Trockenheitsverträgliche Pflanzen für den Topf
Auswahl für Balkon, Terrasse oder kleinen Garten
Inhaltsverzeichnis
Hitzewellen und Dürre: Wasser sparen mit wassersparenden Stauden und trockenresistenten Sträuchern im Topf!
Sukkulenten oder Kakteen
Wenn diese Pflanzen Trockenheit und Hitze so gut überstehen, liegt das daran, dass sie Wasser- und Saftreserven in ihren fleischigen oberirdischen Teilen und Wurzeln speichern können. So überleben sie auf natürliche Weise Wassermangel.
Die Topfkultur erfordert stets mehr Pflege als die Kultur im Freiland, da das Substrat begrenzter ist. Geben Sie im Frühjahr bei Bedarf Spezialdünger für Sukkulenten oder Kakteendünger. Im Hochsommer sollten Sie bei anhaltender Trockenheit und Hitze Ihre Kakteen oder Sukkulenten dennoch gießen, sobald die Erde trocken ist. Den Rest des Jahres reicht diesen Pflanzen normalerweise das natürliche Regenwasser.
Bieten Sie ihnen ein gut durchlässiges Substrat, das kein Wasser speichert – es darf auch mager, sandig oder steinig sein. Stellen Sie die Pflanzen im Freien in die volle Sonne: Sie bringen Struktur, dekorative Wirkung und manchmal sogar einen Hauch Exotik.
Hauswurzen oder Sempervivum
Die Hauswurz bildet reizende kleine Rosetten und passt überall hin. Sie verträgt Trockenheit und Wassermangel sehr gut. Außerdem ist sie winterhart, meist bis unter -20 °C, und kann daher in fast allen Regionen ganzjährig im Freien bleiben.
Diese genügsamen, pflegeleichten Pflanzen eignen sich auch für Gartenanfänger. Da sie nicht höher als etwa 20 cm werden, sind sie perfekt für alle Arten von Gefäßen, auch für flache Pflanzgefäße.
Diese Stauden gibt es mit unterschiedlich gefärbten Blüten und Blättern sowie in verschiedenen Texturen: grün (Dach-Hauswurz, Kalk-Hauswurz), golden (‘Gold Nugget’), bläulich (‘Berry Blues’), purpurfarben (Sempervivum ‘Silberkarneol’, ‘Dark Beauty’), mehrfarbig (’Commander Hay’, ‘Purple Beauty’), behaart (‘Cotton Candy’, Sempervivum arachnoideum) usw.
Mehr erfahren Sie in unserem ausführlichen Steckbrief: „Sempervivum, Hauswurz: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen“ sowie in unserem Ratgeber: „Wie wählt man eine Hauswurz aus?“

Sempervivum ‘Cotton Candy’, ‘Commander Hay’, ‘Silberkarneol’
Die Fetthennen
Auch Fetthennen gehören zu den anspruchslosen Pflanzen, die Wassermangel vertragen. Winterhart und pflegeleicht, zählen sie zu den idealen Pflanzen für sonnige Trockengärten.
Ihre späte Blüte belebt Gärten, Terrassen und Balkone im Herbst, wenn Blumen seltener werden. Rosa, rot, gelb oder weiß: Die Blüten gibt es in verschiedenen Farben. Auch das Laub ist vielfältig und kann grün, bläulich, silbrig, bordeauxrot oder sogar zweifarbig sein.
Bei der Wuchsform gilt: Wählen Sie je nach Größe Ihres Gefäßes aufrecht wachsende Sorten (Sedum telephium ‘Dark Magic’, Sedum spectabile ‘Meteor’) oder teppichbildende Sorten (Sedum acre ‘Yellow Queen’, Sedum spathulifolium ‘Purpureum’, Sedum spurium ‘Fuldaglut’).
Sie sind meist gut winterhart und vertragen -15 bis -20 °C, auch wenn manche Sorten etwas frostempfindlicher sind.
Mehr erfahren Sie hier: Fetthenne oder Mauerpfeffer: Pflanzen, Kultivieren und Vermehren

