Ursprünglich aus Südeuropa stammend und seit der Antike bekannt, wird die Chicoree wegen ihres Laubs und ihrer Wurzel kultiviert. Es gibt zahlreiche wild wachsende und kultivierte Arten, die jeweils eine gewisse Bitterkeit aufweisen. Das berühmte Bittergetränk wird aus der Wegwarte (Cichorium intybus) gewonnen, die auch als „echte Endivie“ bezeichnet wird. Besonders im Norden Frankreichs beliebt, ersetzte sie lange Zeit den Kaffee oder wurde ihm für eine besondere Geschmacksnote beigemischt. Nachdem sie einige Jahrzehnte lang etwas in Vergessenheit geraten war, rückt diese Staude nun wegen ihrer vielfältigen Vorzüge wieder in den Mittelpunkt. Wie wäre es, wenn Sie Ihre Chicoree im Garten anbauen? Erfahren Sie, wann und wie Sie Chicoree selbst herstellen können.

Wie kultivieren Sie Chicoree?
Wann wird Chicoree gesät?
Die Wegwarte wird je nach Region von März bis Mai gesät, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Die auch als „echte Endivie“ bezeichnete Pflanze benötigt tagsüber eine Temperatur von 15 bis 20 °C, damit die Samen keimen können.
Wie wird Chicoree gesät?
1- Entfernen Sie sorgfältig das Unkraut und lesen Sie gegebenenfalls vorhandene Steine aus der kleinen Fläche.
2- Lockern und bearbeiten Sie den Boden bis zu einer Tiefe von 30 cm. Verwenden Sie dazu eine Belüftungsgabel oder eine Gartenkralle.
.3- Wenn Ihr Boden nicht besonders nährstoffreich ist, arbeiten Sie gut verrotteten Kompost oder Mist ein.
4- Ziehen Sie mit einer Hacke oder der Rückseite eines Rechens kleine, kaum einen halben Zentimeter tiefe Furchen.
5- Gießen Sie den Boden reichlich.
6- Säen Sie die Samen mit ausreichend Abstand aus. Bedecken Sie sie anschließend mit einer dünnen Schicht gesiebter Erde oder etwas Blumenerde.
7- Gießen Sie erneut mit einer Gießkanne mit feiner Brause, damit die Samen nicht weggespült werden.
8- Halten Sie den Boden bis zur Keimung feucht. Diese erfolgt nach 3 bis 5 Tagen.
9- Wenn die Jungpflanzen einige Wochen alt sind und eine kleine Rosette bilden, vereinzeln Sie sie. Lassen Sie nur eine Pflanze alle 30 bis 40 cm stehen.
Hinweis: Chicoree bildet eine Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen nicht gut. Säen Sie sie deshalb ausschließlich direkt ins Freiland.

Die blauen Blüten der Wegwarte
Wann wird Chicoree geerntet?
Die Wurzel wird im Herbst zwischen Oktober und November geerntet, wenn die ersten Fröste auftreten. Bürsten Sie die Wurzeln ab und waschen Sie sie direkt nach der Ernte.

Chicoree-Wurzeln (links aus dem Erwerbsanbau, rechts aus dem Anbau im Gemüsegarten)
Wie stellen Sie Chicoree selbst her?
- Sobald Sie die Chicoree-Wurzel von der Erde befreit haben, schneiden Sie sie in dünne Scheiben, die höchstens zwei bis drei Millimeter dick sein sollten. So erhalten Sie sogenannte Wurzelstückchen. Hinweis: Wenn Ihre Wurzeln sehr dünn sind, schneiden Sie sie besser der Länge nach.
- Lassen Sie die Wurzelstückchen anschließend an der Luft trocknen. Verteilen Sie sie dazu auf einem Trockengitter oder einem sauberen Tuch. Die Wurzelstückchen trocknen an der Luft. Wenden Sie sie zwei Wochen lang von Zeit zu Zeit.

Getrocknete Wurzelstückchen der Chicoree
- Wenn Sie geröstete Chicoree bevorzugen, verteilen Sie die Wurzelstückchen auf einem Backblech und rösten Sie sie bei 150 °C, bis sie eine Karamellfarbe annehmen. Kontrollieren Sie den Röstvorgang regelmäßig, damit sie nicht verbrennen.
- Anschließend können Sie die Chicoree in einer Mühle mahlen, um Pulver oder feinere Körner zu erhalten.
Geröstete oder ungeröstete Chicoree?
Durch das Rösten erhält das Getränk aus der Chicoree-Wurzel einen milderen Geschmack mit Karamell- und Haselnussnoten. Es schmeckt vor allem weniger bitter. Eine sehr gute Alternative zu Kaffee – ganz ohne Koffein! Allerdings beeinträchtigt das Erhitzen einige Eigenschaften der Pflanze. So wandelt sich das Inulin durch die Ofenhitze in Fruktose um. Diese Fruktose karamellisiert und sorgt für den süßen, milderen Geschmack.
Wann trinkt man Chicoree?
In Frankreich, insbesondere im Norden, sowie in Belgien ersetzt Chicoree traditionell den Kaffee oder wird ihm beigemischt. Sie wird morgens, mittags oder abends getrunken. Chicoree scheint unerwünschte Auswirkungen von Kaffee auf den Magen abzumildern und enthält kein Koffein. Sie können sie auch mit Milch verfeinern.
Geben Sie 1 bis 2 Teelöffel Chicoree in einen Teefilter und gießen Sie 250 ml kochendes Wasser darüber. Lassen Sie den Aufguss 5 Minuten ziehen. Genießen Sie ihn.
Schon gewusst?
Chicoree wird auch in der Küche verwendet, etwa für die Zubereitung von Saucen und Marinaden oder um Fleisch während des Garens zusätzlich zu aromatisieren. Auch in der Konditorei kommt sie zum Einsatz, beispielsweise für die Herstellung von Schokolade und Desserts.

Chicoree-Pulver aromatisiert Kaffee oder ersetzt ihn
Welche Vorteile hat Chicoree?
Die Vorzüge der Chicoree
Bevor sich die moderne Medizin entwickelte, wurde Chicoree wegen ihrer entschlackenden Wirkung und zur Unterstützung der Leber eingesetzt, indem sie die Gallenfunktion anregte. Außerdem soll sie harntreibend wirken und die Verdauung fördern, insbesondere bei Verstopfung, sowie Hautprobleme lindern. Sie soll zudem reich an Mineralstoffen sein.
Vorsichtsmaßnahmen
Da Chicoree die Gallenwege anregt, sollten Sie bei einer Lebererkrankung darauf verzichten. Das gilt ebenso, wenn Sie zu Allergien gegen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler neigen. Bei Blähungen sollten Sie geröstete Chicoree bevorzugen.
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