendes Sozialmodell

Die Honigbiene ist die bekannteste und am häufigsten beobachtete Biene überhaupt. Sie kommt sowohl in ländlichen Gebieten als auch in Städten häufig vor und ist nicht ausschließlich wild lebend: Sie lebt in vom Menschen betreuten Bienenstöcken, kann sich aber auch frei in einem hohlen Baumstamm oder einer alten Mauer ansiedeln. Honigbienen bilden dauerhafte Kolonien, die mehrere Jahre überleben können.

bestäubende Bienen

Honigbienen: ein Leben in Kasten

Der Lebenszyklus eines Bienenvolks beruht auf einer klaren Aufgabenverteilung. Die Königin, das einzige fruchtbare Weibchen, legt im Frühjahr bis zu 2.000 Eier täglich. Sie wird in ihrem Leben nur einmal auf einem Hochzeitsflug begattet, bewahrt die Spermien jedoch mehrere Jahre lang auf. Aus den Eiern entstehen je nach Nahrung und Zelltyp drei verschiedene Kasten: die Arbeiterinnen, unfruchtbare Weibchen, die alle Aufgaben im Volk übernehmen, die Drohnen, männliche Tiere zur Fortpflanzung, und gelegentlich eine neue Königin, die bei Bedarf die alte ersetzt.

Sobald die Temperaturen über 10 °C steigen, besuchen Honigbienen eine große Vielfalt an Blüten, um Nektar und Pollen zu sammeln. Sie bringen beides zum Bienenstock, um die Brut zu ernähren und Honig zu erzeugen. Honigbienen sind Generalisten unter den Bestäubern, doch ihre bloße Anwesenheit im Garten reicht für das biologische Gleichgewicht nicht aus.

Die Hummel, robust und unverzichtbar

Die Hummel (Bombus) ist eine echte Biene. Mit ihrem gedrungenen Körper und dichten Haarwuchs ist sie kälteresistent. Erkennbar ist sie oft an ihrem lauten Flug und ihrer vibrierenden Sammeltechnik, die für die Bestäubung bestimmter Nutzpflanzen wie Tomaten besonders nützlich ist. Es gibt selbstverständlich verschiedene Hummelarten, darunter die Erdhummel (Bombus terrestris), auch „Weißarsch“ genannt. Sie ist die größte und häufigste Art. Außerdem gibt es die Steinhummel (Bombus lapidarius), die ihr Nest gern in altem Mauerwerk anlegt, und die Ackerhummel (Bombus pascuorum), die sehr friedfertig ist und oberirdisch an einem geschützten Ort nistet.

Solitäre Bienen: unauffällig, doch unverzichtbar

Neben der Honigbiene und den Hummeln gibt es in Europa mehrere hundert weit weniger bekannte, aber äußerst wichtige solitäre Bienenarten. Man nennt sie „solitär“, weil das Weibchen sein Nest allein baut und keinen Kontakt zu seiner Nachkommenschaft hat. Diese Bienen werden in sechs Familien eingeteilt: Colletidae, Halictidae, Andrenidae, Melittidae, Megachilidae und Anthophoridae. Sie lassen sich leicht beobachten. Alle bauen sehr unterschiedliche Nester, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: frei an verschiedenen Untergründen angelegte Nester, Erdnester der im Boden lebenden Arten sowie Nester in Totholz, Stängeln und Zweigen oder in Gängen, die das Weibchen selbst gräbt.

Zu den zahlreichen solitären Bienen zählen:

  • Mauerbienen, die ihr Nest mit Lehm bauen oder verschließen (Osmia cornuta, Osmia bicornis).
  • Holzbienen, die Nistgänge in Holz graben (Xylocopa violacea, Xylocpa valga).
  • Blattschneiderbienen, die dicke, nicht zerfallende Blätter verwenden (Megachile centuncularis).
  • Erdbeobachtende Bienen, die in Erde oder Sand leben (Andrena).
  • Wollbienen, die Pflanzenfasern verwenden (Anthidium manicatum).

    Arten solitärer Bienen

    Verschiedene Arten solitärer Bienen (Osmia cornuta, Xylocopa violacea, Megachile centuncularis, Andrena und Anthidium manicatum)

Es gibt auch parasitische Bienen wie die Kuckucksbiene, die ihre Eier in die Nester anderer Bienen legt. Für jede Art solitärer Biene gibt es eine eigene Kuckucksbiene.

Welche Rolle spielen Bienen in der Natur?

Bienen leisten rund 90 % der Bestäubung. Wildbienen sind ebenso wichtig: Sie bestäuben früh blühende Obstbäume und sichern die Ernte.

Bienenfreundlichen Garten anlegen?

Heute stehen wir vor einer schrecklichen Tatsache: Für einige Wildbienen ist das Überleben bedroht. Auch Honigbienen sind starken Sterbewellen ausgesetzt. Die Ursachen sind vielfältig: vom Klimawandel über intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden bis zum Verlust natürlicher Lebensräume und dem Rückgang von Ackerwildkräutern – ganz zu schweigen von den Schäden durch die Asiatische Hornisse.

Deshalb kann jeder in seinem Garten etwas beitragen, und sei es noch so wenig! Einfache Maßnahmen lassen sich umsetzen:

  • Vom Vorfrühling bis zum Spätsommer ein vielfältiges Blütenangebot schaffen, mit einem guten Anteil heimischer Pflanzen und ohne gefüllte Blüten. Bevorzugen Sie beispielsweise Doldenblütler (Echte Engelwurz, Sterndolde, Mannstreu …), Korbblütler (Balsamkraut, Kokardenblume, Aster …), Kreuzblütler (Blaukissen, Steinkraut, Goldlack, Schleifenblume …), Dickblattgewächse (Fetthenne, Echeverie, Hauswurz, Dickblatt …) oder Blüten mit tieferen Blütenkronen, etwa Lippenblütler (Lavendel, Duftnessel, Günsel …) oder Hülsenfrüchtler.
  • Sträucher mit hohlen Stängeln pflanzen (Holunder, Sommerflieder, Spierstrauch, Schneebeere, Himbeere …), die zurückgeschnitten werden.
  • Einen Bereich der natürlichen Entwicklung überlassen, eine Art „Wildgarten“.
  • Freie, wilde Bereiche erhalten, etwa Brombeergebüsch, Hecken oder Efeu.
  • Einen Streifen Rasen nicht mähen, damit sich dort die spontane Vegetation ansiedeln kann.
  • Einen wenig bewachsenen Hang oder Hügel anlegen – für Erdbienen.
  • Einen Holzstapel anlegen mit dicken Zweigen, Baumstämmen und Balken an einem sonnigen, isolierten Ort.
  • Nisthilfen für Bienen aufstellen (Nistkästen oder Insektenhotels, einfache Bündel aus hohlem Holz (Bambus, Spanisches Rohr) oder Holzscheite mit Löchern unterschiedlicher Tiefe).Bienen Insektenhotel

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Biene, die eine Blume bestäubt