Grünabfälle: Recycling und Verwertung im Garten

Grünabfälle: Recycling und Verwertung im Garten

Pflanzenabfälle sinnvoll nutzen: unsere Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 22. Juli 2026  durch Ingrid B. 6 min.

Grünschnitt fällt im Garten schnell an. So verwerten Sie Gartenabfälle: Tipps und Antworten auf häufige Fragen.

Schwierigkeit

Rasenschnitt: Mulchen oder Mulch?

Im Frühling und Herbst sorgen regelmäßige Mäharbeiten für große Mengen Schnittgut. Die einfachste Lösung ist dann das Mulchen (mehr über diese Technik erfahren Sie in diesem Artikel: „Alles über Mulchen, eine andere Art des Rasenmähens“).

Wenn Sie diese Technik jedoch nicht anwenden möchten oder nicht dafür ausgerüstet sind, lässt sich das Schnittgut problemlos als Mulch im Garten und Gemüsebeet verwenden. Achtung: Leeren Sie den Fangkorb des Rasenmähers nicht einfach am Fuß von Bäumen oder auf Beeten aus! Eine Ansammlung frischen Grases beginnt zu gären und verwandelt sich unweigerlich in einen schleimigen, übel riechenden Teppich.

Damit es als Mulch verwendet werden kann, muss das Schnittgut:

  • zuvor getrocknet werden (zum Beispiel in Schwaden oder auf einer großen Plane)
  • oder in dünnen, aufeinanderfolgenden Schichten ausgebracht werden, damit es vor Ort trocknen kann.

Mein Rat: In Gärten sehe ich manchmal Haufen aus gemähtem Gras … Vermeiden Sie diese Praxis: Zum einen riecht es unangenehm, zum anderen bringen Sie an dieser Stelle große Mengen Stickstoff ein. Die Folge: Brennnesseln und Brombeeren werden sich dort ansiedeln … was nicht unbedingt erwünscht ist!

Und im Kompostbehälter?

Schnittgut kann ebenfalls kompostiert werden, allerdings nur in kleinen Mengen. Achten Sie darauf, den Anteil an „grünem Material“ durch „braunes Material“ auszugleichen.
Alles über das Kompostieren erfahren Sie in unseren Tipps: „Kompostieren in 5 Schritten“

Grünabfälle – Gras

Kompost ist kein „Garten-Mülleimer“! Die Materialien müssen ausgewogen sein

Hecken- und Strauchschnitt: Häckseln, Mulchen

Alle, die immergrüne Hecken besitzen, die ein- oder sogar mehrmals im Jahr geschnitten werden müssen, wissen es: Die Sträucher liefern oft genug Schnittgut für mehrere Anhänger, die zur Deponie fahren. Dabei lässt es sich im Garten recyceln und als Mulch verwenden.

Um das Schnittgut zu recyceln, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen:

  • Die Schnittreste direkt unter der Hecke als Mulch liegen lassen. Das ist nur möglich, wenn Sie regelmäßig schneiden: Die Zweige müssen einen ausreichend kleinen Durchmesser haben.
  • Das Schnittgut mit einem Häcksler zerkleinern. Diese Lösung erfordert etwas Geduld, wenn Sie nur einen Häcksler für Hobbygärtner besitzen … mit leistungsfähigem Gerät geht es jedoch sehr schnell. Denken Sie über das Mieten oder den gemeinsamen Kauf mit Ihren Nachbarn nach!
    → Lesen Sie dazu auch: „BRF: Was ist das? Wie wird es im Garten verwendet?“ und „Gartenhäcksler: Nutzen, Modelle und Auswahl“

Und im Kompostbehälter?

Schnittabfälle können problemlos kompostiert werden. Sie sind ausgewogene Abfälle, müssen jedoch zuvor gehäckselt oder zumindest in kleine Stücke geschnitten werden, damit sie sich schnell zersetzen.

Hecken- und Strauchschnitt – Grünabfälle

Hecken- und Strauchschnitt ist zu schade für die Deponie – recyceln Sie ihn!

Dicke Zweige: vielfältige Verwendung

Beim Baumschnitt oder Fällen von Bäumen fällt grobes Holz an. Was können Sie damit machen?

  • Wenn Sie einen Ofen oder Kamin haben, sägen Sie es in Stücke, lassen Sie es mindestens zwei Jahre trocknen und nutzen Sie das Holz zum Heizen oder zumindest zum Anzünden des Feuers! Vorsicht jedoch bei Nadelholz: Nicht jede Anlage eignet sich für dessen Verbrennung.
  • Wenn Sie Permakultur betreiben, lassen Sie das Holz verrotten: Es kann zum Anlegen neuer Hügelbeete dienen.
  • Gerade, dicke Äste können im Garten auch für Pfähle und Stützen (Mimose der Gärtner, Hasel) oder zum Bau von Gerüsten für Kletterbohnen und Klettererbsen, Reisigbündeln (Hasel, Weide), Flechtzäunen und Rankgittern verwendet werden. Die hohlen Holunderzweige eignen sich außerdem ideal, um kleine Insektenquartiere zu bauen.

Schnittgut kann für kleine Bauwerke verwendet werden, wie hier für eine Hütte unter einer Weide. Foto: Jean-Christophe AUMONT

Und im Kompostbehälter?

