Wie herum Zwiebeln pflanzen?
Oder: Zwiebeln und ähnliche unterirdische Organe pflanzen?
Inhaltsverzeichnis
Zwiebeln im Frühjahr oder Sommer zu pflanzen, ist magisch: Wochen später blühen sie. Doch welche Seite gehört nach oben? Wir zeigen es je Zwiebeltyp.
Was ist eine Zwiebel genau?
Bevor wir auf die Bedeutung eingehen, klären wir vielleicht zunächst, was eine Zwiebel eigentlich ist. Genau genommen wäre es sogar sinnvoller, von einer Zwiebelpflanze zu sprechen, denn die Zwiebel ist die fleischige Basis, die als Nährstoffspeicher dient. Sie ist gewissermaßen ein natürlicher Vorrat, ein unterirdisches Speicherorgan, das bereits alles enthält, was für das Wachstum einer Pflanze nötig ist. Im Inneren entwickeln sich die zukünftigen Knospen und manchmal sogar die ersten kleinen Wurzeln. Auch Nährstoffreserven werden dort gespeichert.
Zwiebelpflanzen durchlaufen zwingend eine Ruhephase, und diese Zwiebeln ermöglichen es ihnen, schwierige Zeiten zu überstehen. So haben manche Zwiebeln, die häufig aus Südafrika stammen, eine sommerliche Ruhephase, um Trockenheit zu überstehen. Andere, etwa Tulpen, Narzissen und Hyazinthen, bleiben bis zum Frühjahr in Dormanz, um der winterlichen Kälte zu entgehen.
Man unterscheidet vier Zwiebeltypen:
- Echte Zwiebeln: Diese Zwiebeln besitzen fleischige Schuppen, die aus Blättern oder Blattstielen bestehen. Die Schuppen bilden konzentrische Reihen und sitzen auf einer flachen Basis, aus der die Wurzeln entspringen. Echte Zwiebeln wachsen, indem sie weitere Schuppen bilden, und entwickeln Brutzwiebeln. Zu dieser Gruppe gehören Tulpe, Narzisse, Ritterstern, Hyazinthe, Zierlauch, Schachblume …
- Knollen: Knollen oder Kormi bestehen aus einem einzigen festen Körper und nicht aus ineinandergreifenden Schuppen. Sie bilden die verdickte unterirdische Basis eines Stängels. Tatsächlich besitzen sie kaum sichtbare Schuppen; im Querschnitt erkennt man, dass sie aus einem einzigen Stück bestehen. Kormi erneuern sich jedes Jahr selbst, indem sie eine oder mehrere neue Knollen bilden. Zu den Knollenpflanzen gehören Lilie, Montbretie, Gladiole, Krokus, einige Iris-Arten, Watsonie, Freesie, Paviansblume, Rachenlilie, Klebschwertel, Moraea, Fransenschwertel, Tritonie und Pfauenblume.

Im Uhrzeigersinn: echte Zwiebeln, Knollen, Rhizome und Wurzelknollen.
- Wurzelknollen: Dieser Begriff umfasst knollige Wurzeln (Dahlien, Hahnenfuß …), echte Knollen (Kaladie …), knollige Stängel (Kronen-Anemone, Knollenbegonie, Alpenveilchen) und oberirdische Knollen (mehrjährige Begonie, Ceropegia woodii).
- Rhizome: Dabei handelt es sich um verdickte unterirdische Stängel, die waagerecht auf oder unter der Bodenoberfläche wachsen (Canna, Maiglöckchen, Deutsche Schwertlilie, Schiefteller, Busch-Windröschen, Anigozanthus).
Wer diese verschiedenen Zwiebeltypen unterscheiden kann, versteht besser, wie sie gepflanzt werden.
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Da sie unterschiedlich geformt sind, werden die verschiedenen Zwiebeln nicht auf die gleiche Weise gepflanzt:
- Echte Zwiebeln: Sie werden mit der Spitze nach oben und der flachen Seite nach unten gepflanzt.
- Kormen: Sie sind oft leicht abgeflacht und haben oben „Augen“ oder Knospen. Achten Sie darauf, diese Seite richtig zu erkennen, denn daraus treibt die Pflanze aus.
- Rhizome: Sie werden waagerecht direkt unter der Bodenoberfläche platziert. Die Knospen oder Augen, aus denen die neuen Triebe entstehen, müssen dabei nach oben zeigen.
- Knollen: Hier müssen Sie die Oberseite (dort, wo die Knospen austreiben) und die Unterseite (mit den Wurzeln) erkennen. Sie werden mit den Augen nach oben gepflanzt, wie Kartoffeln.

Echte Zwiebeln werden mit der Spitze nach oben gepflanzt
Was im Zweifel in der Zwiebel suchen?
Manchmal ist es schwierig, oben und unten sicher zu erkennen – besonders bei weniger klassischen Formen wie Kormen, Knollen oder Rhizomen. Weitere Hinweise helfen:
- Suchen Sie nach den Wurzeln: Eine rauere Basis mit kleinen Fäden oder faseriger Struktur ist meist die Unterseite – ob Zwiebel, Korm oder Knolle.
- Achten Sie auf Knospen oder Keime: Ob kleine grüne Spitze an einer Zwiebel, ein „Auge“ auf einer Knolle oder eine ruhende Knospe an Rhizom oder Korm – das ist meist die Oberseite!
- Beobachten Sie die Form: Die meisten Zwiebeln sind kegelförmig, unten breiter und oben spitz. Knollen sind oft unregelmäßig, doch Augen oder Keime sollten nach oben zeigen. Rhizome werden waagerecht gepflanzt, mit den Knospen nach oben, knapp unter der Oberfläche.

Ruhende Knospe an einem Korm
Und falls Sie sich weiterhin unsicher sind: Die Natur hilft sich meist selbst. Die meisten Pflanzen finden ihren Weg zum Licht, auch wenn sie etwas schief gepflanzt wurden. Die Zwiebel benötigt dann lediglich etwas mehr Energie, um ihre Wuchsrichtung zu korrigieren. Die Blüte kann sich etwas verzögern, und ein Trieb kann schief wachsen – die Pflanze passt sich jedoch problemlos an.
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Zwiebeln: Blüten für jede JahreszeitWann Zwiebeln pflanzen und wie tief?
Auf die richtige Zeit und Pflanztiefe achten. Kurz gemerkt:
- Frühlingszwiebeln (Blüte im März–April): im Herbst pflanzen (September bis November).
- Sommerzwiebeln (Dahlien, Gladiolen usw.): im Frühjahr pflanzen, sobald kein Frost mehr droht.
Faustregel für die Tiefe: Zwiebeln doppelt bis dreimal so tief pflanzen, wie sie hoch sind. Eine 4 cm hohe Zwiebel kommt also 8–12 cm tief in die Erde.
Noch ein paar Tipps
- Boden gut vorbereiten: Er sollte locker und drainierend sein. Zwiebeln vertragen keine Staunässe!
- Sand oder Kies zugeben, wenn der Boden schwer ist.
- Zwiebeln in Gruppen pflanzen: Das wirkt natürlicher und schöner als eine gerade Reihe.
- Standort markieren: Besonders im Herbst vergisst man sonst schnell, wo sie gepflanzt wurden.
- Nicht reichlich gießen: Außer bei Trockenheit brauchen Zwiebeln nicht viel Wasser.
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