Sedum spathulifolium ‘Purprureum’, Sedum ‘Dark Magic’, Sedum spurium ‘Fuldagut’
Die Agaven
Diese Sukkulenten werden wegen ihres Rosettenlaubs mit gezähnten Rändern geschätzt, das ihnen einen exotischen Anstrich verleiht. Aufgrund ihrer mexikanischen Herkunft haben sie wie Kakteen eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen trockene Bedingungen entwickelt und vertragen Trockenheit problemlos.
Wählen Sie für die Topfkultur kleinwüchsige Sorten wie Agave stricta ‘Nana’, Agave victoriae-reginae oder ‘Kikijokan’. Für ein größeres Gefäß eignen sich Agave attenuata, Agave filifera oder Agave parryi ‘Neomexicana’.
Je nach Art sind diese Agaven wenig bis mäßig winterhart und müssen im Winter meist vor Frost geschützt werden.
Mehr erfahren Sie hier: Agave: Pflanzen, Kultivieren und Pflegen sowie Agaven im Topf kultivieren.

Agave filifera, Agave ‘Kikijokan’, Agave victoriae reginae
Weitere Sukkulenten und Kakteen für Töpfe, die Wassermangel vertragen
Wählen Sie auch Mangaven, diese Verwandten der Agaven, Crassula, Echeverien, Aeonium oder bestimmte Aloen. Da diese Pflanzen wenig winterhart sind, müssen sie im Winter vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden.
Probieren Sie auch einige Kakteen wie den Feigenkaktus (Opuntia rufida, O. microdasys, O. cacanapa), die blühenden Bodendecker aus der Gattung Delosperma oder die reizende Aptenia cordifolia.

Mangave ‘Pineapple Express’, Aptenia cordifolia, Echeveria elegans ‘Rose’
Mediterrane Pflanzen
Pflanzen aus dem Mittelmeerraum sind von Natur aus an warme, trockene Bedingungen gewöhnt. Sie haben gelernt, mit wenig Wasser auszukommen und selbst sengende Sonnenstrahlen zu ertragen. Diese Stauden besitzen meist hartes, feines oder behaartes Laub, das die Wasserverdunstung auf natürliche Weise begrenzt. Ihr Wurzelsystem ermöglicht es ihnen außerdem, Wasser aus der Tiefe aufzunehmen. Daher sollten Sie für ein ausreichend großes Gefäß sorgen, damit sie sich gut entwickeln können (mindestens 50 bis 60 cm tief).
Diese Pflanzen verleihen dem Garten, der Terrasse oder dem Balkon mühelos mediterranes Flair und verströmen teilweise intensive aromatische Düfte.
Pflanzen Sie sie in ein sehr durchlässiges Substrat, in dem sich kein Wasser staut und die Wurzeln nicht faulen. Wählen Sie einen vollsonnigen Standort. Geben Sie im Frühjahr bei Bedarf Dünger für mediterrane Pflanzen. Gießen Sie nur bei längerer Trockenheit und lassen Sie kein Wasser in den Untersetzern stehen.
Die Zistrosen
Zistrosen gehören zu den Pflanzen, die extreme Trockenheit problemlos vertragen und sich in der Macchia und Garrigue natürlich entwickeln. Diese mediterranen Sträucher sind wegen ihres aromatischen immergrünen Laubs und ihrer charmanten, zerknittert wirkenden Blüten beliebt. Die einzelnen Blüten halten nur kurz, erscheinen jedoch über mehrere Wochen hinweg.
Die meisten Sorten können im Topf kultiviert werden. Wählen Sie sie nach der Blütenfarbe aus: weiß (Cistus ‘Alan Fradd’), rosa (C. creticus), purpurfarben (C. purpureus) …
Mehr erfahren: Zistrose, Cistus: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege und Zistrose im Topf pflanzen.
Helichrysum italicum
Die Italienische Strohblume verdankt ihren Beinamen „Currykraut“ dem aromatischen Duft ihres schönen, silbrigen, immergrünen Laubs. Diese buschige mediterrane Staude schmückt sich im Sommer mit hübschen kleinen, goldgelben Blütenköpfchen, die Gärten, Terrassen und Balkone zum Leuchten bringen.
Sie fürchtet weder Trockenheit noch salzhaltige Gischt und eignet sich daher besonders gut für Küstengärten, aber nicht nur dort. In trockenem Boden ist sie relativ winterhart (bis -10 bis -15 °C) und gedeiht auch in vielen anderen Regionen an einem warmen, sonnigen Standort.
Die Kultur im Topf ist einfach und erfordert kaum Pflege.
Mehr erfahren: Helichrysum, Currykraut, Strohblumen: säen, pflanzen und pflegen
Weitere trockenheitsverträgliche mediterrane Pflanzen für den Topf
Denken Sie an Sonnenröschen, die kleinen Verwandten der Zistrosen, aber auch an Ginster, winterharte Sträucher, die Trockenheit vertragen.
Auch der Lavendel darf nicht fehlen, ebenso wenig wie die Katzenminze, die für Regionen nördlich der Loire besser geeignet ist. Auch Kräuter sind eine gute Wahl – ebenso schön wie nützlich in der Küche: Thymian, Rosmarin, Echter Salbei, Bohnenkraut und weitere.

