Barometerpflanzen

Barometerpflanzen

Wettervorhersage: Wenn Pflanzen mitmischen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 7. Januar 2026  durch Gwenaëlle 6 min.

Blumen oder Pflanzen als Wetterpropheten? Kann man ihnen wirklich glauben? Veränderungen an Blättern, Blüten und Früchten können tatsächlich bevorstehende Wetterwechsel anzeigen. Wetterfühlige Pflanzen reagieren auf Veränderungen der Atmosphäre und Luftfeuchtigkeit und helfen so, Wetterschwankungen zu verstehen. Ein sich krümmendes Blatt oder eine sich schließende Blüte kann beispielsweise auf bevorstehenden Regen hindeuten. Wer diese feinen Anzeichen beobachtet, erhält Hinweise und kann die nötige Gartenpflege besser vorausplanen.

Schauen wir uns die Natur etwas genauer an und tauschen Wetter-Apps gegen einige zuverlässige Pflanzen-Wetterpropheten! Das Verhalten von Pflanzen richtig zu deuten, ist faszinierend …

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Schwierigkeit

Die Zeichen der Natur

Tierverhalten, Wolkenform und Windrichtung verraten das Wetter der nächsten Stunden. Pflanzen reagieren auf Luftdruck, Feuchte und Temperatur – kurzfristig.

Beobachtete Veränderungen an den Blüten

Das häufigste Anzeichen ist das Schließen der Blüten: Sie schließen sich, sobald Regen droht – eine Strategie zum Schutz ihrer lebenswichtigen Organe, der Staubblätter und des Stempels.

Die Eberwurz (Carlina acaulis)
Auch Silberdistel genannt, ist sie der Star unter den Wetterpflanzen! Diese halbimmergrüne Staude blüht von Juli bis September an einem sehr kurzen Stängel, oft in den Bergen oder auf den Causses-Hochebenen, daher ihr Beiname Wetterdistel. Ihr von goldenen Hochblättern umgebenes Blütenkörbchen schließt sich zuverlässig und kündigt Regen an, während eine geöffnete Blüte auf schönes Wetter hinweist. Eine originelle, interessante Staude für trockene oder steinige Standorte in voller Sonne.

Die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
Diese robuste Kratzdistel ist an ihren verzweigten Stängeln und purpurfarbenen Blüten zu erkennen und reagiert stark auf Feuchtigkeit. Bei hoher Luftfeuchtigkeit richten sich die Haare an Stängeln und Blättern auf. Bei schönem Wetter sind alle Blätter ausgebreitet. Sobald die Luftfeuchtigkeit steigt, schließt sie ihr farbiges, aus den Hochblättern ragendes Blütenkörbchen. Kratzdisteln wie die Acker-Kratzdistel wachsen in voller Sonne auf lehmigem, frischem Boden, gedeihen aber auch in sehr unterschiedlichen Böden. Da sie eher ausbreitungsfreudig ist, können Sie sie bei Spaziergängen auf dem Land beobachten.

Das Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
Diese zarte Staude trägt im Frühling, etwa von März bis April, beliebte weiße Blüten. Sie schließen sich am Tagesende oder neigen sich bei drohendem Regen und bedecktem Himmel nach unten. Das Busch-Windröschen bildet eine krautige Pflanzengruppe mit ausläuferbildendem Rhizom und handförmig gelappten Grundblättern, die zu einer Rosette vereint sind.

Der Sonnentau (Drosera spp.)
Diese Gattung kleiner fleischfressender Pflanzen, die häufig in Torfmooren vorkommt, reagiert auf Veränderungen des Luftdrucks. Kündigt sich ein niedriger Luftdruck an, oft ein Zeichen für Regen, krümmen sich ihre Blätter und die klebrigen, an Tautropfen erinnernden Tentakel rollen sich ein. Diese Pflanzen können im Haus oder in Regionen mit sehr mildem Klima kultiviert werden.

Die Narzisse (Narcissus spp.)
Ihre duftenden, eleganten Blüten schließen sich oft vor einem Regenschauer. Narzissen gehören zu den bezauberndsten Zwiebelstauden des Frühlings. Sie haben lange, schmale Blätter und eine Blütenkrone, die an jedem Stängel eine einzelne Glocke bildet. Botanische Narzissen zeigen dieses Verhalten am häufigsten.

Der Klatsch-Mohn (Papaver rhoeas)
Diese zarte einjährige Pflanze mit leuchtend roten Blütenblättern schließt ihre Blüten, wenn Regen naht. Ihre kurzlebigen, zarten und seidigen Blüten erscheinen zwischen Mai und August und kündigen oft einen Regenschauer an. Der Mohn eignet sich besonders gut, um den Garten naturnah zu gestalten: Er bedeckt große Flächen, Böschungen oder Gräben und eignet sich für Blumenwiesen.

