Frühlingszwiebeln: Bestäuber lieben sie!
Bienenfreundliche Zwiebeln im Frühling
Inhaltsverzeichnis
Nach dem Winter suchen bestäubende Insekten wieder Nahrung. Frühblühende Sträucher und Blumenzwiebeln fördern Biodiversität und die Vielfalt der Pflanzenarten im Garten.
Warum die Bestäubung im Frühjahr wichtig ist?
Wir wissen es alle: Viele Insekten übernehmen die Aufgabe von Bestäubern, denn sie tragen den Pollen aus den Staubblättern (männliche Fortpflanzungsorgane) an ihrem Körper und an ihren kleinen Beinen und übertragen ihn so unabsichtlich auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane (den Stempel) anderer besuchter Blüten. Damit bestäuben sie Pflanzen – ein wichtiger Bestandteil der Pflanzenvermehrung. Deshalb bezeichnet man diese Insekten als Blütenbesucher. Denkt man an Hautflügler (Bienen, Hummeln, Wespen, Ameisen …) und Schmetterlinge, dürfen in dieser großen Gruppe der Bestäuber auch Zweiflügler (Fliegen, Mücken, Schwebfliegen …) und Käfer nicht vergessen werden. Ebenso gehören Florfliegen und Ohrwürmer dazu, die sich ebenfalls von ganzen Blüten oder Teilen davon ernähren. Auch Fledermäuse und Vögel zählen zu dieser großen Gruppe von Tieren, die in natürlichen Ökosystemen eine wichtige ökologische Funktion erfüllen.
Nektar ist reich an Zucker, Pollen an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten – beides ist für den Flug all dieser kleinen geflügelten Tiere unverzichtbar, denn es liefert ihnen die nötige Energie für ihre Aktivität, besonders nach dem Winter, einer Ruhephase. Blumen brauchen also Insekten, doch Insekten brauchen auch Blumen.
Sobald es warm genug ist, nehmen die Bienen ihre Arbeit wieder auf, und frühe Blüten sind für sie besonders wichtig, um ihre Energiereserven aufzufüllen und ihr Überleben zu sichern. Zu dieser Jahreszeit benötigen Blütenbesucher am dringendsten Zugang zu Nahrung. So können sie ihr Nest bauen und sich fortpflanzen – ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebenszyklus im Garten. Auf diese Weise tragen sie zum gesamten Ökosystem des Gartens bei und dienen ihrerseits kleinen Säugetieren, Spinnen und Vögeln als Nahrung.
→ Pascale erklärt Ihnen die Unterschiede zwischen bienenfreundlichen und nektarreichen Pflanzen.

Es ist Frühling! Honigbienen, Wildbienen und alle anderen Blütenbesucher nehmen ihre Arbeit wieder auf
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Wie locken Blumen Bestäuber an?Welche Zwiebeln sind im Frühling bienenfreundlich?
Etwa zwanzig Zwiebelpflanzen sind dank ihrer frühen Blüte sowie ihrer Bienen- und Nektarfreundlichkeit besonders wertvoll. Dabei sind blaue, violette und gelbe Blüten für Bienen und andere Bestäuber leichter zu erkennen, während leuchtende Blüten (rot, orange) eher Schmetterlinge anlocken. Auch Wildarten (die in dieser Form in der Natur vorkommen, im Gegensatz zu Züchtungen) sind für sie stets attraktiver. Indem Sie zudem unterschiedliche, an die Körperform verschiedener Bestäuber angepasste Blütenformen wählen, erhöhen Sie die Vielfalt der Bestäuber. Hier einige besonders empfehlenswerte Zwiebelpflanzen:
- Galanthus nivalis: Diese sehr kleine Zwiebelpflanze, das bekannte Schneeglöckchen, blüht zwischen Februar und März als eine der ersten. Eine Massenpflanzung wird empfohlen.
- die Lerchensporne: mit blauen, röhrenförmigen Blüten (Corydalis flexuosa und seine Sorten) sowie Corydalis elata, die ab April blühen, oder mit malvenfarbenen Blüten wie Corydalis solida (März bis Mai) und Corydalis lutea. Auch der weiß blühende Lerchensporn (Corydalis ochroleuca) erfreut Schmetterlinge.
- Uvularia grandiflora (Goldglocke) bezaubert mit einer hübschen zitronengelben Blüte und gehört zu den ersten Pflanzen, die Bienen und Hummeln mit Pollen und Nektar versorgen.
- Muscari armeniacum blüht intensiv blau, je nach Region von Ende Februar bis März oder April.
- Die botanischen Hyazinthen, insbesondere das Atlantische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non scripta), das bereits ab April blüht und nektarreich ist und Hummeln sowie Bienen zugutekommt, aber auch das Spanische Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica) mit ebenfalls glockenförmigen, bläulichen Blüten, die Orientalische Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) und Bellevalia romana, die Römische Hyazinthe mit weißen Blüten.
- Die botanischen Narzissen wie Narcissus pseudonarcissus ‘Obvallaris’, die im April blüht, Narcissus bulbocodium ab Februar oder März, Narcissus triandrus sowie die Strauß-Narzisse (Narcissus tazetta), die besonders nektarreich ist.
- Die Zierlauche, außerdem Schnittlauch und Bärlauch (Allium ursinum), bieten etwas später, ab Mai bis Juni, meist sehr bienen- und nektarfreundliche Blüten und erweitern damit das Nahrungsangebot der Bestäuber deutlich. Allium aflatunense ‘Sensation Purple’ und Allium moly (Gold-Lauch) sind besonders nektarreich.