Natürlich nicht … außer Sie besitzen einen leistungsstarken Häcksler, der sehr dicke Äste zerkleinern kann. In diesem Fall liefert das Holz eine gute Kohlenstoffquelle!

recyclage taille arbres

Denken Sie daran: Holz ist der einzige Energieträger, der dreimal wärmt – beim Fällen, beim Stapeln und beim Verbrennen!

Beetabfälle und Unkraut

Im Frühjahr oder Herbst, bei großen Unkraut- und Rückschnittaktionen, liefern auch die Beete reichlich Gartenabfälle. Diese bereiten am wenigsten Probleme, da sie meist „weich“ sind und sich schnell zersetzen.

Bei den Arbeiten können Sie sie problemlos als Mulch liegen lassen.

Für ein ansprechendes Ergebnis gibt es zwei Möglichkeiten:

  • mit der Gartenschere zerkleinern,
  • zusammenrechen und mit dem Rasenmäher häckseln, mit eingesetztem Fangkorb.

Mein Tipp: Wenn viele Gräser im Garten wachsen, holen Sie ruhig die Heckenschere heraus und arbeiten Sie sich von oben nach unten vor, sodass die Blätter in kleine Stücke gehäckselt werden. Lassen Sie alles liegen – Ihr Beet ist gemulcht! Diese Methode ist nicht gerade konventionell, wird Ihre Nachbarn vielleicht überraschen, ist aber schnell und effektiv … und funktioniert auch bei großen Stauden.

Und ab damit auf den Kompost?

Pflanzenabfälle recyceln

Abfälle aus Beeten lassen sich leicht verwerten – als Mulch oder Kompost

All diese Abfälle lassen sich problemlos kompostieren. Zerkleinern Sie sie vorher und geben Sie kein Unkraut hinzu, das bereits Samen gebildet hat. Wenn Sie Batate im Garten haben, lassen Sie sie mehrere Tage in der Sonne liegen, um sicherzugehen, dass die Wurzeln abgestorben sind.

Laub: Mulch, Blumenerde

Als wahrer Schatz für den Garten lässt sich Herbstlaub sehr leicht wiederverwenden. Wir haben bereits darüber gesprochen … Lesen Sie daher auch diese beiden Artikel:

Herbstlaub ist ein wertvoller Mulch für Beete und im Winter auch für den Gemüsegarten

Bonus: Grünschnittmauer oder -zaun als Alternative zum Haufen

Seien wir ehrlich: Die Verwertung von Grünabfällen nimmt Zeit in Anspruch … Deshalb ist man oft versucht, sie am Ende des Gartens aufzuschichten und zu warten, bis alles verrottet. Das sieht nicht besonders schön aus, und man braucht Geduld, sehr viel Geduld …

Es gibt jedoch eine praktische und umweltfreundliche Lösung: eine Mauer oder Palisade aus Grünabfällen.

Dazu werden die Abfälle ordentlich aufgeschichtet, sodass eine Mauer entsteht.

Palisade oder Mauer aus Grünabfällen

Die Palisade aus Grünabfällen: eine Alternative zu Kompostierung und Häckseln

So bauen Sie eine Mauer aus Grünabfällen:

  • Pflanzen Sie zunächst alle 60 cm auf zwei Reihen mit 40 bis 60 cm Abstand stabile Pfosten von etwa 1,8 Metern Länge. So entsteht eine Mauer in der gewünschten Länge.
  • Füllen Sie die Mauer nach und nach im Schichtprinzip mit Zweigen, Laub, Rückschnitt von Stauden oder Gemüsebeet …

Die Abfälle zersetzen sich allmählich, doch die Mauer wird durch neues Material ständig wieder aufgebaut. Sie bietet Insekten und vielen Tieren einen wertvollen Unterschlupf. Auch zahlreiche Nützlinge finden dort Schutz und tragen zum Gleichgewicht und zur Gesundheit Ihres Gartens bei.

Häufige Fragen zu Gartenabfällen.

1) Darf man Gartenabfälle verbrennen?

Nein, abgesehen von wenigen Ausnahmen ist das verboten, und zwar aus mehreren Gründen:

  • Es ist umweltschädlich,
  • es besteht Brandgefahr,
  • der Geruch belästigt die Nachbarschaft.

Zur Information: Dieser Verstoß kann mit einem Bußgeld von bis zu 450 Euro geahndet werden.

2) Darf man Gartenabfälle in der Natur entsorgen?

Nein! Nur weil Pflanzenabfälle natürlich sind, bleiben sie nicht ohne Folgen, vor allem, wenn sie in der Natur entsorgt werden: Sie können dort das Gleichgewicht verändern, etwa durch einen übermäßigen Stickstoffeintrag. Außerdem besteht die Gefahr, eine invasive Art einzuschleppen. Schließlich ist es auch eine Frage des Anstands! Zur Information: Pflanzenabfälle gelten als gewöhnlicher Abfall. Das Bußgeld kann bis zu 450 Euro betragen, bei Transport in einem Fahrzeug sogar bis zu 1.500 Euro.

3) Gibt es Unternehmen, die Gartenabfälle recyceln?

Ja, es gibt Unternehmen, die auf die Verwertung von Gartenabfällen spezialisiert sind. Ihre Dienste richten sich jedoch nur an Gemeinden und Unternehmen. Verlassen Sie sich also nicht darauf, dass sie Ihre Pflanzenabfälle abholen! Einige Landschaftsgärtner bieten gegen Bezahlung eine Abholung an – die Kosten tragen selbstverständlich Sie!

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.