Zimmerkakteen und Sukkulenten: Kultur und Pflege

Zimmerkakteen und Sukkulenten: Kultur und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Alexandra 21 min.

Kakteen und Sukkulenten kurz erklärt

  • Kaktus und Sukkulente sind extrem trockenheitsverträglich und pflegeleicht
  • Sie brauchen ein leichtes, drainierendes Substrat und viel Licht
  • Dekorativ und originell: perfekt für die Raumgestaltung
  • Unglaubliche Vielfalt an Formen und Farben
  • Bei der Blüte tragen Kaktus wunderschöne, helle Blüten!
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Kakteen und Sukkulenten: außergewöhnliche, trockenheitsverträgliche Pflanzen. Viele Arten brauchen drinnen durchlässiges Substrat, wenig Wasser und Pflege für reiche Blüte.

Botanisch

Steckbrief

  • Blüte farbenprächtig, bei Kakteen sehr dekorativ
  • Height sehr unterschiedlich, 10 cm bis 15 m
  • Exposition hell, sonnig
  • Art des Bodens trocken, durchlässig, sandig
  • Winterhärte meist gering, doch es gibt auch winterharte Arten

Da Sukkulenten und Kakteen von Natur aus in trockenen, warmen Lebensräumen wachsen, mussten sie besondere Strategien entwickeln, um diese Bedingungen zu überleben und Wassermangel zu widerstehen. Ihre Gestalt hat sich dadurch verändert, sodass sie lange Trockenperioden und intensive Sonneneinstrahlung ertragen können. Deshalb unterscheiden sie sich äußerlich so stark von Pflanzen, die in kühleren und schattigeren Lebensräumen wachsen.

Diese Xerophyten (= an trockene Lebensräume angepasste Pflanzen) speichern Wasser und Mineralstoffe in ihren Geweben in Form von Saft. Daher werden sie als „Sukkulenten“ bezeichnet. Sie entwickelten Strategien, um Wasserverluste zu begrenzen und lange ohne Regen zu überleben. Außerdem besitzen sie einen CAM-Stoffwechsel (Crassulacean acid metabolism). Dabei schließen sie tagsüber ihre Spaltöffnungen, um die Verdunstung zu vermeiden, und öffnen sie nachts. Anders als andere Pflanzen nehmen sie Kohlendioxid daher nachts und nicht am Tag auf.

Allerdings muss zwischen diesen Pflanzen unterschieden werden: Kakteen sind Sukkulenten (auch Fettpflanzen genannt), aber nicht alle Sukkulenten sind Kakteen.

Kakteen: botanische Tafel

Botanische Illustration verschiedener Kakteenarten

Die Kakteen umfassen die Pflanzen aus der Familie der Kakteengewächse, auch Kakteenartige genannt. Sie zählt mehr als 2.200 Arten. Kakteen stammen fast ausschließlich aus Nord- und Südamerika, wo sie vor allem in ariden und halbtrockenen Regionen wachsen. Einige kommen aus warm-gemäßigten oder tropischen Gebieten.

Der Begriff „Sukkulenten“ (oder Fettpflanzen) ist weiter gefasst: Er umfasst verschiedene Pflanzenfamilien, darunter die Kakteengewächse. Gemeinsam sind ihnen fleischige, dicke Blätter und ihre Trockenheitsresistenz. Zu diesen Pflanzen zählt auch die bedeutende Familie der Dickblattgewächse mit fast 1.500 Arten: Echeverie, Kalanchoe, Aeonium, Fetthenne usw. Der Name Crassulaceae leitet sich vom lateinischen Crassus (dick) ab und bezieht sich auf die verdickten Gewebe dieser Pflanzen. Andere Sukkulenten gehören zu den Familien der Xanthorrhoeaceae (Aloe, Haworthie …) oder der Spargelgewächse (Agaven …).

Einige Sukkulenten, insbesondere Wolfsmilchgewächse, ähneln Kakteen, weil sie denselben natürlichen Bedingungen (Hitze und Trockenheit) ausgesetzt waren und daher ähnliche evolutionäre Strategien entwickeln mussten: verdickte Stängel, zurückgebildete Blätter und die Bildung von Dornen usw. Es handelt sich um eine Formkonvergenz. Kakteen erkennt man jedoch an den Areolen: Damit sind kleine Erhebungen gemeint, an denen die Dornen sitzen. Dies ist eines der Merkmale, durch die sie sich von Wolfsmilchgewächsen unterscheiden. Auch ihr Name kann einen Hinweis geben, denn viele Kakteen tragen einen Gattungsnamen, der auf -cereus oder -cactus endet (Hylocereus, Echinocactus, Ferocactus …).

