Gymnocarpium pflanzen und pflegen

Gymnocarpium pflanzen und pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Alexandra 10 min.

Gymnocarpium in Kürze

  • Gymnocarpium ist ein hübscher, sommergrüner Eichenfarn
  • Seine dreieckigen Wedel sind fein geteilt und luftig
  • Hellgrüne Wedel bringen Licht ins Unterholz!
  • Gymnocarpium bildet breite Teppiche im Unterholz
  • Gedeiht in frischem bis feuchtem, saurem (Gymnocarpium dryopteris) oder kalkhaltigem Boden (G. robertianum)
  • Winterhart und pflegeleicht
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Gymnocarpium sind zarte, sommergrüne Farne für schattige Beete und sauren Boden. Tipps zu Arten, Standort und Pflege.

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Gymnocarpium sp.
  • Gebräuchlicher Name Eichenfarn, Tüpfelfarn, Gymnokarpium, Gemeiner Blasenfarn
  • Blüte keine
  • Height 15 bis 40 cm
  • Exposition Schatten oder Halbschatten
  • Art des Bodens humusreich, frisch, sauer (G. dryopteris) oder kalkhaltig (G. robertianum)
  • Winterhärte ausgezeichnet, zwischen –25 und –30 °C

Die Gymnocarpium umfassen 9 Arten bezaubernder, kleiner, rhizombildender Bodendeckerfarne mit leichten, fein gegliederten, sommergrünen Wedeln. Sie wachsen in den gemäßigten und kalten Regionen der Nordhalbkugel: Man findet sie in Nord- und Mitteleuropa, im gemäßigten Asien, in Nordamerika und bis nach Grönland.

In Frankreich findet man insbesondere Gymnocarpium dryopteris und Gymnocarpium robertianum. Es handelt sich um montane Farne, die vor allem in Wäldern höherer Lagen vorkommen, gelegentlich aber auch im Flachland zu finden sind. Sie wachsen vorwiegend oberhalb von 500 m Höhe und bis auf 2.300 m. Das erklärt ihre ausgezeichnete Winterhärte: Sie vertragen Temperaturen bis –25, möglicherweise sogar bis –30 °C. Gymnocarpium dryopteris wächst auf saurem Silikatboden im Waldboden, während Gymnocarpium robertianum auf kalkhaltigem Schutt, Geröllhalden, Felsen und alten Mauern vorkommt.

Gymnocarpium gehört zur großen Gruppe der Farne und Schachtelhalme, den Pteridophyten. Es handelt sich um primitive, sehr alte Pflanzen, die lange vor dem Auftreten der Blütenpflanzen existierten. Farne gehören neben den Moosen zu den ersten Pflanzen, die das Wasser verließen und das Festland besiedelten. Ihre Gewebe und Fortpflanzungsweise sind noch sehr ursprünglich; insbesondere bleiben sie für ihre Fortpflanzung auf Wasser angewiesen.

Botanische Illustration des Farns Gymnocarpium dryopteris

Gymnocarpium dryopteris: botanische Illustration

Unter den Farnen wird Gymnocarpium der botanischen Familie der Blasenfarne, den Cystopteridaceae, zugeordnet. Diese kleine Familie umfasst nur drei Gattungen und 41 Farnarten.

Der Name Gymnocarpium stammt aus dem Griechischen: gymnos bedeutet „nackt“ und karpos „Frucht“ – ein Hinweis auf das Fehlen eines Schleiers (einer kleinen Membran, die bei Farnen gewöhnlich die Sori bedeckt). Der Name dryopteris leitet sich von den griechischen Wörtern drus für „Eiche“ und pteris für „Farn“ ab. Im Deutschen wird die Art daher auch Eichenfarn genannt. Sie wächst jedoch nicht bevorzugt in der Nähe von Eichen, sondern eher im Unterholz von Buchen und Nadelbäumen.

Gymnocarpium ist ein Bodendecker, der sich mithilfe seines kriechenden, verzweigten Rhizoms allmählich ausbreitet. Meist wird er 20–30 cm hoch, maximal bis zu 40 cm. Gymnocarpium dryopteris kann dichte, ausgedehnte Teppiche bilden.

Die Wedel sind durch ihren Blattstiel direkt mit dem unterirdischen Rhizom verbunden. Anders als bei anderen Farnen, etwa Matteuccia oder Dryopteris, deren Wedel alle aus demselben Punkt entspringen und eine Horstform oder einen Kranz bilden, scheinen die Wedel daher einzeln aus dem Boden zu kommen.

Wie bei anderen Farnen erscheinen die Wedel zunächst als spiralförmig eingerollte Farnwedel; anschließend entfaltet sich die Blattspreite allmählich.

Die Wedel sitzen auf einem langen, dünnen Blattstiel, der an der Basis dunkelbraun und länger als die Blattspreite ist. Die Verbindungsstelle zwischen dem oberen Ende des Blattstiels und der Basis der Blattspreite ist gelenkig, sodass sich die Wedel je nach Licht ausrichten können. Meist stehen sie waagerecht.

