Türkischer Fels-Meier: Pflanzen, Pflege & Anbau
Inhaltsverzeichnis
Türkischer Fels-Meier kurz erklärt
- Waldmeister bildet einen reizvollen Bodendecker im Unterholz
- Sein zartgrünes, sternförmig an den Stängeln angeordnetes Laub gefällt
- Im Frühjahr bezaubert er mit einer zarten weißen Blüte
- Seine Wuchsform wirkt sehr natürlich und wild!
- Das nahe verwandte Galium verum trägt im Sommer zahlreiche gelbe Blüten
Wort unserer Expertin
Waldmeister, auch Galium odoratum genannt, ist eine hübsche Staude, die im Frühjahr kleine, zarte weiße Blüten hervorbringt. Beliebt ist er auch wegen seines schönen, sternförmigen, hellgrünen Laubs. Diese Unterholz-Staude besitzt den ganzen Charme wilder Pflanzen! Echtes Labkraut, auch Galium verum genannt, ist eine verwandte Pflanze, die im Sommer unzählige kleine goldgelbe Blüten trägt.
Waldmeister ist ein hervorragender Bodendecker für naturnahe, schattige Gärten. Er schmückt den Fuß von Bäumen und Sträuchern und bringt dort Licht ins Beet. Sie können ihn auch in einem schattigen Steingarten oder am Fuß einer nach Norden ausgerichteten Mauer pflanzen. Galium verum wächst dagegen eher in der Sonne auf drainierendem Boden. Es passt in eine ländliche, naturnahe Gartenszene. Waldmeister und Galium sind völlig unkomplizierte Pflanzen! Einmal gepflanzt, kommen sie allein zurecht und sind wenig anfällig für Krankheiten und Parasiten.
Neben seinen dekorativen Vorzügen ist Waldmeister eine Heilpflanze: Sie können ihn ernten, trocknen und als Aufguss trinken oder zum Aromatisieren von Getränken und Desserts verwenden.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Meier, Labkraut, Waldmeister, Schweizer Tee, Kleines Maiglöckchen...
- Blüte im Frühjahr (Galium odoratum) oder im Sommer (Galium verum)
- Height bis 50 cm
- Exposition Schatten oder Halbschatten
- Art des Bodens frisch, humusreich
- Winterhärte -20 °C
Meier und Labkräuter umfassen fast 660 Arten einjähriger oder mehrjähriger krautiger Pflanzen. Sie wachsen wild in den gemäßigten Regionen beider Erdhalbkugeln. Der Waldmeister beispielsweise kommt in ganz Europa und bis nach Asien vor und ist in einigen Regionen der USA und Kanadas eingebürgert. In französischen Wäldern ist er leicht zu finden. Galium verum wächst dagegen vor allem in offenen Lebensräumen, auf Wiesen, Brachland oder an Wegrändern. In Frankreich findet man außerdem das Kletten-Labkraut (Galium aparine), eine mit kleinen Stacheln bedeckte Pflanze, die sich damit an anderen Pflanzen festhält.
Der Waldmeister gehört zur Familie der Rötegewächse, die mehr als 13.000 Arten umfasst. Dazu zählen unter anderem der Kaffeestrauch, die Gardenie und der Färberkrapp.

Galium odoratum: Botanische Illustration
Früher wurde der Waldmeister Asperula odorata genannt, bevor er in Galium odoratum umbenannt wurde. Der Name stammt vom griechischen gala für Milch, da mehrere Arten Milch gerinnen lassen. Der Name Asperula leitet sich vom lateinischen asper ab: rau, grob, da mehrere Arten mit steifen Haaren versehen sind. Im Französischen wird er manchmal „Schweizer Tee“, „Waldkönigin“ oder „Kleines Maiglöckchen“ genannt.
Der Waldmeister ist als Heilpflanze mit entspannenden und stresslindernden Eigenschaften bekannt. Er fördert die Verdauung, beruhigt das Nervensystem und hilft gegen Schlaflosigkeit. Er wird vor allem als Aufguss verwendet, kann aber auch Getränke und Desserts aromatisieren. Außerdem wird daraus ein Likör hergestellt: Waldmeisterlikör. Nach der Ernte verströmt der Waldmeister einen angenehmen Duft nach frisch geschnittenem Heu, der beim Trocknen des Laubs intensiver wird. Daher können die getrockneten Blätter in einen Schrank gelegt werden, um die Wäsche zu beduften und Motten fernzuhalten.