Kakteen und Sukkulenten werden meist nicht besonders groß. Sie wachsen sehr langsam und haben einen verlangsamten Stoffwechsel. Mit der Zeit können einige jedoch imposante Größen erreichen, etwa Carnegiea, auch Saguaro genannt, die charakteristischen baumartigen Kakteen der USA. In ihrem natürlichen Lebensraum werden sie bis zu 15 m hoch!

Kakteen besitzen häufig „Rippen“. Diese schützen sie vor der Sonne, indem sie einen Teil der Pflanze beschatten. Außerdem kann sich ihre Epidermis dadurch dehnen, um Wasser zu speichern, oder zusammenziehen, ohne zu reißen.

Kakteen können eine kugelige, rundliche Form annehmen, etwa Echinocactus grusonii, der auch Schwiegermutterstuhl genannt wird. Der Stängel kann aber auch hoch und gerade sein und eine säulenartige Silhouette bilden (Säulenkakteen …). Andere Stängel sind abgeflacht und schaufelförmig, wie bei den Feigenkakteen. Cereus forbesii Spiralis besitzt ebenfalls eine ungewöhnliche Form: Statt gerade und senkrecht zu wachsen, sind seine Stängelrippen spiralförmig gewunden. Einige Kakteen sind Epiphyten, wachsen also auf anderen Pflanzen statt im Boden, und bilden überhängende Zweige. Dazu gehört beispielsweise Hylocereus undatus. Es gibt sogar Kletterkakteen wie Selenicereus, die an Baumstämmen emporwachsen.

Drei verschiedene Kaktusformen: Echinopsis, Astrophytum und Mammillaria

Kakteen können unterschiedliche Formen annehmen: Echinopsis chamaecereus, Astrophytum myriostigma und Mammillaria elongata ‘Cristata’ (Fotos 2 und 3: Resenter1 / David J. Stang)

Es gibt auch Kakteen mit monströsen, kristaten oder fasziierten Formen, die durch Mutationen entstehen. Bei einer Cristation nimmt die Spitze eines Stängels eine verbreiterte, kamm- oder fächerförmige Gestalt an. Ein Beispiel ist Mammillaria elongata ‘Cristata’. Bei einer Fasziation bilden die Stängel Bündel. Lesen Sie dazu den Artikel von Virginie in unserem Blog: Fasziation und Cristation: pflanzliche Chimären.

Bei Kakteen werden die Blätter durch Dornen ersetzt, wodurch Wasserverluste durch Verdunstung begrenzt werden. Neben einem ausgezeichneten Schutz vor Pflanzenfressern können sie damit auch Tau aufnehmen und sich vor Sonne oder Kälte schützen. Die Dornen können verschiedene Farben haben (weiß, cremefarben, gelb, braun …) und stark ausgeprägt und spitz oder sehr klein sein. Manchmal sind sie ausgesprochen dekorativ. Es gibt auch dornenlose Kakteen (Astrophytum, Blattkaktus …).

Die Dornen der Kakteen können durch Glochiden ersetzt sein: winzige Stacheln, die in kleinen Büscheln zusammenstehen und sich besonders schwer aus der Haut entfernen lassen.

Da sie keine echten Blätter mehr besitzen, übernimmt bei Kakteen der Stängel die Photosynthese. Einige Kakteen haben jedoch ihre Blätter behalten: Dazu gehören die Pereskia. Diese ursprünglichen, archaischen Kakteen ähneln eher Sträuchern als den anderen Mitgliedern dieser Familie.

Bei Sukkulenten können Wasser und Mineralstoffe in Blättern, Stängeln und Wurzeln gespeichert werden. Dadurch wirken diese Gewebe verdickt und fleischig. Ist die Basis des Stammes verdickt, wird sie Caudex genannt. Bei Sukkulenten sind die Blätter besonders dick. Die Epidermis ist von einer dicken, wachsartigen Cuticula bedeckt, die vor der Sonne schützt und die Verdunstung von Wasser begrenzt.

