Restio, Kap-Binsenried: pflanzen, Rückschnitt, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Restio kurz erklärt
- Diese seltenen Pflanzen bilden oft imposante Horste mit fransigen Blättern, die an Schilf oder Bambus erinnern – in erstaunlicher Vielfalt.
- Aus Südafrika stammend, verleihen sie mit ihren endständigen Blütenfahnen jedem Garten eine unvergleichliche dekorative, exotische Note.
- Restios sind in mildem Klima relativ einfach zu kultivieren, in saurem bis neutralem Boden, je nach Art trocken bis feucht.
- Sie gedeihen auch im Kübel auf Balkon oder Terrasse, wo sie als Sichtschutz dienen können, benötigen jedoch Schutz vor starker Kälte.
Wort unserer Expertin
Restios sind immergrüne Stauden aus Südafrika. Sie ähneln Gräsern, Schachtelhalmen oder Bambus und schmücken Garten, Terrasse und Kübel.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Restios, Südafrikanisches Schilf
- Blüte zwischen Mai und August
- Height zwischen 0,10 und 4 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens jeder lockere, saure bis leicht kalkhaltige, eher gut durchlässige Boden
- Winterhärte gering (-5 bis -12 °C)
Die Familie der Restionaceae umfasst fast 490 Arten aus 56 Gattungen (Elegia, Thamnocortus, Cannonois, Rhodocoma, Restio …), die fast alle auf der Südhalbkugel beheimatet sind. Im südafrikanischen Fynbos, einer ganz besonderen, für Südafrika typischen mediterranen Pflanzenformation, gibt es fast 330 Arten, während Australien mit 150 Arten weniger als halb so viele besitzt. Die übrigen Arten der Familie verteilen sich auf Neuseeland (4 Arten), Chile (1 Art) und Südostasien (1 Art).
Restios gehören zusammen mit Heidekrautgewächsen (Ericaceae) und Proteaceae zu den typischen Pflanzen des Fynbos. Dieser bedeckt die Gebirgsketten im Südwesten des Landes auf Höhen zwischen 0 und 1700 m und ist durch quarzsandreiche, stickstoff- und phosphorarme Böden geprägt. Die nur 3 bis 4 m hohe Vegetation wird durch regelmäßige Brände etwa alle 12 bis 15 Jahre erhalten und erneuert. Die Asche reichert den Boden an und regt die Keimung der Samen bestimmter Restio-Arten an. Andere Restios treiben dank kräftiger, vom Feuer verschonter Rhizome aus dem Wurzelstock wieder aus. Ihr Lebensraum reicht von sandigen Ebenen über Bergregionen und Flussufer bis zu Kalksteinfelsen, mit trockenen bis feuchten Böden. In Wäldern und Gewässern fehlen sie jedoch.
Restios sind krautige Stauden und gehören wie Gräser, Palmen und Tulpen zu den Monokotyledonen. Ihre zylindrischen, geriffelten und manchmal riesigen Stängel erinnern teils an Bambus, treiben jedoch weniger stark Ausläufer, teils an Binsen (Cyperaceae), deren Blätter keine Blattspreite besitzen.
Die Vegetation wirkt durch die stark geteilten Blattscheiden (der Teil vor der Blattspreite bei Gräsern) fransig. Diese sind sommergrün oder immergrün. Die hohlen, immergrünen Stängel, die im Jugendstadium manchmal eine andere Färbung aufweisen und meist dauerhaft grün bleiben, übernehmen den größten Teil der Photosynthese. Je nach Art erreichen sie eine Höhe von 0,10 bis 4 m, doch ihr Durchmesser bleibt recht gering – anders als bei Bambus, dessen Halme in der Regel dicker werden, sobald neue Wurzelschösslinge aus dem Boden treiben. Einige Arten wie Elegia capensis tragen an jedem Knoten papierartige, strohfarbene Blattscheiden. Im Wind verleihen sie der Pflanze einen ästhetischen Klang. Junge Halme zeigen oft eine sehr dekorative grün-braune oder rosafarbene Zweifarbigkeit.

