Ob Stachelbeere oder Johannisbeere, mit weißen oder roten Beeren: Johannisbeeren werden von genussfreudigen Gärtnern und Vögeln wegen ihrer kleinen, runden, saftigen und säuerlichen Früchte sehr geschätzt. Der winterharte Beerenstrauch ist leicht zu kultivieren und braucht wenig Pflege, sofern Sie ihm einen nährstoffreichen, leicht feuchten und sogar sauren Boden bieten. Er wird auch wegen seiner langen Ertragsdauer geschätzt, die 12 bis 15 Jahre und mehr betragen kann. Warum vermehren Sie ihn also nicht, um noch mehr Beeren zu ernten?

Entdecken Sie in unserer bebilderten Anleitung, wann und wie Sie einen Johannisbeerstrauch durch Stecklinge vermehren.

Steckling eines Johannisbeerstrauchs

Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)

Wann vermehren Sie Johannisbeeren durch Stecklinge?

Für die Stecklingsvermehrung von Johannisbeeren gibt es zwei Zeiträume im Jahr. Der erste, die Stecklingsvermehrung mit trockenem Holz, erfolgt im Winter zwischen Dezember und Februar, wenn der Strauch in der Vegetationsruhe ist. Der zweite Zeitraum für die Stecklingsvermehrung, die mit halbreifem Holz erfolgt, liegt im Sommer, im August oder September, gegebenenfalls auch Anfang Oktober. Angesichts der Hitzewellen und vor allem der Dürren der vergangenen Jahre rate ich Ihnen von halbreifen Stecklingen von Juni bis Anfang August sowie vor einer längeren Abwesenheit ab.

Das benötigte Material

Für schöne Stecklinge von Johannisbeeren benötigen Sie:

  • einen oder mehrere Töpfe beziehungsweise mehrere große Anzuchttöpfe
  • eine Sprühflasche
  • einen Bleistift
  • Blähton
  • eine Gartenschere (reinigen Sie sie mit Alkohol, um die Übertragung von Krankheiten zwischen den Pflanzen zu vermeiden)
  • Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus zwei Dritteln Mehrzweckerde und einem Drittel Gartensand
  • optional: ein Wurzelaktivator

Beachten Sie: Viele Stecklinge aus halbreifem Holz werden unter gespannter Luft bewurzelt. Das bedeutet, dass Sie den Steckling ein bis zwei Monate lang mit einer Glocke abdecken. Bei Johannisbeerstecklingen ist das nicht erforderlich.

Wie vermehren Sie Johannisbeeren durch Stecklinge aus halbreifem Holz?

1. Geben Sie eine Schicht Blähton auf den Topfboden, damit das Wasser besser abfließen kann.

2. Füllen Sie darüber Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus zwei Dritteln Mehrzweckerde und einem Drittel Sand bis etwa 2 cm unter den Topfrand. Drücken Sie das Substrat anschließend leicht mit der Hand an.

3. Befeuchten Sie die Erde mit der Sprühflasche, bis sie feucht, aber nicht durchnässt ist. Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser, da es für Ihre Pflanzen besser geeignet ist.

4. Stechen Sie mit dem Bleistift ein 4 bis 5 cm tiefes Loch.

Stechen Sie ein 4 bis 5 cm tiefes Loch und befeuchten Sie die Erde

4. Sehen Sie sich Ihren Strauch an und wählen Sie gesunde Triebe aus. Schneiden Sie mit einer Gartenschere etwa 30 bis 40 cm lange Triebe ab. Schneiden Sie so viele Triebe, wie Sie Stecklinge benötigen. Rechnen Sie damit, dass von drei Stecklingen immer einer ausfällt.

5. Schneiden Sie jeden Trieb direkt unterhalb eines Knotens ab, also unterhalb eines Blattes. Aus diesem Knoten werden sich die zukünftigen Wurzeln bilden. Entfernen Sie anschließend die Blätter an der unteren Hälfte des Triebs.

6. Entfernen Sie die Spitze des Zweigs auf einigen Zentimetern. Ihr Steckling sollte anschließend etwa 20 cm lang sein.

7. Lassen Sie nur die Hälfte der oberen Blätter stehen. So verhindern Sie, dass die Stecklinge durch eine zu starke Verdunstung über das Laub geschwächt werden.

Johannisbeeren durch Stecklinge vermehren

Schneiden Sie den Trieb unten und oben zurück und entfernen Sie die Hälfte der Blätter

8. Optional: Sie können ein Bewurzelungshormon verwenden, um die Wurzelbildung zu fördern. Tauchen Sie dafür die Basis des Stecklings vorsichtig in das Pulver.

9. Setzen Sie den Trieb in das Loch und drücken Sie die Erde rundherum an, damit er aufrecht stehen bleibt.

Stecklingsvermehrung von Johannisbeeren

Sobald der Steckling entblättert ist, setzen Sie ihn in den Topf

10. Stellen Sie den Topf an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz. Wählen Sie in den nächsten zwei bis drei Monaten vorzugsweise einen Standort im lichten Schatten.

11. Achten Sie darauf, die Erde stets leicht feucht, aber nicht nass zu halten.

12. Nach zwei bis drei Monaten haben sich die Wurzeln Ihres Stecklings entwickelt.

13. Im Winter können Sie den Topf im Freien lassen. Schützen Sie ihn jedoch vor kalten Winden, indem Sie ihn beispielsweise an eine Hauswand stellen. Bei starkem Frost können Sie ihn in ein Kalthaus stellen oder nur den Topf mit Pappe umwickeln, um die Wurzeln der jungen Pflanze zu schützen. Reduzieren oder unterbrechen Sie das Gießen bei Frost.

14. Pflanzen Sie den kleinen Strauch im folgenden Frühjahr direkt ins Freiland. Er wächst gern in einem leichten, feuchten, aber gut durchlässigen Boden an einem halbschattigen bis sonnigen Standort. Der Strauch ist anspruchslos. Geben Sie bei der Pflanzung einfach eine Handvoll gut ausgereiften Kompost auf den Boden rund um den Strauch.

ACHTUNG: Bei Hitze und Trockenheit müssen Sie Ihren Johannisbeerstrauch in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung gießen.

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