Einige Sukkulenten bilden Blattrosetten, etwa Aloe, Agave, Haworthie oder Echeverie. Andere besitzen eine gedrungene Silhouette aus verzweigten Stängeln und Stämmen, die an einen Miniaturstrauch oder Bonsai erinnert: Crassula ovata, Aeonium haworthii oder A. arboreum. Sedum morganianum und Sedum burrito bilden hängende Stängel mit zahlreichen kugeligen, dicken Blättern. Auch Lithops, die Lebenden Steine, gehören dazu: kleine, unscheinbare Pflanzen, die eine bodennahe, flache Rosette bilden und oft eine graubraune Färbung annehmen, um Steine nachzuahmen. In ihrem natürlichen Lebensraum ist dies eine echte Tarnung zum Schutz vor Pflanzenfressern!

Verschiedene Formen von Sukkulenten

Sukkulenten bieten eine außergewöhnliche Vielfalt! Senecio rowleyanus (Foto Maja Dumat), Crassula ovata Gollum und Lithops marmorata (Foto Abu Shawka)

Sukkulenten können unterschiedliche Farbtöne annehmen: Dunkelgrün, Hellgrün, bläulich, purpurfarben … Eine große Vielfalt findet sich bei Crassula und Aeonium. Die Blätter der Crassula färben sich bei Sonneneinstrahlung häufig rot.

Kakteen bringen meist große, farbenprächtige Blüten mit zahlreichen Blütenblättern hervor. Sie sind meist einzeln und zwittrig. Ihre Farben sind oft hell und leuchtend: Gelb, Rosa, Rot, Orange … manchmal auch Weiß. Viele Kakteenarten blühen nachts. Ihre Blüten sind im Verhältnis zur Größe des Kaktus überraschend groß.

Damit sie blühen können, sollten sie im Winter in einem kühlen Raum bei 5 bis 15 °C stehen. Während dieser Zeit wird das Gießen eingestellt. Im Frühjahr stellt man sie an einen sehr hellen Platz und gewöhnt sie langsam an die Sonne. So werden die Bedingungen ihrer natürlichen Umgebung nachgeahmt und die Blüte angeregt!

Leuchtende und farbenprächtige Blüten der Kakteen

Die Blüte von Echinopsis subdenudata, Echinopsis chamaecereus und Mammillaria craigii (Fotos 1 und 3: Christer Johansson / msscacti)

Einige Kakteen besitzen verdickte, rübenförmige Wurzeln, die an eine Knolle erinnern. Diese sehr dicken Wurzeln speichern Wasser. Andere, wie Carnegiea, haben ein sehr weitreichendes, oberflächliches, aber wenig tiefes Wurzelsystem. Dadurch können sie die leichte Feuchtigkeit aufnehmen, die sich gelegentlich auf dem Boden ablagert.

Einige Kakteenarten werden wegen ihrer essbaren Früchte geschätzt: Dazu gehören etwa Hylocereus undatus, der Pitaya oder Drachenfrucht hervorbringt, und Opuntia ficus-indica mit seinen Kaktusfeigen.

Die wichtigsten Kaktus- und Sukkulentenarten fürs Zimmer

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Crassula ovata Hobbit - Geldbaum

Crassula ovata Hobbit - Geldbaum

Diese Sukkulente bildet eine schöne, strauchige Wuchsform aus dicken, verzweigten Trieben mit überraschend geformten, eigentümlich eingerollten grünen Blättern. Ihre Spitzen sind rötlich gefärbt. Die Pflanze kann einen Meter hoch werden, wächst jedoch langsam.
  • Höhe bei Reife 1 m
Mammillaria perbella - Warzenkaktus

Mammillaria perbella - Warzenkaktus

Mammillaria perbella stammt aus den Höhenlagen Mexikos. Der kugelförmige, rundliche Kaktus trägt kurze, weiße und recht kräftige Nadeln. Zur Blüte bildet er einen Kranz kleiner rosafarbener Blüten. Er ist leicht zu kultivieren.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 10 cm
Kalanchoe tomentosa - Panda-Pflanze

Kalanchoe tomentosa - Panda-Pflanze

Diese wunderschöne Kalanchoe trägt breite, filzig behaarte Blätter mit gräulichem Flaum. Die Blattränder sind orangebraun.
  • Blütezeit Februar für Mai
  • Höhe bei Reife 40 cm
Astrophytum myriostigma - Bischofsmütze