Die Kuhblume (Taraxacum officinale): In unseren Gärten weit verbreitet, öffnen und schließen sich ihre gelben Blüten als Reaktion auf das Licht. Bei drohendem Regen schließt sie ihre Blüte. Bleibt sie am Morgen geschlossen, ist ein regnerischer Tag zu erwarten. Sie ist daher ein guter Indikator, um den Bewässerungsbedarf einzuschätzen.

Die Sonnenblume (Helianthus annus): Wenn sich ihre Blüte nicht vollständig öffnet, ist häufig mit Regen zu rechnen …

Aber auch Ringelblume, Kapmargerite und Prachtwinde (Convolvulus tricolor – aber auch die gesamte Gattung Convolvulus und Ipomoea) schließen ihre Blüten, wenn Regen naht. Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) öffnet sich bei feuchtem Wetter dagegen schon am frühen Nachmittag.

⇒ Achtung: Da sich viele Blüten aus der Familie der Korbblütler nachts schließen, sollten Sie sie tagsüber beobachten, um einen zuverlässigen Indikator zu erhalten!

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Carlina acaulis, Cirsium arvense und Klatsch-Mohn

Veränderungen an Blättern oder Früchten

Auch Blätter können sich bei manchen Pflanzen verändern, ebenso wie Früchte. Am bekanntesten ist die Kiefer. Hier einige der häufigsten Phänomene auf Wiesen, in Gärten oder Obstgärten:

Die See-Kiefer (Pinus pinaster): Mit ihren stolz getragenen immergrünen Nadeln ist diese Kiefer ein wertvoller natürlicher Wetteranzeiger. Schließen sich ihre Zapfenschuppen, steigt die Luftfeuchtigkeit und das Wetter wird schlechter: Regen ist wahrscheinlich. Die meisten Nadelgehölze reagieren sehr empfindlich auf Wetterveränderungen. Auch Fichten- und Tannenzapfen zeigen schönes Wetter an, wenn sie weit geöffnet bleiben. Das funktioniert sogar mit einem vom Baum gefallenen Kiefernzapfen!

Rotklee (Trifolium pratense): Dieser unscheinbare Bewohner unserer Rasenflächen und Wiesen faltet seine Blätter zusammen, wenn das Wetter feucht oder windig wird oder Regen naht.

Die Echte Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus): Diese bekannte Kletterpflanze mit leuchtenden Blüten ist ein hervorragender Anzeiger für bevorstehenden Regen. Bei drohendem Regen kräuseln sich ihre runden Blätter und falten sich leicht zusammen.

Die Sinnpflanze (Mimosa pudica)
Dieser kleine tropische Strauch aus Südamerika ist für seine schnelle Reaktion auf Reize bekannt. Bei drohendem Gewitter schließen sich die doppelt gefiederten Blätter dieser Miniatur-Mimose und verringern so ihre exponierte Fläche. Die auch Mimose genannte Pflanze reagiert zudem auf Berührung und schließt ihre Blätter nachts. Im Spätsommer bildet sie kleine, fedrige, lilafarbene Blüten. Für gutes Wachstum benötigt sie viel Wärme und Feuchtigkeit und wird bei uns im Topf kultiviert.

Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum): Dieser große, majestätische Baum, auch Gemeine Rosskastanie genannt, ist in unseren Parks und Alleen weit verbreitet und besonders empfindlich gegenüber Wetterveränderungen. Nähert sich Regen, schließen sich seine großen handförmigen Blätter, um die empfindlichen Pflanzenteile zu schützen.

Die Hänge-Birke (Betula pendula)
Die Hänge-Birke, auch Weißbirke genannt, ist für ihre sich abschälende weiße Rinde und ihre herabhängende Verzweigung bekannt. Bei Feuchtigkeit reagiert sie, indem sie ihre Blätter verdreht. Es heißt, dass sich ihre Blätter bei bevorstehendem Regen umdrehen und ihre hellere Unterseite zeigen.

Die Linde: Auch ihre Blätter neigen bei Regen dazu, sich zu schließen und ihre weißliche Unterseite zu zeigen.

Der Garten-Birnbaum (Pyrus communis)
Birnbäume, insbesondere alte Sorten, zeigen Anzeichen für herannahenden Regen. Bei bevorstehendem feuchtem Wetter scheiden sie aus ihren Früchten Wassertropfen aus – ein als Guttation bezeichnetes Phänomen.

Die Binsenlilie (Phyllanthus urinaria)
Diese kleine, trockenheitsverträgliche krautige Pflanze richtet ihre Blätter bei trockenem Wetter auf. Steigt die Luftfeuchtigkeit, senken sie sich ab. Damit zeigt sie den Feuchtigkeitsgehalt zuverlässig an.

Pflanzen als Wetteranzeiger, Pflanzen und Wetter, Blumen und Bäume als Anzeiger für das kommende Wetter

Kiefer, Orangeblühende Kastanie und Kapuzinerkresse

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Carlina acaulis