Muscari armeniacum, Hyacinthoides non-scripta (Atlantisches Hasenglöckchen), Allium schoenoprasum (Schnittlauch), Corydalis flexuosa und Uvularia grandiflora
Garten für Bestäuber gestalten: Tipps
Neben dem Pflanzen einer großen Zahl bienenfreundlicher Blumen im Frühjahr ist es auch wichtig, einen Lebensraum zu schaffen, der die Biodiversität weiter erhöht, insbesondere durch geeignete Lebensstätten für alle Bestäuber. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Mit heimischen Pflanzen, Wildblumen und regionalen Arten begrünen, die für heimische Bienen nützlich sind
- Nist- und Lebensräume für Kleintiere und Insekten fördern, zum Beispiel durch das Anlegen eines naturnahen Teichs ohne Fische, das Aufstellen kleiner Wasserstellen, das Belassen von Totholzbereichen oder Laubhaufen, das Anlegen von Trockenmauern, das Pflanzen von artenreichen Hecken (aus mehreren Straucharten) oder Gehölzgruppen aus Bäumen und Sträuchern sowie durch das Aufstellen von Insektenhotels und Fledermausquartieren usw.
- Einige Gartenbereiche als Brachland oder zur späten Mahd belassen, damit dort ganzjährig zahlreiche Insekten leben können
→ Auch lesenswert: Heimische Pflanzen: ein Überblick, Heimische Arten pflanzen und Bestäuber anlocken, Wie lässt sich der Garten renaturieren?, Cottagecore: Gartentrend zwischen Landgarten und Entschleunigung

Einige Gartenbereiche wilder zu belassen, ist wichtig für die Biodiversität
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7 bienenfreundliche BäumePflanzenvielfalt und gestaffelte Blütezeiten
Wenn es wichtig ist, Bestäuber ab dem Ende des Winters bei milderen Temperaturen mit Nahrung zu versorgen, ist es unerlässlich, bienenfreundliche und nektarreiche Pflanzen zu kombinieren, um die Blütezeit zu verlängern. Denn für ihren Lebenszyklus benötigen Insekten und Nützlinge im Garten oft über mehrere Jahreszeiten hinweg Nahrung. Daher sollten Sie weitere Zwiebeln sowie Stauden, Sträucher und Bäume pflanzen, die mit gestaffelten Blütezeiten und einer vielfältigen Pflanzenauswahl nützlich sind. So bleibt die Aktivität der Bestäuber das ganze Jahr über erhalten.
Unter den Zwiebelpflanzen für das späte Frühjahr, die auf die oben genannten folgen, sind vor allem die Zierlauche attraktiv, ebenso die Camassien. Zu Beginn des Sommers folgen dann die Sommerhyazinthen.

Wählen Sie eine große Vielfalt an bienenfreundlichen Zwiebeln, Stauden, Sträuchern und Bäumen mit über die Jahreszeiten gestaffelten Blütezeiten
Bestäuberfreundliches Gärtnern
Verzichten Sie auf Pestizide und schützen Sie Bestäuber durch biologische Bekämpfung. Fruchtfolge und Mischkultur fördern ein gesundes Gartenökosystem.
→ Mehr zur biologischen Bekämpfung sowie zu Jauchen und Abkochungen, etwa Brennnesseljauche.
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