Pflanzen mit Selbstaussaat
Blütenfülle – ganz ohne Aufwand!
Inhaltsverzeichnis
Einjährige, zweijährige und mehrjährige Blumen säen sich selbst aus. Ideal für naturnahe Gärten, Zweitwohnsitze und Slow Gardening – schön, günstig und pflegeleicht!
Ein- und zweijährige Pflanzen
In leichtem, durchlässigem Boden säen sich viele ein- oder zweijährige Pflanzen spontan aus und vermehren sich ohne unsere Hilfe – das spart Zeit.
Die Idee eines freien Gartens, in dem Einjährige – heute zugunsten von Stauden weniger verwendet – wieder begeistern, lässt sich mit einigen schönen Pflanzen verwirklichen. Vorsicht beim Vergissmeinnicht: Es neigt zum Wuchern …
- Die Große Kapuzinerkresse: Die unter ihrem botanischen Namen Tropaeolum majus bekannte, zeitlose Einjährige bezaubert mit ihren orangefarbenen Blüten, die den ganzen Sommer über erscheinen, und ihren ebenfalls essbaren, runden Blättern. Als nektarreiche Pflanze verdient sie einen Platz im Gemüsegarten, aber auch in naturnahen Gartenszenen, wo sie nach Belieben an Rankgittern emporklettert. Sie braucht Sonne oder Halbschatten sowie trockenen, nährstoffarmen Boden.
- Die Jungfer im Grünen: Wegen ihres fein gefiederten Laubs auch Damaszener Schwarzkümmel genannt, bezaubert diese Einjährige mit dem altmodischen Charme vergangener Gärten. Ihre mehr oder weniger intensiv blauen oder weißen Blüten erscheinen ab Mai und je nach Region bis September. Danach bildet sie eine der schönsten Fruchtstände im Pflanzenreich, die in Sträußen magisch wirkt: eine kugelige Kapsel mit winzigen Samen. Die pflegeleichte Blume bildet nach und nach zahlreiche Jungpflanzen, wenn Sie sie in sehr durchlässigen Boden und an einen sonnigen Standort setzen. Versetzen Sie sie nicht, denn das mag sie nicht besonders.

Große Kapuzinerkresse und Jungfer im Grünen
- Der Kalifornische Kappenmohn: Auch Eschscholzia californica genannt, ist er – beim Typ – eine hübsche orangefarbene Blume und die Königin trockener Gärten und Kiesbeete. Er sät sich dort, wo er möchte, reichlich aus (manchmal zu reichlich!). Im Hochsommer gefallen sein natürlicher Wuchs und seine warmen Farben. Der Kalifornische Kappenmohn braucht viel Sonne für eine üppige Blüte; abends schließen sich die Blüten in eleganter Röhrenform. Außerdem benötigt er sehr leichten Boden. Auch sein bläuliches Laub macht seinen Reiz aus.

Eschscholzia californica
- Außerdem: Schmuckkörbchen und Ringelblume, Fingerhut, das Einjährige Silberblatt (Lunaria annua), das auch in einer interessanteren mehrjährigen Form vorkommt, Kornblumen … und im Gemüsegarten Gemüse und Kräuter, die sich selbst aussäen
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Wie gut die Natur eingerichtet ist! Kurzlebige Stauden säen sich rasch aus, um ihren Fortbestand zu sichern. Unter optimalen Bedingungen säen sich manche kurzlebigen Stauden problemlos selbst aus. Dazu zählen viele sonnenliebende Stauden für durchlässige Böden.
Hier einige der schönsten:
- Das Purpur-Leinkraut: In ausreichend leichtem, durchlässigem Boden ist das Purpur-Leinkraut eine schöne, etwa 70 cm hohe Staude mit schlankem Wuchs. Die zierliche Blüte besteht aus kleinen Blüten in langen Trauben: bei der Art violett, bei den Sorten blassrosa bis weiß. Im Juni verleiht sie Beeten, Mixed Borders und Steingärten einen besonderen Charme. Sie benötigt Sonne oder Halbschatten und unbedingt einen durchlässigen Boden. Während Gewöhnliches Leinkraut und Dalmatiner Leinkraut als unerwünscht gelten, bleibt das Purpur-Leinkraut trotz reichlicher Selbstaussaat im Kiesgarten gut kontrollierbar, wenn Sie einige Blüten vor der Samenreife entfernen.
- Die Lichtnelke: Als bekannte Vagabundin romantischer Gärten bezaubert die Lichtnelke (Lychnis coronaria) mit grauem, behaartem Laub und ebensolchen Stängeln sowie meist rosa, magenta- oder weißfarbenen Blüten. Wenn man ihre Selbstaussaat nicht im Auge behält, kann sie sich fast unkontrolliert ausbreiten. Dennoch bildet Lychnis coronaria schöne Horste in sonnigen Beeten. Da sie kurzlebig ist, vermehrt sie sich bereitwillig durch Selbstaussaat, besonders in armen oder steinigen Böden.

