Ingwer für die Gesundheit anbauen
Ingwer anbauen: Tipps zur Kultur einer Heilpflanze
Inhaltsverzeichnis
Ingwer (Zingiber officinale): Herkunft, Wirkung, Inhaltsstoffe, Anbau und mögliche Gegenanzeigen der tropischen Staude im Überblick.
Ingwer: tropische Staude mit fleischigen Wurzeln
Ingwer (Zingiber officinale) ist eine mehrjährige Staude aus den feuchten Tropen Südostasiens. Verzehrt wird das fleischige Rhizom, keine echte Wurzel.
Die Blätter sind immergrün, wechselständig und aromatisch. Seltene Blütenähren sind gelb und violett, mit grünen und roten Hochblättern.
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Ingwer: Anbau, Pflege und ErnteIngwer anbauen und pflegen?
Obwohl Ingwer aus den Tropen stammt, lässt er sich auch bei uns problemlos kultivieren – im Haus, im Gewächshaus oder im Sommer im Freien. Er bevorzugt einen hellen Standort ohne direkte, zu intensive Sonne und benötigt eine warme, idealerweise über 20 °C, sowie feuchte Umgebung.
- Die Pflanzung: Ingwer wird meist vom Spätwinter bis zum Frühsommer, zwischen März und Juni, in einen breiten Topf gepflanzt. Besorgen Sie sich einfach ein frisches, biologisches Rhizom mit kleinen hellen Knospen, den sogenannten Augen. Legen Sie es direkt unter die Erdoberfläche in ein Substrat aus nährstoffreicher Blumenerde und Sand auf eine Schicht Blähton
- Das Gießen: Das Substrat sollte frisch, aber nie nass sein, da Staunässe das Rhizom faulen lässt. Im Winter, wenn die Triebe gelb werden, geht die Pflanze in Dormanz. Dann sollten Sie das Gießen fast vollständig einstellen
- Der Umzug ins Freie: Im Sommer kann Ingwer an einen hellen Standort ohne direkte Sonne ins Freie gestellt werden
- Die Ernte: Hier ist Geduld gefragt. Meist erfolgt die Ernte 8 bis 10 Monate nach der Pflanzung, sobald die oberirdischen Pflanzenteile zu welken beginnen. Für zarteren, weniger scharfen Ingwer können Sie bereits ab dem sechsten Monat Teile des Rhizoms ernten.

Gewöhnlicher Ingwer
Ingwer ist zudem eine ausgezeichnete Zimmerpflanze, die mit ihrem lanzettlichen Laub jedem Raum eine dekorative und elegante Note verleiht.
Welche Wirkstoffe enthält Ingwer?
Ingwer wärmt Körper und Geist – dank seiner vielfältigen Inhaltsstoffe. Sein Rhizom enthält über 400 Verbindungen, medizinisch besonders wichtig sind:
- Gingerol: wichtigster Wirkstoff frischen Ingwers, verantwortlich für die Schärfe sowie entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften
- Shogaol: entsteht beim Trocknen oder Erhitzen, ist schärfer als Gingerol und schützt das Verdauungssystem
- Ätherische Öle (Zingiberene, Curcumene): verleihen der Pflanze ihr einzigartiges Aroma und wirken antibakteriell und belebend
- Vitamine und Mineralstoffe: frischer Ingwer liefert Magnesium, Kalium, Phosphor und Vitamin C.
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Ingwer pflanzen: Ingwer einfach ziehenIngwer im Alltag verwenden?
Ingwer kann je nach gewünschter Wirkung in verschiedenen Formen konsumiert werden:
- Als Aufguss zur Linderung von Verdauungsbeschwerden oder einer Erkältung: Für eine Tasse kochendes Wasser 3 bis 5 dünne Scheiben frischen Ingwer schneiden. Zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, dann etwas Zitrone und Honig hinzufügen, um die antiseptische Wirkung zu verstärken.