Gymnocarpium wird wegen seiner fein gegliederten Wedel in einem schönen, zarten Hellgrün geschätzt, die ihm ein leichtes, luftiges und sehr zartes Aussehen verleihen. Mit seiner frischen, hellen Färbung bringt dieser Farn Licht unter das Blätterdach großer Bäume. Die Wedel haben eine sehr feine, leichte Struktur. Sie sind zwei- bis dreifach geteilt (zwei- bis dreifach gefiedert) und bilden charakteristische gleichschenklige Dreiecke. Dies liegt an den beiden basalen Fiedern, die fast so groß wie der übrige Wedel sind. Die Wedel sind kahl und ohne Haare. Sie werden 10 bis 20 cm lang und breit.

Das Laub des Farns Gymnocarpium

Die Wedel von Gymnocarpium dryopteris und Gymnocarpium robertianum (Fotos: Radio Tonreg / Len Worthington)

Die Wedel von Gymnocarpium sind sommergrün. Dieser Farn entfaltet seine Wedel im Frühjahr, bildet im Sommer Sporen und lässt die Wedel im Herbst vertrocknen – im folgenden Frühjahr erscheinen sie erneut.

Die beiden Arten Gymnocarpium robertianum und G. dryopteris ähneln sich sehr und können leicht verwechselt werden. Die erstgenannte Art unterscheidet sich jedoch durch leicht flaumig behaarte, etwas kräftigere Blattstiele und Spindeln sowie stärker gegliederte, etwas zugespitztere und längere Wedel als bei G. dryopteris. Die Blattstiele und Spindeln der letztgenannten Art sind schwarz und eher zierlich, sehr fein.

Wie andere Farne bildet Gymnocarpium weder Blüten noch Samen, sondern vermehrt sich durch die Freisetzung staubfeiner Sporen. Diese entstehen im Sommer (zwischen Juli und September) auf der Unterseite der Wedel. Sie befinden sich in kleinen Säckchen (Sporangien), die zu rundlichen Gruppen (Sori) zusammengefasst sind. Anders als bei anderen Farnen werden sie nicht von einem Schleier (Indusium) bedeckt. Die sehr leichten Sporen werden bei ihrer Reife freigesetzt und vom Wind verbreitet. Sie fallen auf den Boden und keimen bei Kontakt mit Wasser. Daraus entstehen kleine, moosähnliche Zwischenstadien: die Prothallien. Sie tragen die Geschlechtsorgane. Das Wasser ermöglicht die Befruchtung, woraufhin daraus neue kleine Gymnocarpium-Jungpflanzen in der uns bekannten Form entstehen.

Die Sporen des Farns Gymnocarpium

Die Sporen von Gymnocarpium befinden sich in kleinen Säckchen, den Sporangien, die auf der Unterseite der Wedel zu runden Gruppen vereint sind. Links sind die noch unreifen Sporen von Gymnocarpium robertianum zu sehen, rechts die von Gymnocarpium dryopteris. Ihre schwarze Färbung zeigt, dass sie reif und zur Freisetzung bereit sind. (Fotos: Krzysztof Ziarnek / Walter Siegmund)

Die wichtigsten Sorten

[produkt sku=”85362″ blog_description=”Der Eichenfarn ist ein bezaubernder Bodendecker mit leichten, sehr feinen, dreieckigen Wedeln in schönem Hellgrün. Mit der Zeit kann er im Unterholz breite Teppiche bilden. Er wurde von der Royal Horticultural Society (RHS) mit dem Award of Garden Merit ausgezeichnet.” template=”listing1″ /]

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Nicht lieferbar
Ab EUR 6.90 Kleine Töpfe von 8/9 cm

Pflanzung

Wo pflanzen?

Wie die meisten Farne sind Gymnocarpium Unterholzpflanzen: Sie gedeihen daher im Schatten, auch im tiefen Schatten. Sie brauchen einen Boden, der frisch bleibt, und schätzen humusreiche, leichte Erde, wie sie im Unterholz vorkommt. Reichern Sie den Boden mit Kompost oder gut verrottetem Mist an.

Achten Sie auf den pH-Wert: Gymnocarpium dryopteris bevorzugt sauren Boden, während Gymnocarpium robertianum kalkhaltige Böden schätzt! Ersterer wächst am Boden auf humusreichen, frischen Flächen, während Gymnocarpium robertianum wild zwischen Felsen, auf Geröllhalden und Schutthängen oder an alten Mauern vorkommt. Daher fühlt er sich besonders in einem frischen, schattigen Steingarten wohl.

Da es sich um einen kleinen Farn handelt, empfehlen wir, Gymnocarpium in Gruppen zu pflanzen, um schneller eine schöne Wirkung zu erzielen. Mehrere Jungpflanzen bilden rascher einen dichten, ausgebreiteten Teppich.

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie Gymnocarpium im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst, im September und Oktober.

Wie pflanzen?