Astrophytum myriostigma - Bischofsmütze

Dieser mexikanische Kaktus wird Pfaffenhütchen genannt und ist besonders leicht zu kultivieren. Der perfekte Kaktus für Einsteiger! Meist bildet er fünf regelmäßige Rippen, die ihm von oben betrachtet eine sternförmige Gestalt verleihen.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 50 cm
Portulacaria afra Variegata - Strauch-Portulak

Portulacaria afra Variegata - Strauch-Portulak

Diese Sukkulente besitzt eine schöne, strauchige und verzweigte Wuchsform mit dicken, verkehrt eiförmigen Blättern. Sie sind grün und cremeweißgelb gerandet. Die Pflanze braucht viel Licht und liebt Sonne. Der kleine Strauch kann bis zu 2 m hoch werden, wächst aber langsam. Auch als Bonsai kultivierbar!
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 2 m
Parodia leninghausii - Parodie

Parodia leninghausii - Parodie

Dieser zylindrische Kaktus trägt zahlreiche gelbe Dornen und wächst relativ regelmäßig. Besonders schön sind auch seine zarten, gelben Blüten an der Spitze. Er bevorzugt einen hellen Standort, aber keine direkte Sonne.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 80 cm
Echinopsis subdenudata - Seeigelkaktus

Echinopsis subdenudata - Seeigelkaktus

Dieser Kaktus wächst kugelig und bildet ausgeprägte Rippen. Seine weißen, seidigen Areolen wirken sehr dekorativ und bilden regelmäßig angeordnete Punkte entlang der Rippen! Er trägt prächtige, große, reinweiße Trompetenblüten. Sie öffnen sich nachts und verblühen schnell, erscheinen aber rasch erneut. Der Kaktus hat wenige, kurze und wenig aggressive Dornen.
  • Blütezeit Juni
  • Höhe bei Reife 20 cm
Ferocactus glaucescens Inermis - Ferokaktus

Ferocactus glaucescens Inermis - Ferokaktus

Dieser rundliche Kaktus bildet hervorstehende Rippen. Er ist blaugrün gefärbt und dornenlos. Auch seine zartgelben Blüten sind sehr attraktiv.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 50 cm
Aloe squarrosa

Aloe squarrosa

Diese Sukkulente, eine Verwandte der Echten Aloe, trägt fleischige, dicke Blätter in einem schönen Hellgrün. Der Außenrand ist mit Haken besetzt; auf der Blattunterseite sind zudem hellere Flecken zu erkennen, die für Kontrast und einen besonderen Charakter sorgen.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 30 cm
Rebutia sp. - Rebutie

Rebutia sp. - Rebutie

Dieser aus Südamerika stammende Kaktus bildet kugelige, mit kleinen Dornen bedeckte Triebe. Besonders beliebt ist er auch wegen seiner prächtigen Blüten in leuchtendem Gelb, Orange oder Rot.
  • Blütezeit April für Juli
  • Höhe bei Reife 10 cm
Vatricania guentheri - Säulenkaktus

Vatricania guentheri - Säulenkaktus

Dieser aus Bolivien stammende Säulenkaktus bildet hohe, bis zu 2 m lange zylindrische Triebe. Sie sind mit zahlreichen hellgelben Dornen besetzt und haben wenig ausgeprägte Rippen. Mit der Zeit kann sich der Kaktus verzweigen.
  • Blütezeit August, September
  • Höhe bei Reife 2 m

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Pflanzung

Wo Cactus und Sukkulenten kultivieren?

Cactus und Sukkulenten wachsen in trockenen Regionen in voller Sonne und benötigen daher sehr viel Licht. Ideal wäre ein Standort im Wintergarten, Sie können sie aber auch in der Nähe eines Fensters aufstellen. Bei Lichtmangel besteht die Gefahr der Vergeilung: Die Triebe werden lang und sehr dünn. Die meisten Arten vertragen direkte Sonne, etwa Cactus und Echeverie, benötigen jedoch eine schrittweise Akklimatisierung, damit sie keinen Sonnenbrand bekommen.