Ingweraufguss
- Als Abkochung für eine stärkere Wirkung bei Gelenkschmerzen. Das Rhizom einfach 15 Minuten kochen lassen
- Frisch und gerieben direkt in Gerichten (Currys, Suppen, Fisch), um die Verdauungsenzyme zu erhalten
- Als Umschlag: Geriebener Ingwer, örtlich angewendet und in ein Tuch gewickelt, kann dank seiner wärmenden Wirkung Muskelbeschwerden lindern.
Ingwer: Vorteile für das Wohlbefinden?
Ingwer zählt zu den am besten erforschten Naturheilmitteln weltweit. Bevor Sie eine Ingwer-Kur in Ihren Alltag integrieren, denken Sie daran, dass eine Pflanze keinen ärztlichen Rat ersetzt – besonders bei schweren Erkrankungen. Dennoch sind seine Vorteile für das tägliche Wohlbefinden beeindruckend.
Hilfe gegen Übelkeit
Dies ist wohl seine wissenschaftlich am besten belegte Anwendung. Ingwer wirkt auf Serotoninrezeptoren im Magen und unterdrückt so den Brechreflex.
- Er hilft äußerst wirksam gegen Reisekrankheit (auf Schiffen, im Auto und im Flugzeug).
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt ihn zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit an – als natürliche Alternative zu Medikamenten.
- Er hilft auch, Übelkeit nach Operationen oder infolge bestimmter intensiver Behandlungen zu lindern.
Stark entzündungshemmend
Dank der Gingerole wirkt Ingwer bei bestimmten Schmerzen ähnlich wie einige nichtsteroidale Entzündungshemmer:
- Er wird bei Gelenkschmerzen wie Arthrose oder Rheuma empfohlen.
- Studien deuten darauf hin, dass Ingwer zu Beginn der Periode ebenso wirksam wie manche Medikamente gegen Gebärmutterkrämpfe ist.

Frisch geerntete Ingwer-Rhizome
Gut für die Verdauung
Ingwer ist für seine wohltuende Wirkung auf den gesamten Verdauungstrakt bekannt.
- Er hilft, Darmgase auszuscheiden.
- Er regt die Bildung von Speichel und Magensaft an und erleichtert so die Aufspaltung der Nahrung.
- Er beschleunigt die Magenentleerung – ideal bei Völlegefühl oder Blähungen nach dem Essen.
Unterstützt das Immunsystem
Im Winter ist Ingwer ein Schutzschild. Seine wärmende Wirkung fördert das Schwitzen und hilft bei Grippe, Fieber zu senken.
Ingwer: Was ist zu beachten?
Ingwer ist zwar natürlich, aber wirkstoffreich und nicht für jeden geeignet. In folgenden Fällen ist eine ärztliche Rücksprache erforderlich:
- Gallensteine: Durch die Anregung der Gallenproduktion kann Ingwer bei Menschen mit Gallensteinen Gallenkoliken auslösen
- Gerinnungsstörungen: Aufgrund seiner blutverdünnenden Wirkung wird von Ingwer vor einer Operation oder bei Einnahme von Blutverdünnern abgeraten
- Schwangerschaft: Obwohl Ingwer gegen Übelkeit hilft, sollte er nicht in übermäßigen Mengen verzehrt werden (höchstens 2 g getrockneter Ingwer pro Tag) und nur unter ärztlicher Aufsicht
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Vorsicht bei einer Behandlung gegen Bluthochdruck oder Diabetes, da Ingwer die Wirkung der Medikamente verstärken kann.
Wussten Sie schon?
Die Geschichte des Ingwers ist reich an Anekdoten, die seine kulturelle Bedeutung unterstreichen.
Im antiken Griechenland wurde Ingwer bereits zum Abschluss einer Mahlzeit verzehrt, in Brot eingewickelt, um die Verdauung zu erleichtern. Aus dieser Gewohnheit entstand viel später der berühmte mittelalterliche „Lebkuchen“.
Im Mittelalter galt Ingwer ebenso wie Pfeffer als Luxusgut. Einer Überlieferung zufolge entsprach der Wert eines Pfunds Ingwer dem eines Schafs. Ingwer wurde für Hypokras verwendet, einen medizinischen Wein, der an Königshöfen wegen seiner angeblich aphrodisierenden Wirkung sehr geschätzt wurde. Auch wenn die Wissenschaft diesen letzten Punkt differenziert betrachtet, erklärt die gefäßerweiternde und stärkende Wirkung des Ingwers vermutlich seinen bis heute anhaltenden Ruf.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird sorgfältig zwischen frischem Ingwer (Sheng Jiang) und getrocknetem Ingwer (Gan Jiang) unterschieden. Ersterer wird zur Behandlung von „kalten“ Erkältungen (Schüttelfrost, klarer Fließschnupfen) eingesetzt, während Letzterer stärker wärmend wirkt und zum Erwärmen der inneren Organe sowie zum Stoppen chronischer Durchfälle dient.
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