  1. Stellen Sie den Topf in eine mit Wasser gefüllte Schale, damit der Wurzelballen wieder feucht wird.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
  3. Geben Sie etwas mit gut verrottetem Kompost vermischte Erde auf den Grund.
  4. Nehmen Sie Gymnocarpium vorsichtig aus dem Topf und setzen Sie es in die Mitte.
  5. Füllen Sie rundherum Erde auf.
  6. Drücken Sie die Erde vorsichtig mit der flachen Hand an, damit sie guten Kontakt zu den Wurzeln hat.
  7. Gießen Sie reichlich.
  8. Sie können eine Mulchschicht ausbringen, etwa aus Laub, getrockneten Wedeln oder Holzhäckseln.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Pflanzen von Farnen.

Die Wedel des Farns Gymnocarpium dryopteris

Gymnocarpium dryopteris (Foto: Adobe Stock)

Pflege

Gymnocarpium: wenig Pflege, selten Krankheiten. Boden frisch halten, für Gymnocarpium dryopteris Regenwasser nutzen. Herbstwedel schneiden, Mulch verwenden.

Vermehrung

Aussaat

Gymnocarpium lässt sich durch Aussaat der Sporen vermehren, die sich auf der Unterseite der Wedel lösen. Gymnocarpium bildet von Juli bis September Sporen.

  1. Mischen Sie zunächst Blumenerde und Sand und sieben Sie die Mischung, um ein feines Substrat zu erhalten.
  2. Geben Sie es in einen durchsichtigen Kunststoff- oder Glasbehälter.
  3. Gießen Sie, um das Substrat anzufeuchten.
  4. Wir empfehlen, das Substrat anschließend etwa 10 Minuten in der Mikrowelle zu erhitzen, um es zu sterilisieren. So verhindern Sie das Auftreten von Moosen und Pilzen.
  5. Warten Sie, bis das Substrat abgekühlt ist, und säen Sie die Sporen aus, indem Sie sie auf der Oberfläche verteilen. Achtung: Anders als bei einer herkömmlichen Aussaat dürfen sie nicht mit Blumenerde bedeckt werden!
  6. Setzen Sie anschließend einen durchsichtigen Deckel auf den Behälter. So bleibt das Substrat feucht und steril.
  7. Stellen Sie die Aussaat an einen hellen Standort ohne direkte Sonne, möglichst bei 15 bis 20 °C.

Teilung

Da sich Gymnocarpium durch kriechende Rhizome ausbreitet, lässt es sich nach dem Anwachsen im Frühjahr durch Teilung der Rhizome vermehren. Diese Methode ist deutlich einfacher und schneller als die Sporenaussaat.

  1. Wählen Sie eine gut entwickelte Gymnocarpium-Staude;
  2. Graben Sie sie vorsichtig aus. Heben Sie sie großzügig aus, damit Rhizom und Wurzeln nicht beschädigt werden;
  3. Entfernen Sie überschüssige Erde, sodass das Rhizom gut sichtbar ist;
  4. Teilen Sie es in mehrere Abschnitte. Jeder Abschnitt sollte einige Wedel und Wurzeln besitzen;
  5. Pflanzen Sie die einzelnen Teile in die Erde oder in Töpfe;
  6. Gießen Sie reichlich.

Association

Mit seinen zarten Wedeln findet der Gymnocarpium dryopteris leicht seinen Platz in einem naturnahen Unterholzgarten. Im Schatten der Bäume bildet er große Teppiche, zum Beispiel zusammen mit Waldmeister. Sie können ihn problemlos mit Funkien, Kaukasusvergissmeinnicht, Weißwurz, Geranium nodosum, Sterndolden und anderen Farnen kombinieren. Denken Sie auch an die zarte Blüte der Höckerblume!

Der Gymnocarpium dryopteris passt hervorragend zu Moorbeetpflanzen, die sich wie er in saurem Boden wohlfühlen. Denken Sie zum Beispiel an Alpenrosen und Azaleen, Fächer-Ahorne, Andromeda polifolia, Besenheiden und Skimmia japonica. Integrieren Sie auch andere Farne, etwa Mondsichelfarn oder den Blechnum spicant, der lange, dunkelgrüne Wedel trägt.

Inspiration für die Kombination mit Gymnocarpium

Der Gymnocarpium fügt sich leicht in einen sehr natürlich gestalteten Unterholzgarten ein! Geranium nodosum, Dodecatheon conjugens (Foto C. T. Johansson), Hosta ‘June’, Gymnocarpium dryopteris (Foto Len Worthington), Galium odoratum (Foto Jack W. Pearce) und Blechnum spicant (Foto brewbooks)

Der Gymnocarpium robertianum eignet sich dagegen perfekt für einen kühlen, schattigen Steingarten. Sie können ihn beispielsweise mit Farnen wie Coniogramme emeiensis, Cyrtomium falcatum, Tüpfelfarn oder Hirschzungenfarn kombinieren. Denken Sie auch an Schaumblüten, Purpurglöckchen, Ajuga reptans, Goldnesseln, Funkien und Steinbrech. Entdecken Sie unseren Ratgeber „10 Pflanzen für einen schattigen Steingarten“

Weitere Ideen für Kombinationen mit Gymnocarpium finden Sie in unserem Ratgeber: „Farne: 9 einfach umsetzbare Ideen für gelungene Kombinationen!“

Nützliche Ressourcen

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