Leucophyllum pflanzen, pflegen & kultivieren

Leucophyllum pflanzen, pflegen & kultivieren

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Alexandra 9 min.

Leucophyllum kurz erklärt

  • Leucophyllum ist ein kompakter, dichter Strauch mit silbrigem Laub
  • Im Spätsommer und Frühherbst zeigt er schöne rosa, malvenfarbene oder violette Blüten
  • Pflegeleicht, trockenheitsverträglich und mit sehr geringem Pflegeaufwand
  • Da er salzhaltige Gischt verträgt, eignet er sich bestens für Küstengärten
  • Perfekt für Steingarten, Böschung, niedrige Hecke oder Beet-Hintergrund in durchlässigem Boden
  • Der perfekte Strauch für einen Garten ohne Bewässerung!
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Leucophyllum, „Wüsten-Salbei“: kompakter Strauch mit silbrig-samtigem Laub und rosa, violetten oder weißen Blüten. Sonnig, trocken und durchlässig pflanzen.

Botanisch

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Wüstensalbei, Texas-Silberblatt, Rio-Bravo-Salbei
  • Blüte zwischen August und Oktober
  • Height bis 1,50 m
  • Exposition sonnig
  • Art des Bodens gut durchlässig, steinig oder sandig, neutral bis basisch
  • Winterhärte bis –10 °C / -12 °C

Die Leucophyllum umfassen 19 aus Mexiko und dem Südwesten der USA stammende Arten. Sie wachsen in Wüstengebieten, was ihnen den Beinamen „Wüstensalbei“ eingebracht hat. Sie sind noch wenig bekannt und werden in Frankreich nur selten kultiviert, obwohl sie mit ihrem silbrigen Laub und ihren farbenfrohen Blüten sehr dekorativ und zudem pflegeleicht sind.

Obwohl Leucophyllum „Wüstensalbei“ oder „Rio-Bravo-Salbei“ genannt wird, ist er kein Salbei (Salvia) und gehört nicht zur selben botanischen Familie (Lippenblütler). Er gehört vielmehr zur Familie der Braunwurzgewächse, den Scrophulariaceae. Diese Pflanzen sind überwiegend krautig, manchmal strauchig, und tragen unregelmäßige, meist röhrenförmige und zweilippige Blüten. Zu dieser Familie gehören unter anderem Schmetterlingsstrauch, Doppelhörnchen, Nemesie und Königskerze.

Der Name Leucophyllum stammt aus dem Griechischen: leukos bedeutet weiß und phyllos Blatt – eine Anspielung auf das silbrige Laub. Leucophyllum langmaniae trägt den Beinamen „Rio-Bravo-Salbei“, der auf seine geografische Herkunft verweist: Der Rio Bravo, auch Rio Grande genannt, bildet die Grenze zwischen Texas und Mexiko.

Erstaunlicherweise scheint Leucophyllum Regen vorhersagen zu können: Er blüht meist kurz vor Regenfällen, vermutlich weil er die Luftfeuchtigkeit wahrnimmt. Im Englischen wird er daher auch Barometer bush genannt, also „Barometerstrauch“.

Leucophyllum bildet einen kompakten, dichten und rundlichen Strauch von 1 bis 1,50 m Höhe und etwa 1 m Breite im ausgewachsenen Zustand. Im Garten kann er als niedrige Hecke oder in einem Strauchbeet verwendet werden und verträgt den Rückschnitt sehr gut.

Er blüht im Spätsommer oder Frühherbst und bedeckt sich dann mit unzähligen kleinen Blüten, die in den Blattachseln erscheinen. Je nach Sorte leuchten sie in Rosa, Mauve, Violett oder Weiß. Die Blüten sind röhren- oder trichterförmig und öffnen sich in fünf Lappen (den fünf miteinander verwachsenen Blütenblättern), die auf zwei Lippen verteilt sind (zwei eng beieinanderliegende Lappen oben und drei unten). Sie messen 2 bis 3 cm in alle Richtungen.

Meist erscheinen die Blüten je nach Regenfällen in aufeinanderfolgenden Wellen. Herrscht im Sommer jedoch eine längere Trockenperiode, fällt die Blüte einmalig und kurz, dafür aber umso spektakulärer aus!