Es gibt allerdings auch einige Cactus und Sukkulenten, die von Natur aus im Schatten wachsen. Informieren Sie sich über die Ansprüche der Art, die Sie kultivieren. Direkte Sonne sollten Sie beispielsweise bei der Echten Aloe und bei Parodia leninghaussii vermeiden.

Verzichten Sie in jedem Fall auf die Kultur im Terrarium! Zwar werden im Handel Sukkulenten-Kompositionen im Terrarium angeboten und im Internet Anleitungen zum Anlegen solcher Gefäße gezeigt, wir raten jedoch davon ab. In einem Terrarium zirkuliert die Luft schlecht, die Drainage ist unzureichend und die Luftfeuchtigkeit hoch. Diese Bedingungen können dazu führen, dass die Sukkulenten faulen. Außerdem vertragen diese Pflanzen zwar Sonne, ein Terrarium darf jedoch nicht in der Sonne stehen, da die Temperatur darin schnell zu hoch wird!

Informieren Sie sich auch über die Winterhärte Ihrer Cactus und Sukkulenten. Einige Arten vertragen Kälte und sollten im Freien kultiviert werden. Dazu gehören beispielsweise Hauswurz und die meisten Fetthenne. Entdecken Sie unsere Auswahl der winterhärtesten Cactus und Sukkulenten

Welches Substrat verwenden?

Cactus und Sukkulenten wachsen meist in sehr drainierenden, trockenen und nährstoffarmen Böden.

Das Substrat sollte leicht, sandig und luftig sein, damit die Wurzeln nicht ersticken. Wasser muss schnell ablaufen können, damit das Substrat rasch trocknet.

Wir empfehlen, Cactus und Sukkulenten in einer Mischung aus je einem Drittel grobem Sand (Flusssand), Blumenerde und gesiebter Gartenerde zu pflanzen. Sehr lehmige Gartenerde sollten Sie allerdings vermeiden. Sie können auch spezielle Kakteenerde verwenden.

Wie pflanzen?

Sie können einen Kunststoff- oder Tontopf wählen. Kunststofftöpfe halten mehr Feuchtigkeit, während Wasser in Tontöpfen schneller verdunstet. Passen Sie die Wassergaben entsprechend an. Verwenden Sie in jedem Fall einen Topf mit Abzugsloch, damit Gießwasser ablaufen kann.

  1. Legen Sie eine Drainageschicht auf den Topfboden, zum Beispiel aus Kies, Lavagranulat oder Tonscherben.
  2. Füllen Sie drainierendes Substrat in den Topf, etwa spezielle Kakteenerde oder eine Mischung aus grobem Sand, Blumenerde und Gartenerde.
  3. Pflanzen Sie Ihren Cactus oder Ihre Sukkulente ein. Um einen Cactus verletzungsfrei zu handhaben, wickeln Sie ihn am besten in mehrere Lagen Zeitungspapier.
  4. Füllen Sie rund um den Cactus weiteres Substrat ein, damit er sicher steht. Achten Sie darauf, den Hals nicht mit Erde zu bedecken.
  5. Sie können eine Schicht feinen Kies auf dem Substrat verteilen, um die Pflanze vor Feuchtigkeit zu schützen.
  6. Gießen Sie nach dem Pflanzen oder Umtopfen nicht! Warten Sie mindestens 15 Tage, bis die Wurzeln verheilt sind, damit sie nicht faulen.
Umtopfen eines Cactus

Einen Cactus im Topf pflanzen

Entdecken Sie unsere Ratgeber für weitere Informationen:

  • Wann und wie einen Cactus im Topf pflanzen oder umtopfen? Welcher Topf und welches Substrat?
  • Wie pflanzt man Sukkulenten im Topf?
  • Wie topft man Sukkulenten um, ohne sie zu beschädigen?

Pflege

Man neigt zu der Annahme, dass Kakteen kaum Wasser benötigen. Tatsächlich tötet überschüssige Feuchtigkeit einen Kaktus leichter als Wassermangel. Dennoch gilt: Auch wenn Kakteen Trockenheit gut vertragen, sollten Sie das Gießen nicht vernachlässigen, wenn Sie schöne Kakteen haben und ihre Blüte fördern möchten. Wir empfehlen, sie während der gesamten Wachstumsphase regelmäßig zu gießen, vom Frühjahr bis zum Herbst etwa alle 15 Tage. Im Sommer können Sie einmal pro Woche gießen. Bei großer Hitze sollten Sie das Gießen besser einstellen, da manche Kakteen dann in die Dormanz gehen. Ebenso gilt: Kakteen dürfen im Winter nicht gegossen werden.

