Zero Waste: Wohin mit Zweigen im Garten?
Tipps zur Dekoration mit Zweigen
Inhaltsverzeichnis
Nach dem Rückschnitt: Zweige nicht wegwerfen! Sie eignen sich für Häckselgut, Brennholz, Hecken und fördern die Biodiversität im Gartenboden.

Was gesetzlich verboten ist
Wussten Sie, dass es verboten ist, Ihre Zweige zu verbrennen? Tatsächlich ist das Verbrennen oder Beseitigen von Gartenabfällen wie Rasenschnitt, Laub, Reisig, Zweigschnitt, abgestorbenen Pflanzen und Ähnlichem inzwischen gesetzlich verboten. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Schadstoffbelastung zu verringern (Feinstaub, Stickoxide, Kohlenmonoxid und andere unerfreuliche Stoffe), die für unsere Gesundheit und Ökosysteme gefährlich sind. Außerdem trägt dieses Verbot dazu bei, das Risiko unbeabsichtigter Brände und die Rauchbelästigung in der Nachbarschaft zu begrenzen. Das Verbrennen von Abfällen kann Ihre Gesundheit ernsthaft gefährden und mit einem Bußgeld von 450 € geahndet werden.
→ Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: „Grünabfälle verbrennen: Was sagt das Gesetz?

Lesen Sie auch
Brennholz lagern?Zweige kompostieren
Voluminös und sperrig können Zweige nicht im unveränderten Zustand kompostiert werden. Zumal sie mit Harz und Wachs bedeckt sind, natürlichen Barrieren für zersetzende Pilze. Daher müssen Sie Zweige vor dem Kompostieren unbedingt häckseln, um diesen Schutz aufzubrechen und den Zersetzungsprozess zu beschleunigen.
Wie häckselt man Zweige?
Junge, sehr dünne Zweige (unter 1 bis 2 cm Durchmesser) können mit dem Rasenmäher zerkleinert werden, während dickere Zweige (1,5 bis 5 cm Durchmesser) im Häcksler zerkleinert werden.
Hinweis: Wenn Sie keinen Häcksler kaufen möchten, erkundigen Sie sich, ob Sie einen bei Nachbarn, Ihrer Gemeinde oder einem Landschaftsgärtner mieten oder ausleihen können.
Nach dem Häckseln können die Zweige in den Kompost gegeben werden, insbesondere junge Triebe, die Stickstoff und viele Nährstoffe, aber wenig Lignin enthalten. Auch alte Zweige zersetzen sich im Kompost, allerdings deutlich langsamer, da sie im Gegensatz dazu stickstoffarm und reich an Gerbstoffen und Lignin sind. Geben Sie stickstoff- und nährstoffreiche Grünabfälle (Rasenschnitt …) hinzu, um Ihren Kompost auszugleichen, besonders wenn Sie altes Zweigmaterial untermischen.
Hinweis: Zweige von Nadelgehölzen (Thuja, Zypresse usw.) können kompostiert werden, jedoch nur in kleinen Mengen (unter 20 % des Kompostvolumens).

Zweige als Mulch verwenden
Junge Zweige ergeben zerkleinert einen hervorragenden Mulch. Verwenden Sie hierfür ausschließlich junge Zweige, die mehr Stickstoff und weniger Lignin als ältere Zweige enthalten. Dieser junge Holzhäcksel wird übrigens als BRF bezeichnet (zerkleinertes Zweigholz) und liefert zahlreiche Nährstoffe: Aminosäuren, Proteine, Mineralstoffe, Zellulose, Stickstoff, Phosphor und Kalium. BRF wird zum Mulchen unter Hecken, Sträuchern und Bäumen, aber auch in Beeten verwendet. Wenn Sie ihn im Gemüsegarten oder bei Jungpflanzen einsetzen möchten, sollten Sie zusätzlich grünes Häckselgut (grüne Zweige und Blätter …) untermischen, um den Stickstoffmangel des Holzes auszugleichen.
Hinweis: Verwenden Sie keine alten Zweige, da sie reich an Lignin und arm an Stickstoff sind. Sie können eine Stickstoffsperre verursachen und dadurch die Bodenfruchtbarkeit mindern. Zum Mulchen von Wegen sind sie jedoch geeignet, um das Wachstum unerwünschter Kräuter einzudämmen.
→ Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: „BRF oder zerkleinertes Zweigholz: Was ist das? Wie wird es im Garten verwendet?“

