Das Beschneiden eines Kirschbaums kann riskant erscheinen, ganz gleich, ob es sich um eine Sauerkirsche oder eine Süßkirsche handelt. Das gilt besonders, wenn Sie befürchten, den künftigen Fruchtertrag zu verringern. Wenn Sie jedoch zum richtigen Zeitpunkt und mit den richtigen Schnittmaßnahmen vorgehen, können Sie den Baum in Form bringen, ohne die Ernte zu beeinträchtigen. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Kirschbaum erfolgreich schneiden.
Den Kirschbaum kurz zusammengefasst schneiden
| Gute Maßnahme | Warum? |
|---|---|
| Schneiden Sie direkt nach der Ernte | So vermeiden Sie Krankheiten und fördern die Wundheilung |
| Entfernen Sie nur das unbedingt Nötige | So schwächen Sie den Baum nicht und gefährden den Ertrag nicht |
| Bevorzugen Sie waagerechte Zweige | Sie tragen besonders viele Früchte |
| Lichten Sie die Krone maßvoll aus | So sorgen Sie für Licht und begrenzen Krankheiten, ohne den Baum aus dem Gleichgewicht zu bringen |
| Pflegen Sie den Baum regelmäßig | Ein gut gepflegter Kirschbaum bleibt ertragreich, gesund und leichter abzuernten |
Wann sollten Sie einen Kirschbaum schneiden?
Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt eines Kirschbaums ist das Ende des Sommers, zwischen Mitte August und Anfang September, nach der Ernte. Zu diesem Zeitpunkt lässt der Saftstrom bereits nach. Dadurch begrenzen Sie das Krankheitsrisiko, insbesondere durch den Rindenkrebs an Obstbäumen, und fördern eine gute Wundheilung. Theoretisch können Sie auch noch im Oktober oder November schneiden. Im Winter sollten Sie jedoch auf den Rückschnitt verzichten, da die Schnittwunden dann schlecht verheilen. Auch im Frühjahr ist ein Rückschnitt ungünstig, damit die Blüte und die Fruchtbildung nicht beeinträchtigt werden.
Gut zu wissen: Beim Kirschbaum unterscheidet man zwei Schnittarten.
- Erziehungsschnitt (in den ersten Jahren): Ziel ist es, ein stabiles Gerüst aufzubauen, zum Beispiel als Rundkrone oder mit Mitteltrieb.
- Fruchtholzschnitt und Erhaltungsschnitt (bei ausgewachsenen Bäumen): Dabei handelt es sich um einen leichten jährlichen Rückschnitt, der das Fruchtholz erneuert und die Krone auslichtet.
Welche Werkzeuge benötigen Sie zum Schneiden eines Kirschbaums?
- eine gut geschärfte Gartenschere für junge Zweige,
- eine Baumsäge oder eine Astschere für stärkere Leitäste,
- gegebenenfalls ein natürliches Wundverschlussmittel aus Ton oder Propolis, vor allem, wenn Sie einen Ast mit großem Durchmesser schneiden.
- Desinfizieren Sie Ihre Klingen vor dem Schnitt, damit sich Krankheiten nicht zwischen den Pflanzen ausbreiten.

Wie schneiden Sie Ihren Kirschbaum, ohne den Fruchtertrag zu beeinträchtigen?
Beginnen Sie damit, den gesamten Baum zu betrachten. Ziel ist es, für mehr Licht und Luftzirkulation zu sorgen, ohne zu viel fruchttragendes Holz zu entfernen.
- Entfernen Sie zuerst abgestorbene, gebrochene oder ungünstig wachsende Zweige, die sich kreuzen oder aneinander reiben.
- Entfernen Sie Wurzelschösslinge und Wasserschosse, also besonders kräftige, senkrecht wachsende Triebe, die den Baum schwächen.
- Erhalten Sie die Fruchtzweige. Sie wachsen eher waagerecht und sind häufig zwei bis fünf Jahre alt.
- Wenn der Baum zu hoch ist, kürzen Sie die Enden der Leitäste leicht ein. Schneiden Sie dabei immer oberhalb eines nach außen gerichteten Auges.
- Entfernen Sie niemals mehr als 20 % des gesamten Kronenvolumens auf einmal. So vermeiden Sie starken Stress und einen unkontrollierten Neuaustrieb.
Achtung! Kirschbäume tragen, ebenso wie Pflaumenbäume, an sogenannten Fruchtspießen. Diese entwickeln sich zu Bouquets de Mai, kurzen Zweigen mit zahlreichen Blütenknospen.

Warum ist der Rückschnitt des Kirschbaums sinnvoll?
Ein leichter, aber regelmäßiger Rückschnitt ermöglicht es Ihnen:
- die Höhe zu begrenzen und die Ernte zu erleichtern,
- ein ausgewogenes Astgerüst zu erhalten: Der Rückschnitt dient meist dazu, eine Rundkrone zu bewahren, deren Mitte gut ausgelichtet ist und viel Licht erhält,
- eine gute Fruchtbildung im folgenden Jahr anzuregen,
- das Risiko von Pilzkrankheiten zu verringern, indem Sie das Astgerüst auslichten.

Müssen Sie einen jungen Kirschbaum schneiden?
Ja, aber mit Augenmaß. In den ersten Jahren dient der Rückschnitt dazu, den Baum aufzubauen und die Leitäste zu formen. Greifen Sie dabei nicht zu stark in die Bereiche ein, die mittelfristig Früchte tragen werden. Ein behutsamer Erziehungsschnitt mit wenigen Schnittmaßnahmen reicht aus.

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