Galium verum wird „Labkraut“ genannt, da es tatsächlich als Lab zum Gerinnen von Milch und zur Käseherstellung diente. Auch er besitzt heilende Eigenschaften: Er wirkt harntreibend, krampflösend, wundheilend und beruhigend. Man verwendet ihn als Abkochung oder Aufguss, aber auch äußerlich.
Meier sind kleine krautige Pflanzen, die nicht besonders groß werden, aber oft eine ausgebreitete Wuchsform annehmen. Meist bleiben sie unter 50 cm Höhe. Sie breiten sich über ihre ausläuferbildenden Rhizome aus, aus denen biegsame, krautige, manchmal raue Stängel wachsen. Der Waldmeister bildet so einen reizvollen Teppich im Unterholz. Seine Stängel haben einen vierkantigen Querschnitt. Die Stängel von Galium aparine sind mit steifen Haaren besetzt, die ihm das Klettern ermöglichen.
Das Laub des Waldmeisters ist prächtig: Es bildet sternförmige Etagen am Stängel und leuchtet in einem schönen Smaragdgrün, das das Licht reflektiert. Die Blätter stehen in Wirteln, das heißt, mehrere Blätter sitzen auf gleicher Höhe am Stängel. Sie sind schmal und länglich, bis zu 5 cm lang, und stehen zu sechst bis neunt in aufeinanderfolgenden Etagen. Der Blattrand trägt kleine steife Haare.
Die Blätter von Galium verum sind kleiner und unauffälliger als die des Waldmeisters. Sie sind sehr fein und linear und stehen zu acht an jedem Knoten.

Das sternförmige Laub des Waldmeisters
Die Blätter des Waldmeisters sind meist immergrün, während Galium verum sommergrün ist: Sein Laub verschwindet im Winter und treibt im Frühjahr neu aus.
Der Waldmeister blüht im Frühjahr, meist im Mai und Juni. Dann trägt er hübsche kleine reinweiße Blüten, die in endständigen Trugdolden am oberen Ende der Stängel stehen. Die Blütenstände ähneln etwas den Dolden der Doldenblütler. Sie bestehen aus kleinen sternförmigen Blüten mit nur 4 bis 6 mm Durchmesser. Diese besitzen vier kreuzförmig angeordnete Blütenblätter, die an der Basis zu einer Röhre verwachsen sind. In der Mitte befinden sich vier Staubblätter und ein Stempel. Die Blütenblätter werden von einem Kelch aus vier Zähnen umgeben. Im Frühjahr bringen die weißen Blüten des Waldmeisters viel Licht ins Unterholz!
Galium verum bietet dagegen eine lange Sommerblüte, die sich von Juni bis September erstreckt. Es trägt lange Trauben mit zahlreichen kleinen gelben Blüten! Sie sind kleiner und zahlreicher als die des Waldmeisters und ebenfalls aus vier kreuzförmig angeordneten Blütenblättern aufgebaut.
Die Blüte von Meier und Galium ist duftend und bienenfreundlich, sehr beliebt bei Bienen und anderen Bestäubern.
Nach der Bestäubung entwickelt sich aus jeder Blüte eine kleine runde Frucht mit hakenförmigen Haaren. Sie bleibt am Fell wilder Tiere hängen, sobald diese an der Pflanze vorbeikommen, und sorgt so für die Verbreitung der Samen!

Die Blüten des Waldmeisters, von Galium verum und von Galium taurina ssp. caucasica (Fotos: Björn Traeger / Björn S. / Jerzy Opioła)
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Waldmeister ist eine Unterholzpflanze und wächst daher im Schatten oder Halbschatten! Seine Blätter könnten durch die pralle Sonne geschädigt werden. Er braucht einen frischen, humusreichen und fruchtbaren Boden, wie man ihn im Wald findet! Er bevorzugt tiefe, leichte und lockere Böden. Außerdem mag er leicht saure Böden.
Pflanzen Sie ihn an einen Ort, an dem er sich ausbreiten kann: Vermeiden Sie beispielsweise, ihn zwischen andere kleine Stauden in ein Beet zu setzen. Da er einen Bodendecker bildet, braucht er Platz um sich herum! Ideal ist ein Standort im Unterholz, am Fuß von Bäumen und Sträuchern. Sie können ihn aber auch entlang einer nach Norden ausgerichteten Mauer pflanzen. Waldmeister eignet sich ideal, um einen wenig genutzten Gartenbereich zu begrünen, den man sich natürlich entwickeln lässt.
