Grünschnitt verbrennen: Was sagt das Gesetz?
Warum nichts im Garten verbrennen?
Inhaltsverzeichnis
Grünschnitt fällt in großen Mengen an. Doch darf man Gartenabfälle verbrennen? Wir erklären die Rechtslage und zeigen, warum das keine gute Idee ist.
Gartenabfälle verbrennen: umweltschädlich
Der erste (falsche) Gedanke, den man beim Verbrennen von Pflanzen haben kann, ist, dass es sich um natürliche Materialien handelt und sie daher nicht giftig sein können. Doch beim Verbrennen von Pflanzen, insbesondere wenn sie feucht sind, werden zahlreiche Luftschadstoffe freigesetzt, die sowohl für Lebewesen als auch für die Umwelt giftige Substanzen abgeben. Dazu gehören Feinstaub, Stickoxide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (die zu den persistenten organischen Schadstoffen zählen), Kohlenmonoxid, flüchtige organische Verbindungen und Dioxine.
All dies kommt zur ohnehin sehr hohen Luftverschmutzung hinzu. Es ist daher nicht sinnvoll, sie durch Gartenarbeiten noch zu verschlimmern. In Frankreich ist die Feinstaubbelastung laut Zahlen von Santé publique France jedes Jahr für den vorzeitigen Tod von 48.000 Menschen verantwortlich. Auch zahlreiche Krankheiten stehen mit dieser Verschmutzung in Zusammenhang: bestimmte Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Frühgeburten, Fruchtbarkeitsstörungen und Schlaganfälle.
Nach Angaben des Observatoire de la qualité de l’air en Auvergne-Rhône-Alpes entspricht das Verbrennen von 50 kg Grünabfällen Folgendem:
- 13.000 mit einem modernen Dieselauto zurückgelegten Kilometern, 14.000 km mit einem modernen Benzinauto oder 18.000 km mit einem alten Dieselauto
- 12 Monaten Heizen eines Hauses mit einer effizienten Ölheizung
- 3 Wochen Heizen eines Hauses mit einer effizienten Holzheizung
- 700-mal mehr Feinstaub als eine 20-km-Fahrt zur Wertstoffannahmestelle

Die Zahlen sprechen für sich und machen verständlich, warum das Verbrennen von Gartenabfällen unbedingt beendet werden musste. Zumal die Giftigkeit der Emissionen noch zunahm, wenn diese Grünabfälle zusammen mit anderen Gartenabfällen wie Kunststoffen oder behandeltem Holz verbrannt wurden
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Seit Februar 2020 ist das Verbrennen von Grünabfällen in Frankreich verboten. Auch Gartenverbrennungsöfen sind verboten; Verstöße kosten bis zu 450 € Bußgeld.
Alternative, umweltfreundliche Lösungen zur Verwertung von Grünabfällen
Das alles klingt ja schön und gut, aber was tun mit Gartenabfällen? Es gibt zahlreiche, weitaus umweltfreundlichere Alternativen, denn diese Abfälle sind biologisch abbaubar, das heißt, sie zersetzen sich mit der Zeit. Betrachten wir diese organischen Materialien also nicht als Abfall, sondern als grünes Gold!
- Sie können dieses Grün zunächst zur Herstellung von Kompost verwenden. Geben Sie dazu verschiedenste stickstoffreiche Abfälle (Schalen, Rasenschnitt, Unkraut) und kohlenstoffreiche Materialien (Zweige, Laub, Sägemehl, Stroh).
Die Kompostierung im Haufen ermöglicht die Herstellung großer Mengen Kompost für große Flächen, auf denen viel Grünabfall anfällt. Für kleinere Flächen reicht ein Komposter oder eine Kompostbox aus; Sie können auch mehrere davon verwenden. Der natürliche Umwandlungsprozess recycelt die Gartenabfälle zu hochwertiger, nährstoffreicher, 100 % natürlicher – und 100 % kostenloser – Blumenerde! Sie lockert den Boden und spart Blumenerde, Dünger und Wasser. - Sie können Gartenabfälle auch zum Bedecken offener Bodenflächen verwenden: Rasenschnitt, Schnittgut von Sträuchern sowie Stauden und einjährigen Pflanzen, Laub – fast alles lässt sich in Mulch verwandeln! Das verringert die Verdunstung und Erosion, schützt die Wurzeln im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte, hemmt das Wachstum von „Unkraut“ und reichert den Boden mit Nährstoffen an. Es wäre schade, unseren Gärten all diese Vorteile vorzuenthalten. Wenn Sie einen Häcksler besitzen oder anschaffen möchten, können auch Zweige zu BRF (zerkleinertem Zweigholz) verarbeitet werden. Erfahren Sie, was das ist und wie Sie es im Garten verwenden.
- Wenn Sie genügend Platz haben, können Sie einen Haufen aus Zweigen oder Totholz für die Tierwelt im Garten anlegen. Er dient einigen Vögeln, Reptilien, Amphibien, Säugetieren wie dem Igel und verschiedenen Gliederfüßern wie Kellerasseln als Unterschlupf – und fördert so die Biodiversität in Ihrem Garten.
- Sie können Ihre Gartenabfälle auch zum Wertstoffhof bringen. Einige Gemeinden organisieren außerdem die Abholung von Gartenabfällen direkt vor der Haustür. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeindeverwaltung nach möglichen Abholterminen.
- Um Ihre Gartenabfälle zu reduzieren (und Geld zu sparen!), können Sie auch einfach beschließen, Unkraut wachsen zu lassen! Olivier nennt Ihnen nicht weniger als 10 gute Gründe für diese Entscheidung.
- Ingrid zeigt Ihnen den Weg zu „Zero Waste (oder fast) im Garten“ – eine Möglichkeit, das Sprichwort anzuwenden: „Der beste Abfall (auch Grünabfall) ist der, der gar nicht erst entsteht.“

Kompostieren, Mulchen, Entsorgung auf dem Wertstoffhof … Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Gartenabfälle zu recyceln. Auch Wildkräuter wachsen zu lassen und Totholzhaufen als Unterschlupf für Kleintiere anzulegen, sind sinnvolle Lösungen.
In Ihrer Gemeinde kann es Ausnahmen geben, wenn kein Wertstoffhof und keine organisierte Sammlung von Gartenabfällen vorhanden sind. Wenden Sie sich an Ihre Gemeindeverwaltung, um zu erfahren, was Sie in Ihrer Gemeinde mit Gartenabfällen tun können und ob eine Ausnahmegenehmigung gilt.
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→ Konsultieren Sie das Umweltgesetzbuch, wenn Sie die gesetzlichen Bestimmungen zu diesem Thema kennenlernen möchten
→ Befolgen Sie Oliviers Tipps zur richtigen Nutzung von Laub im Garten und erfahren Sie, ob sich „Unkraut“ kompostieren lässt
→ Jean-Christophe hilft Ihnen, sich bei Gartenhäckslern zurechtzufinden: Nutzen, Modelle und Auswahl
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