9 Wildstauden für den Naturgarten

9 Wildstauden für den Naturgarten

Heimische Pflanzen mit vielen Vorzügen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Marion 7 min.

Wildpflanzen kehren in unsere Gärten zurück: 9 heimische Stauden für mehr Biodiversität, wenig Pflege und einen natürlichen, ökologischen Garten.

Schwierigkeit

Der Rote Fingerhut

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) gehört zu den bekanntesten Fingerhüten. Er ist aus alten Gärten nicht wegzudenken. In der Natur wächst er fast überall in Frankreich spontan, außer in der Mittelmeerregion.

Im Sommer erfreut uns der Rote Fingerhut mit einer schönen Blüte an langen, aufrechten Blütenständen. Sie bestehen aus röhrenförmigen, purpurrosafarbenen Blüten mit geflecktem Schlund. Da sie besonders bienenfreundlich sind, locken diese Blüten zahlreiche bestäubende Insekten an und eignen sich zugleich hervorragend für schöne, wild wirkende Blumensträuße.

Diese Pflanze liebt Unterholz, Wegränder, Lichtungen und Brachland. Im Garten fühlt sie sich in Beeten wohl, in denen sie dank ihrer Höhe von 1,50 m für Vertikalität und Struktur sorgt. Auch in einem großen Topf wirkt sie dekorativ und interessant.

Der winterharte und anspruchslose Fingerhut benötigt lediglich einen frischen Boden, der ohne Staunässe feucht bleibt, sowie einen vor der sengenden Sonne geschützten Standort. Schneiden Sie die Blüten vor der Samenbildung zurück, damit die Pflanze mehrjährig bleibt. Andernfalls sät sie sich ohnehin spontan aus.

Weitere Informationen: Fingerhut: Aussaat, Pflanzung und Pflege

Digitalis purpurea

Gemeine Schafgarbe

Es gibt viele verschiedene Arten der Schafgarbe, doch die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) ist zweifellos die beliebteste. Diese Staude eignet sich perfekt für einen naturnahen Garten, etwa für eine Wildblumenwiese oder einen Steingarten.

Ihre Blüte in schirmförmigen Blütenständen bereichert den ganzen Sommer und erneuert sich unermüdlich. Die Wildform bildet weiße Blüten, inzwischen gibt es jedoch eine große Farbvielfalt für jeden Geschmack – von zarten bis zu kräftigen Farbtönen. Als Bienenweide erfreuen die Blüten Insekten, werden aber auch wegen ihrer Heil- und Färbeeigenschaften geschätzt. Das Laub ist fein geteilt und aromatisch.

Anspruchslos und robust gedeiht die Wiesen-Schafgarbe auch an trockenen, steinigen und kargen Standorten, an denen andere Pflanzen nicht wachsen. Sie lässt sich in allen Regionen kultivieren, benötigt jedoch einen trockenen Boden und einen sonnigen, auch heißen Standort.

Mehr erfahren: Schafgarbe, Achillea: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen

Achillea millefolium

Berg-Flockenblume

Sie sind der Berg-Flockenblume (Centaurea montana) in freier Natur sicher schon begegnet – mit ihren hübschen, geschlitzten Blüten in einem wunderschönen Violettblau. Die Blütezeit reicht vom späten Frühjahr bis zum Hochsommer und fördert durch das Anlocken von Insekten die Bestäubung.

Sie ist in verschiedenen Farben erhältlich: von Weiß bis Schwarz sowie Hellgelb, Rosa und Mauve. Das lanzettliche, leicht behaarte Laub zeigt sich dagegen in einem silbrigen Grün.

Robust, winterhart und pflegeleicht, verträgt die Flockenblume kalkhaltige und zeitweise auch trockene Böden. Unsere Staude gedeiht an sonnigen Standorten in einem naturnahen Beet oder einer Mixed Border.

Mehr erfahren: Flockenblume: Aussaat, Pflanzung und Pflege

Centaurea montana

Das Balsamkraut

Rainfarn (Tanacetum vulgare) ist eine Staude, die in Frankreich wild an Wegrändern und auf Wiesen wächst. Nur in einigen Mittelmeerregionen fehlt sie, wo ihre Verwandte, das einjährige Balsamkraut, mit trockenen Bedingungen besser zurechtkommt.

Diese aromatische Pflanze wird wegen ihrer zahlreichen Vorzüge geschätzt. Im Gemüsegarten dient sie unter anderem als Abwehrmittel gegen Schadinsekten. Doch ihre besonders dekorative Blüte macht sie vor allem zu einer idealen Pflanze für naturnahe Gärten. Den ganzen Sommer über zeigt sie unzählige kleine gelbe Sonnen. Ihre Blüten erinnern an Knöpfe, die in flachen Dolden zusammenstehen. Das fein gefiederte Laub ist ebenso dekorativ und erinnert an das der Gemeinen Schafgarbe.

Rainfarn ist einfach zu kultivieren und robust und bringt Beete und Rabatten zum Leuchten. Auch eine Kultur im Topf ist möglich und hilft, seine Ausbreitung durch die ausläuferbildenden Rhizome zu begrenzen.

Mehr erfahren: Rainfarn: säen, pflanzen und kultivieren

Rainfarn

Immergrün

Das Immergrün (Vinca) ist bei uns als Kleines Immergrün oder wildes Immergrün sowie als Großes Immergrün bekannt. Sie unterscheiden sich in Wuchshöhe und Blütengröße, doch beide blühen im Frühjahr sternförmig in violettblauen Tönen. Das Große Immergrün breitet sich deutlich stärker aus.

