Fleischfarbene Passionsblume anbauen
Passionsfrüchte in Frankreich anbauen und ernten
Inhaltsverzeichnis
Passionsfrucht anbauen: Passiflora edulis pflanzen, pflegen und ernten – im Freiland, Topf oder Gewächshaus.
Fleischfarbene Passionsblume: Was ist das genau?
Natürlich hat jeder schon einmal ein Eis oder ein cremiges Dessert mit Passionsfrucht probiert. Mit ihrem intensiven Geschmack, der Sonne, Exotik und Tropen verkörpert, lädt die Passionsfrucht zum Träumen von fernen Ländern ein. Das ist kein Wunder, stammt sie doch aus den tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas, genauer aus Brasilien, Argentinien, Bolivien, Peru und weiteren Ländern. Diese auch Grenadilla, Maracuja oder Maracudja genannte Frucht braucht also Sonne, Wärme und eine gewisse Luftfeuchtigkeit.
Eine Kletterpflanze tropischen Ursprungs
Die berühmte Grenadilla ist die Frucht einer halbverholzenden, recht windenden Kletterpflanze aus der Familie der Passionsblumengewächse. Die Gattung Passionsblume umfasst etwa 500 Arten, die wegen ihres Zierwerts oder ihrer mehr oder weniger wohlschmeckenden Früchte kultiviert werden. Wenn Sie jedoch wirklich Passionsfrüchte ernten möchten, müssen Sie Passiflora edulis pflanzen. Diese üppige Kletterpflanze mit sehr ausgebreiteter Wuchsform kann in ihrer Heimat 10 bis 12 m erreichen, bei uns etwa 4 m Höhe und maximal 10 m Breite. Mit Ranken in den Blattachseln hält sie sich an allen angebotenen Rankhilfen fest – vom Rankgitter an der Hauswand über einen Maschendrahtzaun bis zu Bögen, einer Laube oder einer Pergola.

Blüten und Früchte von Passiflora edulis in verschiedenen Reifestadien
Wunderschöne Blüte und Fruchtbildung
Passiflora edulis wächst schnell und trägt immergrüne, lackiert glänzende, kräftig grüne Blätter. Die wechselständigen Blätter sind dreilappig, leicht gewellt und besitzen eiförmige, gezähnte Lappen. Die Blüte setzt im Sommer zwischen Juni und Juli ein. In sehr mildem Klima kann sie den ganzen Sommer über andauern. Passionsblumen sind mit ihrer komplexen Struktur besonders eindrucksvoll und wirken geradezu geheimnisvoll. Diese außergewöhnliche Form gab der Pflanze ihren Namen: „Passionsblume“ geht auf das lateinische „passio“ für Leidenschaft und „floris“ für Blume zurück. Spanische Jesuiten gaben der Blume diesen Namen, weil ihre Gestalt an die Passion Christi erinnerte. Die Nebenkrone und Filamente symbolisieren die Dornenkrone, die Staubblätter die Wunden Christi, der Stempel das Kreuz, die Narben die drei Nägel und die Hochblätter die Dreifaltigkeit. Kurz gesagt: Die Blüten der Passionsfrucht haben alles, was Gärtner begeistert.
Zudem bilden sie köstliche Früchte. Die eiförmigen, 4 bis 6 cm langen Grenadillas verbergen unter ihrer glatten, purpurvioletten Schale ein gelbes Fruchtfleisch mit gallertartiger Konsistenz, das Arillus genannt wird. Das sehr saftige Fruchtfleisch schmeckt zugleich süß und säuerlich und enthält zahlreiche schwarze Samen. Die Ernte beginnt im August und kann bei günstigem Wetter bis Oktober andauern.
Neben der Wildform mit violetter Schale gibt es die Sorte Passiflora edulis f. flavicarpa, die gelbschalige Passionsfrüchte hervorbringt. Anders als die Wildform ist diese Passionsblume selbststeril. Für eine erfolgreiche Fremdbestäubung muss daher eine weitere Passionsblume in der Nähe gepflanzt werden.