Die Blüten sind bienenfreundlich und werden von bestäubenden Insekten gerne besucht.

Nach der Blüte bildet Leucophyllum kleine Kapseln, trockene Früchte, die sich bei der Reife öffnen und die darin enthaltenen Samen freigeben.

Die Blüte von Leucophyllum oder Wüstensalbei

Die Blüte von Leucophyllum frutescens, Leucophyllum langmaniae und Leucophyllum laevigatum (Fotos: Forest and Kim Starr / Stan Shebs)

Neben seiner Blüte schätzt man Leucophyllum für sein dichtes Laub in einem wunderschönen, leuchtenden Silberton. Diese Färbung entsteht durch unzählige kleine weiße Haare, die die Blätter bedecken. Das silbrige Laub von Leucophyllum ist eine Anpassung an Hitze und Trockenheit in den Wüstenregionen: Es reflektiert die Lichtstrahlen und fängt in den kleinen Haaren, die die Epidermis bedecken, Feuchtigkeit ein, wodurch der Wasserverlust begrenzt wird.

Die Blätter sind eher unscheinbar geformt, oval bis länglich und etwa 2,5 cm lang.

Leucophyllum frutescens ist immergrün und behält sein Laub das ganze Jahr über, auch im Winter.

Neben ihrem Zierwert können die Blätter als Aufguss verwendet werden. Ihnen werden leberschützende Eigenschaften zugeschrieben.

Das Laub von Leucophyllum oder Wüstensalbei

Das silbrige Laub von Leucophyllum frutescens (Foto rechts: Forest and Kim Starr)

Die wichtigsten Leucophyllum-Sorten

Beliebteste Sorten

Leucophyllum frutescens - Texas-Silberblatt

Leucophyllum frutescens - Texas-Silberblatt

Die meistkultivierte Art: ein dichter, rundlicher Strauch mit wunderschönem, silbrigem, immergrünem Laub und unzähligen rosavioletten Blüten im Spätsommer und Frühherbst.
  • Blütezeit Oktober, November
  • Höhe bei Reife 1,50 m
Leucophyllum langmaniae - Texas-Silberblatt

Leucophyllum langmaniae - Texas-Silberblatt

Auch Rio-Bravo-Salbei genannt, hat dieser Strauch eine kompaktere Wuchsform als die vorherige Art. Ab Spätsommer ist er von zahlreichen lavendelfarbenen Blüten bedeckt.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 90 cm

Pflanzung

Wo pflanzen?

Als wärme- und trockenheitsliebende Pflanze gedeiht Leucophyllum an einem vollsonnigen, nach Süden ausgerichteten Standort besonders gut. Wichtig ist außerdem ein sehr gut drainierter, sandiger oder kiesiger, vorzugsweise eher kalkhaltiger Boden. Wenn Ihr Boden zu Staunässe neigt, arbeiten Sie etwas groben Sand oder Kies ein und pflanzen Sie Leucophyllum oben an einem Hang, auf einen Hügel oder Böschung, damit das Wasser gut abfließen kann. Leucophyllum eignet sich für einen Steingarten oder über einer Steinmauer und ist ideal für trockene Gärten ohne Bewässerung. Da es Salz und Gischt gut verträgt, kann es problemlos in Küstennähe gepflanzt werden. Es eignet sich außerdem für eine niedrige Hecke zusammen mit anderen Sträuchern oder als Hintergrundpflanze im Beet, solange der Boden gut drainiert ist. Auch die Kultur in einem großen Topf mit drainierendem Substrat ist möglich; stellen Sie ihn auf eine Terrasse oder einen Balkon.

Wann pflanzen?

Wir empfehlen, Leucophyllum im Frühjahr, etwa im April, zu pflanzen. Wenn Sie jedoch im Süden Frankreichs unter einem warmen und trockenen Klima leben, pflanzen Sie es besser im Herbst, damit es sich bei milderen Temperaturen gut etablieren kann.

Wie pflanzen?

Im Freiland:

  1. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
  2. Mischen Sie bei Bedarf etwas groben Sand und Kies unter die Pflanzerde, um die Drainage zu verbessern.
  3. Pflanzen Sie Leucophyllum mittig ein.
  4. Füllen Sie das Loch mit Substrat auf und drücken Sie es leicht an.
  5. Gießen Sie reichlich.
  6. Sie können den Fuß der Pflanze mit einer mineralischen Mulchschicht bedecken.
  7. Gießen Sie in den ersten Monaten nach der Pflanzung regelmäßig, bis die Pflanze gut eingewurzelt ist.