Galium verum hat andere Ansprüche: Er mag Sonne (verträgt aber auch Halbschatten) und eher trockene, drainierende Böden. Er bevorzugt kalkhaltige und sandige Böden. Seine tiefen Wurzeln und Rhizome machen ihn trockenheitsverträglich.
Waldmeister und Galium verum sind gut winterhart und können problemlos in ganz Frankreich kultiviert werden.
Wann pflanzen?
Wir empfehlen, Waldmeister im Frühjahr, im April oder Mai, zu pflanzen. Wichtig ist vor allem, Frostperioden und große Hitze zu vermeiden.
Wie pflanzen?
Für eine schönere Wirkung pflanzt man Waldmeister am besten in Gruppen statt einzeln.
- Stellen Sie den Topf in eine mit Wasser gefüllte Wanne, damit sich das Substrat wieder mit Feuchtigkeit vollsaugt.
- Bereiten Sie währenddessen den Boden vor, indem Sie Unkraut entfernen und die Erde lockern. Mischen Sie gut verrotteten Kompost unter die Erde und heben Sie kleine Pflanzlöcher aus.
- Nehmen Sie den Waldmeister aus dem Topf und pflanzen Sie ihn ein. Wenn Sie mehrere Pflanzen setzen, halten Sie einen Abstand von etwa 20 bis 30 cm ein.
- Füllen Sie die Erde rundherum wieder auf und drücken Sie sie vorsichtig mit der flachen Hand an.
- Gießen Sie reichlich.
Gießen Sie in den folgenden Wochen weiter, damit die Pflanzen gut anwachsen.
Pflege
Gießen, bis der Türkische Fels-Meier angewachsen ist. Danach kommt er allein zurecht: kaum anfällig für Krankheiten und Parasiten. Herbstkompost stärkt den Boden.
Ernte und Verwendung des Türkischen Fels-Meiers
Ernten Sie die Blütenspitzen des Waldmeisters im zeitigen Frühjahr, im April und Mai, sobald die Blüten beginnen aufzublühen. Verwenden Sie dazu ein Messer (reißen Sie die Pflanze nicht aus!). Breiten Sie den Waldmeister anschließend auf einem Tuch oder saugfähigem Papier aus und lassen Sie ihn an einem trockenen, gut belüfteten Ort trocknen. Erst nach der Ernte verströmt der Waldmeister seinen typischen Duft nach frisch gemähtem Heu.
Achten Sie darauf, ihn gründlich zu trocknen: Schimmelt er, verwandelt sich das enthaltene Cumarin in Dicoumarol, ein giftiges Molekül, das Blutungen auslösen kann. Kontrollieren Sie den Waldmeister regelmäßig und entsorgen Sie ihn, sobald er schimmelt oder sich dunkel zu verfärben beginnt. In jedem Fall sollte Waldmeister nur in Maßen und kleinen Mengen verwendet werden.
Waldmeister ist für seine medizinischen Eigenschaften bekannt. Er wird hauptsächlich als Aufguss verwendet (Waldmeistertee). Er beruhigt das Nervensystem und hilft gegen Schlaflosigkeit. Äußerlich kann er außerdem zur Linderung von Verletzungen eingesetzt werden. Waldmeister wirkt reizlindernd und kann als Augentropfen gegen Augenentzündungen (Bindehautentzündung, Lidrandentzündung …) verwendet werden.
In der Küche verfeinert Waldmeister Desserts und herzhafte Gerichte. Auch zum Aromatisieren von Getränken eignet er sich gut. Man kann Waldmeistersirup und Maiwein (auch „Maitrank“ genannt) herstellen, indem man die Blüten in Weißwein und Zucker ziehen lässt.
Eine weitere Verwendung besteht darin, getrockneten Waldmeister in kleine Säckchen zu füllen und diese in den Schrank zu legen, um die Wäsche zu beduften und Motten fernzuhalten.
Auch Galium verum besitzt medizinische Eigenschaften: Es wirkt harntreibend, krampflösend, beruhigend und heilungsfördernd. Die Blüten können ebenfalls in der Küche verwendet werden, etwa in Salaten oder zum Dekorieren von Gerichten.