Bei Sukkulenten wachsen einige auch im Winter weiter (Crassula, Aeonium, manche Wolfsmilchgewächse …). Sie sollten daher von Zeit zu Zeit weiter gegossen werden (höchstens ein- bis zweimal im Monat). Beobachten Sie Ihre Pflanzen, um festzustellen, ob sie in der Dormanz sind oder nicht.

Lesen Sie auch: „Sukkulenten winterfest machen: unsere Tipps und Tricks“.

Gießen Sie vorzugsweise mit Regenwasser. Falls dies nicht möglich ist, eignet sich auch Leitungswasser, sofern es nicht zu kalkhaltig ist.

Gießen Sie reichlich, sodass das gesamte Substrat durchfeuchtet wird. Leeren Sie anschließend den Untersetzer, denn das Wasser darf nicht stehen bleiben, damit das Substrat schnell trocknen kann. Achten Sie darauf, dass es vor dem nächsten Gießen vollständig trocken ist.

Sie können durch Tauchen gießen: Füllen Sie dazu eine Schale oder einen Untersetzer mit Wasser und stellen Sie den Topf hinein. Sobald das gesamte Substrat feucht ist, nehmen Sie den Topf heraus und lassen Sie ihn abtropfen.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern Wie gießt man einen Kaktus?, Kakteen gießen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden und Wie gießt man Sukkulenten richtig?.

Obwohl Kakteen und Sukkulenten genügsam sind, freuen sie sich über gelegentliche Düngergaben. Wählen Sie vorzugsweise einen Flüssigdünger für Kakteen mit wenig Stickstoff. Alternativ eignet sich auch Dünger für Geranien und Blühpflanzen. Während der gesamten Wachstumsphase (vom Frühjahr bis zum Herbst) können Sie einmal im Monat Dünger geben, verdünnt im Gießwasser. Im Winter stellen Sie das Düngen ein.

Der Düngebedarf ist geringer, wenn Sie die Pflanzen regelmäßig umtopfen.

Kakteen benötigen im Winter eine Ruhephase, in der sie kühl und trocken stehen müssen. Ideal ist ein Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 10 °C; bei manchen Arten sind auch bis zu 15 °C möglich. Informieren Sie sich über die idealen Wintertemperaturen für die von Ihnen kultivierte Art. Schlumbergera kann beispielsweise warm stehen.

Im Frühjahr beginnen Sie wieder ganz allmählich mit dem Gießen. Sie können auch erneut düngen. Ab Mai dürfen Sie die Pflanzen ins Freie stellen. Setzen Sie sie jedoch nicht sofort direkter Sonne aus: Gewöhnen Sie sie schrittweise daran, um Verbrennungen zu vermeiden. Schattieren Sie sie anfangs während der heißesten Stunden.

Wir empfehlen, Ihre Kakteen alle zwei bis drei Jahre umzutopfen, vorzugsweise zu Beginn des Frühjahrs. Nehmen Sie den Kaktus aus dem Topf und entfernen Sie das alte Substrat sowie abgestorbene Wurzeln. Bereiten Sie einen etwas größeren Topf vor, indem Sie eine Drainageschicht und anschließend spezielle Kakteenerde einfüllen, und pflanzen Sie den Kaktus ein. Nach dem Umtopfen Ihres Kaktus oder Ihrer Sukkulente warten Sie etwa 15 Tage, bevor Sie wieder gießen.

Sie können Ihre Kakteen oder Sukkulenten gelegentlich mit einem Pinsel mit weichen Haaren abbürsten, um Staub zu entfernen, der sich zwischen den Dornen oder Rippen der Kakteen oder auf den Zweigen und Blättern der Sukkulenten ablagern kann.

→ Lesen Sie auch: Kakteen im Haus kultivieren: Licht, Substrat, Gießen … alles Wissenswerte! und Kakteen zum Blühen bringen: unsere sicheren Lösungen und Tipps.