Linaria purpurea und Lychnis coronaria
- Die Wunderblume: Die Wunderblume, die ihre Blüten am Abend öffnet und morgens wieder schließt, ist eine schöne, knollige Staude mit krautigem Wuchs. Ihre Blüten sind einfarbig oder panaschiert und erscheinen in Gelb-, Rosa- und Orangetönen. An passenden Standorten wird sie bis zu 1 m hoch und macht sich wunderbar in naturnahen, unkomplizierten Gärten. Sie wächst in Sonne und tiefgründigem, durchlässigem Boden. Ihre pfefferkornähnlichen Samen verbreiten sich in Regionen mit mildem Klima und bringen im folgenden Sommer neue Pflanzen hervor.

Mirabilis jalapa
- Die Akelei: Leicht und sehr elegant, passt sich die Akelei oder Aquilegia verschiedenen Standorten im Garten an. Wie die Lichtnelke ist sie kurzlebig, sät sich aber bei passenden Bedingungen in durchlässigem, humusreichem Boden ebenfalls großzügig selbst aus. Ihre ungewöhnliche Blüte kann nickend oder aufrecht, einfach oder gefüllt sein und in zahlreichen ein- oder zweifarbigen Tönen erscheinen. Auch das blaugrüne, stark gefiederte Laub wirkt sehr leicht. Diese im späten Frühjahr blühende Staude trägt je nach Sorte 40 bis 80 cm hohe Blütenstände.
- Die Kaukasusvergissmeinnicht: Die schattenliebenden Pflanzen bezaubern mit blauen, vergissmeinnichtähnlichen Blüten, vor allem aber mit herzförmigem, leicht behaartem Laub, das bei einigen Kultivaren weiß panaschiert ist. Auch sie säen sich wie durch Zauberhand in den Beeten aus – ein Glücksfall, um schattige Gartenbereiche zu füllen. Ihre wie geprägt wirkenden, stark von Blattadern durchzogenen Blätter bilden schöne Bodendecker. Nutzen Sie die Selbstaussaat, um sie an andere Stellen im Garten zu pflanzen. Das Kaukasusvergissmeinnicht ist zudem vollkommen winterhart und zieht sich im Winter zurück.

Brunnera macrophylla und Aquilegia vulgaris
- Centranthus ruber oder Rote Spornblume: Mit ihrer langen Blütezeit im Frühjahr sind Spornblumen bei Gärtnern beliebt. Sie erneuern ihre roten, rosafarbenen oder weißen Rispenblüten bis zum Frost und benötigen wenig Pflege. Sie wachsen in armen, sehr durchlässigen, vorzugsweise kalkhaltigen oder kreidigen Böden. Je nach Kultivar werden sie 45 bis 90 cm hoch.

Centranthus ruber: rosa-weiße Blüte
- Die Stockrose: Noch eine kurzlebige Pflanze, die jedoch reichlich für Nachwuchs sorgt. Stockrosen sind ein charmanter Blickfang in Bauerngärten und Cottage-Gärten und gedeihen auch hervorragend am Meer, wo sie wild vorkommen. Mit einer Höhe von bis zu 2,50 m bilden sie markante, fröhliche Blütenkerzen. Sie säen sich gern in Kies und an unerwarteten Stellen aus. Geben Sie ihnen Sonne, schützen Sie sie aber vor Wind.
- Die Königskerze oder Verbascum: Wie die Stockrose wächst die Königskerze oder Verbascum zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im folgenden Jahr blüht sie schwefelgelb. Sie setzt im Garten markante Akzente und taucht oft als überraschender Gast auf. Es lohnt sich, sie zu erhalten und ihre zahlreichen Samen ausreifen zu lassen. Auch sie wächst in armen Böden und voller Sonne.

Verbascum und Alcea rosa
- Und viele weitere, darunter: Sisyrinchium californicum (Kalifornisches Grasschwertel), die großen Fetthenne, den Meerkohl (Crambe), den Waliser Scheinmohn (Meconopsis cambrica), die Buschmalve, die Blaue Rasselblume und die Goldrute. Von letzterer gibt es weniger ausbreitungsfreudige Sorten, zum Beispiel Solidago altissima…

Buschmalve, Meerkohl, Blaue Rasselblume und Sisyrinchium striatum
Wissenswert
Selbstaussaat ist bereichernd, doch manche Pflanzen werden invasiv. Impatiens, Borretsch & Co. rechtzeitig auslichten: Wildarten versamen sich schneller als Kultivare.
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