Die Wildform von Passiflora edulis trägt purpurviolette Früchte, andere Sorten bilden gelbe Passionsfrüchte
Lesen Sie auch
5 exotische Obstbäume für FrankreichFleischfarbene Passionsblume ziehen?
Die Eierfrucht ist also eine Kletterpflanze tropischen Ursprungs. Sie braucht viel Wärme, damit Sie Fleischfarbene Passionsblumen ernten können. Außerdem ist sie äußerst frostempfindlich. Sobald das Thermometer 5 °C anzeigt, leidet sie unter der Kälte. Deshalb kommt eine Pflanzung ins Freiland nur in Regionen mit mildem Klima infrage, etwa an der Mittelmeerküste und insbesondere an der Côte d’Azur. Selbst dort braucht sie einen sehr sonnigen Standort.
Wo pflanzt man die Fleischfarbene Passionsblume?
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Passiflora edulis liebt Wärme. Deshalb muss sie an einem sehr sonnigen, vor Wind und kalter Zugluft geschützten Standort stehen. Ein Rankgitter an einer nach Süden ausgerichteten Mauer ist ideal. Oder eine Pergola auf einer Südterrasse.
Sie braucht einen fruchtbaren, eher leichten, humusreichen und im Sommer frischen, gut durchlässigen Boden.
In Regionen mit weniger günstigem Klima kann die Eierfrucht in einem großen Topf mit mindestens 50 cm Breite und Tiefe kultiviert werden. Im Sommer steht der Topf in der Sonne, im Winter wird er in einen Wintergarten oder ein warmes Gewächshaus gestellt. Eine Fruchtbildung ist jedoch nicht garantiert …

Die Fleischfarbene Passionsblume ist eine Kletterpflanze, die eine Rankhilfe benötigt
Wann pflanzt man die Eierfrucht?
Da die Fleischfarbene Passionsblume sehr frostempfindlich ist, wird eine Pflanzung im Frühjahr empfohlen, damit sie gut anwächst.
Wie pflanzt man Passiflora edulis?
Im Freiland
- Den Wurzelballen der Passionsblume in einer Wanne mit Wasser tränken
- Ein zwei- bis dreimal so großes Pflanzloch wie der Wurzelballen ausheben
- Die ausgehobene Erde mit Blumenerde und Kompost mischen (bei schwerem Boden können Sie etwas Sand für eine bessere Drainage hinzufügen)
- Den Wurzelballen einsetzen und das Pflanzloch mit der ausgehobenen Erde auffüllen
- Den Boden festdrücken und reichlich gießen.
Im Topf
- Den Topfboden 4 bis 5 cm hoch mit Blähton oder Kies bedecken
- Den Topf mit einer Mischung aus Gartenerde, Blumenerde und Kompost füllen (auch hier können Sie für eine bessere Drainage etwas Sand hinzufügen)
- Den Wurzelballen einsetzen und den Topf vollständig auffüllen
- Gut festdrücken und großzügig gießen
Fleischfarbene Passionsblume pflegen
Ob Ihre Passionsblume im Freiland oder im Topf wächst, benötigt sie aufmerksame Pflege, um sich gut zu entwickeln und vor allem Früchte zu tragen:
- Sehr regelmäßig gießen, damit der Boden ausreichend feucht bleibt, besonders im Sommer bei großer Hitze oder längerer Trockenheit. Während der Wachstums-, Blüte- und Fruchtzeit sollte sogar reichlich gegossen werden. Der Boden oder das Substrat muss stets feucht bleiben. Im Herbst und während des gesamten Winters werden die Abstände zwischen den Wassergaben verlängert.
- Den Boden oder das Substrat mulchen, um einerseits eine gewisse Feuchtigkeit zu bewahren und den Gießaufwand zu verringern und andererseits im Winter den Fuß der Pflanze vor Kälte zu schützen, wenn Ihre Fleischfarbene Passionsblume im Freiland wächst.