Kakteensammlung in einem Gewächshaus des Botanischen Gartens von Genf

Eine Kakteensammlung mit zahlreichen Echinocactus grusonii im Botanischen Garten von Genf

Krankheiten und Parasiten

Kakteen und Sukkulenten können von Wollläusen befallen werden, die weiße, pudrige Polster bilden. Um sie loszuwerden, verwenden Sie in Wasser verdünnte Schmierseife. Auch Spinnmilben können auftreten, die warme, trockene Luft besonders mögen. Wir empfehlen, den Raum, in dem Sie Ihre Kakteen kultivieren, regelmäßig zu lüften und gegebenenfalls ein Akarizid zu sprühen.

Wurzelläuse sind schwerer zu erkennen, da sie unter der Erde leben. An den Wurzeln sind kleine, weißliche, pudrige Polster sichtbar. Die befallene Pflanze wächst nicht weiter und kann bei starkem Befall absterben. Wir empfehlen, den befallenen Kaktus auszugraben, seine Wurzeln zu reinigen und ihn in einen neuen, mit Wasser und Bleiche desinfizierten Topf zu setzen. Verwenden Sie außerdem gesundes Substrat.

Bei zu viel Feuchtigkeit können Kakteen und Sukkulenten faulen. Sie können von Pilzkrankheiten befallen werden. Ist ein Kaktus erkrankt, werden die betroffenen Stellen meist allmählich weich. Sind sie nur wenig ausgedehnt, können Sie sie mit einem desinfizierten, scharfen Messer entfernen. Tragen Sie anschließend ein Fungizid auf. Bei stärkerem Befall empfehlen wir, durch Entnahme gesunder Pflanzenteile Stecklinge zu gewinnen, um den Kaktus zu retten.

Lesen Sie auch: Krankheiten und Schädlinge von Zimmerkakteen: behandeln und vorbeugen

Vermehrung

Zur Vermehrung von Kakteen empfehlen wir die Stecklingsvermehrung, da diese Methode einfacher und weniger aufwendig als die Aussaat ist.

Aussaat

Säen Sie am besten im Frühjahr, etwa im Mai. Einige Kakteen keimen leichter als andere. Für Einsteiger empfehlen wir die Aussaat von Hylocereus, Mammillaria, Echinopsis oder Rebutia. Die Aussaat von Feigenkakteen und Copiapoa gelingt dagegen schwieriger.

  1. Bereiten Sie einen Topf oder eine Saatschale mit drainierendem Substrat vor (zum Beispiel eine Mischung aus Blumenerde und Sand). Wichtig sind außerdem Abzugslöcher im Topfboden, damit überschüssige Feuchtigkeit ablaufen kann. Sie können das Substrat vorab auch in der Mikrowelle sterilisieren, um sicherzugehen, dass es keine Pathogene enthält. Drücken Sie das Substrat vorsichtig an und ebnen Sie die Oberfläche.
  2. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig auf der Oberfläche. Bedecken Sie sie nicht!
  3. Gießen Sie vorsichtig mit einem Zerstäuber oder durch Anstauen, indem Sie den Topf in eine mit Wasser gefüllte Schale stellen.
  4. Stellen Sie den Topf an einen hellen, luftigen Ort ohne direkte Sonne. Die Temperatur sollte zwischen 25 und 30 °C liegen. Je höher sie ist, desto schneller keimen die Samen.
  5. Halten Sie das Substrat bis zur Keimung leicht feucht. Es darf nicht austrocknen! Sobald die Samen zu keimen beginnen, gießen Sie seltener. Das Substrat sollte zwischen den Wassergaben abtrocknen können, damit die Keimlinge nicht faulen. Sie können außerdem mit Bordeauxbrühe oder einem anderen Fungizid gießen.

Stecklingsvermehrung

Die Stecklingsvermehrung ist eine einfache und schnelle Methode, um Kakteen und Sukkulenten zu vermehren. Sie eignet sich auch, um kranke oder beschädigte Pflanzen durch gesunde Teile zu retten. Außerdem lassen sich Zuchtsorten sowie cristate und fasziierte Kakteen sortenecht vermehren.

Die Stecklingsvermehrung eignet sich besonders für Opuntia, Cereus und Mammillaria.

Die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung von Kakteen und Sukkulenten reicht von Mitte Frühjahr bis Anfang Sommer.

  1. Nehmen Sie ein scharfes Messer und desinfizieren Sie es, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
  2. Schneiden Sie den Kaktusteil ab, den Sie vermehren möchten. Er muss gesund und frei von Krankheiten und Parasiten sein. Verwenden Sie zum Abnehmen Zeitungspapier, damit Sie sich nicht an den Dornen stechen.
  3. Bestäuben Sie die Schnittfläche mit Holzkohlepulver, um Krankheiten vorzubeugen.
  4. Lassen Sie den Steckling trocknen: Je nach Größe kann dies eine Woche bis mehrere Monate dauern. Stellen Sie ihn an einen kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort ohne direkte Sonne. Warten Sie, bis sich an der Schnittfläche ein Wundkallus gebildet hat.
  5. Sobald die Schnittfläche verheilt ist, pflanzen Sie den Steckling in einen Topf mit drainierendem Substrat und stellen ihn an einen hellen Ort ohne direkte Sonne.

Blattstecklinge:

Diese Methode eignet sich ideal zur Vermehrung von Sukkulenten mit fleischigen Blättern (Fetthenne, Echeverie …).

  1. Entnehmen Sie ein gesundes, gut entwickeltes Blatt.
  2. Lassen Sie es einige Tage trocknen. So verhindern Sie, dass es fault.
  3. Bereiten Sie einen Topf mit drainierendem Substrat vor (Mischung aus Blumenerde und Sand oder spezielle Kakteenerde).
  4. Legen Sie das Blatt einfach auf das Substrat oder bedecken Sie die Blattbasis ganz leicht mit Erde.

Einige Sukkulenten, insbesondere Kalanchoe daigremontiana, bilden an ihren Blättern Brutzwiebeln: Dabei handelt es sich um kleine Keimlinge, die am Rand der Blattspreite sitzen und kleine Blätter und Wurzeln bilden. Mit zunehmendem Wachstum lösen sie sich ab und fallen auf das Substrat, wo sie Wurzeln schlagen können. Daher lassen sich diese Pflanzen sehr einfach vermehren, indem Sie die Brutzwiebeln abnehmen und in Substrat pflanzen.

Vegetative Vermehrung von Kalanchoe daigremontiana

Die Brutzwiebeln von Kalanchoe daigremontiana (Fotos: Anneli Salo / Aurélien Mora)

→ Entdecken Sie unser Tutorial „Kakteen und Sukkulenten durch Stecklinge vermehren“

Nützliche Ressourcen

Häufig gestellte Fragen

  • Kakteen zum Blühen bringen?

    Für die Blüte: Im Herbst bei 5–10 °C kühl und trocken überwintern, nicht gießen. Im Frühling langsam wässern, hell stellen, anfangs Mittagssonne meiden.

  • Warum verliert meine Sukkulente ihre Blätter?

    Weiche, gelbe Blätter: Überwässerung. Substrat zwischen Gießen trocknen lassen, Untersetzer leeren. Auch Licht- oder Wassermangel verursacht Blattfall.

  • Im Sommer ins Freie stellen?

    Kaktusse und Sukkulenten im Sommer raus: meist ab Ende Mai/Anfang Juni. Unter 10 °C heikel, andere halten fast 0 °C aus. Langsam an Sonne gewöhnen.

  • Warum fault mein Kaktus?

    Zu viel Feuchtigkeit, häufiges Gießen, Nässe oder Lichtmangel lassen Kakteen und Sukkulenten faulen. Substrat trocknen lassen, hell stellen, Fäulnis schneiden.

  • Warum wird mein Kaktus weiß?

    Weiße Kakteen: Sonnenbrand der Epidermis, Lichtmangel mit Vergeilung, Kälteschäden oder Spinnmilben. Gewöhnen Sie sie langsam an die Sonne.

  • Schwarze Flecken auf den Blättern meiner Sukkulenten: woran liegt das?

    Wahrscheinlich zu viel gegossen! Schwarze Flecken durch einen Pilz lassen die Pflanze faulen. Weniger gießen oder in gut drainierendes Substrat umtopfen.

  • Kaktus oder Sukkulente vergeilt! Was tun?

    Produziert Ihre Pflanze dünne, sehr lange, helle Triebe, fehlt ihr Licht. Stellen Sie sie ans helle Fenster; im Sommer bei warmen Temperaturen darf sie nach draußen.

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Kakteen und Zimmer-Sukkulenten