Diese schnell wachsenden Stauden gedeihen in eher schattigen Wäldern, an Böschungen und in Steingärten. Sie sind ideale wilde Bodendecker für Schatten oder Halbschatten, auch auf trockenen, nährstoffarmen Böden. Pflanzen Sie Immergrün in einen naturnahen Garten, um einen Teppich zu schaffen, der unerwünschte Pflanzen verdrängt und Ihnen das Jäten erspart. Das immergrüne, leuchtend grüne Laub bleibt das ganze Jahr über dekorativ.

Diese pflegeleichten und ziemlich winterharten Immergrün-Arten benötigen keine Pflege, es sei denn, Sie möchten ihre Ausbreitung begrenzen.

Mehr erfahren: Immergrün: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen

Vinca minor

Das Kleine Immergrün oder Vinca minor

Aster

Es gibt über 200 Arten von Astern, darunter einige in Frankreich heimische Stauden. Dazu zählt Aster amellus, aber auch die Alpen-Aster (Aster alpinus) und die Pyrenäen-Aster (Aster pyrenaeus), die entsprechend in den Bergen wachsen.

Alle Astern erfreuen mit einer üppigen, wildromantischen Blüte und erinnern mit ihrer leuchtend gelben Mitte an Margeriten. Je nach Art erscheinen die Blüten im Frühling, Sommer oder Herbst. Die Farben reichen von Weiß über Rosa und Violett bis Blau. In Beeten, als Beetbegrenzung oder im Topf wirken sie wunderbar und verleihen eine natürliche, leichte Note.

Diese Stauden sind alle sehr winterhart (mindestens -20 °C). Für eine üppige Blüte benötigen sie lediglich einen sonnigen Standort sowie einen leichten, frischen Boden.

Mehr erfahren: Astern: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen

Aster

Aster pyrenaeus ‘Lutetia’, Aster alpinus ‘Dunkle Schöne’, Aster amellus ‘Rosa Erfüllung’

Akelei

Garten-Akeleien sind lang blühende Stauden für das späte Frühjahr. Sie gehören wegen ihrer Schönheit und einfachen Kultur in jeden Naturgarten. Diese Stauden gehören zu den Pflanzen, die immer gelingen. Sie säen sich spontan aus und kommen mit unterschiedlichsten Bedingungen zurecht. Sie wachsen auch in armen, zeitweise trockenen Böden, bevorzugen jedoch frischen Boden.

In Frankreich findet man in der Natur vor allem die Garten-Akelei oder Aquilegia vulgaris sowie Berg-Akeleien wie die Aquilegia alpina. Sie wachsen in lichten Wäldern, an Waldrändern und auf Wiesen.

Die Blüten gibt es in vielen Farben, doch Violettblau ist am charakteristischsten. Mit ihrer überhängenden Silhouette setzen Akeleien zarte Akzente und passen perfekt in naturnahe Gärten, besonders als Sorten mit einfachen Blüten. Die nektarreichen Blüten ernähren zudem bestäubende Insekten.

Auch das geteilte Laub ist dekorativ.

Mehr erfahren: Akeleien: Aussaat, Pflanzung und Pflege

Akeleien

Aquilegia alpina und vulgaris

Glockenblume

Glockenblumen verzaubern uns mit ihrer üppigen Blüte aus farbenfrohen, blauvioletten Glöckchen. Doch es gibt sie auch in anderen Farben, etwa Weiß oder Rosa. Die einfachen Blüten wirken zart, sind aber in Wirklichkeit erstaunlich robust.

In Frankreich findet man Glockenblumen wild in den Alpen, aber auch rund um das Mittelmeer. Diese winterharten, anpassungsfähigen Stauden kommen je nach Art mit allen Bodenarten zurecht: mit armen, trockenen Böden ebenso wie mit schweren, feuchten. Sie sind pflegeleichte Stauden, ideal für Gartenanfänger oder alle, die nicht viel Zeit in die Gartenpflege investieren möchten.

Pflanzen Sie sie im Garten auf Wiesen, in Rabatten oder als Bodendecker in Steingärten, etwa die Dalmatiner Glockenblume.

Mehr erfahren: Glockenblumen: Pflanzung, Kultur und Pflege

Glockenblume

Campanula muralis

Die Echte Schlüsselblume

Sie kennen sicherlich die Primel, auch „Aurikel“ genannt. Diese Staude wächst wild an unseren Waldrändern, in Säumen und auf Wiesen. Sie bildet Dolden aus hängenden, glockenförmigen Blüten in leuchtendem Gelb. Die Blüte erscheint im mittleren Frühjahr und duftet leicht.

Pflanzen Sie diese hübsche Staude an einen halbschattigen Standort in frischen, gut durchlässigen, auch kalkhaltigen Boden. Winterhart und robust, benötigt sie keine besondere Pflege. Sie eignet sich ideal, um einen allzu eintönigen Rasen zu beleben, und ist auch eine gute Wahl für Pflanzgefäße, Beeteinfassungen oder Beete.

Mehr erfahren: Primel: Pflanzung, Anbau, Pflege und Kombinationen

Primula veris

Foto: Sefan Lefnaer

Weitere wichtige Stauden für einen natürlichen Stil

Diese Liste ließe sich um viele weitere Stauden ergänzen, etwa Rittersporn, Baldrian, Kriechender Günsel, Hahnenfuß, Blaukissen, Storchschnabel, Englische Heide, Katzenminze, Minze, Steinkraut, Sterndolde, Nelkenwurz oder Grindkraut.

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Achillea