Gemüsegarten auf dem Land: Schutz vor Tieren?
Tipps, um Nager, Rehe und Vögel aus Ihrem Gemüsegarten fernzuhalten
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Ein Nutzgarten auf dem Land ist ein Glück – doch nachts lockt er Wildtiere an. Humane Tipps schützen Möhren, Kohl, Salat und Beeren vor gefräßigen Tieren.
Welche Tiere sind „Schädlinge“ im Gemüsegarten?
Die Tierwelt ist in Ihrem Garten allgegenwärtig! Zunächst gibt es die (fast) unsichtbare Kleintierwelt, die fliegt, kriecht oder an Ihren Ohren summt: verhasste Schädlinge oder willkommene Nützlinge im Gemüsegarten.
Außerdem gibt es all jene Tiere, die hier gelegentlich Nahrung und Unterschlupf finden, etwa Amphibien, Vögel, Reptilien oder kleine Säugetiere wie den Igel. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt der Biodiversität.
Und dann sind da noch diejenigen, die uns abwechselnd rühren oder bekümmern, sobald sie eine Pfote in unseren Gemüsegarten setzen. Dazu zählen Wildkaninchen, verschiedene Nagetiere wie Waldmäuse, Wühlmäuse und Gartenschläfer, manche Vögel wie Stare, Zwiebel liebende Eichhörnchen sowie Rehe und ihresgleichen, gelegentlich auch Wildschweine – vor allem, wenn Ihr Gemüsegarten am Waldrand liegt. Zwar durchqueren sie Ihren Garten manchmal nur, doch sie können an Gemüse- und Obstkulturen enorme Schäden anrichten.
Spitzmäuse hingegen, die oft mit Mäusen verwechselt werden, sind für den Gemüsegarten sehr nützlich, denn sie sind insektenfressend und keine Nagetiere. An ihrer spitzen Schnauze sind sie leicht zu erkennen. Gartenschläfer stehen unter Schutz.

Die Schädlinge Ihres Gemüsegartens verstecken sich tagsüber, um nachts umso aktiver zu sein
Auch wenn diese „Schädlinge“ die Früchte Ihrer Arbeit zerstören, kommen für Sie (und auch für uns!) keinesfalls rücksichtslose oder umweltschädliche Methoden infrage. Zumal die Bekämpfung sogenannter Schädlinge gesetzlich streng geregelt ist und Ihnen bei Verstößen gegen die Umweltschutzbestimmungen des Ministeriums für ökologischen Wandel und Solidarität eine Strafverfolgung droht.
Wildtiere fernhalten: wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Wildtiere finden Ihre Kulturen auch so. Kein Futter für Hunde, Katzen oder Geflügel draußen lassen. Kompost- und Mülltonnen verschließen.
Schutz vor Nagetieren?
So niedlich sie auch sind, Nagetiere können im Gemüsegarten beträchtliche Schäden anrichten. Die meisten graben Gänge oder Höhlen. Einige, wie Wühlmäuse, knabbern an Wurzeln, Lauch und anderem Gemüse. Feldmäuse mögen Samen, Knospen, kleine Früchte und Beeren. Wildkaninchen fressen sowohl Gräser als auch junge Triebe, Rinde, Zwiebeln, Gemüsepflanzen … Eichhörnchen haben dagegen eine Vorliebe für bestimmte frisch gepflanzte Zwiebeln, insbesondere von Tulpen oder Krokussen.
Gegen Feldmäuse und andere Nagetiere gibt es zahlreiche umweltfreundliche Lösungen. Zwar lässt sich der Erfolg dieser manchmal unzuverlässigen Tricks nicht garantieren, doch ein Versuch kann nicht schaden. Da Nagetiere starke Gerüche meiden, können Sie zunächst natürliche Abwehrmittel wie Knoblauchzehen oder verstreute Zitrusschalen verwenden. Auch Hundehaare erweisen sich als wirksam, ebenso wie einige Tropfen Rizinusöl, die Sie rund um Ihren Gemüsegarten verteilen. Da Holunder ebenfalls als bewährtes Mittel gegen Mäuse und Wühlmäuse gilt, können Sie eine Jauche daraus spritzen. Dazu lässt man 1 kg Holunderblätter einen Tag lang in 10 l Wasser einweichen und kocht sie anschließend auf.
Auch einige Pflanzen sind für ihre abschreckende Wirkung bekannt, allen voran Ricinus communis und Kaiserkrone, auch Fritillaria imperialis genannt, die einen starken Geruch verströmen. Auch die Kreuzblättrige Wolfsmilch soll Nagetiere und Maulwürfe fernhalten, ebenso wie die prächtig blühende Freilandgloxinie.