- Die Fleischfarbene Passionsblume ab Oktober überwintern, bevor die ersten kalten Temperaturen und Fröste eintreffen. Ein Standort im Wintergarten oder beheizten Gewächshaus wird empfohlen.
- Die windenden Triebe der Maracuja am Ende des Winters zwischen März und April zurückschneiden, um ihre Wuchsform auszugleichen, die Verzweigung von abgestorbenen oder beschädigten Zweigen zu befreien und ihre Ausbreitung zu begrenzen. Dieser Rückschnitt sollte jedoch nicht jedes Jahr erfolgen, da er die Blüte und damit auch die Fruchtbildung verzögert.
- Ab Beginn des neuen Wachstums einen kaliumreichen Dünger für exotische Obstgehölze ausbringen, um Blüte und Fruchtbildung zu fördern.
Krankheiten und Parasiten im Blick behalten
Die relativ robuste Passiflora edulis kann von Anthraknose oder Mosaikvirus befallen werden. In diesem Artikel über Anthraknose erfahren Sie, wie Sie biologisch dagegen vorgehen.
Auch die Früchte der Fleischfarbenen Passionsblume werden häufig von Blattläusen, Schildläusen und Weißen Fliegen befallen.
Lesen Sie auch
Exotischer Garten: Tipps zur GestaltungFleischfarbene Passionsblume vermehren
Ihr Nachbar beneidet Sie um Ihre Fleischfarbene Passionsblume. Wie wäre es, ihm eine identische Pflanze zu schenken und so seine Leidenschaft fürs Gärtnern – und seine Naschlust – zu stillen? Die Fleischfarbene Passionsblume lässt sich durch Stecklingsvermehrung relativ leicht vermehren, mit etwas Geduld auch durch Aussaat.
Die Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft von verholzten Trieben erfolgt im August und September. Schneiden Sie einfach 15 bis 20 cm lange Zweige und entfernen Sie die unteren Blätter. Die Triebe können vor dem Einpflanzen in einen Wurzelaktivator getaucht und anschließend in eine spezielle Aussaaterde gepflanzt werden. Decken Sie die Stecklinge anschließend mit einer Plastikfolie oder einer Haube ab und stellen Sie sie an einen hellen Standort ohne direkte Sonne. Gießen Sie die Blumenerde regelmäßig, damit sie stets feucht bleibt. Lüften Sie alle 3 Tage, indem Sie die Folie oder Haube abnehmen. Nach dem warm verbrachten Winter können die Stecklinge im Frühjahr ausgepflanzt werden.
Die Aussaat von Samen der Fleischfarbenen Passionsblume ist unsicherer, kann bei sorgfältiger Durchführung aber erfolgreich sein. Sie erfolgt daher im August:

Die Fleischfarbene Passionsblume lässt sich durch Stecklinge oder Samenaussaat vermehren
- Ernten Sie Ihre Früchte und entnehmen Sie einige frische Samen
- Füllen Sie Anzuchttöpfe mit spezieller Aussaaterde
- Säen Sie ein bis zwei Samen pro Anzuchttopf aus
- Drücken Sie die Erde vorsichtig an und gießen Sie mit einem Sprühgerät
- Legen Sie eine Glasscheibe auf die Anzuchttöpfe und heben Sie sie gelegentlich zum Lüften an
- Stellen Sie die Anzuchttöpfe an einen warmen, hellen Standort mit etwa 25 °C am Tag und etwas niedrigeren Temperaturen in der Nacht.
Die Keimung kann mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Die Jungpflanzen der Fleischfarbenen Passionsblume werden im Frühjahr ausgepflanzt.
Passionsfrüchte ernten: wann und wie?
Ernte: Aug.–Okt. Reife Früchte: leicht runzlig. Haltbar etwa eine Woche. Ballaststoffreich, kalorienarm: frisch, als Sorbet, Saft oder Marmelade.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare