Erde im Winter bearbeiten?
Umgraben oder nicht, das ist hier die Frage?!
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Winterpause im Gemüsegarten? Keineswegs: Jetzt Boden für Frühjahrsaussaat und -pflanzung vorbereiten – mit oder ohne Umgraben. Gegen Unkraut abdecken.
Warum Bodenbearbeitung nötig ist?
Nach einer Anbausaison im Gemüsegarten hat der Boden gelitten: Er ist ausgelaugt, verarmt und verdichtet und wurde durch das wiederholte Betreten durch den oder die Gärtner zusätzlich belastet. Stark zehrendes Gemüse hat ihm alle benötigten Nährstoffe und Spurenelemente entzogen. Kurz gesagt: Nach einem ertragreichen Sommer ist die Erde erschöpft und weniger nährstoffreich. Sie hat viel gegeben und sehnt sich nach etwas Aufmerksamkeit!

Nach einem ertragreichen Sommer ist der Boden erschöpft und seiner Nährstoffe beraubt
Und genau hier muss der Gärtner eingreifen: Er muss den Boden bearbeiten, ihn auf die Aufnahme der Frühlingsaussaat und -pflanzungen vorbereiten und ihn anreichern, um eine reiche Ernte zu erzielen. Denn Gemüse in ausgelaugten, verdichteten, nährstoffarmen Boden zu säen, ist nicht unbedingt erfolgversprechend!
Konkret erfüllt die Bodenbearbeitung mehrere Aufgaben und Ziele:
- Die Bodenbearbeitung lockert den Boden auf und macht ihn krümeliger, sodass Wasser leichter eindringen und gespeichert werden kann. Auf verdichtetem Boden läuft Regenwasser hingegen ab und dringt nicht tief ein.
- Um sich zu entwickeln, bildet eine Gemüsepflanze ihr Wurzelsystem aus, um Wasser und im Boden enthaltene Mineralsalze aufzunehmen. Doch Wurzeln brauchen auch Luft, also Sauerstoff, damit Pflanzen wachsen und Früchte tragen können! Die Bodenbearbeitung versorgt die Wurzeln mit Luft, sodass sie ein größeres Erdvolumen erschließen können. Vor allem schafft sie eine luftige Struktur, die eine gute Entwicklung des Wurzelsystems und damit der Pflanzen begünstigt. Ein luftiger, lockerer Boden ist deutlich fruchtbarer als ein verdichteter Boden, der die Pflanzen „erstickt“.
- Die zusätzliche Sauerstoffzufuhr ist auch für das Überleben der Lebewesen notwendig, die den Boden bevölkern, etwa Regenwürmer, Bakterien oder Pilze. Sie sind sehr nützlich, um organisches Material, das ihnen zugeführt wird, abzubauen und zu verwerten.
- Die Bodenbearbeitung dient außerdem dazu, Unkräuter zu entfernen, die sich trotz all Ihrer Bemühungen mit Mulchen, Hacken oder Jäten im Gemüsegarten dennoch stark ausgebreitet haben. Besonders hartnäckige Pflanzen mit Rhizomen wie Quecke oder Batate gehören dazu …
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Boden im Winter vorbereiten?
Wenn sich alle Gärtner einig sind, dass die Bodenbearbeitung im Winter wichtig ist, scheiden sich bei der Methode die Geister. Die einen schwören auf die traditionelle, fast schon uralte Methode des Umgrabens mit Wenden der Erde, die anderen auf die schonende Methode des Umgrabens ohne Wenden des Bodens – eine Königsdisziplin der Permakultur und des ökologischen Landbaus.
Abgesehen vielleicht von sehr großen Gemüsebeeten gilt der Einsatz einer Motorhacke oder eines anderen motorisierten Geräts als belastend für den Boden. Die Fräsen der Motorhacke zerkleinern die Erde oft zu fein und bewirken dadurch das Gegenteil. Sobald sie feucht wird, verklumpt sie und die Durchlüftung nimmt ab. Außerdem stört die Motorhacke das Bodenleben erheblich, insbesondere Regenwürmer, die gleichzeitig mit der Erde zerhackt werden. Sie bringt die Krume durcheinander und kann Tonerde nach oben befördern. Falls Sie aus irgendeinem Grund nicht auf die Motorhacke verzichten können, setzen Sie sie mit Bedacht und bei niedrigster Geschwindigkeit ein.
Ohne Spannungen zu schüren oder eine Grundsatzdebatte zu eröffnen, können wir uns vielleicht mit beiden Methoden des Umgrabens befassen.
Umgraben mit Wenden des Bodens
Diese Bodenbearbeitung mit dem Spaten ist die anstrengendste für Rücken, Arme und Schultern! Dabei wird die Erde angehoben, gewendet und dadurch belüftet – bis zur Höhe des Spatenblatts, also etwa 20 bis 25 cm tief. So wird der Boden gelockert, insbesondere an Stellen, die durch Betreten verdichtet wurden.