Die Wurzeln des Waldmeisters und von Galium verum eignen sich als pflanzlicher Farbstoff: Sie färben Stoffe rot.
Vermehrung
Zur Vermehrung des Türkischen Fels-Meiers ist die Teilung die praktischste und schnellste Methode.
Horstteilung
Sie können Horste teilen, die seit mehreren Jahren eingewachsen sind. Wir empfehlen, dies im zeitigen Frühjahr zu tun. So hat die Pflanze genügend Zeit, sich vor dem Winter gut zu etablieren.
Graben Sie zunächst einen Horst Waldmeister aus. Stechen Sie dabei tief genug, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Teilen Sie die Rhizome, um den Horst in mehrere Stücke zu zerlegen. Bereiten Sie den Boden vor, indem Sie ihn lockern und Kompost einarbeiten. Pflanzen Sie die Teilstücke sofort wieder ein, damit die Wurzeln nicht austrocknen, und gießen Sie sie an.
Diese Methode eignet sich sowohl für Waldmeister als auch für Echtes Labkraut.
Aussaat
Die beste Zeit für die Aussaat des Türkischen Fels-Meiers ist der Herbst.
- Füllen Sie einen Topf mit spezieller Aussaaterde, drücken Sie sie leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
- Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche.
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht gesiebtem Substrat.
- Drücken Sie die Oberfläche leicht an.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Brausestrahl.
- Stellen Sie den Topf in einen kalten Frühbeetkasten, möglichst an einen schattigen Platz.
Gießen Sie gelegentlich, damit das Substrat bis zur Keimung frisch bleibt. Sobald die Sämlinge groß genug zum Anfassen sind, pikieren Sie die jungen Triebe in einzelne Töpfe.
Verband
Waldmeister eignet sich perfekt fürs Unterholz, um eine sehr natürliche Atmosphäre zu schaffen, die an französische Wälder erinnert. Sie können ihn mit Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht, Salomonssiegel, Farnen, Geranium nodosum … pflanzen. Da diese Pflanzen wenig Pflege benötigen, können Sie sie in einem Gartenbereich ansiedeln, den Sie sich natürlich entwickeln lassen, ohne stark einzugreifen.

Nutzen Sie Waldmeister für eine herrliche Unterholzszene! Brunnera ‘Jack Frost’, Galium odoratum, Geranium nodosum, Dryopteris marginalis (Foto Kelvinsong), Anemone sylvestris (Foto Kor!An) und Polygonatum odoratum (Foto Oona Rälsänen)
Die kleinen weißen Blüten des Waldmeisters lassen sich mit dunklem Laub besonders schön hervorheben, etwa dem des Ophiopogon planiscapus, von Ajuga reptans ‘Atropurpurea’ oder ‘Black Scallop’ sowie von Euphorbia amygdaloides ‘Purpurea’. Schaffen Sie eine herrliche Szene, indem Sie Waldmeister mit dem purpurfarbenen Laub des Purpurglöckchens ‘Plum Pudding’ kombinieren. So entsteht ein schöner Kontrast – nicht nur durch die Farben, sondern auch durch die Formen: Das feine Laub des Waldmeisters wirkt leicht neben den größeren, kräftigen Blättern des Purpurglöckchens.
Galium verum findet ebenfalls in einem naturalistischen Garten Platz, dort jedoch im offenen, sonnigen Bereich! Es braucht viel Licht und einen relativ drainierenden Boden. Sie können es mit Stauden-Lein, Flockenblume, Wiesen-Salbei und Schmuckkörbchen pflanzen. Auch Ziergräser passen dazu und sorgen für Leichtigkeit und Volumen. So können Sie beispielsweise die zarte Blüte von Briza media oder die majestätischen Blütenstände von Calamagrostis acutiflora genießen.
Galium verum passt auch in einen Steingarten oder einen Garten mit überwiegend mineralischer Gestaltung. Kombinieren Sie es mit Pflanzen, die drainierende Böden bevorzugen und Trockenheit vertragen. Sie können es beispielsweise mit Gaura, Lavendel, Phlomis fruticosa oder Mannstreu pflanzen.

Echtes Labkraut ist ideal für einen naturalistischen Garten! Galium verum, Briza media (Foto Bartosz Cuber), Cosmos atrosanguineus, Centaurea montana ‘Amethyst Dream’ und Echinacea purpurea ‘Summer Breeze’
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