Pinienkerne ernten?
Ernte, Lagerung, Verwendung und Vorteile
Inhaltsverzeichnis
Pinienkerne verfeinern Pesto und viele Gerichte. Sie können die Samen selbst ernten und fast ganzjährig aufbewahren.
Pinienkerne ernten
An welchen Bäumen ernten?
Unter den verschiedenen Sorten der Kiefer eignen sich nicht alle für die Ernte der kostbaren essbaren Samen. Bei uns liefert vor allem die Pinie Pinus pinea Pinienkerne. Dieser große, majestätische Nadelbaum ist ein Symbol sonniger Küstengärten und südlicher Regionen und wird auch Zirbel-Kiefer genannt.
Der Baum ist an seiner imposanten, charakteristischen, ovalen Schirmform leicht zu erkennen. Sein Laub besteht aus weichen, wenig stechenden, immergrünen Nadeln von 10 bis 20 cm Länge und leuchtend hellgrüner Farbe. Die Blüte findet im Frühjahr statt: Dann sitzen männliche und weibliche Zapfen am selben Baum. Nach der Bestäubung entwickeln sich die weiblichen Zapfen zu großen, kugeligen Kiefernzapfen von etwa zehn Zentimetern Durchmesser. In diesen Zapfen, auch Pinienzapfen genannt, befinden sich die berühmten Samen. Die Pinienkerne sitzen zwischen den Schuppen und sind durch eine Schale geschützt. Der Baum muss meist mindestens zwei Jahre alt sein, bevor er Zapfen bildet.
Diese Pinien wachsen wild in milden Regionen, in denen die Wintertemperaturen nicht unter -10 °C sinken. Der Baum ist ein echtes Symbol mediterraner Landschaften! Dennoch findet man Pinien bis südlich von Paris, wenn sie an einem sonnigen, vor kalten Winden geschützten Standort kultiviert werden. Auch in anderen südeuropäischen Ländern wachsen Pinien (Spanien, Italien, …).
Auch andere Kiefernarten liefern Pinienkerne, etwa die Gerard-Kiefer Pinus geradiania, die Korea-Kiefer Pinus koraensis, die Sibirische Zirbel-Kiefer Pinus sibirica (alle aus Asien) sowie die Graukiefer aus Kalifornien Pinus sabiniana (aus Nordamerika). Die Samen der ersten vier Arten dürfen in Frankreich für Lebensmittel vermarktet werden.

Pinus pinea
Wann ernten?
Die Kiefernzapfen beginnen sich zu öffnen, sobald die Samen reif sind und die Temperaturen ausreichend steigen, sofern das Wetter trocken ist.
Die Ernte erfolgt daher je nach Klima meist im Sommer und kann mehrere Wochen dauern.
Wie ernten?
Ernten Sie Kiefernzapfen, die noch nicht vollständig geöffnet sind, entweder direkt vom Baum oder vom Boden. Bereits weit geöffnete Zapfen wurden wahrscheinlich schon von Vögeln oder kleinen Säugetieren besucht, die ebenfalls sehr gern Pinienkerne fressen.
Legen Sie die Kiefernzapfen an einen warmen, trockenen Ort, idealerweise in die volle Sonne, damit sie sich auf natürliche Weise vollständig öffnen. Je nach Temperatur kann dies zwei bis drei Wochen dauern.
Ungeduldigere Sammler stapeln sie auf dem Boden und entzünden ringsum ein kleines Feuer. Die Wärme sorgt dafür, dass sich die Zapfen schnell öffnen. Andere legen sie in den Backofen.
Anschließend werden die Kiefernzapfen von Hand oder mit einem Hammer aufgebrochen, um an die Samen zu gelangen. Eine andere Methode besteht darin, die geöffneten Zapfen in einen Sack zu geben und kräftig zu schütteln, damit die Samen von selbst herausfallen.
Vor dem Verzehr müssen Sie anschließend die Schale der Pinienkerne entfernen. Ist diese Hülle weich, lässt sie sich einfach mit den Fingern abziehen. Ist die Schale zu hart, verwenden Sie einen kleinen Stein, Holzhammer oder ein Nudelholz, um sie zu knacken und den Samen herauszulösen. Das erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl, macht aber Freude!
Unser Tipp: Tragen Sie beim Schälen Handschuhe, wenn Sie schwarze Staubspuren und klebriges, schwer zu entfernendes Harz an den Händen vermeiden möchten.

Links: Pinienkerne zwischen den Schuppen des Kiefernzapfens. Entfernen Sie die Hülle um die Pinienkerne, bevor Sie sie verzehren.
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Verwendung von Pinienkernen
Geschmack und kulinarische Verwendung
Pinienkerne schmecken recht mild und erinnern an Mandeln. Einige Pinienkerne können auch ein leicht harziges Aroma haben.
Pinienkerne lassen sich einfach verwenden und problemlos in zahlreichen Gerichten einsetzen. Sie können in jeder Form verzehrt werden: roh, geröstet, gesalzen, gesüßt, ganz oder gehackt.
Roh und gehackt sind sie die unverzichtbare Zutat für traditionelles Pesto, eignen sich aber auch für köstliche Aufstriche oder als Panade.
Ganze, in der Pfanne geröstete Pinienkerne verfeinern die meisten Gerichte: Salate, Suppen, Pasteten, Gemüsepfannen, Pasta, Risotto, Füllungen, Päckchen, Schmorgerichte, Couscous und vieles mehr. Sie können auch sehr gut zum Aperitif oder als Snack mit anderen Ölsaaten genossen werden.
In der süßen Variante passen sie zu Desserts wie Torten, Kuchen oder Crumbles, können aber auch einen Obstsalat mit frischen Früchten verfeinern. Püriert in Säften sorgen sie für eine besondere Textur und eine subtile Note.
Zusammengefasst eignen sich Pinienkerne für jede kulinarische Verwendung und kennen nur eine Grenze: Ihre Kreativität. Verwenden Sie sie jedoch sparsam, denn sie haben ein kräftiges Aroma und sind zudem sehr kalorienreich!

Pesto mit Pinienkernen und Zucchini-Pinienkern-Tarte
Traditionell zugeschriebene Vorteile
Pinienkerne gelten als nährstoffreich, da sie viele essenzielle Fettsäuren enthalten. Außerdem sollen sie reich an Mineralstoffen, Spurenelementen, Proteinen und Ballaststoffen sein.
Viele Kulturen schreiben ihnen heilende Eigenschaften zu und verwendeten sie zur Behandlung verschiedener Beschwerden. In der Naturheilkunde sollen ihre natürlichen Eigenschaften unter anderem die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern, die Verdauung anregen, das Wachstum und die Geweberegeneration verbessern sowie das Immunsystem unterstützen.
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