Windschutzhecke anlegen: Wie und warum?
Garten vor Wind schützen
Inhaltsverzeichnis
Wind ist in der Natur allgegenwärtig. Das ist völlig normal, und niemand kann etwas dagegen tun. Dennoch kann Wind im Garten Probleme verursachen: Stress und Unruhe bei Tieren und Gärtnern, verzögertes Wachstum bei bestimmten Pflanzen, unerwartetes Abbrechen großer Stauden und Bäume, verstärkte Kälte sowie stärkere Auswirkungen von Trockenheit … In diesem Fall sollten Sie handeln. Eine gute Lösung ist, an strategisch günstigen Stellen eine Windschutzhecke zu pflanzen. Diese Hecke filtert den Wind, ohne ihn zu blockieren, und verringert seine schädlichen Auswirkungen deutlich. Doch wie legt man eine Windschutzhecke an und welche Sträucher eignen sich? Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick.

Deutliche Auswirkungen des Windes an der Küste (Foto: Groume)
Warum vor Wind schützen?
Etwas Wind ist gut. Viel Wind erschwert alles! Auch wenn er etwa für bestimmte Bestäubungen nützlich sein kann, bringt zu starker und anhaltender Wind im Garten viele Nachteile. Hier die wichtigsten negativen Auswirkungen:
- Verzögertes oder ausbleibendes Wachstum mancher Pflanzen;
- Verstärkung der Folgen von Trockenheit;
- Mehr Kälte: Das kann für Pflanzen mit geringerer Winterhärte gefährlich sein und den Wachstumsbeginn verzögern;
- Bruchgefahr bei hohen, empfindlichen Pflanzen und vor allem bei Bäumen;
- Mehr Stress für Tiere und Menschen;
Eine Windschutzhecke ist daher eine hervorragende Lösung, um all diese Nachteile abzumildern. Während eine Mauer Böen lediglich blockiert und verwirbelt ableitet, filtern Pflanzen den Wind mit ihren Zweigen und Blättern und verringern so seine Wirkung. Eine Windschutzhecke kann den Wind über das Zehnfache ihrer Höhe hinweg filtern. Eine 2 m hohe Hecke schützt Ihren Garten also auf einer Länge von 20 m dahinter.
Doch das ist nicht alles. Eine Windschutzhecke schützt auch vor Schnee, mindert Wasser- und Winderosion und ist ausgesprochen dekorativ. Außerdem wird eine Hecke aus verschiedenen Baum- und Straucharten, die Tieren Schutz und Nahrung bietet, zu einer Art Biotopverbund. Sie erhöht die Biodiversität in Ihrem Garten und lockt dadurch unter anderem natürliche Gegenspieler zur Regulierung möglicher Schädlinge an.
Nebenbei kann eine Windschutzhecke auch Holz (Brennholz, Häckselgut, Flechtzaun …) und Früchte liefern.

Eine Begrenzungshecke ist ebenso dekorativ wie windschützend
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Das Pflanzen einer Windschutzhecke ist recht einfach, dennoch sollten Sie einige Grundregeln beachten:
- Pflanzen Sie an der windreichsten Stelle, entweder an der Grundstücksgrenze oder zum Schutz eines bestimmten Bereichs (Obstgarten, Gemüsegarten, Sitzecke …);
- Pflanzen Sie im Herbst bis zum Ende des Winters für eine bessere Verwurzelung: Wählen Sie bevorzugt wurzelnackte Pflanzen, die paradoxerweise schneller anwachsen;
- Schützen Sie Jungpflanzen während des Wachstumsbeginns: mindestens mit einer guten Mulchschicht aus Laub oder anderem Material gegen Kälte und Trockenheit;
- Pflanzen Sie möglichst mindestens zweireihig im Zickzack; ansonsten ist auch eine einreihige Hecke schon sehr gut;
- Die Hecke sollte den Wind filtern, nicht blockieren, da sonst Verwirbelungen und an anderer Stelle stärkere Winde entstehen: Die meisten Pflanzen sind daher geeignet, doch … vermeiden wir extrem dichte immergrüne Sträucher wie Lebensbäume oder Scheinzypressen;
- Verwenden Sie verschiedene Gehölzarten und mindestens zwei Drittel immergrüne oder marcescente Pflanzen, damit der Wind auch im Winter weiter gefiltert wird.
Achtung: Beachten Sie die gesetzlichen Vorgaben! Im Allgemeinen darf ein Strauch 50 cm von der Grundstücksgrenze entfernt gepflanzt werden, wenn er nicht höher als zwei Meter wird. Soll er höher wachsen oder handelt es sich um einen Baum, muss der Abstand zwei Meter betragen. Erkundigen Sie sich jedoch bei Ihrer Gemeinde, denn manche Kommunen haben strengere Vorschriften. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Bäume und Sträucher pflanzen: Was sagt das Gesetz?
Bäume oder Sträucher für eine Windschutzhecke
Wählen Sie idealerweise Pflanzen, die zu Boden und Klima passen: Berücksichtigen Sie stets die Winterhärte, ob der Boden sauer oder eher kalkhaltig sowie lehmig oder sandig ist und welchen Standort er bietet. Bei einer Windschutzhecke sollten Sie zudem windfeste Sträucher oder Bäume pflanzen.
Beachten Sie die wichtigsten Grundsätze: Eine Windschutzhecke ist besonders im Winter wirksamer, wenn sie zu mindestens zwei Dritteln aus immergrünen Sträuchern oder Gehölzen mit marzeszentem Laub besteht, etwa aus Hainbuche oder Rotbuche. Außerdem müssen die Pflanzen Wind, Trockenheit und Kälte widerstehen: Ideal sind Pionierpflanzen, ob indigen oder nicht. Wenn genügend Platz vorhanden ist, pflanzen Sie die Hecke am besten in mehreren Reihen und kombinieren unterschiedliche Wuchshöhen für eine noch bessere Wirkung.
Beispiele für Sträucher einer Windschutzhecke:
Einige immergrüne Gehölze eignen sich hervorragend für Windschutzhecken, etwa Eibe, Europäische Stechpalme, Kirschlorbeer, Buchsbaum, Feuerdorn, Japanischer Spindelstrauch, immergrüner Schneeball, Wacholder, Andenstrauch, Rote Glanzmispel und Ölweide. Ebenfalls geeignet sind halbimmergrüne Sträucher und Gehölze mit marzeszentem Laub, etwa Liguster, Berberitze, Zwergmispel, Hainbuche oder Rotbuche.

