Lust auf ein spritziges, leicht wildes und wunderbar erfrischendes Getränk? Die Rosmarinlimonade oder der Rosmarinsprudel ist ein selbst fermentiertes Getränk, das die Frische der Zitrone mit dem intensiven Aroma des Rosmarins verbindet. Durch die Fermentation entsteht die natürliche Kohlensäure. Damit ist diese hausgemachte Limonade eine hervorragende Alternative zu industriell hergestellten Erfrischungsgetränken – ganz ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe. Das fein perlende Getränk schmeckt einzigartig, belebend und leicht säuerlich. Es passt perfekt zu warmen Tagen oder zum sommerlichen Aperitif. Entdecken Sie, wie Sie diese spritzige Rosmarinlimonade zubereiten – von der Ernte des Rosmarins bis zum Abfüllen.

Rosmarinlimonade oder Rosmarinsprudel?
Der Begriff Limonade ist recht allgemein. Traditionell bezeichnet er ein Getränk auf Zitronenbasis, das gesüßt und manchmal mit Kohlensäure versetzt wird. Bei industriell hergestellten Getränken geschieht dies durch die Zugabe von Kohlensäure, bei handwerklichen Rezepten wie diesem durch natürliche Fermentation.
Die Bezeichnung Rosmarinsprudel ist dagegen spezifischer. Sie hebt das aromatische Wesen des Rosmarins als Hauptzutat hervor und weist darauf hin, dass die Kohlensäure ganz natürlich durch einen Fermentationsprozess entsteht.
In diesem Beitrag geht es also sowohl bei der fermentierten Limonade als auch beim Rosmarinsprudel um dasselbe Getränk: eine aromatische und durstlöschende hausgemachte Zubereitung.
Wann und wie ernten Sie Rosmarin?
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner mediterraner Strauch. Das bedeutet, dass er seine Blätter das ganze Jahr über behält. Er lässt sich sowohl im Topf als auch im Freiland leicht kultivieren. Besonders beliebt ist er wegen seiner Robustheit und seines intensiven Dufts in der Küche sowie als Tee.
Sie können Rosmarin das ganze Jahr über ernten. Die beste Zeit liegt jedoch im Frühjahr und Sommer, wenn die Pflanze kräftig wächst und die Zweige besonders reich an ätherischen Ölen sind. Für ein besonders intensives Aroma ernten Sie am späten Vormittag bei trockenem Wetter, nachdem der Tau verdunstet ist. Schneiden Sie junge, noch biegsame Triebe, ohne die Pflanze zu schwächen. Setzen Sie den Schnitt immer oberhalb eines Knotens an, damit sie wieder austreibt.
Für die fermentierte Rosmarinlimonade empfiehlt sich unbedingt die Verwendung von frischem Rosmarin. Er besitzt ein intensiveres Aroma als getrockneter Rosmarin und kann die Fermentation durch die natürlich auf den Blättern vorhandenen wilden Hefen fördern. Getrockneter Rosmarin kann im Notfall verwendet werden, doch sein Geschmack ist meist weniger lebhaft und die Fermentation kann langsamer oder weniger zuverlässig verlaufen. Für ein spritziges, aromatisches und gelungenes Getränk sollten Sie daher frische Zweige verwenden.