Elegia capensis mit bemerkenswerter Form, zwischen Schachtelhalm und Bambus
Die Blütengeschlechter sind getrennt, sodass es männliche und weibliche Pflanzen gibt, die sich vor der Reife der Pflanze kaum unterscheiden lassen. Die je nach Geschlecht sehr unterschiedlichen Blütenstände erscheinen endständig, statt wie bei Binsen entlang der Stängel verteilt zu sein. Sie bilden Ähren, Rispen oder Trauben aus Ährchen in Brauntönen. Die männlichen Blüten verbreiten ihren Pollen durch den Wind. Der nackte Samen ähnelt einer kleinen Haselnuss, kann aber je nach Art in einer Kapsel eingeschlossen oder mit anderen Samen verbunden sein. Der Samen trägt manchmal ein weißes Elaiosom, ein proteinreiches Organ, das den Ameisen als Nahrung dient. Sobald der Samen zu Boden fällt, bringen ihn die Ameisen in ihren Bau, fressen das Elaiosom und lagern den Samen im Abfallbereich des Baus ab. Dort ist er vor kleinen Nagetieren geschützt und findet einen nährstoffreichen Standort. Schon bald keimt er – ein schönes Beispiel für eine wechselseitige Symbiose.
In Südafrika wurden die Halme großer Restios wie Cannomois grandis und Cannomois robusta nach dem Trocknen als Dachmaterial und zur Herstellung von Besen verwendet. Die dünnen Stängel von Elegia tectorum dienen zur Herstellung von Körben. Auch die Verwendung der Restio-Stängel in der Floristik ist derzeit sehr beliebt.
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Elegia tectorum Fish Hoek
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 80 cm
Thamnochortus cinereus - Restio
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 80 cm
Elegia capensis - Fontänen-Binse
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 1,50 m
Rhodocoma capensis - Restio
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 1,50 m
Thamnochortus pluristachyus - Restio
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 1,50 m
Rhodocoma gigantea - Restio
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 2,50 m
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Pflanzung
Wo Restio pflanzen?
Die Winterhärte der angebotenen Restios liegt zwischen -5 und -12 °C. Sie eignen sich daher für das milde Mittelmeerklima und die Atlantikküste. Einige Arten wie Restio tetraphyllus (der auch Brackwasser verträgt) benötigen viel Feuchtigkeit, andere besiedeln trockene, gut drainierte Standorte. Restios brauchen einen mageren Boden (vor allem arm an Stickstoff und Phosphor), der tiefgründig und locker, meist gut drainiert ist. Je nach Art darf er lehmig, schluffig, sandig, leicht kalkhaltig oder bei Thamnocortus pluristachyus stark kalkhaltig sein. Vorsicht bei großen Arten wie Cannomois gigantea: Nach dem Anwachsen lassen sie sich nur schwer teilen oder versetzen, da ihre sehr tiefen, kräftigen Wurzeln auf der Suche nach Wasser in den Boden wachsen.
Restios bevorzugen freie Standorte, vertragen je nach Art aber auch Halbschatten bis Schatten. Sie eignen sich als Hecke oder für ein exotisches Beet. Achten Sie dabei auf ausreichend Platz, entsprechend ihrer Wuchsstärke.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie Restio vorzugsweise im Frühjahr, da er Kälte schlecht vertragen kann. Warten Sie mit dem Auspflanzen, bis keine Frostgefahr mehr besteht (Mitte Mai).
Bei Topfpflanzen, deren Wurzeln aus dem Topf wachsen, kann das Umtopfen im Herbst erfolgen.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie den Wurzelballen in einen großen Eimer Wasser, damit er gründlich durchfeuchtet wird.
- Heben Sie ein breites Pflanzloch aus. Bei großen Arten darf es 1,50 bis 2 m breit sein, damit sie sich ungehindert ausbreiten können.
- Mischen Sie einige Schaufeln Sand und Kies unter die Gartenerde, um eine gute Drainage zu gewährleisten und einen zu nährstoffreichen Boden zu vermeiden. In ihrer Heimat machen Restios den Süßgräsern (Poaceae) Platz, sobald der Boden zu nährstoffreich wird.
- Setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch.
- Füllen Sie das Loch mit Erde und drücken Sie sie leicht an.
- Gießen Sie.

Eine erstaunliche und robuste südafrikanische Staude, die an einen Schachtelhalm oder ein Schilfrohr erinnert!
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- Restios haben hier keine natürlichen Feinde, außer starker Kälte.