Viele immergrüne Gehölze sind windfest: Prunus lusitanica, Spindelstrauch und Feuerdorn mit farbenfrohen Beeren im Winter

Andere sind marzeszent, etwa die Hainbuche, oder blühen und tragen Beeren wie Liguster und Zwergmispel
Auch andere sommergrüne Sträucher können die Hecke mit einer schönen Blüte, auffälligem Fruchtschmuck, attraktivem Herbstlaub oder dekorativen Zweigen im Winter bereichern: Die Auswahl ist groß. Beispiele sind Hartriegel mit dekorativen Zweigen, Schlehe, Weißdorn, Feld-Ahorn, Hasel, Sanddorn, Besenginster und Stechginster.
Windschutzhecke pflegen?
Bei der Pflanzung und ein Jahr später
Für die Pflanzung einer Windschutzhecke stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: mehrere Reihen mit unterschiedlich großen Bäumen und Sträuchern nach dem Prinzip eines „Klassenfotos“ – die großen nach hinten, die kleinen nach vorn; zwei versetzte Reihen oder im Zickzack; oder – oft empfohlen, da einfacher und platzsparender – eine Reihe mit relativ dichtem Pflanzabstand.
Die Pflanzung erfolgt am besten im Herbst, damit die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern vor den Widrigkeiten der folgenden Jahreszeit (Trockenheit, Wind …) ausreichend wachsen können. Bei Pflanzen im Container ist die Pflanzung jedoch während der gesamten Saison möglich, außer bei Frost oder Trockenheit.
Bei der Pflanzung sollten Sie den Pflanzgraben oder die Pflanzlöcher so vorbereiten, dass Tiefe und Breite doppelt so groß wie das Wurzelvolumen sind. Auf dem Grund der Pflanzlöcher oder des Grabens fördern gut verrotteter Mist und einige Schaufeln reifer Kompost das Anwachsen Ihrer Hecke.
Wenn Sie sich für wurzelnackte Sträucher entscheiden, ist die Pflanzung einfacher, der Pflanzzeitraum jedoch kürzer (Oktober bis Dezember). Zunächst müssen Sie die Wurzeln in einen Brei aus lehmiger Erde, Mist und Wasser tauchen. Anschließend pflanzen Sie die Sträucher gerade ein und füllen das Pflanzloch oder den Graben mit dem Aushub. Treten Sie die Erde um die Sträucher gut an und gießen Sie jeden gründlich.
Wenn Sie Pflanzen im Anzuchttopf oder Topf wählen, tauchen Sie die Sträucher zunächst in einen Eimer Wasser, um den Wurzelballen zu befeuchten. Anschließend können Sie den Wurzelballen vorsichtig auflockern, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Setzen Sie die Wurzelballen auf den Grund des Pflanzlochs oder Grabens und füllen Sie die ausgehobene Erde um den Strauch. Auch hier die Erde gut antreten und jeden Strauch gründlich gießen.
Eine gute Mulchschicht aus Laub am Fuß der jungen Bäume verringert Wasserverlust und Konkurrenz durch Unkraut. Im Jahr nach der Pflanzung sollten Sie bei Trockenheit nach Bedarf gießen.
Nach einigen Jahren
Diese Heckenart ist pflegeleicht. Um sie jedoch in einem angemessenen Rahmen zu halten, muss sie geschnitten werden. Der richtige Zeitpunkt hängt von den gewählten Arten ab: Koniferen und immergrüne Sträucher können im späten Frühjahr (Mai bis Juni) sowie im Spätsommer (September bis Oktober) geschnitten werden; sommergrüne Sträucher schneidet man idealerweise nach der Blüte.
Die Mulchschicht kann jederzeit erneuert werden. Bei kohlenstoffreichem Mulch wie BRF (zerkleinertem Holz) sollte er jedoch im Herbst ausgebracht werden. Alternativ ist die Pflanzung von Stauden oder bodenbedeckenden Sträuchern eine ausgezeichnete Idee: ebenso wirksam wie dauerhaft.
Eine Gabe Kompost oder Mist, die jeden Herbst leicht in den Boden eingearbeitet wird, gibt den Sträuchern neuen Schwung.

Der Rückschnitt hält Form und Maße in einem angemessenen Rahmen, Mulch aus BRF oder Rindenmulch verbessert den Boden am Fuß der Sträucher.
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