Cistus purpureus, Helichrysum italicum, Cytisus scoparius
Steingartenpflanzen
Diese robusten Pflanzen brauchen kaum Pflege und kommen mit mageren, durchlässigen, ja sogar kargen Böden zurecht. Auch extreme Trockenheit und bei alpinen Arten sogar Frost vertragen sie.
Mit ihrer oft niedrigen, gedrungenen oder kriechenden Wuchsform eignen sie sich problemlos für die Kultur im Topf – vorausgesetzt, Sie verwenden ein gut drainierendes Substrat.
Je nach Art vertragen sie sowohl volle Sonne als auch schattigere Standorte.
Teppichbildende Glockenblumen
Glockenblumen-Sorten für den Steingarten geben sich mit wenig zufrieden: Sie bevorzugen durchlässige Böden, auch wenn diese trocken und sehr flachgründig sind. Diese kleinen Stauden machen sich hervorragend in kleinen Pflanzgefäßen oder Trögen und bringen Terrasse, Balkon oder ein sonniges Fensterbrett zum Leuchten.
Wählen Sie zum Beispiel die Dalmatiner Glockenblume oder Campanula poscharskyana. Ihre sternförmige, farbenfrohe Blüte kann bei anhaltender Hitze und Trockenheit pausieren, setzt sich im Herbst aber wieder fort.
Sie sind leicht zu kultivieren und winterhart, wachsen fast ohne Bewässerung und sind in den meisten Regionen perfekte Freilandpflanzen.
Mehr erfahren: Glockenblumen: Pflanzung, Kultur und Pflege
Steinbrech
Der lateinische Name verrät bereits viel über den bevorzugten Standort: Saxifraga bedeutet nämlich „die Steine bricht“. Wenn diese Stauden ideal für den Steingarten sind, eignen sie sich auch hervorragend für den Topf. Dort bilden sie hübsche, gedrungene Polster, die oft aus immergrünen Rosetten bestehen. Ihre Blüte setzt zudem schöne Farbakzente in Gelb, Rosa, Rot oder Weiß.
Alpine Arten vertragen sommerliche Trockenheit gut. Sie sind genügsam und brauchen für ihre Entwicklung nur wenig. Für Topf oder Trog eignet sich zum Beispiel Saxifraga cotyledon ‘Southside Seedling’ mit kleinen, zweifarbigen, sternförmigen Blüten.
Beachten Sie jedoch, dass die Pflanze trotz ihrer guten Winterhärte bei feuchten Wintern besser geschützt steht.
Mehr erfahren: Steinbrech: Pflanzung, Kultur und Pflege
Weitere trockenheitsverträgliche Steingartenpflanzen für den Topf
Denken Sie an Neuseelandflachs mit seinem hübschen, farbig gestreiften Laub, der Höhe und Struktur verleiht.
Versuchen Sie es auch mit Storchschnabel, den blühenden Garbe, kriechenden Karwinskis Berufkraut oder das Kleine Immergrün (Vinca minor), das sich an einem schattigen Standort im Topf wohlfühlt.

Dalmatiner Glockenblume, Saxifraga cotyledon ‘Southside Seedling’, Karwinskis Berufkraut
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