Freilandgloxinie, Ricinus communis, Kreuzblättrige Wolfsmilch und Kaiserkrone gelten als wirksame Abwehrpflanzen gegen Nagetiere und Maulwürfe
Rizinus und Wolfsmilch sind dagegen giftig und sollten von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.
Eine weitere Möglichkeit, Ihre Kulturen zu schützen, besteht darin, natürliche Feinde der Nagetiere anzusiedeln, nämlich Ringelnattern und Eulen. Greifvögel lassen sich im Gemüsegarten nur schwer ansiedeln, doch Ringelnattern (für Menschen völlig ungefährlich!) mögen Steinhaufen oder Reisig.
Schließlich können Lebendfallen (nicht tödlich und für die Nagetiere ungefährlich, da sie an einen geeigneten Ort gebracht werden) oder Ultraschallgeräte das Problem mit Nagetieren lösen.
Wildkaninchen lassen sich dagegen schwerer vertreiben. Die wirksamste (und teuerste) Lösung ist ein sehr engmaschiger Zaun, der mindestens 20 bis 30 cm tief in den Boden eingegraben und gegebenenfalls nach außen umgebogen wird. Damit können Sie beruhigt schlafen.
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Zahlreiche Vögel bevölkern unsere Nutz- und Ziergärten und befreien sie von unerwünschten Insekten, Raupen, Würmern und Blattläusen. Meisen, Grünlinge, Rotkehlchen, Amseln und Spatzen erfüllen allesamt eine wichtige Aufgabe, können sich aber gleichzeitig als naschhafte Diebe erweisen. Unsere Erdbeerpflanzen und Himbeeren sowie unsere Obstbäume locken sie ebenso an wie Regenwürmer. Diese freundlichen Vögel können sich mit großem Appetit über unser reifes Obst hermachen und regelrechte Raubzüge veranstalten. Allen voran die Stare!

Der Star liebt Kirschen ganz besonders!
Um Ihr Obst vor der Gefräßigkeit der Singvögel zu schützen, gibt es verschiedene Lösungen, die mehr oder weniger wirksam, einfach anzuwenden und kostspielig sind. Vogelschutznetze mit engen Maschen eignen sich hervorragend für Beerenobst und kleine Obstbäume. Sie werden direkt über die Pflanzen oder über die unteren Zweige der Bäume gelegt.
Wenn Sie Ihr reifes Obst vor den Vögeln genießen möchten, können Sie sie auch mit einfachen Hausmitteln vertreiben. Alte CDs, Alufolie und an den Zweigen aufgehängte Plastiktüten sind recht wirksam, da sie sich bewegen, leise Geräusche erzeugen und in der Sonne glänzen. Auch eine Vogelscheuche oder Abschreckmittel in Form eines Katzen- oder Greifvog Kopfes vertreiben Vögel. Japanische Windspiele verbinden das Nützliche mit dem Angenehmen und wiegen Ihre Mittagspausen mit einer sanften Melodie. Allerdings sind all diese Lösungen nicht unfehlbar, da sich die Vögel recht schnell daran gewöhnen und erkennen, dass es sich letztlich nur um Attrappen handelt.
Wie dem auch sei: Diese Schutzmittel sollten entfernt werden, sobald die Ernte abgeschlossen ist. So kehren die Vögel in Ihren Nutzgarten zurück, um dort ihre tägliche Nahrung zu finden.
Rehe fernhalten?
Mit Rehen ist nicht zu spaßen! Um sie fernzuhalten, müssen Sie schwere Geschütze auffahren. Die beste Lösung ist ein ausreichend hoher und stabiler Zaun, der dem Wild standhält. Planen Sie mindestens 3 Meter Höhe ein, denn Rehe und Hirschkühe sind wahre Hindernislauf-Champions! Alternativ können Sie zwei niedrigere Zäune mit einem Abstand von einem Meter aufstellen, damit die Rehe nicht darüber springen können.
Auch die Pflanzung dorniger Schutzhecken kann Rehe von Ihrem Gemüsegarten fernhalten. Pflanzen Sie Arten wie Stechpalme (Ilex), Berberitze (Berberis), Feuerdorn (Pyracantha), Mahonia … Zugegeben, Sie müssen etwas Geduld haben, doch die Hecke wird im Laufe der Jahre dichter und verändert sich mit den Jahreszeiten. Ganz zur Freude der kleinen Vögel.

Langfristig kann eine Schutzhecke mit Arten wie Berberitze, Stechpalme, Feuerdorn und Mahonie wirksam gegen Rehe sein
Auch die Literatur ist voller Wundermittel, die Rehe fernhalten sollen: das Ausstreuen von Menschenhaar, Hundehaar oder Schafwolle, das Aufhängen weißer Stoffstreifen oder von CDs … Doch die Wirkung ist nicht garantiert.
Daneben gibt es Lösungen aus dem Handel:
- spezielle Wildabwehrmittel, die im ökologischen Landbau eingesetzt werden können und unangenehme Gerüche verbreiten. Sie werden im Herbst und während der gesamten Vegetationsperiode angewendet;
- Ultraschall-Abwehrgeräte wirken auch gegen Wildschweine.
Und was ist mit Wildschweinen?
Wildschweine verwüsten Gärten und Felder. Ein stabiler Zaun hält sie fern; natürliche Abwehrmittel müssen regelmäßig erneuert werden.
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