Im Topf:

  1. Wählen Sie einen großen Topf mit Abzugslöchern.
  2. Geben Sie eine dünne Schicht Kies, Tonscherben oder Blähton auf den Topfboden.
  3. Füllen Sie anschließend drainierendes Substrat ein, zum Beispiel eine Mischung aus Blumenerde, grobem Sand und Gartenerde.
  4. Nehmen Sie Leucophyllum vorsichtig aus dem ursprünglichen Topf und setzen Sie es mittig in den neuen Topf.
  5. Füllen Sie mit Substrat auf.
  6. Drücken Sie es leicht an.
  7. Nun müssen Sie nur noch gießen.
Leucophyllum frutescens, Wüstensalbei

Leucophyllum frutescens

Pflege

Leucophyllum: Im 1. Jahr gießen, später nur bei Trockenheit. Rückschnitt optional. Bis –12 °C winterhart; im Topf öfter gießen und frostfrei überwintern. Kaum anfällig.

Vermehrung

Stecklingsvermehrung

Leucophyllum lässt sich im Sommer einfach durch Stecklinge krautiger oder halbverholzter Triebe vermehren.

  1. Wählen Sie einen gesunden Trieb aus und schneiden Sie ein etwa 10 cm langes Stück ab. Schneiden Sie direkt unterhalb eines Knotens (Ansatzstelle der Blätter am Trieb).
  2. Entfernen Sie die Blätter am unteren Teil des Triebs, sodass nur einige an der Spitze verbleiben.
  3. Bereiten Sie einen Topf mit einem lockeren, drainierenden Substrat vor, idealerweise aus einer Mischung aus Blumenerde und grobem Sand, und gießen Sie anschließend.
  4. Tauchen Sie die Basis des Triebs anschließend in Bewurzelungshormon.
  5. Machen Sie mit einem dünnen Stäbchen oder Bleistift ein kleines Loch in das Substrat und setzen Sie den Steckling hinein.
  6. Stülpen Sie eventuell eine Plastikflasche über den Topf, um eine gesättigte Luftfeuchtigkeit zu erzeugen (Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft). Achten Sie dann darauf, gelegentlich zu gießen und den Kontakt des Stecklings mit den Wänden zu vermeiden, damit er nicht fault.
  7. Stellen Sie den Topf anschließend geschützt an einen hellen, vor direkter Sonne geschützten Platz.

Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Stecklingsratgeber.

Kombination

Leucophyllum passt leicht in mediterrane Gärten, da es Salz und Seeluft verträgt und sich für Küstenlagen eignet. Es harmoniert mit Lavendel, Wolfsmilch, Rosmarin, Mittagsblumen und Sonnenröschen. Besonders gut passt es zur Blüte von Polygala myrtifolia, die wie Leucophyllum hübsche violette Blüten trägt. Auch Liebesblume, Myrte, Säckelblume ‘Autumnal Blue’ und Andenstrauch ‘Crimson Spire’ sind eine gute Wahl. Für einen exotischen Akzent sorgt das dekorativ gefiederte Laub einer Palme wie Chamaerops humilis ‘Cerifera’.

Inspiration für die Kombination mit Leucophyllum

Polygala myrtifolia, Leucophyllum langmaniae, Chamaerops humilis ‘Cerifera’, Agave americana ‘Variegata’, Euphorbia myrsinites (Foto: Guilhem Vellut) und Nerium oleander

Leucophyllum passt auch in einen Trockengarten oder Steingarten, etwa zu Fetthenne, Hauswurz, Feigenkaktus, Mannstreu und Agave. Einige Gräsergruppen wie Stipa tenuifolia, Pennisetum und Festuca glauca sorgen für Leichtigkeit. Denken Sie auch an die farbenfrohe Blüte von Nelke, Königskerze und Katzenminze. Silberlaub bringt Leucophyllum besonders gut zur Geltung, etwa von Stachys byzantina, Salvia argentea und Senecio cineraria.

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