Lesen Sie auch
Brennholzstapel schützen: Tipps zum TrocknenAls Brennholz
Ihre geschnittenen Zweige können als Brennholz für Kamin, Holzofen oder Grill dienen. Eine gute Lösung für dicke Zweige, die sich wegen ihres Durchmessers nicht häckseln lassen. Sägen Sie sie mit einer Kettensäge oder Säge in Stücke. Dünnere Zweige eignen sich auch für kleine Bündel zum Anzünden. Das Holz muss jedoch mehrere Monate trocknen (je nach Durchmesser und Schnittzeit 6 Monate bis 2 Jahre), geschützt vor Regen oder in einer Benjeshecke.
→ Lesen Sie auch: Wie lagert man Brennholz?

Als Totholz- oder Benjeshecke
Benjeshecke: Aufgeschichtete Zweige bilden eine ökologische Barriere, schützen vor Wind und bieten Tieren Schutz. Das Holz verrottet zu Humus.

Am Flechtzaunrand
Seit dem Mittelalter dienen Flechtzäune zur Abgrenzung von Gartenbereichen, Gemüsebeeten und Beeträndern. Für diese hübschen Flechtränder genügt es, Holzpfosten einzuschlagen (möglichst aus Esskastanie oder Robinie, da diese besonders dauerhaft sind), mit einem Abstand von 30 bis 60 cm. Anschließend werden geschnittene Zweige zwischen den Pfosten „geflochten“: Der Zweig wird waagerecht gehalten, vor dem ersten Pfosten und hinter dem zweiten hindurchgeführt und so weiter. Danach werden die Zweige abwechselnd in umgekehrter Richtung eingeflochten. Mit der Zeit verrottendes Flechtwerk wird nach und nach ersetzt. Zum Flechten verwendet man meist Holz von Hasel oder Weide, aber auch Zweige verschiedenster Sträucher und Bäume mit biegsamem Holz eignen sich.
→ Mein Erfahrungsbericht: Jedes Jahr flechte ich Beetränder aus frisch geschnittenen, noch biegsamen Zweigen meiner Birnbäume.

An Rankhilfe mit Stäben
Im Garten, besonders im Gemüsebeet, braucht man fast immer Stützen – etwa für Tomatenpflanzen oder junge Obstbäume. Beschnittene Zweige eignen sich hervorragend als Pflanzenstützen, besonders wenn sie gerade sind und mindestens 2 cm Durchmesser haben. Man kann den Zweig sogar mit Kalk bestreichen, um Schimmelbildung zu begrenzen und Insekten fernzuhalten. Sehr dicke Zweige mit mehr als 5 cm Durchmesser können auch als Pfosten dienen, um Bereiche abzugrenzen oder einen Zaun aufzustellen. Außerdem lassen sich Rankhilfen für Kletterpflanzen und sogar ein Tipi für Stangenbohnen bauen.
→ Meine Erfahrung: Vor einigen Jahren habe ich aus dicken Birkenzweigen, die beim Rückschnitt der Bäume in meiner Gemeinde anfielen, ein Gehege für meine Hühner gebaut. Die Zweige dienten als Pfosten zur Befestigung des Hühnerzauns. Er hielt drei bis vier Jahre, ohne nachzugeben.

Ein Zweighaufen für Tiere
In einer ruhigen Ecke des Gartens können Sie einfach einen Haufen Zweige oder Totholz lagern, der dann als Unterschlupf für die Gartenfauna dient. So können Sie einige Vögel, Reptilien, Amphibien, vielleicht sogar einen Igel oder kleine Säugetiere beobachten. Auch manche Insekten finden darin Schutz vor Fressfeinden. Ihre Nachbarn sind dann Pilze und holzfressende Insekten (darunter der Goldkäfer), die diesen nährstoffreichen Holzhaufen nach und nach zersetzen. Weiche, markhaltige Zweige von Rosen und Brombeeren sowie hohle Zweige von Bambus, Holunder oder Forsythien werden von solitären Bienen und Wespen sehr gern als Versteck oder Unterschlupf genutzt.

Zweighaufen für die Gartenfauna
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