- Schützen Sie Jungpflanzen mit doppeltem Wintervlies oder stellen Sie den Topf an einen hellen, wenig beheizten Ort. Nach starkem Frost kann eine gut eingewachsene Pflanze bei ausreichender Bewässerung im Folgejahr aus dem Wurzelstock neu austreiben. Sieht sie schlecht aus, schneiden Sie die Triebe im Spätherbst zurück, um Feuerwirkung zu simulieren, oder entfernen Sie abgestorbene Triebe im folgenden Frühjahr.
- Gießen Sie Restios im Topf regelmäßig durchdringend, damit sie gut anwachsen. Frostfreie Winter vorausgesetzt, mögen gut eingewachsene Pflanzen dann einen frischen bis feuchten Boden und vertragen die sommerliche Trockenzeit. Topfpflanzen brauchen im Sommer jedoch mehr Wasser.
- Obwohl die Pflanze wenig Nährstoffe benötigt, können Sie im Frühjahr und Sommer Topfpflanzen organisch, phosphorarm düngen oder Kompost geben; sonst ist Düngen unnötig. Kleine, spärliche Triebe weisen auf Wassermangel hin. Bei gelblichen Trieben geben Sie stickstoffbetonten Dünger oder Eisenchelat.
- Bei stark wuchernden Rhizom-Arten kann eine Rhizomsperre sinnvoll sein.
Vermehrung
Je nach Art vermehrt sich Restio durch Aussaat im Frühjahr auf verbranntem Boden oder durch Teilung im Winter. Manche Arten vertragen keine Teilung und sterben ab. Im Fynbos ist jeder Samen kostbar: Er schützt sich vor Nagetieren und unnötiger Keimung. Feuer beendet bei manchen Samen die Dormanz; Ameisen verbreiten sie, indem sie das Elaiosom fressen.
Teilung
- Graben Sie eine ausgewachsene Jungpflanze aus und teilen Sie die Rhizome mit Spaten oder Gartenschere.
- Schneiden Sie belaubte Triebe bodennah ab und pflanzen Sie den Wurzelstock in gut drainierten, feuchten Boden.
- Einmal monatlich mit einem Spurenelementdünger (Algenextrakt) düngen, um die Wurzelbildung und den Austrieb im Frühjahr anzuregen.
Aussaat
- Bereiten Sie in einer Saatschale oder im Freiland ein sandiges, mit Asche vermischtes Substrat vor und säen Sie die Samen aus.
- Halten Sie das Substrat feucht. Nach einigen Monaten keimen die Samen als stark verzweigter, plumeoser Busch.
Verwendung und Kombinationen
Restios eignen sich an den Ufern von Gewässern, wenn sie feuchte Böden bevorzugen, oder zur dekorativen Bepflanzung des Poolrands in einem großen, dauerhaft feucht gehaltenen Kübel. Auch auf der Terrasse wirken sie sehr dekorativ; in kaltem Klima sollten sie eingeräumt werden. Ebenso passen sie in einen naturnahen oder zeitgenössischen Garten – genau wie Gräser.

Ein hübsches Duo: Elegia capensis und Crinum powellii (Exotischer und Botanischer Garten von Roscoff – Bretagne)
In mildem Klima gestalten Sie eine südliche Pflanzung, indem Sie sie mit blühenden Sträuchern wie der erstaunlichen Boronia kombinieren, einer Heide mit großen, leuchtend rosafarbenen Glockenblüten, mit Gomphostigma virgatum, dessen silbriges Laub ständig von weißen Blüten übersät ist, sowie mit einem Silberbaum oder Kreuzblümchen und Zwiebelpflanzen wie der anmutigen Trichterschwertel (Dierama), der Kaffernlilie, Watsonia …

Eine Kombinationsidee für mildes Klima: Elegia elephantina, Beschorneria, Hundertjährige Agave, Stipa tenuifolia, Yucca filamentosa ‘Bright Edge’ und Aeonium arboreum ‘Zwartkop’
Im Kübel gestalten Sie eine Pflanzung mit dekorativen, gut winterharten Pflanzen wie Schachtelhalmen, Zwergbambus (Sasa tessellata, Pleioblastus fortunei …), kleinen Chinaschilf-Sorten oder Seggen.
Wussten Sie schon?
CCVS-Restionaceen im Exotischen Garten Roscoff. Fynbos heißt auf Afrikaans „feine Sträucher“ – nach Englischer Heide, Restio und Proteaceen.
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