Das manuelle Umgraben ist auch für schwere, lehmige Böden sehr sinnvoll, da es hilft, die Schollen zu zerkleinern. Im Winter erledigt der Frost den Rest, indem er die Schollen zerbröselt und aufsprengt. Bei sehr schweren, verdichteten und steinigen Böden ist eine Grabegabel besser geeignet, da sie leichter in den Boden eindringt. Der Louchet, ein flacher Spaten mit dünnem, scharfem Blatt, eignet sich besonders für sehr lehmige und klebrige Böden.
Umgraben mit dem Spaten ist außerdem sehr nützlich, um Bodenverbesserer unterzuarbeiten und einzuarbeiten, etwa Kompost, Mist oder ausgesäte und gemähte Gründüngung.
Auch hartnäckiges Unkraut lässt sich damit wirksamer entfernen. Bei bestimmten Unkräutern wie Quecke empfiehlt sich jedoch die Grabegabel, da sie die Wurzeln weniger durchtrennt.
Nachteile
Diese Methode wird kritisiert, weil sie einige Nachteile hat:
- Sie stört das Bodenleben, insbesondere Mikroorganismen (Bakterien und Pilze), die sich in der obersten Bodenschicht (10 bis 15 cm) befinden und in tiefere Schichten gelangen.
- Sie zerschneidet und tötet die Regenwürmer, die in geringer Tiefe (durchschnittlich 10 bis 20 cm) waagerechte Gänge graben, ebenso wie die tiefer lebenden Tiefgräber.
- Sie belastet den Rücken stark und ermüdet die Schultern. Muskelkater und Rückenschmerzen sind garantiert!
Umgraben ohne Wenden des Bodens
Dieses Umgraben mit der Grabegabel nach Grelinette-Art oder der Lüftungsgabel ermöglicht es, den Boden tief zu bearbeiten, ohne ihn zu wenden und dadurch etwas durcheinanderzubringen. Dank der Zinken dieser Geräte wird die Erde lediglich angehoben und gelockert, die verschiedenen Schichten werden nicht vermischt und der Boden wird belüftet. So können Mikroorganismen und Regenwürmer weiterleben und zur Düngung des Bodens beitragen.
Außerdem ermüden Sie weniger, da Grelinette-Gabeln, Lüftungsgabeln und andere ökologische Gabeln mit einer rückwärts gerichteten Hin-und-her-Bewegung eingesetzt werden, ohne sie anzuheben. Große Kraftanstrengung ist nicht erforderlich.
Nachteile
So sinnvoll das Umgraben ohne Wenden auch ist, es hat dennoch einige Nachteile. Mit dieser Methode lassen sich die eingebrachten Bodenverbesserer nicht unterarbeiten. Nach dem Einsatz der Grelinette muss unbedingt eine Hacke verwendet werden, um Mist oder Kompost einzuarbeiten.
Außerdem muss der Boden wahrscheinlich noch einmal mit der Hacke fein gelockert werden, etwa für eine Aussaat. Besonders bei schweren, lehmigen Böden.
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Der Beginn des Winters ist der ideale Zeitpunkt, um den Boden zu verbessern und seine Fruchtbarkeit zu erhalten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, indem Sie natürliche Bodenverbesserer ausbringen:
- Kompost liefert Nährstoffe, lockert und belüftet den Boden und hilft, Wasser zu speichern
- Mist ist nährstoffreicher als Kompost, düngt und verbessert die Bodenstruktur
- Lauberde
- Holzasche ist reich an Mineralstoffen
Wenn Sie vorausschauend geplant haben, haben Sie im Herbst Gründüngung ausgesät. Sie reichert den Boden an, lockert ihn und begrenzt zugleich die Ausbreitung von Unkraut. Jetzt ist es jedoch etwas zu spät, damit die Samen noch keimen können.

Pferdemist ist im Winter hervorragend für den Boden
Sobald Sie den Bodenverbesserer in den Boden eingearbeitet haben, ist es sinnvoll, ihn im Winter abzudecken, um die Ausbreitung von Unkraut zu begrenzen. Zwar wächst es langsamer, aber es wächst trotzdem. Vor allem wartet es geduldig auf die Rückkehr des Frühlings. Zum Abdecken des Bodens können Sie Folgendes verwenden:
Am besten mischen Sie alles, um eine nährstoffreiche Abdeckung zu bilden, die sich im Winter durch die Witterung zersetzt. Diese Abdeckung verhindert außerdem die Auswaschung des Bodens durch Verschlämmung infolge von Regen und Schnee.
Unter dieser dicken Abdeckung setzen die Mikroorganismen ihre Zersetzungsarbeit fort. Wenn der Frühling zurückkehrt, müssen Sie nur noch die verbliebenen Reste einarbeiten, damit sich der Boden erwärmt.
Im Winter hacken?
Warum nicht? Beim Hacken kommen einige im Boden versteckte Larven nach oben und werden zur Beute hungriger Vögel.
Haben Sie Hühner, lassen Sie sie ruhig ins zuvor gehackte Gemüsebeet. Sie fressen besonders Drahtwurm- und Engerlingslarven.
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