Rezept für Rosmarinsprudel
Zutaten:
- Eine große Handvoll frischer Rosmarin, gerade erst geerntet
- 1 Liter reines, gefiltertes Wasser
- 100 g unraffinierter Zucker, zum Beispiel Vollrohrzucker oder heller Rohrzucker
- Der Saft einer Bio-Zitrone
- 2 dünne Scheiben einer Bio-Zitrone
Benötigtes Material:
- 1 Glasgefäß und eine Glasflasche mit hermetischem Verschluss, zum Beispiel eine Flasche für hausgemachte Limonade oder bestimmte Bierflaschen, die dem Druck standhalten. Sie können auch stabile Flaschen mit Schraubverschluss verwenden.
- 1 Trichter
- 1 Sieb
- 1 sauberes Geschirrtuch oder ein Passiertuch
Zubereitung der Rosmarinlimonade
- Reinigen Sie den Rosmarin vorsichtig, ohne ihn gründlich abzuspülen, damit die natürlichen Hefen auf den Blättern erhalten bleiben. Schütteln Sie die Zweige einfach, um Staub oder mögliche Insekten zu entfernen.
- Gießen Sie das Wasser in das große, sterilisierte Glasgefäß.
- Geben Sie anschließend den Zucker dazu und rühren Sie gut um, bis er sich vollständig aufgelöst hat.
- Geben Sie den frisch gepressten Zitronensaft und anschließend die Zitronenscheiben dazu.
- Fügen Sie zum Schluss die Handvoll frischen Rosmarin direkt zur Mischung hinzu.
- Decken Sie das Gefäß mit einem sauberen Tuch oder einem Passiertuch ab und befestigen Sie es mit einem Gummiband. Lassen Sie die Mischung 2 bis 4 Tage bei Raumtemperatur fermentieren. Probieren Sie sie täglich, um die Entwicklung zu verfolgen.
- Sobald das Getränk leicht spritzig und säuerlich schmeckt, filtern Sie es und füllen Sie es in eine hermetisch verschließbare Glasflasche. Lassen Sie unter dem Flaschenhals etwa 2 bis 3 cm Platz.
- Lassen Sie die Flasche bei Bedarf noch einen weiteren Tag stehen, damit die Fermentation intensiver wird. Stellen Sie sie anschließend in den Kühlschrank, um die Fermentation der hausgemachten Limonade zu verlangsamen.

Meine Tipps: Im Laufe der Tage sollten Sie einige Anzeichen für eine beginnende Fermentation beobachten können. Kleine Bläschen steigen an die Oberfläche, eine leichte Schaumschicht kann entstehen und das Getränk wird allmählich weniger süß. Gleichzeitig entwickelt sich eine milde Säure, die an eine natürliche Limonade erinnert. Probieren Sie das Getränk täglich, damit die Fermentation nicht zu weit fortschreitet. Je länger Sie es fermentieren lassen, desto säuerlicher, weniger süß und spritziger wird es. Beachten Sie jedoch, dass dadurch auch der Druck in den Flaschen steigt.
Varianten
Für geschmackliche Abwechslung können Sie frische Lavendelzweige, etwa vom Echten Lavendel oder von Lavandula angustifolia, gemeinsam mit dem Rosmarin ziehen lassen. Für ein belebenderes Getränk geben Sie einige Scheiben frischen Ingwer hinzu. Sie können den Zucker auch durch Honig ersetzen und so eine mildere, wärmende Limonade zubereiten.

Aufbewahrung der Rosmarinlimonade
Sobald die fermentierte Limonade Ihren Geschmack erreicht hat, können Sie sie bis zu zwei Monate im Kühlschrank aufbewahren, sofern sie gut gefiltert und sauber abgefüllt wurde. Die Kohlensäurebildung setzt sich bei niedrigen Temperaturen langsam fort. Nach ein bis zwei Wochen erhalten Sie dadurch ein spritzigeres Getränk. Öffnen Sie die Flaschen in dieser Zeit am besten alle zwei bis drei Tage für wenige Sekunden, um überschüssigen Druck abzulassen und ein Überlaufen oder Platzen zu verhindern.
Die Vorteile der Rosmarinlimonade
Neben ihrem erfrischenden und leicht säuerlichen Geschmack bietet diese Rosmarinlimonade auch einige interessante Vorteile. Rosmarin ist für seine verdauungsfördernden, anregenden und leicht antiseptischen Eigenschaften bekannt. Er kann leichte Verdauungsbeschwerden lindern, die Durchblutung anregen und die Leber unterstützen.
Durch die natürliche Fermentation wird die hausgemachte Limonade außerdem zu einem lebendigen Getränk, das nützliche Mikroorganismen für die Darmflora liefert – ähnlich wie Kefir oder Kombucha.
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